Röntgenpass

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Ein Röntgenpass ist ein Dokument, in das der untersuchende Arzt oder Zahnarzt Informationen zu den Röntgenuntersuchungen des Patienten einträgt, die an ihm durchgeführt werden. Dadurch sollen unnötige Wiederholungsuntersuchungen vermieden und Vergleichsmöglichkeiten mit vorherigen Aufnahmen geschaffen werden.

Deutschland[Bearbeiten]

In Deutschland schreibt die Röntgenverordnung (RöV) seit 2002 im §28 vor, dass der behandelnde Arzt bei Röntgenuntersuchungen Röntgenpässe bereitzuhalten und der untersuchten Person anzubieten hat. Der Patient hat das Recht, bei einer Röntgenuntersuchung einen Röntgenpass zu verlangen; legt er bei einer Untersuchung den Pass vor oder wird ein Pass ausgestellt, sind oben genannte Informationen einzutragen.

Röntgenpässe sind in ärztlichen Praxen oder Institutionen, in denen Röntgenuntersuchungen durchgeführt werden, und beim Bundesamt für Strahlenschutz kostenlos zu erhalten, und enthalten Informationen zu Patientendaten wie Name, Geburtsdatum und Wohnort. Die regierungsamtliche Richtlinie[1] schreibt vor, dass der Röntgenpass aus reißfestem Papier bestehen und das Format 10,5 x 21,7 cm (2-fach faltbar) haben soll. Die Verwendung von anderen Dokumentformaten durch Patienten ist nicht verboten; es gibt mittlerweile auch Apps für Smartphones zum gleichen Zweck. Strahlenanwendende Ärzte müssen sich jedoch an die Richtlinie halten.

Bei jeder Untersuchung trägt die Arztpraxis oder Krankenhausabteilung, welche die Untersuchung durchführt, das Datum und die untersuchte Körperregion ein und bestätigt dies mit Stempel und Unterschrift. Die Strahlendosis wird, wie auch Angaben, die auf die Dosis schließen lassen könnten, nicht vermerkt. Der Pass verbleibt beim Patienten. Strahlentherapeutische Maßnahmen werden im Röntgenpass nicht vermerkt; bildgebende Untersuchungen ohne ionisierende Strahlung wie Sonografien und Kernspintomographien ebenfalls nicht.

Röntgenaufnahmen dienen der Diagnose von Gesundheitsstörungen, durch die Strahlung können aber auch Schäden entstehen. Die Dokumentation aller Röntgenuntersuchungen soll unnötige Untersuchungen vermeiden helfen. Ein Arzt kann sich über bereits vorliegende Aufnahmen informieren und die individuelle Strahlenbelastung auf das unumgänglich Erforderliche beschränken, wie es das Minimierungsgebot des Strahlenschutzes erfordert.

Österreich[Bearbeiten]

In Österreich gibt es Röntgenpässe bisher nur auf freiwilliger Basis[2]

Europäische Union[Bearbeiten]

Die Europäische Union hat gegenwärtig (2013) keine Richtlinien über Röntgenpässe erlassen.

Schweiz[Bearbeiten]

In der Schweiz wird der Röntgenpass seit 1998[3] von der Schweizerischen Patienten-Organisation (SPO) angeboten. Er ist auch in diesem Land nicht gesetzlich vorgeschrieben.

USA[Bearbeiten]

In den USA empfiehlt die Food and Drug Administration (FDA) der Bevölkerung, auf freiwilliger Basis ein persönliches Dokument über die erhaltenen Röntgenuntersuchungen zu führen[4] und bietet eine Vorlage für eine x-ray record card zum Download an. Gesetzliche Regelungen existieren dazu nicht.

Verwandte Dokumente[Bearbeiten]

Ein Strahlenpass wird nicht Patienten ausgestellt, sondern beruflich strahlenexponierten Personen, die in fremden Anlagen tätig werden.

Quellen und Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Richtlinie zu Arbeitsanweisungen und Aufzeichnungspflichten nach den §§ 18, 27, 28 und 36 der Röntgenverordnung und Bekanntmachung zum Röntgenpass, 2006 (PDF; 216 kB)
  2. Röntgenpass – eine Farce? OERG News 2/2011
  3. Unnötige Röntgenaufnahmen vermeiden: Neuer Röntgenpass. BAG, 10. September 1998
  4. Reducing Radiation from Medical X-rays. (PDF; 266 kB) FDA Consumer Health Information, Februar 2009

Weblinks[Bearbeiten]