Oligomer

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Ein Oligomer (von griechisch ὀλίγοι oligoi ‚Wenige‘ und μέρος méros ‚Teil‘) ist ein Molekül, das aus mehreren strukturell gleichen oder ähnlichen Einheiten aufgebaut ist. Bei einer größeren Anzahl von Einheiten spricht man von einem Polymer. Das Unterscheidungskriterium nach IUPAC ist, ob eine kleine Änderung der Zahl der Einheiten schon eine deutliche Änderung der Eigenschaften bewirkt.

Eine einzelne Einheit heißt Monomer. Ein Oligomer mit zwei, drei, vier … Einheiten heißt Dimer, Trimer, Tetramer usw. (siehe griechische Zahlwörter).

Sind alle Untereinheiten identisch, spricht man von einem Homomer, bei verschiedenen von einem Heteromer.

Oligomere treten unter anderem im Verlauf der Polymerisation auf (siehe z. B. Harnstoffharz) oder umgekehrt bei der Spaltung von Polymeren (siehe z. B. Verdauungsenzym).

Sprachgebrauch in der Biochemie[Bearbeiten]

Typischerweise sind die Einheiten eines Oligomers kovalent verbunden. Ausnahmen finden sich in der Biochemie. Dort versteht man unter einem „oligomeren Protein“ nicht etwa eines aus nur wenigen Aminosäureeinheiten, das wäre ein Oligopeptid, sondern einen Proteinkomplex, siehe Quartärstruktur. So ist Hämoglobin ein (heteromeres) Tetramer. Eine Kollagenfaser ein (homomeres) Trimer.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Oligomer – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen