Meilerplatz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist eine alte Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 23. März 2015 um 21:54 Uhr durch B.Thomas95 (Diskussion | Beiträge) (Beispielfoto für einen Meilerplatz). Sie kann sich erheblich von der aktuellen Version unterscheiden.
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Meilerplatz an der Kohlenstraße im Südostharz zwischen Wippra und Grillenberg
Quandel (Kern) eines Meilers auf einem früheren Meilerplatz

Ein Meilerplatz (umgangssprachlich Köhlerplatz, auch Meilerplatte, Köhlerplatte, Köhlerplattform) ist ein Relikt der historischen Köhlerei, das sich vor allem in Wäldern erhalten hat. Es handelt sich dabei um den ehemaligen Standort eines Kohlenmeilers.

Meilerplätze werden in die Unterkategorien Hang-, Ring- und Podestmeilerplatz eingeteilt. Ein Hangmeilerplatz ist zumeist eine runde bis ovale, waagrechte Plattform, die durch Angraben des Hangs und Aufschüttung des abgetragenen Bodenmaterials künstlich durch den Köhler angelegt wurde. Die durchschnittliche Breite beträgt 6 bis 12 Meter. Ein Hangmeilerplatz kann grundsätzlich in Stübbewall, Meilerplatte und Hangabstichkante gegliedert werden. Der Stübbewall besteht im oberen Teil aus Stübbe, jenem holzkohlehaltigen Erdmaterial, mit dem der Meiler früher luftdicht verkleidet war. Beim Ringmeilerplatz fehlt die Hangabstichkante und der Stübbewall umgibt den kompletten Meilerplatz. Ein Podestmeilerplatz besitzt anstatt einer durch Abgraben entstandenen oder auf ebener Erde eingerichteter Meilerplatte ein aufgeschüttetes, seltener gemauertes Podest, das auch wiederum einen Stübbewall tragen kann. Da die Meilerplatte nur einen Teil des Meilerplatzes darstellt ist der Begriff Köhlerplatte missverständlich. Meilerplätze sind anhand ihrer Form, ihrer durch den Holzteer schwarz gefärbten Sedimentauflage und durch umherliegende Kohlestückchen erkennbar. Die meisten gut sichtbaren Meilerplätze in den deutschen Mittelgebirgen stammen aus der Zeit vom 16. bis zum 19. Jahrhundert.

Literatur

  • Hildebrandt, H., B. Heuser-Hildebrandt & M. Stumböck (2001): Bestandsgeschichtliche und kulturlandschaftsgenetische Untersuchungen im Naturwaldreservat Stelzenbach. Forstamt Nassau, Revier Winden. Mainzer Naturwissenschaftliches Archiv, Beiheft 25, Mainz, 83 S.