Liste der künstlichen Objekte auf anderen Himmelskörpern

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Diese Liste fasst von Menschen geschaffene Objekte zusammen, welche auf einem anderen Himmelskörper weich gelandet, aufgeschlagen oder in der Atmosphäre verglüht sind. Ausgenommen hiervon sind Mond, Venus und Mars, für welche eigene Listen existieren.

Objekte auf festen Oberflächen[Bearbeiten]

  • Himmelskörper: Asteroid Eros, Objekt: NEAR Shoemaker.
    Am 12. Februar 2001 landete die Sonde zum Abschluss ihrer Mission auf dem Asteroiden, obwohl sie nicht dazu konstruiert worden war.
Model der Huygens-Landesonde, die auf dem Titan gelandet ist
  • Himmelskörper: Saturnmond Titan Objekt: ESA-Sonde Huygens.
    Am 14. Februar 2005 landete die Sonde erfolgreich per Fallschirm. Huygens war Teil der NASA Cassini-Huygens-Mission.
  • Himmelskörper: Asteroid Itokawa, Objekt: Markierungskugeln der Sonde Hayabusa.
    Landung der Sonde am 19. November 2005, um Bodenproben zu entnehmen, und Rückstart zur Erde, um die Proben zurückzubringen. Zur Unterstützung der automatischen Landung wurden reflektierende Metallkugeln auf Itokawa abgeworfen. Unsicher ist, ob auch der kleine, verschollene Asteroidenlander Minerva sowie ein Geschoss zum Aufstöbern des Asteroidenbodens auf Itokawa zurückgeblieben sind. Der Rückkehrbehälter, der unter hochreinen Bedingungen sorgfältig untersucht wurde, enthielt nach Mitteilung der JAXA[1] eine Anzahl kleiner Partikel, die in der Folge untersucht wurden. Die Untersuchungen ergaben, dass die Partikel definitiv vom Itokawa stammen.[2]
  • Himmelskörper: Komet Comet 9P/Tempel, Objekt: Impaktor von Deep Impact.
    Am 4. Juli 2005 schlug der von der eigentlichen Sonde abgetrennte sogenannte Impaktor ein, um das aus dem Krater aufsteigende Material des Kometen mit Kameras und Instrumenten erforschen zu können. Der Impaktor wurde bei dem Einschlag zerstört.
  • Himmelskörper: Komet Tschurjumow-Gerassimenko, Objekt: Lander Philae der Raumsonde Rosetta
    Am 12. November 2014 landete Philae erfolgreich auf dem Kometen, nachdem er - ungeplant - nach der ersten Bodenberührung noch zwei 'Hüpfer' gemacht hatte.

Objekte in Gasplaneten[Bearbeiten]

  • Himmelskörper: Planet Jupiter, Objekt: Raumsonde Galileo
    Am 21. September 2003 wurde Galileo in den Jupiter gelenkt und verglühte dort, da die Sonde wegen Treibstoffmangels und Ausfällen der Elektronik, bedingt durch die während der Mission erhaltene hohe Strahlendosis, später nicht mehr lenkbar gewesen wäre. Es bestand die (geringe) Gefahr, dass Galileo auf den Mond Europa stürzen und ihn mit terrestrischen Bakterien verunreinigen könnte. Dies hätte künftige Missionen zur Erforschung von außerirdischen Lebensspuren auf diesem Mond erschweren können.
  • Himmelskörper: Planet Jupiter, Objekt: Tochtersonde von Galileo
    In 82 Millionen km Entfernung zum Jupiter trennte sich im Juli 1995 die Tochtersonde von der Hauptsonde. Am 7. Dezember 1995 war ihre Reise zu Ende. Mit einer Geschwindigkeit von 170.000 km/h tauchte die Tochtersonde in einem Winkel von ca. 9° in den Jupiter ein. Innerhalb von nur zwei Minuten wurde die Geschwindigkeit auf 3.000 km/h abgebremst, wobei die maximale Verzögerung der Sonde 230 g betrug. Das Material des Hitzeschildes wurde fast vollständig abgetragen, wobei in der Schockwelle Temperaturen von bis zu 16.000 °C auftraten. Bei rund 0,35 bar Druck öffnete sich der Bremsschirm.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Small particles found in the sample container of the HAYABUSA. JAXA, 5. Juli 2009, abgerufen am 23. Juli 2010 (englisch).
  2. Particles brought back by Hayabusa identified as from Itokawa. JAXA, 16. November 2010, abgerufen am 16. November 2010 (englisch).