Liebesseil

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Begriff Liebesseil wird in der Heraldik für die verschlungene Darstellung eines starken Seiles verwendet. Dabei ist das Seil durch großzügige Schlaufen so in sich verdreht, dass es zu einer optisch guten Ornamentik führt. Darstellungen von Liebesseilen können auf dem Wappenschild selbst, aber auch um den Schild herum zu finden sein. Wenn Seilenden sichtbar sind, werden diese mit Knoten oder wie Troddeln ausgeführt. Die endlose Ornamentik wird bevorzugt.

In der Regel wird ein Unterschied in der Bezeichnung durch den Heraldiker gemacht, wenn die Verschlingungen eindeutig sichtbare Knoten sind. Sie werden dann die Liebesknoten genannt. Für verheiratete Frauen sind geknotete, für Witwen offene Liebesseile gebräuchlich. Man legt in diesen Fällen alles um den Schild. Es werden auch Kugeln auf das Liebesseil geschoben und als Schiebeknoten[1] blasoniert.

Verbreitung haben die Liebesseile als Form der Seilornamentik in Frankreich gefunden.

Beispiele hierzu (in Form eines Achtknotens) sind im Orden der Krone von Italiens und im Wappen von Contwig zu sehen.

Ein Seilkreuz ist ein aus gewundenen Seilen gestaltetes Kreuz und wird auch als gewundenes Kreuz in der Heraldik bezeichnet. Der Begriff Schiffsseilkreuz ist heraldisch nicht korrekt. Nach dem Lexikon der Heraldik[2] ist bisher aber kein Wappen mit Schiffsseilkreuz bekannt.

In der englischen Heraldik, aber nicht nur, werden viele Knoten als Familienzeichen gewählt. Die Knoten der Seefahrt und des Handwerks bilden die Grundlage, werden aber mit dem Namen der Familie benannt. Beispiele sind unter den vielen sogenannten heraldischen Knoten der Bowen-Knoten, Wake-Knoten, Hungerford-Knoten oder Hastings-Knoten und Shakespeare-Knoten. Letzterer bildet die Buchstaben „W“illiam und „S“hakespeare nach. Oft werden noch Gegenstände in den Knoten eingebunden. In Fahnen werden die Knotenformen auch verwendet.

Beispiele[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  1. a b Walter Leonhard: Das große Buch der Wappenkunst. Entwicklung, Elemente, Bildmotive, Gestaltung. 2., durchgesehene und erweiterte Auflage. Callwey, München 1978, ISBN 3-7667-0345-5.
  2. Gert Oswald: Lexikon der Heraldik. VEB Bibliographisches Institut, Leipzig 1984.