Norrköping-Klasse

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Flagge
Norrköping-Klasse
HMS Norrtälje (T133) als Torpedoschnellboot
HMS Norrtälje (T133) als Torpedoschnellboot
Übersicht
Typ Torpedoschnellboot 1973-83

FK-Schnellboot 1981-2005
Bauwerft

Karlskronavarvet AB

Indienststellung 1971 - 1974
Außerdienststellung 2005
Technische Daten
Verdrängung

220 t

Länge

41,5 m

Breite

7,1 m

Tiefgang

2,4 m

Besatzung

30

Antrieb

Drei Gasturbinen mit insges. 9490 kW

Geschwindigkeit

40 kn

Bewaffnung

1 x 57 mm Bofors 7101
6 x 53 cm Torpedorohre
4 x Lenkflugkörper RBS15

Die Norrköping-Klasse war eine Schnellbootklasse der Schwedischen Marine.

Geschichte[Bearbeiten]

Zwischen 1971 und 1974 wurden zwölf Einheiten von Karlskronavarvet AB in Karlskrona gebaut. Da die Boote auf den Erfahrungen, die mit der Spica-Klasse gemacht wurden, aufbauten, wurden sie auch Spica II genannt. Benannt wurden die Boote nach schwedischen Städten.

Antrieb[Bearbeiten]

Die Boote der Norrköping-Klasse waren mit drei Rolls Royce Proteus Gasturbinen ausgerüstet, die auf drei Schrauben wirkten. Auf Grund technischer Probleme waren selten alle drei Turbinen gleichzeitig im Betrieb, so dass die tatsächliche Höchstgeschwindigkeit auf 40 kn begrenzt war.

Bewaffnung[Bearbeiten]

Anfänglich als reine Torpedoträger entwickelt, wurde, der internationalen Entwicklung im Kriegsschiffbau folgend, geprüft, ob sich die Boote als Träger von Lenkflugkörpern eignen. HMS Piteå diente als Versuchsträger. Nach Abschluss der Versuche wurden die Boote ab 1981 mit dem Lenkflugkörpersystem RBS 15 als Hauptbewaffnung ausgerüstet. Damit änderte sich auch der Buchstabe der Kennung von T (Torpedbåt) zu R (Robotbåt). Die Boote waren nun Flugkörperschnellboote.

Die Boote waren mit einem 57 mm-Geschütz Bofors 7101 mit einer effektiven Reichweite von 8500 m ausgerüstet. Das Geschütz konnte gegen See-, Luft- und Landziele eingesetzt werden.

Umbau zur Ystad-Klasse[Bearbeiten]

Zwischen 1996 und 2000 erhielten sechs Boote ein neues Gefechtsführungssystem. Nach dem ersten umgerüsteten Boot, der HMS Ystad (R142) werden diese Boote Ystad-Klasse genannt.

Durch die Umbaumaßnahmen sollte die Lebenszeit der Boote bis zur vollständigen operationellen Verfügbarkeit der Visby-Klasse 2010 verlängert werden. Aus finanziellen Gründen wurden die Boote früher als geplant außer Dienst gestellt. Die letzten beiden Boote, HMS Norrköping und HMS Ystad, holten am 1. September 2005 letztmals ihre Flagge nieder.

Einheiten[Bearbeiten]

HMS Norrköping (T131/R131)
HMS Nynäshamn (T132/R132)
HMS Norrtälje (T133/R133)
HMS Varberg (T134/R134)
HMS Västerås (T135/R135)
HMS Västervik (T136/R136)
HMS Umeå (T137/R137)
HMS Piteå (T138/R138)
HMS Luleå (T139/R139)
HMS Halmstad (T140/R140)
HMS Strömstad (T141/R141)
HMS Ystad (T142/R142)

Literatur[Bearbeiten]

  •  Gerhard Albrecht et al: Weyers Flottentaschenbuch (verschiedene Jahrgänge). Bernard & Graefe Verlag, Bonn 1994 ff, ISBN 3-7637-4507-6.
  •  Jan-Olof Löfdahl: 35 years of operation with Rolls-Royce marine PROTEUS gas turbines in Swedish Navy fast surface attack ships. American Society of Mechanical Engineers, 1998.