Mauritiusweber

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Mauritiusweber
Mauritiusweber im Naturpark Île aux Aigrettes

Mauritiusweber im Naturpark Île aux Aigrettes

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Webervögel (Ploceidae)
Gattung: Foudia
Art: Mauritiusweber
Wissenschaftlicher Name
Foudia rubra
Gmelin, 1789

Der Mauritiusweber (Foudia rubra) ist eine Vogelart aus der Familie der Webervögel. Er ist endemisch auf Mauritius.

Beschreibung[Bearbeiten]

Der Mauritiusweber erreicht eine Größe von 14 Zentimetern. Kopf, Hals und Brust sind zinnoberrot. Die Zügel sind schwarz. Der Rücken ist dunkelbraun. Flügel und Schwanz sind lederfarben gesträhnt. Bürzel und Oberschwanzdecken sind rötlich. Nichtbrütende Männchen, Weibchen und Jungvögel unterscheiden sich vom Madagaskarweber durch ihr dunkleres, weniger gesträhntes Gefieder, durch den plumperen Körperbau und den verhältnismäßig kürzeren Schwanz. Der Gesang besteht aus chip-chip-Tönen mit harschen Rufen.

Lebensraum[Bearbeiten]

Der Mauritiusweber bewohnt heimische Wälder im Südwesten Mauritius und auf der Île aux Aigrettes. Beobachtungen zwischen 1994 und 2003 zeigten, dass die Art immer häufiger in degradierten Wäldern mit nicht endemischen Pflanzen wie Kiefern und Sicheltannen anzutreffen ist, die einen besseren Schutz vor Fressfeinden bieten.

Lebensweise[Bearbeiten]

Der Mauritiusweber lebt monogam. Die standorttreuen Paare beanspruchen Reviere von über einem Hektar und verteidigen diese das ganze Jahr über. Die Brutzeit erstreckt sich vom späten August bis zum frühen April. Beide Geschlechter beteiligen sich am Nestbau. Zwei bis vier Eier werden gelegt und zwei Wochen alleine vom Weibchen bebrütet. Das Männchen hilft bei der Jungenaufzucht. Nach weiteren zwei Wochen verlassen die Jungen das Nest. Nach der Brutzeit vollziehen die erwachsenen Vögel eine Mauser, währenddessen sie nicht fliegen können. Die Nahrung besteht aus Insekten, Nektar und Früchten.

Status[Bearbeiten]

Zwischen 1975 und 2001 sind die Bestände des Mauritiuswebers durch Rodungen der Hochlandwälder, der Nachstellung durch invasive Tierarten wie Hausratten und Javaneraffen sowie durch die Konkurrenz mit dem Madagaskarweber um 55 % zurückgegangen. 1975 wurden zwischen 247 und 260 Paare gezählt. Ende 2001 waren es zwischen 108 und 122 Paare. Seit 1993 ist eine Verlangsamung des Rückgangs zu verzeichnen. Durch ein Erhaltungszuchtprogramm unter Federführung der Mauritius Wildlife Foundation, des Gerald Durrell Endemic Wildlife Sanctuary und des National Parks and Conservation Service konnten 2005 47 Individuen auf der Île aux Aigrettes ausgesetzt werden. 2006 wurden 42 Jungvögel auf der Île Aux Aigrettes großgezogen. Heute zählt diese Subpopulation 135 Exemplare.

Literatur[Bearbeiten]

  • France Staub: Birds of the Mascarenes and Saint Brandon. LABAMA HOUSE, Port Louis, Mauritius, 1976.
  • France Staub: Fauna of Mauritius and associated flora. Précigraph Limited, Port Louis, Mauritius, 1993.
  • Safford, R. J. (1997): The annual cycle and breeding behaviour of the Mauritius Fody Foudia rubra. Ostrich, 68 (2): S. 58 - 67.
  • Safford, R. J. (1997): Nesting success of the Mauritius Fody Foudia rubra in relation to its use of exotic trees as nest sites. Ibis, 139 (3): S. 555 - 559.

Weblinks[Bearbeiten]