Leberabszess

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Klassifikation nach ICD-10
K75.0 Leberabszess
A06.4 Leberabszess durch Amöben
ICD-10 online (WHO-Version 2013)
Leberabszess in der Computertomographie axial: Man erkennt die hypodense Läsion in der Leber mit einem Randwall.

Ein Leberabszess ist eine abgegrenzte Eiteransammlung (Abszess) im Lebergewebe. Er kann primär durch Bakterien (z. B. Escherichia coli, Staphylococcus aureus), andere parasitische und einzellige Infektionserreger (z. B. Entamoeba histolytica) oder sekundär nach einem operativen Eingriff entstehen. Die Erreger können über das Blut (hämatogen), die Lymphe (lymphogen) oder die Gallengänge (cholangitisch) in die Leber vordringen.

Die Symptome eines Leberabszesses sind meist hohes Fieber, Leberdruckschmerz, Übelkeit und Erbrechen, Gelbsucht und Anämie. Die Diagnose wird mittels Ultraschalluntersuchung und einer CT-Aufnahme gesichert. Die Therapie erfolgt medikamentös oder durch chirurgische Entfernung der Abszesshöhle eventuell einer Segmentresektion. Als Komplikationen eines Leberabszesses gelten eine Sepsis oder Ruptur der Abszesshöhle mit nachfolgender Bauchfellentzündung.