Maisonneuve-Fraktur

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.
Klassifikation nach ICD-10
S82.6 Multiple Frakturen des Unterschenkels
ICD-10 online (WHO-Version 2013)

Eine Maisonneuve-Fraktur (benannt nach Jules Germain François Maisonneuve, 1809–1897, franz. Chirurg) ist ein hoher, in der Nähe des Kniegelenkes befindlicher Knochenbruch des Wadenbeines (Fibulafraktur) mit einer Zerreißung der bindegewebigen Membran zwischen Schienbein (Tibia) und Wadenbein (Fibula), der sogenannten Membrana interossea. Die Maisonneuve-Fraktur zählt zu den Sprunggelenkfrakturen vom Typ Weber-C-Fraktur. Entsprechend ist die Bandverbindung zwischen Schienbein und Wadenbein auf Höhe des oberen Sprunggelenks, die sogenannte Syndesmose, gerissen. Dadurch kommt es zu einer Instabilität und Fehlstellung im oberen Sprunggelenk, die im Verlauf zu vermehrter „Abnutzung“ im Gelenk führt.

Häufig ist die Maisonneuve-Fraktur mit einer Innenknöchelfraktur assoziiert. Daher sollte das obere Sprunggelenk zusammen mit der gesamten Fibula geröntgt werden.

Ursache[Bearbeiten]

Meistens ist ein Pronationstrauma des Sprunggelenkes die Ursache.

Therapie[Bearbeiten]

Eine operative Versorgung ist indiziert. Die Operation zielt darauf ab, die korrekte Stellung des Wadenbeines in einer entsprechenden Aushöhlung des Schienbeines (sog. Inzisur) zu erreichen, um eine bestmögliche Stellung beider Knochen zueinander im oberen Sprunggelenk und damit die Kongruenz im Gelenk herzustellen. Nach der Reposition werden Schienbein und Wadenbein durch eine oder zwei Schrauben in konstantem Abstand gehalten, um ein Heilen der Bandverbindung zwischen beiden Knochen zu ermöglichen. Diese Schrauben werden Stellschrauben genannt. Stellschrauben müssen wieder entfernt werden, da sie mit Beginn der vollen Belastung des Beines brechen und dann nicht mehr vollständig zu entfernen sind. Die Entfernung wird in der Regel nach sechs Wochen vorgenommen.[1]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.uni-duesseldorf.de/awmf/ll-na/012-003.htm AWMF-Sprunggelenkfraktur-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie

Literatur[Bearbeiten]

  • [1] "Die Operation der Maisonneuve-Fraktur" aus der Zeitschrift: "Operative Orthopädie und Traumatologie", Volume 11, Number 1 / März 1999, S. 11–18
  • A. Rüter u. a. (Hrsg.): Unfallchirurgie. 1. Auflage. Urban & Schwarzenberg, München – Wien – Baltimore 1995, ISBN 3-541-17201-0.
  • L. Schweiberer (Hrsg.): Konservative und operative Frakturbehandlung. 2. Auflage. Urban & Schwarzenberg, München – Wien – Baltimore 1987, (Traumatologie; 1) (Breitner (Hrsg.): Chirurgische Operationslehre. Bd. VIII), ISBN 3-541-14482-3.
  • E. Beck (Hrsg.): Untere Extremität. 2. Auflage. Urban & Schwarzenberg, München – Wien – Baltimore 1987, (Traumatologie; 4) (Breitner (Hrsg.): Chirurgische Operationslehre. Bd. XI), ISBN 3-541-14482-3.
  • N.M. Meenen et al.: “Sprunggelenkfraktur“. Leitlinien Unfallchirurgie. 2. Auflage. Thieme, Stuttgart, New York 1998 ISBN 3-13-110262-4

Weblinks[Bearbeiten]

Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie und des Berufsverbandes der Ärzte für Orthopädie-Leitlinie Malleolarfraktur der April 2002. In: AWMF online

Gesundheitshinweis Bitte den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!