Osteiner Hof

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Osteiner Hof
Der Osteiner Hof bei Nacht, davor der beleuchtete Fastnachtsbrunnen

Der Osteiner Hof in Mainz wurde zwischen 1747 und 1752 [1] von Johann Valentin Thoman (1695–1777) für den Kurmainzer Oberamtmann Franz Wolfgang Damian von Ostein als Familienhof errichtet. Er war der Bruder des regierenden Mainzer Kurfürsten Johann Friedrich Karl von Ostein (1689–1763).

Das Palais war der repräsentativ-monumentale Abschluss des damaligen Thiermarktes, (der heutige Schillerplatz), gesäumt von barocken Adelspalästen.

Wappen auf dem Mittelrisalit: Palais Ostein

Auffallend nehmen sich die drei vorspringenden Wölbungen (Risalite) in der Mitte der Fassade und an den Seiten des dreiflügeligen Profanbaus aus. Den Mittelrisalit wölben Toreinfahrt und längsovaler Festsaal nach außen. Die Giebelaufsätze über den Risaliten tragen Puttenfiguren und in der Mitte je eine Wappenkartusche, die von einem Kurhut bekrönt wird, ein Hinweis auf die herausragende Stellung des Bruders. Das Wappen ist geviert und zeigt den Osteiner Windhund sowie das Mainzer Rad. Rokokokartuschen über den Fensterrahmen, wie die Symbole für die Elemente Erde, Luft und Wasser sowie Diana und Mars über den Balkontüren, dekorieren ebenso das Gebäude wie die an den beiden Seitenwänden der Einfahrt zierenden Reliefs mit Musikinstrumenten.

Lange besaß die Familie der Reichsgrafen von Ostein diesen Adelshof nicht. Die Franzosen besetzten im Verlauf der Französischen Revolution das gesamte linksrheinische Gebiet und machten Mainz zur Hauptstadt des Département Donnersberg mit dem Präfekt Jeanbon St. André. Klerus und Adel wurden enteignet und flohen. Der Osteiner Hof ging in öffentliches Eigentum über.

Detail Palais Ostein: Südlicher Eckerker

Aus der Zeit von 1854 bis 1859, als der spätere Kaiser Wilhelm I. Gouverneur in Mainz war, hat sich unter den Mainzern das Synonym "Gouvernement" für den Osteiner Hof erhalten. Bei Beginn des deutsch-französischen Krieges war das Gouvernement Hauptquartier des Prinzen Friedrich Karl Nikolaus von Preußen. 1914 wurde vom Mittelbalkon aus der Mainzer Bevölkerung der Ausbruch des Ersten Weltkriegs (1914–1918) durch General Hugo von Kathen bekanntgegeben.

Im Zweiten Weltkrieg brannte auch dieses Gebäude völlig aus, wurde aber auf Betreiben der Besatzungsmacht Frankreich bereits 1947/48 wiederhergestellt.

Bis 31. März 2014 dient es noch als Standortkommandantur der Bundeswehr sowie alljährlich der Verkündung der 5. Jahreszeit, die jeden 11. November um 11:11 Uhr vom Balkon ausgerufen wird. Der Hof steht im Eigentum der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben.

Eingangsbereich Osteiner Hof

Am südlichen Eingang steht der Fischweiberbrunnen. Die Brunnenplastik wurde von Elsa Montag geschaffen, 1943 von der Stadt Mainz gekauft und 1950 neben der Gaustraße aufgestellt.


Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Osteiner Hof – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Christiane Reves: Bausteine zur Mainzer Stadtgeschichte: Mainzer Kolloquium 2000. Franz Steiner Verlag, Band 55 2002, ISBN 978-3-515-08176-4.

49.99758.2683333333333Koordinaten: 49° 59′ 51″ N, 8° 16′ 6″ O