Nyenschanz

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Museumsmodell der Schanze
Karte von Nyenschanz aus dem Jahre 1698, die Haseninsel ist die erste kleine längliche Insel flussabwärts

Nyenschanz (schwedisch Nyenskans; russisch Ниеншанц, Nijenschánz) war eine schwedische Festung im Ingermanland im heutigen Russland. Sie wurde 1611 erbaut und lag an der unteren Newa an der Mündung des Nebenflusses Ochta, im heutigen Sankt Petersburger Stadtteil Malaja Ochta, Rajon Krasnogwardeiski.

Nachdem sie bereits 1656, im Zweiten Nordischen Krieg, durch Pjotr Potjomkin erobert wurde, gelangte sie 1703, im Großen Nordischen Krieg, endgültig in russische Hände. Zar Peter I. ließ die Stadt Nyen und die Schanze nach der Eroberung am 1. Mai niederbrennen. Die Festung wurde unter der Aufsicht des zum Kommandanten ernannten Carl Ewald von Rönne komplett geschleift. Nur zwei Wochen nach der Eroberung wurde auf der Haseninsel im Newa-Delta mit dem Bau der Peter-Paul-Festung begonnen. Aber erst mit dem Sieg in der entscheidenden Schlacht bei Poltawa 1709 konnte Peter I. sicher sein, die eroberten Gebiete halten zu können. 1710 nahm er Estland und Livland ein. Im Frieden von Nystad 1721 wurde der Nordische Krieg beendet, Schweden trat an Russland das Ingermanland, Karelien bis Wyborg, Estland und Livland ab. Damit war das Gebiet um St. Petersburg weiträumig abgesichert. Heute sind keine oberirdischen Bauten mehr erhalten. Lediglich die Fundamente erinnern noch an die Festung.

Literatur[Bearbeiten]

  • Boris Piotrowski u. a.: Sankt-Peterburg, Petrograd, Leningrad: enziklopeditscheski sprawotschnik. Bolschaja rossijskaja enziklopedija, Moskau 1992. ISBN 5-85270-037-1 (russisch)

Weblinks[Bearbeiten]

59.94416278083330.406959891944Koordinaten: 59° 56′ 39″ N, 30° 24′ 25″ O