Radiological Society of North America

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Die Radiological Society of North America (RSNA) wurde 1915 gegründet, um die höchsten Standards der Radiologie und verwandter Wissenschaften in Lehre und Forschung voranzubringen und zu entwickeln. 48.000 Röntgenologen, Mitarbeiter in den Röntgenabteilungen, Techniker und Industrievertreter sind zurzeit Mitglieder der RSNA (Stand 2012).

Die RSNA veröffentlicht die Zeitschriften Radiology und RadioGraphics. Seit 1919 verleiht sie jährlich bis zu drei Goldmedaillen an Personen, die sich um die radiologische Wissenschaft verdient gemacht haben.

Nach der Organisation, die der Veranstalter ist, wird auch der "RSNA", der jährliche, weltgrösste und wichtigste Radiologenkongress in Chicago benannt. Dieser findet immer in der Woche nach Thanksgiving, also vom letzten Novemberwochenende an, statt

Sitz der RSNA ist in Oak Brook, Illinois. Chairman 2011-2012 ist N. Reed Dunnick.

Geschichte[Bearbeiten]

Bereits 1900 gründete sich die American Roentgen Ray Society (ARRS) mit dem Ziel der Förderung und Entwicklung der Radiologie. Noch im gleichen Jahr trafen sich 150 Mitglieder aus der Physik, Forschung, Entwicklung und Industrie in New York, um wissenschaftliche Erkenntnisse auszutauschen und Röntgengeräte vorzustellen. Die jährlichen Kongresse der schnell wachsenden Gesellschaft fanden allerdings lediglich an der Ostküste der Vereinigten Staaten statt, sodass sich Mitglieder aus dem Mittleren Westen der USA übergangen fühlten.

Somit diskutierten 1915 viele Mitglieder über die Neugründung einer radiologischen Gesellschaft mit zentralem Tagungsort. Unter dem Namen Western Roentgen Society gründeten 62 Radiologen noch im gleichen Jahr eine neue Fachgesellschaft und hielten ihr erstes Treffen in Chicago ab. Der Anklang dieser Neugründung zeigte sich bereits während des darauf folgenden Kongresses in St. Louis 1916, als 40 neue Mitglieder in zwei Tagen gewonnen werden konnten. 1919 hatte die Western Roentgen Society bereits über 500 Mitglieder, gab das erste radiologische Fachmagazin heraus und organisierte die erste jährliche Industrieausstellung mit 19 Ausstellern. Eine Vielzahl der Mitglieder kam mittlerweile nicht mehr nur aus dem Mittleren Westen, sondern auch von der Ostküste der USA und aus Kanada. Der Erfolg der Fachgesellschaft verdeutlichte somit, dass die Bezeichnung als Western Roentgen Society nicht mehr zutraf und man entschied die Umbenennung in Radiological Society of North America (RSNA).

Bis 1929 entwickelte sich die RSNA zu einem der wichtigsten Foren für den Austausch von wissenschaftlichen Erkenntnissen auf dem Gebiet der Radiologie in Amerika.

Das Einsetzen der Große Depression sorgte allerdings auch bei den Radiologen für finanzielle Engpässe und beendete beinahe die Arbeit der RSNA. Nur durch Rationalisierung der eigenen Mittel und finanzielle Absprachen mit anderen radiologischen Gesellschaften bei der Projektförderung konnte die, bis dato schwerste Krise, überwunden werden.

Der Zweite Weltkrieg sorgte wieder für Aufschwung, zeigte sich doch gerade hier, wie wichtig bildgebende Diagnostik für die Behandlung verwundeter Soldaten ist. Im Zuge dessen kam es zu bedeutenden technologischen Weiterentwicklungen, die schließlich auch im zivilen Bereich etabliert wurden. Auch die Bedeutung der RSNA wuchs dank dieser Entwicklungen, sodass in den 1950er Jahren erstmals Radiologen aus dem Südwesten der USA und aus Mexiko als Mitglieder gewonnen werden konnten. Die steigenden Mitgliederzahlen stellten die radiologische Fachgesellschaft allerdings vor neue Herausforderungen, da die bisherigen Tagungsorte keinen ausreichend Platz mehr boten, um alle Kongressteilnehmer zu empfangen. Mit über 4000 Mitgliedern zog man daher 1972 in das Palmer House in Chicago um, das als Einziges eine ordentliche und preisgünstige Ausstellungsfläche für die jährlichen Kongresse bieten konnte. Die RSNA sollte nie wieder in eine andere Stadt umziehen.

Mit 11500 Teilnehmern aus allen Teilen der Erde, 183 wissenschaftlichen Präsentationen, 72 Vorträgen, acht wissenschaftlichen Ausstellungen und einer Industrieausstellung auf einer Fläche von 4000 m², wurde der Kongress 1974 zur größten medizinischen Fachtagung der Welt. Zu dieser Zeit begann die RSNA auch mit dem Aufbau einer eigenen Bibliothek für Weiterbildungszwecke, die jährlich durch die Ergebnisse der Kongresse erweitert wurde.

Mit dieser Veranstaltung der Superlative war auch das Palmer House bald überfordert und die Verantwortlichen der RSNA beschlossen den Umzug zum McCormick Place Chicago, wo der Kongress im November 1975 mit 12192 Besuchern zum ersten Mal stattfand und bis heute immer noch stattfindet. Bis 1988 sollte die Teilnehmerzahl auf über 40000 steigen, womit sich der RSNA-Kongress deutlich von anderen medizinischen Tagungen und Industrieausstellungen abhebt. Im Jahre 1993 vertiefte die RSNA mit der Eröffnung eines eigenen Lern- und Weiterbildungszentrums und der Gründung des Office of Research Development (ORD) die Bemühungen, Radiologen und Wissenschaftler bei Forschung und Entwicklung zu unterstützen. Auch die Erfindung des Internets eröffnete der RSNA neue Möglichkeiten beim Informationsaustausch und der weltweiten Kommunikation mit anderen Radiologen. Während des Kongresses 1994 stellt man die erste eigene Homepage vor und ermöglichte es Besuchern, Bilder vom Nordflügel des McCormick Place via Internat in den Südflügel zu schicken. Zudem werden seit 1997 alle Kongressergebnisse ins Internet gestellt, sodass Radiologen auf der ganzen Welt Zugriff darauf haben. 1996 wurde die Marke von über 61000 Kongressbesuchern erreicht. Die Veranstaltung ist somit auch zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor für Chicago geworden und spült jährlich über 100 Mio. US-Dollar in die städtische Wirtschaft.

Mit der Einweihung des neuen 9400 m² großen Hauptsitzes in Oak Brook (Illinois) im Jahre 1998, das später um ein Konferenzzentrum für Workshops erweitert wurde und der Einrichtung der Research & Education Foundation zur Förderung von Aus- und Weiterbildung, unterstrich die RSNA zu Beginn des neuen Jahrtausends ihre Bemühungen, das eigene Bildungsangebot stets zu erweitern. Im Jahr 2007 hatte die Radiological Society of North America 62501 Mitglieder, wobei 8792 von ihnen nicht aus den Vereinigten Staaten oder Kanada stammten. Während des RSNA-Kongresses im McCormick Place Chicago wurden über 230 Refresher-Kurse und 120 Multisessions angeboten, sowie über 1800 wissenschaftliche Präsentationen vorgestellt und auf der begleitenden Industrieausstellung präsentierten 757 Aussteller ihre Neuentwicklungen auf fast 50000 m² Ausstellungsfläche.

Weblinks[Bearbeiten]