Pfeffer-Röhrling

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Pfeffer-Röhrling
2012-08-05 Chalciporus piperatus (Bull.) Bataille 265048.jpg

Pfeffer-Röhrling (Chalciporus piperatus)

Systematik
Unterklasse: Agaricomycetidae
Ordnung: Dickröhrlingsartige (Boletales)
Unterordnung: Boletineae
Familie: Dickröhrlingsverwandte (Boletaceae)
Gattung: Zwergröhrlinge (Chalciporus)
Art: Pfeffer-Röhrling
Wissenschaftlicher Name
Chalciporus piperatus
(Bull. : Fr.) Bataille

Der Pfeffer-Röhrling oder Pfeffrige Zwergröhrling (Chalciporus piperatus, Syn. Boletus piperatus) ist eine Pilzart aus der Familie der Dickröhrlingsverwandten (Boletales). Der gelb-braune Pilz ist in Nadelwäldern häufig zu finden und gilt als mäßiger Speisepilz.

Merkmale[Bearbeiten]

Röhren und Stiel des Pfeffer-Röhrlings
Sporen des Pfeffer-Röhrlings unter dem Lichtmikroskop
Illustration aus James Sowerbys „Coloured Figures of English Fungi or Mushrooms“

Makroskopische Merkmale[Bearbeiten]

Die glänzende und oft rissige Huthaut wird bei Regen leicht klebrig und schleimig. Der halbkugelige oder polsterförmige Hut misst 2–11, in Ausnahmefällen bis zu 11 cm. Er hat eine zimt- oder orange-brauner Farbe. Die ebenfalls orange-braunen Röhren sind am Stiel angewachsen und laufen manchmal leicht daran herab. Die eckigen Röhrenmündungen bzw. Poren werden zum Hutrand kleiner und gedrängter; sie sind dunkler als der Hut. Das Sporenpulver ist gelblich-braun. Der Stiel des Pfeffer-Röhrlings ist 3–6 cm lang und 5 mm dick, glatt, voll und nicht selten gekrümmt. Er hat die Farbe des Hutes, die Basis ist jedoch zitronengelb, das stark entwickelte Mycel ist gelb. Der Pilz hat dünnes, weiches Fleisch. Im Hut ist es weinrot, im Stiel hingegen zitronengelb. Es riecht angenehm, schmeckt aber sehr scharf und erinnert an Pfeffer. Auf Kaliumhydroxid reagieren die Poren und der Stiel mit einer tiefbraunen Färbung.[1][2][3]

Mikroskopische Merkmale[Bearbeiten]

Die spindelförmigen Sporen sind 8–11 × 3–4 Mikrometer groß.

Artabgrenzung[Bearbeiten]

Der Pfeffer-Röhrling ist in erster Linie mit dem essbaren Kuh-Röhrling (Suillus bovinus) zu verwechseln; letzterer ist jedoch größer und gelber, zudem fehlt ihm der starke scharfe Geschmack. Der Rostrote Lärchen-Röhrling (Suillus tridentinus), der dem Pfeffer-Röhrling ebenfalls ähnelt, kommt ausschließlich unter Lärchen vor und hat einen beringten Stiel.[3][2]

Ökologie, Phänologie und Verbreitung[Bearbeiten]

Der Pfeffer-Röhrling wächst von Juli bis Oktober im Nadelwald und selten im Laubwald, bevorzugt auf saueren und kalkhaltigen Böden.[1][3] Die Art ist in Europa und Nordamerika verbreitet; er wurde aber auch schon in Tasmanien gefunden, wo er unter der Tasmanischen Scheinbuche (Nothofagus cunninghamii) wuchs. Auch in Australien und Südamerika kommt er mittlerweile in Nadelholzplantagen vor.[4]

Systematik[Bearbeiten]

Die Einordnung des Pfeffer-Röhrlings in die Gattung Chalciporus ist umstritten. Wie auch bei den Gattungen Suillus und Xerocomus vertreten einige Mykologen die Ansicht, diese würden besser alle unter der Gattung Boletus zusammengefasst.[5]

Auch innerhalb der Gattung sehen manche Forscher einige Arten lediglich als Unterarten des Pfeffer-Röhrlings. Dem wird allerdings dagegengehalten, dass die für den scharfen Geschmack verantwortlichen Substanzen nur bei C. piperatus gefunden wurden.[6]

Für den Pfeffer-Röhrling wurden folgende Varietäten beschrieben:[7]

  • Chalciporus piperatus var. amarellus (Quél.) Pilát & Dermek 1974
  • Chalciporus piperatus var. hypochryseus (Šutara) Klofac & Krisai 2006

Bedeutung[Bearbeiten]

Der scharfe Geschmack des Pfeffer-Röhrlings verliert sich weitgehend beim Trocknen oder Garen der Fruchtkörper.[3][1] Für die Schärfe sorgen die Alkaloide Chalciporon (C16H21NO), Chalciporonypropinat, Isochalciporon und Dehydrochalciporon, die der Gattung Chalciporus ihren Namen geben.[6]

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c  Hans E. Laux: Eßbare Pilze und ihre giftigen Doppelgänger. Franckh’sche Verlagshandlung, Stuttgart 1985, ISBN 3440102408, S. 21.
  2. a b Chalciporus piperatus - Pfefferröhrling. In: Pilzlexikon.eu. Abgerufen am 17. Juli 2012.
  3. a b c d Frank Moser: Pfefferröhrling. In: Natur-Lexikon.com. Abgerufen am 17. Juli 2012.
  4.  Susan Isaac: Aspects of tropical mycology: symposium of the British Mycological Society held at the University of Liverpool. Cambridge University Press, 1993, ISBN 0-521-45050-0, S. 183.
  5. Rudi Winkler: Kurzsporröhrling, Chalciporus. In: pilze.ch. 2011, abgerufen am 17. Juli 2012.
  6. a b  Jens C. Frisvad, Paul D. Bridge, Dilip K. Arora: Chemical fungal taxonomy. CRC Press, 1998, ISBN 978-0824700690, S. 289 (424 Seiten).
  7. Chalciporus. In: Index Fungorum. Abgerufen am 17. Juli 2012.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Chalciporus piperatus – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
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