Nebenwohnung

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Eine Neben- oder Zweitwohnung ist im Melderecht eine privat genutzte Wohnung, die nicht als Hauptwohnung genutzt wird.

Verwandte Begriffe im Steuerrecht sind Hauptwohnsitz und Zweitwohnsitz (in Österreich „Nebenwohnsitz“ genannt).

Deutschland[Bearbeiten]

Im deutschen Melderecht wird zwischen Haupt- und Nebenwohnungen unterschieden. Nutzt ein Einwohner mehrere Wohnungen im Inland, so ist eine dieser Wohnungen die Hauptwohnung. Die Hauptwohnung ist im Allgemeinen die vorwiegend genutzte Wohnung, an der sich der Einwohner den größten Teil des Jahres aufhält. Alle übrigen Wohnungen sind Nebenwohnungen. Eventuelle Eigentumsverhältnisse spielen dabei keine Rolle.

Der Einwohner hat der Meldebehörde mitzuteilen, welche Wohnung seine Hauptwohnung ist. Wohnungen im Ausland bleiben bei der Bestimmung von Haupt- und Nebenwohnung unberücksichtigt, auch wenn sie die objektiven Kriterien einer Hauptwohnung erfüllen würden. Die Details der Meldepflichten, etwa ab welcher Aufenthaltsdauer eine Nebenwohnung gemeldet werden muss, unterscheiden sich in den einzelnen Bundesländern.

Schweiz[Bearbeiten]

Als Zweitwohnung wird in der Schweiz eine zweite Wohnstätte (Wohnung oder Haus) bezeichnet, die von Privatpersonen während des Jahres/der Saison oder Teilen davon genutzt wird. Sie werden jedoch nicht, wie die Ferienwohnungen, an Dritte vermietet. In der Schweiz haben etwa 16 Prozent aller Bewohner eine Zweitwohnung, während in Skandinavien, vor allem in Schweden fast jeder Zweite eine solche besitzt. Zweitwohnungen liegen meist weit weg vom eigenen Wohnort, um Abwechslung, Ruhe, Erlebnis, Sport oder auch Inspiration zu genießen.

Eine Zweitwohnung ist nicht gleichzusetzen mit einem Zweitwohnsitz, für den mancherorts eine Zweitwohnungsteuer erhoben wird.

In der Schweiz ist der Zweitwohnungs-Bau bereits seit Jahren ein Politikum, weil er in der Vergangenheit einen starken Boom, verursacht vor allem auch durch ausländische Nachfrage, aufwies. Im Jahr 2000 gab es im Land rund 420'000 Zweitwohnungen, was 12 Prozent des damaligen Wohnungsbestandes entsprach. Heute wird von einem Bestand von rund 500'000 Zweitwohnungen ausgegangen.[1] Die Entwicklung führte zur Zersiedelung wertvoller Landschaften, obwohl die Wohnungen dann den grössten Teil des Jahres über leer stehen, also unter äusserst ineffizienten Nutzungs-Bedingungen (Stichwort Kalte Betten).

Am 11. März 2012 stimmte die Schweizer Bevölkerung gegen den Willen des Bundesrates und des Parlaments einer Volksinitiative «gegen den uferlosen Bau von Zweitwohnungen» zu, welche den Bestand dieser Wohnungen pro Gemeinde fix auf 20 Prozent begrenzen will.[2] [3]

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellenangaben[Bearbeiten]

  1. Faktenblatt zur Volksinitiative «Schluss mit dem uferlosen Bau von Zweitwohnungen»: Zweitwohnungen in der Schweiz [1]
  2. Volksabstimmung vom 11. März 2012 [2]
  3. Schweizerische Bundeskanzlei, Text und Verlauf der Eidgenössischen Volksinitiative 'Schluss mit uferlosem Bau von Zweitwohnungen!', abgerufen am 24. Mai 2013

Weblinks[Bearbeiten]