Nullor

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Symbol des Nullors

Als Nullor bezeichnet man in der Theorie der elektrischen Netzwerke ein Zweitor, das aus einem Nullator am Eingang und einem Norator am Ausgang besteht. Die Bezeichnung wurde von H.J. Carlin 1965 geprägt. [1]

Der Nullor ist ein theoretisches Modell für einen idealen Operationsverstärker im linearen Bereich, der sich durch unendliche Verstärkung auszeichnet. Somit besitzt er einen unendlichen Eingangswiderstand und einen verschwindenden Ausgangswiderstand. Zur klassischen Beschreibung als Zweitor existiert nur die Kettenmatrix A, deren Parameter alle null sind:

 \begin{pmatrix} U_e \\ I_e \end{pmatrix}
=
\begin{pmatrix}  0 & 0 \\   0 & 0 \end{pmatrix} 
\cdot
\begin{pmatrix}  U_a \\ I_a \end{pmatrix}

In Schaltungen mit negativer Rückkopplung wird die Ausgangsspannung Ua bzw. der Ausgangsstrom Ia durch den Nullor so bestimmt, dass durch das externe Rückkopplungsnetzwerk die Eingangsspannung Ue bzw. der Eingangsstrom Ie sich zu 0 ergeben.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. H. J. Carlin: Singular network elements, IEEE Trans. Circuit Theory, März 1965, Ausgabe CT-11, Seiten 67–72.