Mitläufer

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Alle Nachweise fehlen hier noch. Vielleicht findet sich ja auch ein gutes soziologisches Buch darüber. – Simplicius 13:39, 9. Okt. 2010 (CEST)

Mitläufer sind Personen, die an einer Ideologie, Gruppierung oder Handlung ohne wirkliche Überzeugung und in einer untergeordneten Rolle beteiligt sind. Von Mitläufern wird in der Regel in Zusammenhang mit negativ eingeschätzten Bewegungen oder Handlungen gesprochen.

Begründung für das Auftreten von Mitläufern[Bearbeiten]

Der Begriff des Mitläufers bezieht sich sowohl auf die Motivation als auch die eingenommene Rolle. Ein Mitläufer schließt sich nicht aus innerer Überzeugung einer Gruppe oder Handlung an, sondern folgt einem Gruppenzwang oder sucht die soziale Umgebung. Er nimmt auch keine tragende oder treibende Rolle ein.

Im Gegensatz dazu bezeichnet man jemanden, der aus Überzeugung handelt, als einen Sympathisanten.

Anwendung[Bearbeiten]

Im Verfahren der Entnazifizierung in Westdeutschland nach 1945 war „Mitläufer“ die vierte von fünf Kategorien, nach denen die Angeklagten in Spruchkammerverfahren eingeteilt wurden. Als Mitläufer galten Personen, die sich zwar nicht in nennenswertem Umfang aktiv an den Verbrechen des Nationalsozialismus beteiligt hatten, aber ebenso wenig Widerstand in nennenswertem Umfang geleistet hatten (vgl. "131er"). In Österreich wurden die Mitläufer im Zuge der Entnazifizierung offiziell als „Minderbelastete“ bezeichnet.

Mitläufereffekt[Bearbeiten]

Hauptartikel: Mitläufereffekt

Der Mitläufereffekt (auch Musikwagen-Effekt oder Bandwagon-Effekt, der Mensch möchte dort sein, „wo die Musik spielt“) ist ein Kommunikationseffekt, der beschreibt, dass Menschen ihr Verhalten am von ihnen wahrgenommenen Umfeld ausrichten. Der Effekt wurde von Paul Felix Lazarsfeld in die Wissenschaft eingeführt. Er unterscheidet sich stark vom Netzwerkeffekt, da ein gemeinsamer Nutzen nicht das Ziel ist. Ein Beispiel für den Mitläufereffekt ist der bei Konsumenten zu beobachtende Preiseffekt. Besonders Menschen, die Teil eines Kollektivs sein möchten, richten ihr Verhalten – ggf. unbewusst – nach dem Mitläufereffekt aus. Der Effekt ist daher in Nationen mit kollektivistischer Gesellschaft meist deutlich stärker verbreitet, als in individualistischen Gesellschaften.

Das ergänzende Gegenstück zum Musikwagen-Effekt ist die Schweigespirale, die die Nicht-Mitläufer betrachtet. Die Schweigespirale entsteht auf Grund des Mitläufer-Effektes, denn diejenigen, die eine gegensätzliche Meinung vertreten, beschließen laut Theorie zu schweigen, statt ihre Meinung öffentlich kundzutun.

Eine mögliche Ursache ist der Looking glass effect (Spiegelbildeffekt). Dieser besagt, dass Personen sich durch eine (vermutete) Bewertung anderer entwickeln.