London-Kraft

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London-Kräfte (nach dem Physiker Fritz London[1][2]; in der Literatur auch London-Kraft, London-Dispersion oder anziehende Van-der-Waals-Bindung genannt) sind schwache Anziehungskräfte zwischen unpolaren Molekülen und Atomen, die durch spontane Polarisation eines Teilchens und dadurch induzierte Dipole in benachbarten Teilchen entstehen. In der Quantenmechanik werden solche Wechselwirkungen als Kraftfeld behandelt, das mit der sechsten Potenz des Abstands abfällt:

\vec{F} \sim \frac1{r^6}

Die London-Kräfte erklären die Existenz von flüssigen und festen Aggregatzuständen unpolarer Verbindungen, die wegen der repulsiven Wechselwirkung ihrer Elektronenhüllen in Abwesenheit anderer intermolekularen Wechselwirkungen (z. B. Wasserstoffbrückenbindungen) eigentlich nicht existieren dürften. Die London-Kräfte sind sehr viel schwächer als die anderen Bindungsarten. In der Computerchemie sind sie nur schwierig zu beschreiben und zu parametrisieren.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. R. Eisenschitz and F. London, Z. Physik 60, 491 (1930)
  2. F. London, Z. Physik 63, 245 (1930) and Z. Physik. Chemie, B11, 222 (1930).