Meister der Weibermacht

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Macht des Weibes , Kupferstich, Deutschland ca. 1451–1475

Als Meister der Weibermacht wird ein namentlich nicht bekannter Kupferstecher bezeichnet, der um 1450 am Niederrhein tätig war.

Namensgebung[Bearbeiten]

Der Meister der Weibermacht erhielt seinen Notnamen nach einigen seiner Illustrationen der Weibermacht. Diese Stiche stellen das im ausgehenden Mittelalter und in der Renaissance beliebte Motiv der Macht der Frauen dar, auch aus einem Weisen leicht ein Narren machen zu können. Die Weibermacht symbolisiert die „verkehrte Welt“, in der die gesellschaftlich erwünschte Ordnung der Geschlechter auf dem Kopf steht.

Zuerst war nach einem einzelnen Stich mit einer Jahreszahl ein Meister von 1462 benannt, dem dann nachfolgend weitere 20 Stiche mit religiösen und weltlichen Motiven zugeordnet wurden. Nachdem jedoch der namensgebende Stich dieses Meisters als ein Werk des Meisters mit den Bandrollen erkannt wurde, wurden die restlichen Stiche unter dem Notnamen eines Meisters der Weibermacht nach diesen darunter befindlichen Stichen zur Weibermacht weiter geführt.

Zwischenzeitlich wird vermutet, dass diese verbliebene Gruppe von Stichen eventuell von mehreren verschiedenen Künstlern, also nicht nur vom Meister der Weibermacht alleine stammen könnte.

Dem Meister der Weibermacht wird auch der Entwurf einiger Kartenspiele zugeschrieben.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Basel, Öffentliche Kunstsammlung, Kupferstichkabinett
    • Folge zur Passion Christi
  • Berlin, Kupferstichkabinett
    • Gefangennahme Christi
  • Dresden, Kupferstichkabinett
    • Szenen aus Leben und Passion Christi
    • Kartenspiel
    • Kartenspiel
  • München, Staatliche Grafische Sammlung
    • Macht des Weibes
    • Hl. Katharina
  • Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum, Grafische Sammlung
    • Maria lactans
  • Wien, Grafische Sammlung Albertina
    • Christus am Kreuz und drei Engel, um 1451–1475
    • Folge zur Passion Christi

Literatur[Bearbeiten]

  • Max Lehrs: Geschichte und kritischer Katalog des deutschen, niederländischen und französischen Kupferstichs im XV. Jahrhundert, Band 1. Wien 1908
  • Max Geisberg: Das Kupferstich-Kartenspiel der K. und K. Hofbibliothek zu Wien aus der Mitte des XV. Jahrhunderts. Strassburg 1918
  • Max Geisberg: Alte Spielkarten. (Studien zur deutschen Kunstgeschichte, Nachdruck der Ausgaben 1905, 1910, 1918). Baden-Baden 1973
  • Max Lehrs: Beiträge zum Werk der primitiven Kupferstecher. In: Jahrbuch der Preussischen Kunstsammlungen 41 (1920), S. 189-207
  • Max Geisberg: Die Anfänge des Kupferstichs (Meister der Graphik 2). Leipzig 1923
  • F. Rumpf: Beiträge zur Geschichte der frühen Spielkarten. In: Adolph Goldschmidt zu seinem siebenzigsten Geburtstag. Berlin 1935, S. 77-91

Weblinks[Bearbeiten]