Phragmokon

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Längsschnitt der Schale eines Perlbootes mit gekammertem Phragmokon (links) und großer Wohnkammer (rechts)
Schema eines Perlbootes: Das Tier lebt in der Wohnkammer (unten), die Kammern des Phragmokon (oben) sind gasgefüllt

Der Phragmokon (Endbetonung, „gekammerter Kegel“) ist der gekammerte Bereich der Schale der Kopffüßer.

Die gewundene äußere Schale ursprünglicher Kopffüßer, so der Perlboote (Nautiloidea) und der ausgestorbenen Ammoniten, besteht aus einer Wohnkammer, in welcher das Tier lebt, und dem gekammerten Phragmokon.

Der Phragmokon ist durch Kammerscheidewände (Septen) in kleinere Kammern unterteilt. Bei den Perlbooten sind diese Kammern von einem langen Fortsatz, dem Siphunculus (Sipho) durchzogen, gasgefüllt und dienen der Regulation des Auftriebs, während ihre Funktion bei den nicht nahe verwandten Ammoniten nicht geklärt ist. Die Schalen der Ammoniten waren dickwandiger als diejenigen der Perlboote, so dass sie durch Luftfüllung nicht hätten schweben können.

Bei den fossilen Belemniten bildet der gekammerte Phragmokon den mittleren Teil des gestreckten Innenskeletts und liegt zwischen dem als reduzierte Wohnkammer interpretierten, zungen- bis stabförmigen Proostrakum und dem massiven Rostrum (Donnerkeil).

Auch die innere Schale des Posthörnchens (Spirula spirula) ist gekammert, ebenso gibt es eine Kammerung bei den Schulpen der Sepien.

Literatur[Bearbeiten]

  • Siegfried Rein: Zur Biologie der Ceratiten der Spinosus-Zone - Ergebnisse einer Populationsanalyse. Teil III: Schlussfolgerungen zur biologischen Organisation und Lebensweise des Ceratitentieres. Veröffentlichungen Naturkundemuseum Erfurt 24, 2005. S. 13-34, 18 Abb. Online bei Trias-Verein.