Magnoliids

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Tulpenbaum (Liriodendron tulipifera), Blüte

Magnoliids (ungefähr übersetzbar mit „Magnolienähnliche“, auch "magnoliid complex") ist eine von Botanikern der Angiosperm Phylogeny Group 2009 verwendete informelle englischsprachige Bezeichnung für eine Gruppe von bedecktsamigen Pflanzen, die die größte Gruppe innerhalb der basalen Ordnungen darstellen. Die Gruppe kann auch als eigenes Taxon geführt werden, etwa als Unterklasse Magnoliidae, jedoch ist dies bei der Systematik APG III von 2009 nicht geschehen.[1]

Merkmale[Bearbeiten]

Die Arten weisen wie die anderen basalen Ordnungen zahlreiche Merkmale auf, die innerhalb der Bedecktsamigen Blütenpflanzen als primitiv gelten. Dazu zählen unter anderem einfurchige (monocolpate) Pollen, nicht miteinander verwachsene, also freie Fruchtblätter, ein radialsymmetrischer Aufbau der Blüte und das Vorhandensein ätherischer Öle. Zahlreiche Bäume, Sträucher und krautige Pflanzen gehören zu dieser Gruppe.

Systematik[Bearbeiten]

Zu der als Magnoliids bezeichneten Gruppe gehören vier Ordnungen:[1]

Es handelt sich um eine monophyletische Gruppe, die Verwandtschaft der Ordnungen kann in folgendem Kladogramm dargestellt werden:[2][1]




Magnoliales


     

Laurales



     

Canellales


     

Piperales




Magnoliales und Laurales sind Schwestersippen, ebenso wie Canellales und Piperales. Dies ist molekularbiologisch gut abgesichert, auch wenn bis jetzt für diese beiden Gruppen keine gemeinsamen abgeleiteten Merkmale (Synapomorphien) bekannt sind.

Literatur[Bearbeiten]

  • P. Sitte, H. Ziegler, F. Ehrendorfer, A. Bresinsky: Lehrbuch der Botanik für Hochschulen. Begründet von E. Strasburger ... Gustav Fischer, Stuttgart 1998 (34. Aufl.)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Angiosperm Phylogeny Group: An update of the Angiosperm Phylogeny Group classification for the orders and families of flowering plants: APG III In: Botanical Journal of the Linnean Society, 161:2, 2009, S. 105–121
  2. P. S. Soltis, D. E. Soltis: The origin and diversification of Angiosperms. American Journal of Botany, Band 91, 2004, S. 1614–1626.