Lochkartensortierer
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Der Lochkartensortierer (englisch Sorter) war ein Hilfsmittel der elektromechanischen Datenverarbeitung. Er sortiert Lochkartenstapel auf- und absteigend nach folgenden Merkmalen:
- numerisch (nach Ziffern)
- alphabetisch (nach Buchstaben und Sonderzeichen)
Anders als ein Lochkartenmischer oder eine Tabelliermaschine war der Lochkartensortierer auf eine Stelle fixiert. Ebenso fehlte die Programmierbarkeit.
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[Bearbeiten] Sortierziele
Das Sortieren hat folgende Ziele:
[Bearbeiten] Reihenfolge ändern
in dem im Lochkartenmischer eingeführten Beispiel einer Telefonfirma die z. B. Kundendaten gelocht hatte war es möglich,
- die Nachnamen alphanumerisch zu sortieren, damit konnte man ein Telefonbuch gestalten
oder
- wie bei dem Lochkartenmischer beschrieben eine Sortierung nach Telefonnummer und dann nachfolgend
- einen ebenso sortierten Lochkartenstapel mit den Umsätzen mit dem Ziel diese geordnet zusammen zu vermengen und zwecks Rechnungserstellung der Tabelliermaschine zuzuführen.
[Bearbeiten] Aussortieren
nach dem Mischen waren die Lochkarten der Kundendaten nicht verloren, sie konnten aussortiert werden, sofern sie eindeutige Sortiermerkmale trugen. es reicht:
- eindeutiges Merkmal in einer Spalte (einstellige Sortierung) oder
- mehrere in Kombination in mehreren Spalten (mehrstellige Sortierung), das der Umsatzstapel nicht aufweist
[Bearbeiten] Sortierpraxis
Hier beschrieben an der am meisten aufgetretenen Form der Lochkarte (80 Spalten, pro Spalte die Dezimalziffern 0 - 9 plus zwei Überlochungen, die per Mehrfachlochung alphanumerische Werte oder Sonderzeichen ermöglichten) und dem Maschinensortierer ergeben sich folgende Sortierziele:
[Bearbeiten] Einstellige Sortierung
den Stapel ins Eingabefach, Sortierer starten, das Ergebnis dem jeweiligen Sortierfach entnehmen.
- bei numerischen Daten war das Ergebnis eindeutig
- bei alphanumerischen Daten oder Sonderzeichen (Überlochung) war erst das Fach der entsprechend relevanten Überlochung und der Null eindeutig. Mittels einer zweiten oder bis zu 4 weiteren Sortierung nach den zu der Überlochung gehörenden Dezimalwerten auf der gleichen Sortierspalte ergeben sich die entsprechenden Daten.
[Bearbeiten] Mehrstellige Sortierungen
Der Bürstensatz der Sortiermaschine (sowie die auf max. 13 ausgelegten Ausgabefächer) sortierte jeweils nur eine der 80 Spalten eines Lochkartenstapels. Eine mehrstellige Sortierung bedeutete also ein Aufstapeln (Handarbeit) der sortierten Lochkarten aus den Ausgabefächern in der gewünschten Reihenfolge (aufsteigend/absteigend) und erneute Sortiervorgänge (Einlegen ins Eingabefach, Einstellung der Bürsten auf die Spalte des nächste Sortierziels).
[Bearbeiten] Geschichte
[Bearbeiten] Handsortierer
Der erste mechanische Lochkartensorterer geht direkt auf den Begründer der maschinellen Datenverarbeitung Herman Hollerith zurück. Schon seine Maschinen Ende des 19. Jahrhunderts hatten Sortierfächer. Die Lochkarte wurde per Hand in die Lesestation eingelegt, eine Klappe am Sortierfach signalisierte dem "Operator" in welches Fach er die Karte abzulegen hatte.
[Bearbeiten] Maschinensortierer
In den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurden elektromechanische Sortierer entwickelt, zum Beispiel die IBM 080 von 1925. Das steigerte die Verarbeitungsgeschwindigkeit drastisch. Sie hatten rechts ein Eingabefach in dem ein ganzer Stapel Lochkarten eingelegt wurde und 13 Ausgabefächer in die die Maschine automatisch sortierte.
- 10 für die Ziffern 0 – 9,
- 3 für die „Überlochungen“ (für die alphanumerische/evtl. sonderzeichenbedingte Mehrfachlochung) davon 2 über dem dezimalen Lochfeld, und die Ziffer Null innerhalb dieses Feldes
- 1 Fach für den Überlauf
Eine Sparversion der Firma Maul hatte 6 Ausgabefächer.
- Ziffer 0 - 5
- Ziffer 6 - 10
- Überlochung
- Überlauf
[Bearbeiten] Manual (englisch, PDF)
Sorting
- IBM: IBM 83 Sorter: Manual of Operation December, 1959, 222-66395-5

