Nonnebakken

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Wikingerburg Nonnebakken
Ausschnitt der Georg Braunius Karte von 1593

Ausschnitt der Georg Braunius Karte von 1593

Alternativname(n): Nonnebakken
Entstehungszeit: Späte Wikingerzeit
Burgentyp: Niederungsburg
Erhaltungszustand: geringe Wallreste, überbaut
Bauweise: Palisaden, Tore, Wälle (und Gräben)
Ort: Odense, Stadtteil Nonnebakken
Geographische Lage 55° 23′ 31″ N, 10° 23′ 21″ O55.39194444444410.389166666667Koordinaten: 55° 23′ 31″ N, 10° 23′ 21″ O
Nonnebakken (Dänemark)
Nonnebakken

Nonnebakken war eine ringförmige Burg vom Trelleborgtyp aus der Zeit Sven Gabelbarts. Reste der Wikingerburg wurden bei einer Grabung im Jahre 1988 im Zentrum von Odense gefunden. Obgleich durch die spätere Bautätigkeit in Odense nur sehr wenig erhalten ist, steht doch fest, dass sie wie die anderen fünf Burgen zwischen 980 n. Chr. und 1000 n. Chr. erbaut wurde. In ihrer Größe ähnelte sie in etwa der Anlage von Fyrkat.

Fundgeschichte[Bearbeiten]

Die Reste der Burg wurden unter dem Stadtteil Nonnebakken gefunden und vom Fyns Museum ausgegraben. Die Burg lag südlich des Flusses Odense Å unterhalb des später errichteten Klosters der Benediktinerinnen, das dem Gelände den Namen Nonnebakken (Nonnenhügel) gab. Von dem Hügel aus ließ sich das im Jahr 988 erstmals erwähnte Odense vermutlich gut übersehen. Die Nonnen verließen das Gelände schon zum Ende des 12. Jahrhunderts, um in Dalum weiter südöstlich von Odense, heute ein Vorort, ein neues Kloster zu errichten.

Um 1600 scheint die Wallanlage noch im Gelände erkennbar gewesen zu sein, wie etwa in der Stadtansicht im Städteatlas "Civitates Orbis Terrarum" von Georg Braun und Frans Hogenberg zu erkennen ist. Die Abbildung befindet sich im 5. Band, der in 1598 fertiggestellt wurde (erst um 1612–18 in Köln erschienen?), auf Tafel 30, die vermutlich in 1593 nach Angaben von Heinrich Rantzau oder nach durch ihn veranlassten Skizzen entstand.

Weitere Zerstörungen erlitt die Anlage, als am Ende des 19. Jahrhunderts die Loge der "Odd Fellows" hier baute. An die Anlage erinnert heute nur noch ein Straßenname.

Ausgrabungen und Funde[Bearbeiten]

Obwohl es schon in den Jahren 1775 und 1889 zu Grabungen und Funden auf dem Gelände kam, wurde die Anlage erst im Jahr 1953 in ihrer gesamten Ausdehnung erfasst. Dabei stellte man einen ungefähren Durchmesser von 120 Metern fest. Im Jahr 1988 wurde ein mindestens 4 Meter breiter und 2 Meter tiefer Spitzgraben mit einer maximal 10 bis 12 Meter breiten Berme bei Kabelausschachtungen nachgewiesen. Die Verfüllung ließ sich in die Klosterzeit datieren. Ein 8 Meter breiter und 4 Meter tiefer Spitzgraben wurde in 1992 im Nordosten und Nordwesten im Schnitt ergraben. Bei Notgrabungen im Zuge der Fernwärmeinstallation wurde in den Jahren 1995 und 1997/98 ein mindestens 3 Meter tiefer und 11 Meter breiter Graben erforscht. Dabei wurde ein Spaten aus Eichenholz geborgen. Dieser ließ sich dendrochronologisch in die "Funktionszeit" der Anlage datieren. Bei weiteren Untersuchungen im Jahr 2002 wurden Teile der Klosteranlage erfasst.

Literatur[Bearbeiten]

  • Olaf Olsen: Nonnebakken. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde (RGA). 2. Auflage. Band 21, Walter de Gruyter, Berlin/New York 2002, ISBN 3-11-017272-0, S. 267–269. (online)
  •  John Kronborg Christensen: Vikingetidens langhuse på Trelleborg, Aggersborg, Fyrkat og Nonnebakken. Kunstakademiets Arkitektskole, Kopenhagen 1973 (83 Seiten).
  •  Henrik Thrane: Nonnebakken. Odenses forsvundne vikingeborg. 3. Auflage. Fyens Stiftsmuseum, Odense 1987 (28 Seiten).

Weblinks[Bearbeiten]