LCh-Farbraum

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Beim CIE-LCh-Farbraum handelt es sich um den CIELab-Farbraum, wobei anstelle der kartesischen Koordinaten a*, b* die Zylinderkoordinaten C* (Buntheit, relative Farbsättigung, Entfernung von der L-Achse, englisch chroma) und h° (Bunttonwinkel, Winkel des Farbtons im CIELab-Farbkreis, engl. hue angle) angegeben werden. Die CIELab-Helligkeit L* (engl. lightness) bleibt dabei unverändert.

Die Umrechnung von a* und b* in C* und h° erfolgt nach folgenden Formeln:

C_{ab}^* = \sqrt{{a^*}^2 + {b^*}^2}, \qquad
  h_{ab}^\circ = \arctan\left(\frac{b^*}{a^*}\right)

Umgekehrt lassen sich die Polarkoordinaten in die kartesischen Koordinaten umwandeln:

a^* = C_{ab}^*\cdot\cos(h_{ab}^\circ),\qquad b^* = C_{ab}^*\cdot\sin(h_{ab}^\circ)

Der LCh-Farbraum ist nicht identisch mit dem HSV-Farbraum, dem HSL-Farbraum oder dem HSB-Farbraum. Deren Werte können zwar ebenfalls als Basisfarbe, Helligkeit und Sättigung eines Farbtons interpretiert werden, gehen aber aus einer Polarkoordinatentransformation des technisch definierten RGB-Farbraums hervor und sind daher nur wenig wahrnehmungsbezogen.

Beispielsweise sind H und h nicht identisch, da der HLS-Raum als Grundfarbe die drei additiven Primärfarben Rot, Grün, Blau als Basis verwendet (H=0, 120, 240°), das LCh-System aber die vier farbphysiologischen Elementarfarben Gelb, Grün, Blau und Rot (h=90, 180, 270, 360°). h=0 ist bei unbunten Farben auf der Grauachse der Fall.

Es sind die vereinfachten Schreibweisen LCh, LCH und HLC gebräuchlich. In letzterer kommt die übliche Reihenfolge bei der Farbauswahl (Farbton-Helligkeit-Sättigung) zum Ausdruck.