Nordkinn

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Nordkinn
Karte mit der Insel Magerøya und den Halbinseln Sværholt und Nordkinn (v.l.n.r.)
Karte mit der Insel Magerøya und den Halbinseln Sværholt und Nordkinn (v.l.n.r.)
Gewässer 1 Laksefjord, Nordpolarmeer
Gewässer 2 Tanafjord

Geographische Lage

70° 54′ 33″ N, 27° 53′ 48″ O70.90914227.896805Koordinaten: 70° 54′ 33″ N, 27° 53′ 48″ O
Nordkinn (Finnmark)
Nordkinn
Kinnarodden - der nördlichste Punkt des europäischen Festlandes auf der norwegischen Nordkinn-Halbinsel
Kinnarodden - der nördlichste Punkt des europäischen Festlandes auf der norwegischen Nordkinn-Halbinsel
Karte der Nordkinn-Halbinsel

Auf der norwegischen Halbinsel Nordkinn (auch Nordkyn) ist das nördliche Ende von Europas Festland zu finden. Die Halbinsel liegt in der Fylke Finnmark zwischen dem Laksefjord im Westen und dem Tanafjord im Osten. Der höchste Punkt der Halbinsel liegt 486 m hoch. Der etwa einen Kilometer breite Isthmus Hopseidet verbindet die Halbinsel mit dem restlichen Festland.

Das Nordkap liegt zwar etwas nördlicher (71° 10′ 21″ nördlicher Breite), ist aber auf der Insel Magerøya gelegen. Der genaue Punkt auf der Nordkinnhalbinsel (norwegisch Nordkinnhalvøya) heißt Kinnarodden (71° 7′ 57″ N, 27° 39′ 26,9″ O71.13249527.657466) und liegt auf 71° 08′ 01″ nördlicher Breite. Um dorthin zu gelangen, muss eine 24 km lange Wanderung unternommen werden, die bei schlechtem Wetter nicht ohne Risiko ist. Bis Herbst 2001 lagen auf dem Weg dorthin zwei alte Wracks von Junkers Ju 88-Flugzeugen, die im Zweiten Weltkrieg in die Schlacht um das Schlachtschiff Scharnhorst involviert waren. Erst im August 1989 wurde die Nordkinnhalbinsel überhaupt an das norwegische Straßennetz angeschlossen.

Auf der Nordkinnhalbinsel gibt es die größeren Ortschaften Kjøllefjord (1.300 Einwohner, Stand 1997), Mehamn (900 Einwohner) und Gamvik (270 Einwohner) sowie Sjånes (230 Einwohner) im Südosten gelegen. Hier verläuft auch die Grenze zwischen den Gemeinden Lebesby und Gamvik. Kjøllefjord und Mehamn sind zwei Stationen der Hurtigrutenschiffe, die zwischen Honningsvåg und Kjøllefjord das Nordkinn umfahren und dort den nördlichsten Punkt erreichen.

Klima und Vegetation[Bearbeiten]

Der wärmste Monat des Jahres ist der August mit einer Durchschnittstemperatur von 9,6 °C. Der Wind bläst oft stark, besonders im Winter. Im Januar wurde an 21 Tagen Wind mit der Windstärke „liten kuling“ (Stärke 5/6) oder mehr gemessen. Die erst 1989 eröffnete „Nordkyn-Straße“ von Bekkarfjord nach Hopseidet, die durch sehr ungastliche Gegenden führt, musste im Jahr 1996 an 238 Tagen geräumt werden.

Die Vegetation wirkt auf den ersten Blick recht karg und dürftig. Doch die Nordkyn-Halbinsel ist mit 350 registrierten Pflanzenarten längst nicht so vegetationsarm, wie man glaubt. Die Vegetation entspricht zu einem großen Teil der des süd-norwegischen Hochgebirges auf Höhen von 1.000 bis 1.500 Metern. Hier kann man also Hochgebirgspflanzen mit Strandpflanzen Seite an Seite antreffen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die ersten Menschen ließen sich bereits vor über 9.000 Jahren auf der Halbinsel nieder. Keiner der heutigen Orte ist jedoch älter als 400 bis 500 Jahre. Landwirtschaft und Fischerei war zu allen Zeiten Lebensgrundlage der Bevölkerung. Ein guter Hafen und der kurze Abstand zu den Fischgründen war besonders wichtig. Der Pomorenhandel, der bis zum Ersten Weltkrieg betrieben wurde, bestand im Großen und Ganzen aus einem regen Tauschhandel mit den Russen, wo Fisch gegen Mehl und andere lebensnotwendige Waren getauscht wurde.

Um 1900 herum betrieb der bekannte Walfänger und Erfinder Svend Foyn eine eigene Walfangstation in Mehamn. Es war die größte Fabrik ihrer Art im Verwaltungsbezirk Finnmark. Sie bestand jedoch nicht allzu lange. Als die Fischer 1903 von einer schlechten Fischsaison betroffen waren, gaben sie die Schuld den Walfängern. Im „Mehamn-Aufruhr“ vom 2. Juni rissen angereiste Fischer die Fabrik nieder und zerstörten sie. In dieser gewaltsamen Schlacht mussten unter anderem Soldaten zur Aufrechterhaltung von Recht und Ordnung eingesetzt werden. Die Fabrik ist nie wieder aufgebaut worden, da der Walbestand ohnehin drastisch gesunken war.

Weblinks[Bearbeiten]