Mooresche Lücke

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Als Mooresche Lücke (engl. Moore's Gap) wird die Lücke der durch das Mooresche Gesetz vorhergesagten Rechenleistung und der in der Realität erreichten Leistung bezeichnet.

Ursachen[Bearbeiten]

Physik[Bearbeiten]

Diese Lücke tritt bei Mehrkernprozessor-Systemen auf und wird primär durch physikalische Faktoren verursacht. Im Vergleich zu einem Einkernprozessor sind bei einem Mehrkernprozessor zusätzliche Pipelines, Cache und Steuerungs- und Verwaltungslogikbausteine erforderlich, die das Gesamtsystem verlangsamen. Auch längere Datenleitungen innerhalb der CPU und die nicht zu vernachlässigende Wärmeentwicklung, welche die maximale Taktfrequenz begrenzt, trägt zur Mooreschen Lücke bei.

Software[Bearbeiten]

Auch eine der Hardware-Entwicklung nachhinkende Software-Entwicklung wird zur Moorschen Lücke hinzugezählt, da die Software die verfügbare Rechenleistung nicht effektiv umsetzen kann.[1] Für die optimale Ausnutzung von Mehrkernprozessor- und Mehrprozessor-Systemen sind hohe Anforderungen an die Software gestellt. In einem Großrechner arbeiten mehrere hundert Prozessoren mit zum Teil mehreren Prozessorkernen, die parallel komplexe Berechnungen durchführen können. Damit die unterschiedlichen Rechenoperationen auf die Prozessoren verteilt werden können, muss dies durch Anwendungssoftware unterstützt werden. Vergleichbar ist dies mit der anfänglich fehlenden 64-Bit- und Multithread-Software für die neusten CPU-Generationen im Heimcomputerbereich.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  .. In: Elektronik. Nr. 23, 2007, ISSN 0013-5658, S. 45.