Mandeln

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Dieser Artikel behandelt den Ort Mandeln. Zu den gleichnamigen Früchten siehe Mandel, für den Singular siehe Mandel (Begriffsklärung).

50.8533333333338.3380555555556366Koordinaten: 50° 51′ 12″ N, 8° 20′ 17″ O

Mandeln
Gemeinde Dietzhölztal
Wappen von Mandeln
Höhe: 360–608,4 m
Fläche: 6,11 km²
Einwohner: 1225 (1. Aug. 2014)
Eingemeindung: 1. April 1972
Postleitzahl: 35716
Vorwahl: 02774

Mandeln ist ein Ortsteil der Gemeinde Dietzhölztal.

Der Ort liegt im Tal des Dietzhölze-Nebenflusses Mandelbach und des ihm zufließenden Breidebachs oberhalb von etwa 360 m. Der höchste Berg innerhalb der Gemarkung ist der Eichwäldchen (608,4 m) nordwestlich des Ortes, gefolgt vom Kleinen Hardt (566,4 m) und Großem Hardt (562,9 m).

Geschichte[Bearbeiten]

Die Ersterwähnung erfolgte am 13. Juli 800 laut dem Lorscher Codex, Bayerisches Hauptstaatsarchiv, HL Mainz 19, folg. 210 v. (12. Jahrhundert). Ein Grundherr Lager und seine Ehefrau Duda schenken dem Nazariuskloster in Lorsch (bei Heppenheim) unter seinem Abt Richbodo drei Mansen, ebenso viele Hufen und fünf Hörige in Mauventelina (Mandeln) im Perfgau, dessen politischer und kirchlicher Mittelpunkt Breidenbach war. Damit ist Dorf Mandeln das vermutlich älteste Dorf im ehemaligen Dillkreis.

Diese alte Siedlung hat unter dem Namen Moyndille noch mindestens bis zum Jahre 1298 bestanden. Der eigentliche Verfall von Alt-Mandeln ist vermutlich auf einen Streit zwischen den hessischen Landgrafen und den Grafen von Nassau zurückzuführen. Die Zerstörung des Dorfes könnte also etwa zwischen 1433 und 1443 erfolgt sein. Die alte Siedlung hat danach kaum länger als ein halbes Jahrhundert wüst gelegen, denn im Jahre 1489 erfolgte etwa einen km südlich die Neugründung bzw. Besiedelung des heutigen Mandeln durch die Witwe von Hutzmanns Heinz mit ihrem Sohn Henn sowie Gerlach, dem Schwiegersohn eines Mannes mit Namen Palmenie aus dem nahegelegenen hessischen Roth.

Die Eingliederung der selbständigen Gemeinde Mandeln in die Gemeinde Dietzhölztal im Zuge der Gebietsreform in Hessen erfolgte auf freiwilliger Basis am 1. April 1972.[1]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die Einwohnerzahl des Dorfes stieg von 1489 bis zum Jahre 2005 mit leichten Schwankungen kontinuierlich an. Lediglich im Jahre 1597 fiel sie durch Pest von ca. 100 Einwohnern auf 20 zurück. Ein überdurchschnittlicher Anstieg der Einwohner erfolgte in den siebziger Jahren durch die Ausweisung des Wochenendgebietes Ebachseite sowie durch Zuzug von Gastarbeiterfamilien. Außerdem in den Jahren 1989/90 durch die Wiedervereinigung der Bundesrepublik Deutschland und die Übersiedlung von deutschstämmigen Aussiedlern aus der ehemaligen Sowjetunion. Die Einwohnerzahl von Mandeln im Jahre 2004 betrug 1430 Personen und umfasste ca. 450 Wohnhäuser.

Wappen[Bearbeiten]

Ortswappen von Mandeln

Im Jahre 1999 erhielt das Dorf beziehungsweise der Ortsteil Mandeln ein eigenes Wappen. Dieses zeigt auf gelben Hintergrund in der linken oberen Hälfte diagonal laufend drei typische Haubergswerkzeuge (Häbe, Axt, Lohschäler) und in der rechten unteren Hälfte einen Baumstumpf mit angedeutetem Wurzelstock, aus dem bereits wieder ein neuer Zweig sprießt und damit die Beziehung zu der noch heute ausgeübten Haubergswirtschaft darstellt. Der diagonal von rechts oben nach links unten dargestellte Wasserlauf verweist auf den Mandelbach. Mit Schreiben vom 15. April 1999 teilt das Hessische Staatsarchiv mit, dass einer Verwendung im Rahmen der geltenden Gesetze und Verordnungen nichts im Wege steht.

Hauberg[Bearbeiten]

In Mandeln wird jährlich Hauberg gemacht. Die rechtliche Grundlage der Haubergsarbeit geht auf die „Haubergordnung für den Dillkreis und den Oberwesterwaldkreis vom 4. Juni 1887“ zurück. Darin heißt es: „Hauberge im Sinne dieses Gesetzes sind die Grundstücke in den Gemarkungen Dillbrecht, Fellerdilln, Ober- und Niederroßbach, Bergebersbach, Eibelshausen, Mandeln, Offdilln, Rittershausen, Steinbrücken, Straßebersbach, Weidelbach und Korb, welche gegenwärtig zu Haubergsverbänden gehören.“ [2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gerstenmeier, K.-H. (1977): Hessen. Gemeinden und Landkreise nach der Gebietsreform. Eine Dokumentation. Melsungen. S. 287
  2. Haubergsordnung