R-Wert

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der r-Wert (auch senkrechte Anisotropie) stellt in der Werkstofftechnik ein dimensionsloses Maß für die Anisotropie von plastischen Verformungen in Blechproben dar. Der r-Wert kann im einachsigen Zugversuch nach DIN ISO 10113 ermittelt werden.

Berechnung[Bearbeiten]

Berechnet wird der mittlere r-Wert über folgende Gleichungen:

 r   = \frac {\ln(b/b_0)} {\ln(s/s_0)}
 r_m = \frac {r_0 + 2r_\text{45deg} + r_\text{90deg}} {4}
  • r-Werte > 1: Breitenrichtung ist Hauptfließrichtung
  • r-Wert = 1: Isotropie des Werkstoffes

Typische r-Werte für Stähle liegen im Bereich von ca. 0,8 bis 2,2.

Die Isotropie von Blechen ist wichtig für das Verhalten beim Tiefziehen, etwa bei der Herstellung von Getränkedosen oder Pkw-Karosserieteilen.

Die Verteilung der r-Werte über die Blechebene („Zipfeligkeit“) wird durch die ebene Anisotropie dargestellt:

 r_\text{eben}= \frac {r_0 - 2r_\text{45deg} + r_\text{90deg}} {2}.