Pantheon (Tiflis)

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Das Pantheon in Tiflis (georgisch მთაწმინდის პანთეონი, Mtazminda-Pantheon) ist ein Friedhof am Berg Mtazminda. Er ist eine offizielle Begräbnisstätte bekannter Dichter und Staatsmänner Georgiens.

Geschichte[Bearbeiten]

St.-Davids-Kirche auf dem Pantheon in Tiflis

Der Friedhof liegt an einem steilen Abhang nahe der St.-Davids-Kirche (georgisch Mama Davidi). Die Kuppelkirche wurde zwischen 1855 und 1859 an der Stelle einer alten Kapelle errichtet, die der als christlicher Missionar Georgiens verehrte Heilige David im 6. Jahrhundert errichtet haben soll. Unterhalb der Kirche liegt eine Grotte, in der der russische Diplomat und Dichter Alexander Gribojedow 1832 bestattet wurde. Seine georgische Frau ließ auf der Grabstelle die Bronzestatue einer weinenden Frau errichten. Die vom italienischen Bildhauer Campioni gestaltete Grotte wurde zu einem Wallfahrtsort russischer Schriftsteller.

Die Begräbnisse der Dichter Ilia Tschawtschawadse 1907 und Akaki Zereteli 1915 begründeten die Tradition, bedeutende Persönlichkeiten Georgiens am Berg Mtazminda zur letzten Ruhe zu betten. Beide waren Leitfiguren der georgischen Nationalbewegung. Der Friedhof ist seither ein nationales Kultursymbol und wird von der Stadt Tiflis verwaltet. Der Lyriker Galaktion Tabidse besang ihn im Gedicht Der Mond von Mtazminda.

1929 wurden die Kirche und der Friedhof zum 100. Todestag Gribojedows zum Pantheon umgestaltet. Der Staat bestimmt seither, wer für ein Begräbnis geeignet ist. Neben Dichtern und Denkern wurden bald auch Angehörige der georgischen Nomenklatura als Helden der Revolution bestattet. Nach 1990 wurden verschiedene Parteifunktionäre als "falsche Helden" exhumiert und aus dem Pantheon entfernt. Dissidenten und Opfer der Sowjetära wurden rehabilitiert und an ihrer Stelle auf dem Pantheon begraben.

Bis 2000 war der Friedhof mit einer Standseilbahn von der Tschonkadse Kutscha (dt. Tschonkadsestraße) erreichbar.

Grabstellen[Bearbeiten]

Pantheon am Berg Mtazminda in Tiflis, 1905 (rechts der Seilbahn, an der Kirche)

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Thea Kvastiani, Vadim Spolanski, Andreas Sternfeld: Georgien entdecken. Unterwegs zwischen Kaukasus und Schwarzem Meer. Trescher Verlag, Berlin 2000, ISBN 3-928409-85-9
  • Ulrich Bock: Georgien und Armenien. DuMont Reise Verlag, Köln 1988, ISBN 3-7701-1464-7

Weblinks[Bearbeiten]

41.69583333333344.788888888889Koordinaten: 41° 41′ 45″ N, 44° 47′ 20″ O