Persistenz (Chemie)

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Als Persistenz bezeichnet man in der Biologie und Umweltchemie die Beständigkeit von – meist organischen[1]chemischen Verbindungen gegenüber chemisch-physikalischem und biologischem Abbau.[2] Dies ist eine Stoffeigenschaft von Verbindungen, die damit unverändert durch physikalische, chemische oder biologische Prozesse über lange Zeiträume in der Umwelt verbleiben. Einerseits ist die Persistenz als Stabilität oder Haltbarkeit erwünscht, andererseits ökologisch unerwünscht[2].

Die große Stabilität mancher Stoffe führt bei weiterem Eintrag in die Umwelt zu Anreicherungen, die nach Aufnahme durch Organismen zu erheblichen Schadwirkungen führen können. Stoffe von hoher Persistenz sind zum Beispiel viele organische Chlorverbindungen, etwa DDT, die beispielsweise als Schädlingsbekämpfungsmittel angewendet werden. Bei persistenten Stoffen, die auch einen lipophilen Charakter haben, kann es zu Anreicherungen in der Nahrungskette kommen (Biomagnifikation).

Ist ein Stoff zwar in der Umwelt hinreichend schnell abbaubar, wird aber durch Neueintrag immer wieder nachgeliefert, so spricht man von Pseudopersistenz[3][4].

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wissenschaft-Online-Lexika: Eintrag zu „Persistenz“ im Lexikon der Biologie. Abgerufen am 7. September 2013.
  2. a b Persistenz. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 6. September 2013.
  3. Michael Angrick, Klaus Kümmerer, Lothar Meinzer: Nachhaltige Chemie. Erfahrungen und Perspektiven. Metropolis, Marburg 2006, ISBN 978-3-89518-565-6; Abstract.
  4. Christian G. Daughton: “Emerging” Chemicals as Pollutants in the Environment: a 21st Century Perspective (PDF; 6 MB). Renewable Resources Journal, Winter 2005, S. 13.