Medinet Madi

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Die Ruinen von Medinet Madi

Medinet Madi ist ein ägyptischer Fundort im südwestlichen Fayum. Während der Regierungszeiten Amenemhets III. und Amenemhets IV. – zwischen 1853–1797 v. Chr. – wurde dort ein Tempel der schlangenartigen Göttin Renenutet errichtet. Das Heiligtum wurde in griechisch-römischer Zeit ausgebaut und bereichert.

Tempelanlage[Bearbeiten]

Der innere Teil der Tempelanlage aus dunklem Sandstein bestand aus einer schmalen, mit Papyrussäulen gegliederten Halle, die zum eigentlichen Heiligtum führte. Dieses umfasste drei Kapellen, die Statuen unterschiedlicher Gottheiten bargen. In der mittleren Kapelle stand eine überlebensgroße Statue der Renenutet, begleitet von Statuen Amenemhets III. und seines Nachfolgers Amenemhet IV. zu ihren Seiten. Die Umbauten ptolemäischer Zeit umfassten einen gepflasterten Prozessionsweg, der durch einen achtsäuligen Kiosk zu einer Säulenhalle mit vorgelagertem Säulenhof führte.

Der in den 1930er Jahren von Archäologen der Universität Mailand ausgegrabene Tempel ist – wohl wegen seiner sehr abgeschiedenen Lage – außergewöhnlich gut erhalten.

Ruinen von Terenouthis[Bearbeiten]

In den Ruinen von Terenouthis, in der Nähe von Medinat Madi, wurden Ende der 1920er Jahre bei einer illegalen Grabung sieben koptisch-manichäische Kodizes gefunden, die heute als manichäische Bibliothek von Medinet Madi bekannt sind.[1]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Bonnet: Medinet Madi, in: Lexikon der ägyptischen Religionsgeschichte, Hamburg 2000 ISBN 3-937872-08-6 S. 445.
  • Rudolf Naumann: Der Tempel des Mittleren Reiches in Medinet Madi. In: Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts Abteilung Kairo. Bd. 8, 1939, S. 185–189.
  • A. Vogliano: Primo (e secondo) rapporto degli scavi condetti della R. Universita di Milano nella zona di Amdinet Maadi 1935–36. Mailand 1936–7.
  • Terry G. Wilfong: Fayum, Graeco-Roman sites. In: Kathryn A. Bard (Hrsg.): Encyclopedia of the Archaeology of Ancient Egypt. Routledge, London 1999, ISBN 0-415-18589-0, S. 311–313.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. James Robinson: The Manichaean Codices of Medinat Madi (Terenouthis). In: XVIIIth International Congress of Byzantine Studies. Moskau 1991, S. 950 f

29.1931230.64213Koordinaten: 29° 11′ 35″ N, 30° 38′ 32″ O