Rassetaube

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Rassetauben verschiedener Rassegruppen
Roter Carneau-Täuber als Vertreter der Formentauben
Blaue Nürnberger Bagdette als Vertreter der Warzentauben
Deutsche Modeneser in Silber als Vertreter der Huhntauben
Schlesischer Kröpfer in Blau mit Binden als Vertreter der Kropftauben
Luzerner Goldkragen als Vertreter der Schweizer Farbentauben
Altenburger Trommeltaube als Vertreter der Trommeltauben
Schwarze Indische Pfautaube als Vertreter der Strukturtauben
Barbarisi-Mövchen als Vertreter der Mövchen
Dunfarbene Temeschburger Schecke als Vertreter der Tümmler

Rassetauben, Schönheits- oder Ausstellungstauben, sind Haustauben, die nach einem festgelegten Rassestandard gezüchtet und nach vom Menschen festgelegten Schönheits- oder Leistungsmerkmalen selektiert werden. Weltweit existieren vermutlich mehr als 800 Rassen der Haustaube. Berücksichtigte man weltweit alle regionalen Schläge könnte man bis zu 1100 Rassen zählen.[1] Allein die Liste der Taubenrassen des Europäischen Verbandes für Geflügel-, Tauben-, Vogel-, Kaninchen- und Caviazucht (EE) nennt etwa 500 Rassen der Ausstellungstauben.[2] Je nach Körpergröße und -form, nach Federstrukturen und Warzenbildungen, nach Farbe und Zeichnung oder Verhalten werden sie in Rassegruppen und Rasseuntergruppen eingeteilt. Der EE nennt Formentauben, Warzentauben, Huhntauben, Kropftauben, Farbentauben, Trommeltauben, Strukturtauben, Mövchentauben und Tümmlertauben. Hochflug- und Spielflugtauben werden in der Gruppe der Tümmler integriert.[3] Davon abweichend sind je nach Autor und Schwerpunkt auch andere Einteilungen möglich.[4]

Geschichte[Bearbeiten]

Taubenturm in Rosel, Département Calvados, Frankreich

Taubenrassen gibt es seit dem Altertum. Sie wurden um 1500 v. u. Z. in den Annalen Thotmes III. erwähnt. Platon (427–347 v. u. Z.) bezog sich in „Der Staat“ als Erster auf die Selektion der Tauben. Die Römer betrieben Taubenzucht als Liebhaberei und zur Gewinnung von Fleisch und Dung. Sie hielten bis zu 5000 Tiere in Taubentürmen, den Columbarien. Weiße Tauben gehörten für Karl den Großen (747–814) zur Königswürde. Im Feudalismus war die Taubenhaltung nur den Adeligen erlaubt. Die eigentliche Rassetaubenzucht in Deutschland begann um 1840. 1845 schlossen sich Züchter erstmals in der „Taubenzüchterinnung“ in Buchholz im Erzgebirge zusammen.[5]

Organisation und Taubenzucht[Bearbeiten]

Rassetaubenzüchter sind meist in Zuchtverbänden organisiert, die sich dem Erhalt der verschiedenen Taubenrassen verschrieben haben. Deren Mitgliedsvereine richten Schönheitswettbewerbe, sogenannte Schauen aus, bei denen die schönsten Tiere prämiert werden. Deutscher Dachverband ist der Verband Deutscher Rassetaubenzüchter, der über den Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter (BDRG) auch Mitglied im Europäischen Kleintierzuchtverband (EE) ist. Ziel des Rassetaubenzüchters ist es in seiner Zucht in allen Merkmalen möglichst dem Rassestandard entsprechende Tiere nachzuziehen.

In der Ziertauben­zucht steht der Erhalt der von der Natur vorgegeben Erscheinung des Tieres im Vordergrund. Ziertauben werden im Gegensatz zu Rassetauben nach Arten und nicht nach Rassen unterschieden. Mutation­sformen verschiedener Arten der Tauben, wie die Weiße Lachtaube, werden gelegentlich ebenfalls gezüchtet.

Für Züchter von Brieftauben, die in Wettflügen über größere Entfernungen gestartet werden, Sporttauben, wie Diebestauben, Hoch- oder Kunstflugtauben, die vorrangig wegen ihrer Flugstile gezüchtet werden, und Wirtschaftstauben steht die Leistung der Tiere im Fokus. Farbe und Aussehen spielen im Unterschied zu den Ausstellungstauben nur eine nachgeordnete Rolle.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Kurt Vogel: Biologie, Haltung, Fütterung. Ein Fachbuch für Züchter und Halter von Haustauben, Wildtauben, Sport- bzw. Brieftauben sowie anderen Flugsporttauben (= Die Taube). 3., unveränd. Aufl Auflage. Deutscher Landwirtschaftsverlag, Berlin 1984, OCLC 246277835.
  •  Hans-Joachim Schille, Manfred Hartmann (Hrsg.): Das Taubenbuch. Anleitung für die Haltung und Zucht von Tauben. Deutscher Landwirtschaftsverlag, Berlin 1986, Taubenrassen und Rassegruppen, S. 23–73, OCLC 63215911.
  •  Joachim Schütte: Handbuch der Taubenrassen. Neumann-Neudamm, Melsungen, Berlin, Basel, Wien 1971, ISBN 9783788800116, OCLC 74047160.

Weblink[Bearbeiten]

 Commons: Rassetauben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Joachim Schütte: Handbuch der Taubenrassen. Neumann-Neudamm, Melsungen, Berlin, Basel, Wien 1971, ISBN 9783788800116, Einleitung, OCLC 74047160 (online, abgerufen am 8. April 2013).
  2. Entente Européenne d’Aviculture et de Cuniculture: EE-Liste der Rassetauben (ELRT), Stand 11. Juni 2012 (PDF, ca. 150 KB)
  3. EE-Standardmodell für Rassetauben. In: http://www.entente-ee.com. Europäische Standard-Kommission für Tauben, abgerufen am 22. Oktober 2012 (PDF; 40 kB, Status Juni 2011).
  4. Sondervereine. In: vdt-online.de. Abgerufen am 8. April 2013.
  5.  Kurt Vogel: Biologie, Haltung, Fütterung. Ein Fachbuch für Züchter und Halter von Haustauben, Wildtauben, Sport- bzw. Brieftauben sowie anderen Flugsporttauben (= Die Taube). 3., unveränd. Aufl Auflage. Deutscher Landwirtschaftsverlag, Berlin 1984, Rassetaubenzucht, S. 17–19, OCLC 246277835.