Karl der Große

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Denar mit dem Kopf Karls des Großen. Umschrift: KAROLVS IMP AVG für KAROLVS IMPERATOR AVGUSTUS
Karl der Große (links) und sein erster Sohn Pippin der Bucklige, darunter ein Schreiber; Miniatur aus dem 10. Jahrhundert, Kopie einer verlorenen, zwischen 829 und 836 in Fulda für Graf Eberhard von Friaul hergestellten Miniatur, Biblioteca Capitolare, Modena, Norditalien

Karl der Große (lat. Carolus Magnus bzw. Karolus Magnus, französisch und englisch Charlemagne; * wahrscheinlich 2. April 747 oder 748;[1] † 28. Januar 814 in Aachen) war von 768 bis 814 König des Fränkischen Reichs (bis 771 gemeinsam mit seinem Bruder Karlmann I.). Er erlangte am 25. Dezember des Jahres 800 als erster westeuropäischer Herrscher seit der Antike die Kaiserwürde, die mit ihm erneuert wurde. Der Enkel des Hausmeiers Karl Martell war der bedeutendste Herrscher aus dem Geschlecht der Karolinger. Das Frankenreich gelangte unter ihm zu seiner größten Ausdehnung und Machtentfaltung.

Karl gelang es, seine Macht im Frankenreich zu sichern und es in einer Reihe von Feldzügen nach außen erheblich zu erweitern. Besonders verlustreich und erbittert geführt waren die mit Unterbrechungen von 772 bis 804 andauernden Sachsenkriege. Deren Ziele waren sowohl die Eroberung als auch die erzwungene Christianisierung Sachsens. Karl griff auch in Italien ein und eroberte 774 das Langobardenreich. Ein gegen die Mauren in Nordspanien gerichteter Feldzug im Jahr 778 scheiterte dagegen. Im Osten seines Reiches beendete er 788 die Selbstständigkeit des Stammesherzogtums Bayern und eroberte in den 790er Jahren das Restreich der Awaren. Die Grenzen im Osten gegen die Dänen und Slawenstämme sowie im Südwesten gegen die Mauren wurden durch die Einrichtung von Marken gesichert. Das Frankenreich stieg zur neuen Großmacht neben Byzanz und dem Abbasidenkalifat auf. Es umfasste den Kernteil der frühmittelalterlichen lateinischen Christenheit und war das bis dahin bedeutendste staatliche Gebilde im Westen seit dem Fall Westroms. Karl sorgte für eine effektive Verwaltung und bemühte sich um eine umfassende Bildungsreform, die eine kulturelle Neubelebung des Frankenreichs zur Folge hatte. Politischer Höhepunkt seines Lebens war die zu Weihnachten des Jahres 800 erfolgte Kaiserkrönung durch Papst Leo III. Dieses Ereignis schuf die Grundlage für das westliche mittelalterliche Kaisertum. Sowohl in der Reihe der römisch-deutschen Kaiser als auch der französischen Könige wird er als Karl I. gezählt. Seine Hauptresidenz Aachen blieb bis ins 16. Jahrhundert Krönungsort der römisch-deutschen Könige.

Karl gilt als einer der bedeutendsten mittelalterlichen Herrscher, sein Beiname „der Große“ (lateinisch magnus) fand aber erst um 1000 Verbreitung.[2] 1165 wurde er von Gegenpapst Paschalis III. heiliggesprochen. Er gilt als eine Persönlichkeit, die das kollektive europäische Geschichtsbewusstsein geprägt hat;[3] bereits zu Lebzeiten wurde er Pater Europae („Vater Europas“) genannt. In Literatur und Kunst wurde Karls Leben wiederholt thematisiert. Die Stadt Aachen stiftete 1949 in Anerkennung seiner Verdienste den Internationalen Karlspreis, der jährlich an herausragende Persönlichkeiten vergeben wird, die sich um die europäische Einheit verdient gemacht haben.

Leben

Kindheit und Jugend

Karl stammte aus einer Familie, die zwar erst seit 751 die fränkische Königswürde innehatte, aber bereits in den Jahrzehnten zuvor die bestimmende Macht am fränkischen Königshof war. Der Aufstieg der heute als Karolinger bezeichneten Familie begann im 7. Jahrhundert und resultierte aus der zunehmenden Schwäche des Königtums der Merowinger.[4] Nach traditioneller Auffassung, die aber vor allem aus den Aussagen der späteren, pro-karolingischen Quellen resultiert, verfiel die Machtstellung der Merowinger in der Zeit nach Dagobert I., der sich noch einmal gegen den erstarkenden Adel behaupten konnte. Die wahre Macht ging jedoch zunehmend in die Hände der Hausmeier über. Diese waren ursprünglich nur Verwalter des Königshofes gewesen, gewannen aber im Laufe der Zeit immer mehr an politischer Macht und übten schließlich die faktische Macht aus, während die Merowingerkönige nur noch formal als Herrscher fungierten. Eine wichtige Rolle spielten bereits im 7. Jahrhundert die Arnulfinger und Pippiniden, deren Machtbasis im östlichen Reichsteil Austrasien lag und die die Vorfahren der späteren Karolinger darstellen.[5] Seit der Zeit Pippins des Mittleren, dessen Sieg in der Schlacht bei Tertry 687 die Macht seines Hauses im Reich festigte, und von dessen Sohn Karl Martell bestimmten sie endgültig die fränkische Reichspolitik.[6] Auf Karl Martell geht auch die spätere Bezeichnung der Familie als „Karolinger“ zurück.[7]

Grabmal Pippins des Jüngeren und seiner Ehefrau Bertrada in der Kathedrale von Saint-Denis

Karl der Große war der älteste Sohn des fränkischen Hausmeiers und Frankenkönigs (seit 751) Pippin des Jüngeren und dessen Frau Bertrada. Als Tag seiner Geburt steht der 2. April fest, der in einem aus dem 9. Jahrhundert stammenden Kalender des Klosters Lorsch festgehalten wurde. Das Geburtsjahr hingegen ist in der Forschung lange umstritten gewesen. Oft wurde aufgrund einer Aussage in der von Karls Vertrauten Einhard verfassten Vita Karoli Magni,[8] die neben den sogenannten Annales regni Francorum (oder schlicht Reichsannalen) die Hauptquelle für Karls Leben ist, für das Jahr 742 plädiert. Diese Annahme wurde von Karl Ferdinand Werner durch eine Untersuchung der Überlieferung korrigiert, darunter die Annales Petaviani, die als Geburtsjahr Karls das Jahr 747 nennen.[9] Matthias Becher hat daran anschließend darauf hingewiesen, dass die Annales Petaviani nach dem Osterstil datieren und dementsprechend die Geburt Karls nach heutiger Zeitrechnung in das Jahr 748 fällt.[10] In der neueren Forschung hat sich die Neudatierung 747/48 durchgesetzt, wobei mehrere neuere Darstellungen Bechers Ansatz folgen und vom Jahr 748 ausgehen, wenngleich ein Unsicherheitsfaktor bleibt.[11] Der Geburtsort ist hingegen völlig unbekannt, da die Quellen diesen nicht nennen. Im Laufe der Zeit wurden mehrere Orte vorgeschlagen, doch ist dies reine Spekulation.[12]

751 kam Karls Bruder Karlmann zur Welt, 757 folgte seine Schwester Gisela († 810, seit 788 Äbtissin von Chelles). Auffallend sind die gewählten Namen für Pippins Söhne. Wenngleich beide auf die Namen von Pippins Vater (Karl) bzw. Bruder (Karlmann) zurückzuführen sind, so standen sie ansonsten isoliert in der Namensgebung der Arnulfinger-Pippiniden und waren auch nicht, anders als die Namen folgender karolingischer Könige (Chlotar wurde zu Lothar, Chlodwig zu Ludwig), an der Namensgebung der Merowinger orientiert. Vermutlich wollte Pippin so das neue Selbstbewusstsein seines Hauses illustrieren.[13]

Über Karls Kindheit ist fast nichts bekannt. Diesen Umstand hatte schon sein Biograph Einhard beklagt; er vermerkte, dass keine Aufzeichnungen darüber existierten und niemand mehr leben würde, der sich daran erinnere, weshalb er auch auf eine Schilderung dieser Zeit verzichtete.[14] Die moderne Forschung kann ebenfalls nur wenige konkrete Aussagen über die faktisch „unbekannte Kindheit“[15] Karls machen, da andere Quellen kaum ein Licht auf diese Zeit werfen.[16] Während eine der sehr wenigen Erzählungen über Karls Kindheit zumindest zweifelhaft ist,[17] sind nur wenige Episoden zuverlässig überliefert.

Zu Beginn des Jahres 754 überquerte Papst Stephan II. die Alpen und begab sich ins Frankenreich. Grund für diese Reise waren die zunehmenden Übergriffe des Langobardenkönigs Aistulf, der 751 das Exarchat von Ravenna erobert hatte. Formal unterstand dieser Raum der Herrschaftsgewalt des byzantinischen Kaisers, doch Konstantin V., der militärisch erfolgreich an der byzantinischen Ostgrenze gegen die Araber kämpfte und dort gebunden war, verzichtete zu dieser Zeit auf ein Eingreifen im Westen.[18] Daraufhin wandte sich Stephan an den mächtigsten Herrscher im Westen und versuchte Pippin zu einem Eingreifen zu überreden.[19]

Über die Umstände des ersten Zusammentreffens zwischen Pippin und Stephan variieren jedoch die Quellenberichte. In der Fortsetzung der Fredegarchronik (Continuatio Fredegarii) wird geschildert, dass der damals wohl fünfjährige Karl dem Papst mit einer Delegation entgegengeeilt war, um Stephan II. im Frankenreich zu begrüßen und in die Pfalz nach Ponthion zu begleiten. Dort wurden Pippin und mehrere fränkische Große vom Papst reich beschenkt.[20] Der Bericht in der Vita Stephans im Liber Pontificalis weicht davon an einem entscheidenden Punkt ab. Demnach ist hier Karl ebenfalls dem Papst entgegengekommen, doch auch Pippin habe den Papst eine Wegstunde von der Pfalz in Ponthion entfernt feierlich empfangen und sich ihm sogar zu Boden geworfen.[21] Diese Abweichung ist auf den jeweiligen Charakter der Quellen zurückzuführen, in denen die entsprechenden Rituale den Lesern gegenüber anders gedeutet und jeweils der König bzw. der Papst hervorgehoben wurden.[22]

Die Anwesenheit des Papstes nördlich der Alpen hatte Aufsehen erregt, denn es war das erste Mal, dass ein Bischof von Rom sich ins Frankenreich begeben hatte. Beim erwähnten Treffen in Ponthion trat der Papst als Hilfesuchender auf. Pippin ging mit ihm ein Freundschaftsbündnis (amicitia) ein und sagte ihm Unterstützung gegen die Langobarden zu. Von diesem neuen Bündnis profitierte auch Pippin, der erst seit 751 die fränkische Königswürde bekleidete, nachdem er den machtlosen letzten Merowingerkönig Childerich III. entthront hatte. Das Bündnis mit dem Papst half Pippin bei der Legitimierung seines Königtums, gleichzeitig wurden die Frankenkönige zu den neuen Schutzherren des Papstes in Rom, was für die weitere Entwicklung weitreichende Folgen hatte. Bei einem weiteren Treffen mit dem Papst zu Ostern 754 in Quierzy konnte Pippin das fränkische Eingreifen in Italien offiziell verkünden und garantierte dem Papst mehrere (auch ehemalige byzantinische) Territorien in Mittelitalien, die sogenannte Pippinische Schenkung und Grundlage für den späteren Kirchenstaat. Eine konkrete päpstliche Gegenleistung folgte bereits kurz darauf, denn noch im Jahr 754 wurden Pippin sowie seine beiden Söhne von Stephan II. in Saint-Denis zu Königen der Franken gesalbt, womit das neue karolingische Königtum zusätzlich einen sakralen Charakter erhielt.[23] Allen drei wurde vom Papst zudem der hohe römische Ehrentitel Patricius verliehen.[24] Kurz darauf intervenierte Pippin erfolgreich in Italien zugunsten des Papstes, was allerdings auf den Widerstand von Byzanz traf, da man dies als Eingreifen in den eigenen Herrschaftsraum betrachtete.[25]

In den Urkunden und anderen Quellen finden sich noch einige wenige Hinweise auf Karls Jugend. Neben Bitten von Gebeten für die Familie im Namen Pippins, wird Karl zwei Mal namentlich in den Urkunden Pippins erwähnt. Diese Erwähnungen beziehen sich auf die amtliche Handlungsfähigkeit Karls. 763 scheint Pippin seinen Söhnen zudem mehrere Grafschaften übertragen zu haben.[26]

Des Weiteren sind zumindest einige allgemeine Rückschlüsse auf Karls Jugend und Erziehung möglich. Es ist davon auszugehen, dass bei Karls Ausbildung nicht nur auf die übliche fränkische Kriegerausbildung, die für einen fränkischen König als Heerführer ohnehin essentiell war, sondern auch auf eine gewisse Bildung Wert gelegt wurde. Ob ihm damals das volle Programm der septem artes liberales, der sieben freien Künste, vermittelt wurde, um dessen Wiederherstellung sich Karl später im Rahmen seiner Bildungsreform bemühte, ist unklar und wird in der Forschung unterschiedlich bewertet.[27] Karl sprach von Hause aus Fränkisch, er erhielt jedoch sicher Lateinunterricht. Bereits in der Merowingerzeit war eine gewisse literate Bildung für hochstehende Adelige keineswegs ungewöhnlich gewesen.[28] Obwohl das Bildungsniveau im 8. Jahrhundert gesunken war, war Latein am Hof, in der Verwaltung und der feierlichen Liturgie allgegenwärtig; anders als manch einer der späteren ostfränkischen bzw. römisch-deutschen Könige des Mittelalters hat Karl das Lateinische offenbar auch verstanden. Einhard zufolge sprach er es wie seine Muttersprache.[29] Wenngleich dies eine gewisse Übertreibung sein mag, so war Karl nicht nur sein Leben lang an Bildung interessiert, sondern wohl auch ein (zumindest für die Verhältnisse seiner Zeit) recht gebildeter Herrscher.[30]

Herrschaftsantritt

König Pippin verbrachte die letzten Jahre seiner Regierungszeit damit, die Randgebiete des Frankenreichs zu sichern. Er führte Feldzüge in das ehemalig westgotische Septimanien und eroberte 759 mit Narbonne den letzten arabischen Vorposten nördlich der Pyrenäen.[31] Pippins Neffe Tassilo III. bewahrte sich in Baiern eine gewisse Eigenständigkeit. Aquitanien hingegen wurde 768 nach mehreren Feldzügen in das Frankenreich einbezogen, nachdem der aquitanische dux Waifar einem Mordanschlag zum Opfer gefallen war, für den manche Pippin verantwortlich machten.[32]

Auf dem Rückweg aus Aquitanien erkrankte Pippin im Juni 768 ernsthaft, woraufhin er sein Erbe zu regeln begann.[33] Am 24. September 768 verstarb er in Saint-Denis.[34] Pippin hatte noch kurz vor seinem Tod veranlasst, dass das Reich unter seinen Söhnen Karl und Karlmann aufgeteilt werden sollte. Einhard zufolge orientierte sich die Teilung an der von 741 zwischen Pippin und dessen Bruder Karlmann.[35] Karl erhielt Austrasien, den Großteil Neustriens sowie den Westen Aquitaniens; Karlmann erhielt das restliche Aquitanien, Burgund, die Provence, Septimanien, das Elsass und Alamannien, während Baiern von der Erbteilung ausgeschlossen war und damit faktisch selbstständig blieb.[36] Damit umschloss Karls Reich das seines Bruders halbkreisartig im Westen und Norden. Am 9. Oktober 768, dem Gedenktag des Dionysius von Paris, wurde jeder der Brüder in seinem Reichsteil zum König gesalbt, Karl in Noyon und Karlmann in der alten merowingischen Residenz Soissons.[37]

Karl und Karlmann übten keineswegs eine gemeinsame Herrschaft über das Frankenreich aus, sondern regierten in ihren jeweiligen Reichen unabhängig voneinander, was sich an den Aussagen der in dieser Zeit ausgestellten Urkunden ablesen lässt.[38] Das Verhältnis zwischen den beiden Brüdern scheint von Beginn an recht angespannt gewesen zu sein. Es gibt zwar Hinweise auf eine punktuell beschränkte Kooperation (so hinsichtlich einer römischen Synode im März 769),[39] doch war dies die Ausnahme. Beide handelten durchaus machtbewusst und traten in eine Konkurrenz zueinander. Beide wurden wohl im gleichen Jahr (770) Väter und benannten ihren Sohn jeweils nach ihrem Vater Pippin. Offensichtlich wurde der Bruch, als Karlmann seinem Bruder im Jahr 769 die Unterstützung gegen das aufständische Aquitanien verweigerte, wo sich Waifars Vater Huno(a)ld gegen die karolingische Herrschaft erhoben hatte. Karl warf den Aufstand schließlich selbst nieder, wobei Hunold in Gefangenschaft geriet,[40] und zog anschließend auch den Teil Aquitaniens ein, der formal Karlmann unterstand.[41]

Die Spannungen nahmen in der Folgezeit zu. Bertrada versuchte zwar, als Vermittlerin zwischen den verfeindeten Brüdern zu fungieren,[42] doch sollte sie bald schon ihren Einfluss auf Karl verlieren. Dieser hatte zunächst in eine von seiner Mutter arrangierten Ehe mit einer namentlich unbekannten Langobardenprinzessin eingewilligt, wofür er sich von seiner ersten Frau Himiltrud trennte. Bertrada scheint ein umfassendes Bündnissystem angestrebt zu haben: Neben dem Ehebündnis zwischen Karl und den ehrgeizigen Langobardenkönig Desiderius, umfasste dies auch Tassilo, der bereits mit einer anderen Tochter des Desiderius verheiratet war. Die Bedenken Papst Stephans III., der von der plötzlichen fränkisch-langobardischen Annäherung zutiefst beunruhigt war, versuchte sie zu entkräften.[43] Möglicherweise war auch Karlmann in das von Bertrada und wohl auch einigen fränkischen Großen forcierte neue Bündnissystem eingebunden; seine Ehefrau Gerberga ist vielleicht eine Verwandte des Desiderius gewesen.[44]

Karl änderte jedoch im Frühjahr 771 seine politischen Pläne und brach mit der Konzeption seiner Mutter. Seine langobardische Gemahlin sandte er zu Desiderius zurück, was für diesen ein offener Affront war. Stattdessen nahm Karl nun eine Alamannin namens Hildegard zur Frau. Dies musste Karlmann beunruhigen, denn Alamannien gehörte zu seinem Herrschaftsbereich, wo Karl nun offenbar bestrebt war, Einfluss zu gewinnen. Gleichzeitig verwarf Karl damit alle Pläne seiner Mutter und handelte das erste Mal erkennbar eigenständig.[45]

Eine offene Konfrontation zwischen Karl und Karlmann, die immer wahrscheinlicher geworden war, wurde durch den überraschenden Tod Karlmanns am 4. Dezember 771 verhindert. Karl trat unverzüglich die Herrschaft in Karlmanns Herrschaftsbereich an, dessen Großen ihm noch im Dezember 771 in Corbeny huldigten. Die Annahme, Karl sei am Tod seines Bruders beteiligt gewesen, da er erheblich davon profitierte, wird nicht durch die Quellen gedeckt.[46] Teils wurde sogar behauptet, Karlmanns Andenken sei einer damnatio memoriae zum Opfer gefallen,[47] doch ist dies unzutreffend: Dass Karlmann nicht in Saint-Denis, sondern in Reims begraben wurde, geht sehr wahrscheinlich auf dessen eigenen Wunsch zurück.[48] Sicher ist, dass Karl nun uneingeschränkt im Frankenreich herrschte. Karlmanns Witwe Gerberga floh mit ihren Kindern zu Desiderius nach Italien.

Expansion und Integration – die Kriege Karls des Großen

Langobardenfeldzug und Eingliederung Italiens

Hauptartikel: Langobardenfeldzug

Nach dem Tod Karlmanns hatte Karl seine Position im Reich gefestigt, doch Karlmanns Witwe Gerberga und ihre beiden Söhne hatten sich zu den Langobarden geflüchtet, begleitet von einigen fränkischen Großen.[49] Währenddessen spitzte sich die politische Lage in Ober- und Mittelitalien immer weiter zu. Der Langobardenkönig Desiderius hatte sich Gebiete angeeignet, auf die die römische Kirche Anspruch erhob.[50] Gesandte Papst Hadrians baten daher im Frühjahr 773 am Hof Karls um die Unterstützung der päpstlichen Schutzmacht gegen die Langobarden.[51] Karl zögerte nicht und entschloss sich zu einem großangelegten Feldzug gegen die Langobarden, ähnlich wie ihn sein Vater Pippin rund 20 Jahre zuvor zum Schutz Papst Stephans II. unternommen hatte. Anders als Pippin plante Karl jedoch, das gesamte Langobardenreich zu erobern und in das Frankenreich zu integrieren, wie bereits Einhard vermerkte.[52] Der auf frühmittelalterliche Militärgeschichte spezialisierte Historiker Bernard Bachrach vertritt den Standpunkt, dass Karl den Krieg gegen Desiderius ursprünglich allerdings nicht gewollt hatte; erst die folgende Entwicklung (unter anderem Hadrians Politik und die Reaktion des Desiderius) führte letztlich zum fränkischen Eingreifen.[53]

Karl zog Ende 773 mit zwei großen fränkischen Heeresaufgeboten von Genf aus nach Italien: Eines führte er selbst über den Mont Cenis, das andere führte sein Onkel Bernhard über den Großen St. Bernhard.[54] Desiderius sah sich in einer nicht haltbaren Position und zog sich nach Pavia zurück. Karl konnte die stark befestigte Stadt nicht einnehmen und ließ sie daher belagern.[55] Erst nach neun Monaten kapitulierte Pavia Anfang Juni 774. Desiderius, seine Frau und seine Tochter wurden wohl in die Abtei Corbie in Klosterhaft gesteckt, während der langobardische Königssohn Adelchis nach Byzanz entkommen konnte, aber politisch keine entscheidende Rolle mehr spielte. Pavia wurde von den Franken geplündert. Karl ließ das gesamte Langobardenreich militärisch besetzen und gliederte es in das Frankenreich ein. Er nannte sich fortan ohne weitere Krönung rex Francorum et Langobardorum („König der Franken und der Langobarden“), wie es bereits in einer Urkunde vom 16. Juli 774 festgehalten wurde.[56] Oberitalien und Teile Mittelitaliens gehörten fortan zum Frankenreich und sollten später als Reichsitalien auch Bestandteil des römisch-deutschen Reiches sein. Karl kehrte anschließend ins fränkische Kernland zurück.

Wohl noch im Jahr 773 waren bei einem Vorstoß auf Verona Gerberga und ihre beiden Söhne in Karls Hände gefallen. Sie verschwinden aus der Überlieferung, ihr weiteres Schicksal ist unbekannt. Nicht beweisbar, aber recht wahrscheinlich ist jedoch, dass die Söhne Karlmanns, die einen berechtigten Erbanspruch geltend machen konnten und daher eine potentielle Bedrohung für Karl darstellten, auf seinen Befehl hin entweder beseitigt oder an einem nicht überlieferten Ort inhaftiert worden sind.[57]

Zu Ostern 774 erschien Karl mit Gefolge vor Rom, während sein Heer noch Pavia belagerte. Papst Hadrian war von dem plötzlichen Erscheinen Karls vollkommen überrascht. Den Langobardenkönigen hatten die Päpste den direkten Zugang zur Stadt stets verweigert, doch den fränkischen Herrscher und neuen Schutzherren des Papsttums wollte Hadrian offenbar nicht verärgern. 30 Meilen vor der Stadt empfing man den Frankenkönig in ritueller Weise,[58] wobei sich das Protokoll am Empfang des byzantinischen Exarchen orientierte, dem obersten militärischen und zivilen Verwalter des byzantinischen Kaisers in Italien.[59] Karl wurde zur Kirche St. Peter geleitet, wo Hadrian ihm mit großen Anhang feierlich empfing. Karl und Hadrian begegneten einander ehrenvoll und versicherten sich ihrer gegenseitigen Freundschaft.[60] Karl soll um die formale Erlaubnis gebeten haben, die Stadt zu betreten, was ihm gestattet wurde;[61] anschließend zog der Frankenkönig und römische Patricius in die ehemalige Kaiserstadt am Tiber ein, die im Mittelalter zwar nur einen Bruchteil der antiken Bevölkerungszahl aufwies, deren Monumentalbauten aber auf Besucher immer noch eindrucksvoll wirkten. Offenbar war Karl bestrebt, die Position und die Autorität des Papstes auch symbolisch zu achten. Realpolitisch bedeutsam war die ebenfalls in Rom vorgenommene Erneuerung des Pactum, der bereits seit der Zeit Pippins bestehenden Übereinkunft zwischen Frankenkönig und dem Papsttum hinsichtlich der päpstlichen Gebietsansprüche.[62] Geistliche und weltliche Gewalt, die beiden Universalgewalten des Mittelalters, schienen harmonisch miteinander zu agieren.[63] Karl nahm in den folgenden Tagen an allen religiösen Kulthandlungen in Rom teil, bevor er die Stadt wieder verließ.

Die Sachsenkriege

Im Sommer 772 begannen die mit Unterbrechungen bis 804 andauernden Sachsenkriege. Die immer noch paganen („heidnischen“) Sachsen[64] kannten keine zentralen Herrschaftsinstitutionen und lebten in keinem geschlossenen Reichsverband, wie dies bei den Franken und Langobarden der Fall war. Sie lebten vielmehr in nur locker organisierten Stammesverbänden (Westfalen, Ostfalen, Engern und Nordalbingier). Ob sie tatsächlich über einen Versammlungsort in Marklo verfügten, der nur in einer Quelle erwähnt wird und wo sich angeblich Stammesführer (electi) jährlich trafen, ist zumindest fraglich.[65] Die Sachsen waren bereits zuvor wiederholt in Konflikt mit den Franken geraten, da ihr Stammesgebiet direkt an das nordöstliche fränkische Herrschaftsgebiet angrenzte.

Einhard bezeichnete Karls Feldzüge gegen die Sachsen als die bislang längsten, grausamsten und anstrengendsten Kampfhandlungen für die Franken. Er verdammt die Sachsen als Götzendiener und Feinde des Christentums, nennt als Ziel für Karls Feldzüge aber nicht etwa die Christianisierung der Sachsen, sondern die Beseitigung dieser militärischen Bedrohung an der fränkischen Grenze.[66] In der modernen historischen Forschung werden Karls Sachsenkriege jedoch durchaus als Missionierungskriege betrachtet,[67] zumal die Franken schon unter Karl Martell und Pippin (begrenzte) Feldzüge gegen die Sachsen unternommen hatten. Einhard und die Reichsannalen vermitteln ein eher tendenziöses Bild der Sachsenkriege, während von sächsischer Seite nur spätere Berichte vorliegen, die von nun ebenfalls christlichen Autoren verfasst wurden; dagegen vermitteln zeitnah verfasste Briefe, Gedichte und Herrschererlasse Momentaufnahmen der Sachsenkriege, deren Ausgang über mehrere Jahre offen war.[68] Sicher ist, dass dieser „dreißigjährige Krieg“[69] fast jährliche Kriegszüge erforderte. Auch für eine Kriegergesellschaft wie die fränkische, in der sich der König stets als Heerführer beweisen musste und in der Beute sowie erzwungene Tribute wirtschaftlich von Bedeutung waren,[70] stellte dies eine enorme Belastung dar.

Der Krieg begann 772 mit einem fränkischen Vorstoß tief ins sächsische Stammesgebiet.[71] Karl stieß von Worms aus auf die Eresburg vor und eroberte sie. Anschließend gelangten die Franken zum (wohl zentralen) sächsischen Kultheiligtum, der sogenannten Irminsul, die Karl zerstören ließ.[72] Die Zerstörung der Irminsul passt durchaus in das Bild eines schon 772 zumindest zukünftig beabsichtigten Missionswerks,[73] ebenso ist aber auch reine Beutelust als Motiv denkbar.[74] Der fränkische Verstoß, der wohl auch Spannungen zwischen einigen fränkischen Großen und dem König abbauen sollte, war jedenfalls vorerst erfolgreich verlaufen. Doch war dies nur ein scheinbarer Sieg, zumal die dezentrale Stammesorganisation der Sachsen den Franken die Kontrolle erheblich erschwerte. Die Sachsen nutzten die Abwesenheit des Königs, der sich 773/74 in Italien aufhielt, und verheerten 774 fränkisches Gebiet im heutigen Hessen, wobei mehrere christliche Kirchen und Klöster überfielen wurden. Karl drang 775 mit einem großen Heer in Sachsen ein und erzwang die Unterwerfung der Engern (unter Bruno) und der Ostfalen (unter Hassio/Hessi); auch die Westfalen wurden geschlagen. Der König ging während dieses Feldzugs offenbar mit großer Brutalität vor; sogar die hofnahen Reichsannalen sprechen von drei Blutbädern, die Karl anrichten ließ (Reichsannalen 775), und die Nordhumbrischen Annalen (Vetus annales Nordhumbranis 775) berichten, er sei wie von Sinnen gewesen. Karls Reaktion auf den Vertragsbruch durch die Sachsen war die Losung, dass es nur noch Taufe oder Tod für die Sachsen geben könne. Spätestens zu diesem Zeitpunkt betrachtete Karl die Sachsenfeldzüge auch als Missionierungswerk, denn in der überarbeiteten Fassung der Reichsannalen (die sogenannten Einhardsannalen) ist vermerkt, dass der Krieg gegen die Sachsen so lange andauern werde, bis sie sich dem christlichen Glauben unterworfen hätten oder ausgerottet seien.[75]

776 kam es zu einem erneuten Sachsenaufstand; dieser wurde ebenfalls niedergeschlagen, die Eresburg wurde neu aufgebaut und die Sachsen mussten Geiseln stellen. Karl ließ in Sachsen weitere Stützpunkte errichten, darunter die sogenannte Karlsburg (civitas Karoli), die aber zerstört und als Paderborn neu aufgebaut wurde. Ebenso wurden in der Folgezeit Kirchen und Klöster erbaut, um die Missionierung Sachsens zu forcieren und die fränkische Herrschaft zu zementieren. 777 schien die Lage in Sachsen soweit unter Kontrolle zu sein, dass der König in Paderborn eine Reichsversammlung abhielt. Dies war eine spektakuläre Demonstration der fränkischen Herrschaft, da es sich hierbei um die erste Reichsversammlung handelte, die nicht im fränkischen Kernland stattfand. Zu diesem Zeitpunkt wähnten sich die Franken offenbar als vollständige Sieger.[76] Noch im selben Jahr kam es wiederholt zu Massentaufen, die jedoch, entgegen dem Kirchenrecht, teils auch unter Zwang stattfanden; hinzu kamen fränkische Abgabenforderungen, die für die Sachsen als zusätzliche Belastung der fränkischen Fremdherrschaft empfunden werden mussten.[77] 778 erscheint das erste Mal der Sachse Widukind als ein neuer Anführer der Aufständischen, die sich weiterhin gegen die fränkische Herrschaft stellten; dabei handelte es sich nicht in erster Linie um Adelige, sondern vor allem um Freie und Halbfreie, während Teile des sächsischen Adels sich mit den Eroberern arrangierten.[78] Der Zeitpunkt für die erneute Erhebung schien günstig, denn Karl hatte im selben Jahr in Spanien eine herbe Niederlage erlitten. Der sächsische Widerstand wurde von Karl jetzt aber auch als Abkehr vom christlichen Glauben und die daran beteiligten Sachsen als Hochverräter betrachtet, umso härter reagierte er. Bereits 778 hatte er Truppen zusammengezogen und besiegte die Sachsen im Sommer 779 bei Bocholt in einer der seltenen offenen Schlachten dieses Konflikts. Karl drang weiter nach Sachsen vor und empfing wieder die Unterwerfung mehrerer Sachsen, die wieder Geiseln stellen mussten.

780 und 782 hielt Karl erneut Reichsversammlungen in Sachsen ab, der sächsische Widerstand schien gebrochen zu sein; sächsische Adelige wurde in die fränkische Herrschaft eingebunden und belohnt, sogar ein fränkisch-sächsisches Truppenaufgebot sollte gegen die Slawen zum Einsatz kommen. Da erhoben sich 782 erneut große Teile der Sachsen unter Führung Widukinds, die am Süntel im Weserbergland ein fränkisches Truppenaufgebot vernichtend schlugen (was in den Reichsannalen verschwiegen wird). Karl marschierte eiligst an die Weser, um den Aufstand zu ersticken.[79] Mehrere Sachsen unterwarfen sich erneut dem König, bei Verden an der Aller kam es noch 782 aber zum sogenannten Blutgericht von Verden: Angeblich 4500 Sachsen sollen den Reichsannalen zufolge auf Befehl Karls ermordet worden sein. In der Forschung ist dieser Punkt bis heute von Bedeutung. Die Zahl 4500 mag deutlich übertrieben sein, unbestreitbar ist jedoch, dass Karl in Verden eine äußerst brutale Maßnahme ergriff, die auch bei einer deutlich niedrigeren Anzahl von getöteten Sachsen nicht beschönigt werden kann.[80] Da eine ähnliche Aktion später nicht mehr stattfand, wird das „Blutgericht“ vor allem der Abschreckung gedient haben. Im selben Jahr wurde die fränkische Grafschaftsverfassung in Sachsen eingeführt, es wurden wieder Geiseln gestellt und Sachsen deportiert. Ebenso wurde die sogenannte Capitulatio de partibus Saxoniae erlassen, die für Abweichungen vom christlichen Glauben, Übergriffe auf christliche Würdenträger oder Einrichtungen sowie der Praktizierung paganer Kulthandlungen harte Strafen (oftmals die Todesstrafe) vorschrieb.

Widukindgrabmal in der Stiftskirche zu Enger

783 besiegten die Franken in zwei Gefechten die Sachsen. Ende 784 zog Karl im Winter wieder nach Sachsen, um seine Herrschaft abzusichern. Im folgenden Jahr wurden weitere Feldzüge durchgeführt, der sächsische Widerstand war nun brutal gebrochen worden und Karl bot Widukind Gespräche an. Widukind stimmte zu und unterwarf sich dem Frankenkönig; er ließ sich sogar zu Weihnachten des Jahres 785 in der Pfalz Attigny taufen, wobei Karl als sein Taufpate fungierte. Der sächsische Widerstand flackerte die folgenden Jahre zwar noch teilweise auf, erreichte aber nicht mehr das Ausmaß der ersten Phase der Sachsenkriege. 792 kam es erneut zu Unruhen und zwischen 793 und 797 mussten regelmäßig fränkische Heeresaufgebote ausrücken, doch fanden diese Kämpfe vor allem im nordöstlichen Sachsen im Elberaum statt.[81] Die Franken konsolidierten ihre Herrschaft in Sachsen, Christianisierung und Kirchenorganisation wurden vorangetrieben.[82] Ebenso wurden mehrere Deportationen durchgeführt.[83] Die fränkische Herrschaft war nun weitgehend abgesichert, der „herrschaftliche Terror“, der offenbar zielgerichtet betrieben und von Alkuin kritisiert worden war,[84] konnte daher abgemildert werden.[85] 797 wurde die Capitulatio de partibus Saxoniae durch eine mildere Verordnung ersetzt; 802 wurde mit der Lex Saxonum geschriebenes Recht für die Sachsen erlassen, das auch Elemente ihres Stammesrechts aufnahm.[86] 802 und 804 kam es zu weiteren fränkischen Feldzügen im nördlichen Elberaum. Mehrere Sachsen wurden von dort ins östliche Frankenreich deportiert, stattdessen wurden im Elberaum Franken angesiedelt. Die Sachsenkriege waren nun endgültig beendet.

Spanien

Während Karls frühe Expansionspolitik zwar (wie in Sachsen) hart erkämpft, aber insgesamt betrachtet überaus erfolgreich war, war 778 ein Krisenjahr seiner Herrschaftszeit. Bei der Reichsversammlung von Paderborn im Jahr 777 erschienen unerwartet hochrangige Gesandte aus dem arabisch beherrschten Spanien (al-Andalus). Abd ar-Rahman I., der als Umayyade dem Umsturz durch die Abbasiden entkommen und nach Spanien geflüchtet war, hatte dort eine vom neuen Kalifen in Bagdad unabhängige Herrschaft etabliert, das Emirat von Córdoba.[87] Dennoch bestanden in al-Andalus starke Spannungen zwischen den verschiedenen muslimischen Gruppen (Araber, Berber und nach Spanien abkommandierte Truppen aus Syrien). Zur Opposition gehörte unter anderem der arabische Wali (Statthalter) Suleiman al-Arabi.[88] Er und zwei andere Gesandte baten nun in Paderborn Karl um Beistand gegen Abd ar-Rahman und unterwarfen dafür sich selbst und die ihnen unterstellten Städte dem Frankenkönig.[89] Karl bot dies Anlass für eine weitere Expansion, zumal die Franken in der Vergangenheit bereits mehrfach in Kämpfe mit arabischen Truppen verwickelt waren; zudem scheint bereits 759 ein arabischer Statthalter König Pippin angeboten zu haben, sich dessen Oberhoheit zu unterstellen.[90]

Bereits im folgenden Jahr (778) unternahm Karl einen Feldzug nach Nordspanien.[91] Als Vorwand dienten ihm arabische Überfälle, so zumindest formulierte er es in einem Brief an den Papst; ebenso konnte er als Vorwand geltend machen, zum Schutz der spanischen Christen zu intervenieren.[92] Karl hatte das Heer in zwei Abteilungen geteilt: Eines stieß zunächst auf Pamplona vor, das andere auf Saragossa.[93] Karls Feldzug scheint vom christlichen König von Asturien eher argwöhnisch betrachtet worden zu sein, eventuell verständigte sich dieser sogar mit dem Emir von Córdoba.[94] Pamplona, die Hauptstadt der christlichen Basken, wurde erobert, doch der Vorstoß auf Saragossa, wo sich das fränkische Heer wieder vereinigte, blieb erfolglos. Die Quellenlage ist für den Spanienfeldzug äußerst schlecht, doch erwies sich Abd ar-Rahmans Machtstellung offenbar als gefestigt und die gegen ihn gerichtete Opposition als nicht ausreichend stark genug. Al-Arabi stellte zwar Geiseln und Barcelona sowie andere Städte wurden Karls Herrschaft unterstellt, doch scheint es sich hierbei um rein formale Unterwerfungen gehandelt zu haben, die folgenlos blieben und den Franken keinen Gewinn einbrachten. Offensichtlich hatte Karl nur unzureichende Vorstellungen von den Verhältnissen in Spanien und sich hinsichtlich der Erfolgsaussichten verkalkuliert.[95] Des Weiteren erhielt der König Nachricht von dem erneuten Aufstand in Sachsen, so dass er eiligst den ohnehin gescheiterten Feldzug abbrach und den Rückzug antrat.[96]

Roland stürmt den Tempel Mahomets. Abbildung aus der Heidelberger Liederhandschrift (Cod. Pal. germ. 112, P, fol. 57v), Ende 12. Jh.

Auf dem Rückzug ließ Karl noch die Mauern von Pamplona zerstören,[97] doch die Basken rächten sich für das harte Vorgehen Karls. Im August 778 lauerten sie dem fränkischen Heer auf und fügten der Nachhut in der Schlacht von Roncesvalles wohl recht erhebliche Verluste zu. Die Reichsannalen verschweigen die Niederlage Karls, während sie in der überarbeiteten Fassung (den Einhardsannalen) erwähnt wird. Neben anderen fränkischen Adligen fiel auch Hruodland, Befehlshaber der bretonischen Grenzmark,[98] während der Kämpfe. Sein Tod diente als Stoff für das im 12. Jahrhundert aufgezeichnete und sehr populäre Rolandslied.

Während in mehreren pro-karolingischen Quellen die Ereignisse des Spanienfeldzugs beschönigt werden, wird er in der Forschung als vollständiger Misserfolg betrachtet.[99] Dennoch sollte Karl später erneut in Nordspanien aktiv werden, diesmal mit mehr Erfolg. 792/93 kam es zu arabischen Einfällen ins Frankenreich, woraufhin die Franken Feldzüge nach Nordspanien unternahmen. Mehrere befestigte Städte konnten eingenommen werden, darunter Barcelona (803) und Pamplona (811); ebenso wurden Christen im eroberten Gebiet angesiedelt. Die Franken hatten damit eine strategisch wichtige Pufferzone errichtet, die aber erst nach Karls Tod als regelrechte Grenzgrafschaft eingerichtet wurde (Spanische Mark).[100]

Awarenkrieg

Das Reich der Awaren um 600

Im Südosten grenzte das Frankenreich an das Awarenreich. Die Awaren waren Reiternomaden aus dem asiatischen Steppenraum, die im späten 6. Jahrhundert im Blickfeld des Byzantinischen Reiches auftauchten und bis ins frühe 7. Jahrhundert ein mächtiges Reich im Balkanraum etabliert hatten.[101] Im späten 8. Jahrhundert hatte das Awarenreich den Zenit längst überschritten, doch im Jahr 788 unternahmen die Awaren Einfälle in das Frankenreich, so nach Oberitalien und Bayern. Dieser awarische Vorstoß war vielleicht durch Hilfegesuche oppositioneller Kreise im Frankenreich ausgelöst worden[102] oder entsprang der Befürchtung der Awaren, dass sie nun das nächste Opfer der aggressiven Expansionspolitik Karls sein würden.[103] Der awarische Vorstoß scheiterte jedenfalls und bei den folgenden Verhandlungen in Worms 790 konnte keine Einigung erzielt werden.

Ob nun Karl die Grenze im Südosten stabilisieren wollte oder schlicht auf Eroberung aus war, 791 begann jedenfalls eine großangelegte fränkische Invasion des Awarenreichs. Einhard beschreibt den folgenden Krieg als den größten Karls neben den Sachsenkriegen.[104] Der Awarenkrieg war auch deshalb von nicht zu unterschätzender symbolischer Bedeutung, weil er gegen „Heiden“ geführt wurde und sich Karl so ganz als christlicher Herrscher stilisieren konnte.[105] Beim Feldzug von 791 wichen die Awaren den Franken aus, die zur Versorgung des Heeres eine große Flussflotte auf der Donau einsetzten. In den folgenden Jahren plante Karl einen weiteren Feldzug, in diesem Zusammenhang wurde auch ein Kanalbau (Fossa Carolina) vorangetrieben, doch erneute Sachsenaufstände verhinderten dies vorerst. 794/95 kam es im Awarenreich zu internen Machtkämpfen, die den Tod des regierenden Khagan zur Folge hatten. Völlig unerwartet erschien 795 eine awarische Delegation an der Elbe und bot Karl die Unterwerfung ihres Tudun an, ihres (Teil-)Stammesführers. Dieser akzeptierte Karl als Oberherrn und ließ sich im folgenden Jahr sogar taufen.[106]

Awarische Gürtelschnallen aus dem 7. Jahrhundert

796 marschierte ein fränkisches Heer erneut ins Awarenreich ein und machte reiche Beute (sogenannter Awarenschatz); der neue Khagan unterwarf sich den Franken. Die Macht der Awaren war damit gebrochen und ihr Reich zerfiel zusehends.[107] 799/803 kam es zu einem Aufstand gegen die fränkische Oberherrschaft, der aber wirkungslos blieb, zumal die Franken in die inneren Strukturen des Awarenreichs nicht eingriffen. Christianisierung und Neubesiedlung wurden im Grenzraum jedoch vorangetrieben.[108] 822 werden noch einmal awarische Gesandte in den Quellen erwähnt, das Awarenreich selbst befand sich jedoch im vollständigen Auflösungsprozess.[109] Die Franken zogen den Grenzraum nun direkt in das Reich ein und organisierten eine Grenzmark, diesmal zur Abwehr der Bulgaren, die im Balkanraum ein neues Reich errichtet hatten.

Politik im östlichen Grenzraum

Karolingische Reiterei aus dem Psalterium Aureum, St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. 22, saec. IXex, S. 140 als Illustration zu Ps 60 (Feldzug des Joab)

Mit der fränkischen Landnahme in Sachsen traten auch im Nordosten die Slawen als neue Nachbarn in das politische Bewusstsein der Franken. Anstelle einer territorialen Ausweitung des Reiches verfolgte Karl zunächst die Konzeption einer Reichsgrenze an der Elbe[110] und die Befriedung der angrenzenden Herrschaftsräume. Zu diesem Zweck schlossen die Franken 780[111] ein Bündnis[112] mit den Abodriten gegen Sachsen und Wilzen, das Züge einer lehnsrechtlichen Abhängigkeit der Abodriten aufwies. Die von Karl eingesetzten[113] Könige Witzan und Drasco hatten wiederholt Heeresfolge zu leisten, etwa 789 gegen die Wilzen[114] oder 798 in der Schlacht auf dem Sventanafeld gegen die Sachsen. Trotz des erfolgreichen Wilzenzuges und des Sieges in Nordalbingien hielt Karl an der Elbe als Reichsgrenze fest. Die unterworfenen Wilzen stellten Geiseln,[115] und Nordalbingien überließ Karl 804 nach Deportation der Sachsen den abodritischen Bundesgenossen.[116]

Die Sorben, 789 noch Verbündete Karls auf dem Feldzug gegen die Wilzen, wurden 806 von den Franken besiegt, nachdem der sorbische Herzog Miliduoch getötet worden war. Zeitgenössischen Quellen zufolge versuchten sie in den darauf folgenden Jahrzehnten mehrfach abzufallen. Auch scheint es hier eine oder gar mehrere Grenzmarken gegeben zu haben; die Forschungslage hierzu ist jedoch unklar.

Böhmen geriet nach einer Kampagne in den Jahren 805 und 806 in fränkische Abhängigkeit und wurde tributpflichtig. In einer Urkunde von 817, in der die Provinzen und Völker des Frankenreiches aufgelistet sind, werden die Beheimi als eines der abhängigen Völker genannt.

Das Ende der Selbständigkeit Bayerns

788 wurden durch Karl die Baiern gewaltsam dem Reich einverleibt. Im Osten wurde die Awarische Mark (ab 856 Marchia Orientalis) als Grenzmark gegen die Awaren errichtet und unter fränkische Oberhoheit gestellt. Der letzte bayerische Herzog Tassilo III., der sein Lehen 757 von Pippin bekommen hatte, versuchte vergeblich, die Eigenständigkeit durch ein Bündnis mit den eigentlich schon unterworfenen Langobarden zu retten. Am Aufbegehren gegen die Franken, die man durch die Auseinandersetzungen mit den Sachsen als voll ausgelastet einschätzte, war auch Herzog Arichis II. von Benevent beteiligt. Die Unbotmäßigkeiten der italienischen Koalitionäre Tassilos waren u. a. durch Belagerungen von Capua und Salerno 786/787 beendet worden. 788 wurde Herzog Tassilo III. wegen angeblicher Fahnenflucht (die sich im Jahr 763 ereignet haben soll, nachdem Tassilo 757 einen Gefolgschaftseid geleistet habe) zum Tode verurteilt; allerdings sind die betreffenden Quellen tendenziös pro-karolingisch und inwiefern die Aussagen zutreffen, ist daher zumindest fraglich.[117] Das Todesurteil wurde in lebenslange Klosterhaft für ihn und seine Familie umgewandelt. Das bayerische Gebiet, das ab 798 von Salzburg aus zu einer eigenen Kirchenprovinz ausgebaut wurde, blieb nach der Angliederung gleichwohl als politische Entität erhalten. Unter den als Präfekten bezeichneten Amtsträgern des Königs (im 9. Jahrhundert als Unterkönigtum Bayern) wahrte Bayern durchaus eine Sonderstellung innerhalb des fränkischen Reichsverbands. Die Eingliederung der Baiern ins Frankenreich war neben der Unterwerfung der Sachsen die wichtigste Voraussetzung für die spätere Herausbildung des Heiligen Römischen Reiches.

Die Kaiserkrönung

795 wurde Leo III. zum Papst gewählt. Er versicherte sich umgehend der Unterstützung des Frankenkönigs und übersandte Karl I., dem Schutzherrn der Kirche (patricius romanorum), den Schlüssel zum Grab Petri sowie das Banner Roms. Das Papsttum war seit einiger Zeit unter den Einfluss des in diverse Fraktionen aufgesplitterten römischen Stadtadels geraten, der bei der Papstwahl ausschlaggebend war. 799 spitzte sich die Konfrontation mit dem Adel zu; das Kirchenoberhaupt war Ziel eines Attentats bzw. Absetzungsversuches. Leo III., dem u. a. ein unwürdiger Lebenswandel (darunter Ehebruch und Meineid) vorgeworfen wurde, flüchtete zu Karl nach Paderborn (vgl. Paderborner Epos). Was dort und unter Umständen schon weit vorher abgemacht wurde, ist nicht geklärt: Möglicherweise wurde erst hier, vielleicht aber auch schon Jahre zuvor die Kaiserkrönung vereinbart. Denkbar wäre auch, dass es dazu überhaupt keine Absprache gegeben hat. Die historische Forschung stört sich vor allem an der Anmerkung Einhards: „Hätte Karl vom Vorhaben Leos gewusst, hätte er die Kirche nicht betreten“ (Vita Karoli , cap. 28). Eine andere Quelle hingegen, die Lorscher Annalen, berichtet von einer Synode der fränkischen und römischen Bischöfe, bei der man dem Frankenherrscher die Kaiserwürde angetragen habe. Möglicherweise bezieht sich die Anmerkung Einhards nicht auf die Kaiserkrönung selbst, sondern auf deren Umstände und ihren protokollarischen Ablauf.[118]

Grandes Chroniques de France, Exemplar König Karls V. von Frankreich, Paris, BN, français 2813, fol. 85v, Paris saec. XIVex: die Kaiserkrönung Karls I.

Karl jedenfalls zog im Sommer 800 nach Rom. Leo III. empfing ihn Ende November weit vor den Toren der Ewigen Stadt und legte am 23. Dezember einen Reinigungseid ab, der ihn von den Vorwürfen der Verschwörer aus Kreisen des Adels entlasten sollte. Inwieweit dieser freiwillig von ihm geleistet wurde, muss dahingestellt bleiben.

Am Weihnachtstag des Jahres 800 wurde Karl von Papst Leo III. in Alt St. Peter zum Kaiser gekrönt.[119] Dieser Titel war seit der Absetzung von Romulus Augustulus im Jahr 476 in Westeuropa nicht mehr geführt worden, wenngleich die nachfolgenden oströmisch/byzantinischen Kaiser zunächst auch im Westen anerkannt wurden. Karls voller Titel ab 800 lautete: Karolus serenissimus Augustus a Deo coronatus magnus pacificus imperator Romanum gubernans imperium, qui et per misericordiam dei rex Francorum atque Langobardorum (frei übersetzt: „Karl, durchlauchter Augustus, von Gott gekrönter, großer Frieden stiftender Kaiser, das römische Reich regierend, von Gottes Gnaden auch König der Franken und Langobarden“). Eine Voraussetzung für die Krönung war die Absetzung des byzantinischen Kaisers durch Irene von Athen (das byzantinische Reich war staatsrechtlicher Nachfolger des Römischen Reiches). Da nach römischem Recht eine Frau nicht Kaiserin sein konnte, sah einigen Quellen zufolge Papst Leo III. den römischen Kaiserthron als vakant an (wenngleich eher machtpolitische Gründe eine Rolle spielten). 802 machte Karl der byzantinischen Kaiserin ein Heiratsangebot, das diese zunächst scheinbar ernsthaft anzunehmen erwog, letztlich aber auf Betreiben des Eunuchen Aëtios, der auf den Thron für seinen Bruder Leon spekulierte, zurückwies.

Als patronus et advocatus der Kirche hatte Karl nun endgültig den byzantinischen Kaiser abgelöst – wie zuvor schon den Langobarden Desiderius. Der Patriarch von Jerusalem schickte die Schlüssel des Heiligen Grabes an Karl I. als symbolische Anerkennung der Schutzherrschaft Karls I. über die Christenheit. Die Krönung zum Kaiser bedeutete somit eine Herausforderung für das byzantinische Kaisertum (Basileus), dem gegenüber Karl die Gleichberechtigung beanspruchte – wenn nicht mehr.

Karl verstand sich als Augustus Imperator Renovati Imperii Romani (Kaiser des erneuerten Römischen Reiches) und somit als direkter Nachfolger der römischen Kaiser. Sein Fränkisches Reich war damit nach Auffassung mancher Gelehrter (allerdings nur ideell, nicht staatsrechtlich, da das oströmisch/byzantinische Reich im Osten weiter Bestand hatte, siehe Zweikaiserproblem) das Nachfolgereich des römischen Kaiserreiches. Die Einheit von Kirche und Reich war nun offiziell Staatsdoktrin. Als Beschützer des Papstes und des christlichen Glaubens war Karl der Große sehr darauf bedacht, dass in seinem Reich jeder das Pater Noster (Vaterunser) kannte. Zeitweilig standen Verunglimpfungen von Priestern oder des Christentums und seiner Symbole sogar unter Todesstrafe.

Auswärtige Beziehungen

797, nach anderen Quellen 801, nahm Karl diplomatische Beziehungen zu Hārūn ar-Raschīd auf, dem Kalifen von Bagdad aus dem Geschlecht der Abbassiden. Sie vereinbarten, den jeweils anderen Glauben bei ihren Untertanen zu dulden, und erwogen eventuelle Bündnisse gegen die Kalifen von Cordoba einerseits bzw. das Oströmische Reich andererseits, die jedoch nie Realität wurden. Der Kalif schenkte Karl einen asiatischen Elefanten namens Abul Abbas.

Nikephoros I., seit 802 byzantinischer Kaiser („Basileus“), empfand die Kaiserwürde Karls als Anmaßung und verweigerte deren Anerkennung. Eine 803 in Konstantinopel eingetroffene fränkische Gesandtschaft musste unverrichteter Dinge wieder heimreisen. Der Konflikt verschärfte sich noch, als Karl die von Byzanz beanspruchten Regionen Dalmatien und Venetien als seinem Machtbereich zugehörig behandelte. Nikephoros entsandte daraufhin 806 die oströmische Flotte und verhängte eine Seeblockade über Venedig. Karls Sohn Pippin, König von Italien, konnte in der Folge jedoch Venedig erobern, was Nikephoros offenbar verhandlungsbereiter machte. Eine Ende 810 in Italien eingetroffene byzantinische Gesandtschaft, die eigentlich den inzwischen verstorbenen König Pippin († 8. Juli 810) hatte erreichen wollen, wurde von Karl nach Aachen bestellt und 811 mit einem freundlichen, in der Kaiserfrage allerdings kompromisslosen Schreiben zurückgeschickt. Bei deren Rückkehr war jedoch der byzantinische Kaiser Nikephoros I. auf einem Bulgarenfeldzug in der Schlacht am Warbiza-Pass gefallen († 26. Juli 811). Sein Schwiegersohn Michael I. Rhangabes riss bald die Macht an sich. Anders als sein Vorgänger war er an einem dauerhaften Übereinkommen mit dem Westen interessiert. Daher entsandte Kaiser Michael I. nun seinerseits eine byzantinische Gesandtschaft nach Aachen, die dort 812 eintraf. In einer öffentlichen Zeremonie huldigte diese Karl dem Großen und nannte ihn „Kaiser“. Damit war das Kaisertum Karls des Großen vom byzantinischen Reich diplomatisch anerkannt. Karl musste im Frieden von Aachen dafür allerdings wieder auf Venetien und Dalmatien verzichten.

Zudem sahen sich die byzantinischen Kaiser weiter als höher stehend an: Die Nachfolger Michaels I. fügten ihrem Titel Kaiser bald den Genitiv der Römer hinzu. Damit sollte ihr einzigartiger Rang als alleinige Nachfolger der römischen Kaiser dokumentiert werden. Die auf Karl den Großen folgenden westlichen Kaiser nannten sich dagegen zunächst nur imperator augustus (erhabener Kaiser). Die Titulatur erhabener Kaiser der Römer (Romanorum imperator augustus) wurde als Kanzleinorm des westlichen Kaisertums erst seit Otto III. benutzt.

Nach dem Sieg des dänischen Königs Göttrik über die Abodriten 808 wurde Nordalbingien´bis zur Eider ins Reich eingegliedert und wieder den Sachsen überlassen.[120] Deren Siedlungsgebiet grenzte Karl nach Osten mit dem Limes Saxoniae gegen das der Abodriten ab. Gegen die Dänen errichtete er die Festung Esesfelth. Daraufhin plünderte Göttrik 810 Friesland und die friesischen Inseln. Nach Göttriks Ermordung 810 schloss sein Nachfolger Hemming mit dem Kaiser Frieden.[121]

Reformen und innere Neuordnung des Reichs

Die Eroberungen Karls des Großen

Mit teilweise tiefgreifenden Reformen, die sein Sohn und Nachfolger Ludwig der Fromme großenteils weiter vorantrieb, ordnete Karl I. das Frankenreich auch im Innern neu. Erstes Ziel war, die Voraussetzungen für eine Verwaltungspraxis auf schriftlicher Grundlage zu schaffen. Aus diesem Grund stand die Bildungsreform am Anfang. Äbte und Bischöfe erhielten durch verschiedene Schreiben (bspw. Epistula de litteris colendis oder Admonitio generalis) den Auftrag, Schulen zu unterhalten. Am Hof wurden Gelehrte aus ganz Europa zusammengezogen, denen wichtige Hofämter, Bistümer und Reichsabteien übertragen wurden. Begabte Schüler konnten hier ihre Bildung vervollkommnen. Der Hof wurde zur Drehscheibe, über die Informationen, persönliche Beziehungen und Bücher vermittelt wurden. Die Stammesherzogtümer schaffte Karl I. ab, wobei die rechtliche Eigenständigkeit der Stämme allerdings gewahrt wurde. Er ordnete überdies die Aufzeichnung der Stammesrechte an. In der Lex Frisionum etwa wurden den Friesen im Nordwesten und Norden des Reiches auf der Grundlage ihrer überkommenen Gesetze und Gepflogenheiten bedeutende Privilegien zugestanden. Sie wurden zu Freien und durften u. a. ihren Podestat selbst wählen. Auch die Einteilung Frieslands in drei klar definierte Bezirke wurde in der – hier beispielhaft angesprochenen – Lex Frisionum festgeschrieben.

Die Reichsverwaltung, die Karl I. zu vereinheitlichen trachtete, übertrug dieser im Wesentlichen seinem Hofklerus und einem neu geschaffenen Dienstadel. Die Hofkapelle war zentrales Verwaltungsorgan der weltlichen und geistlichen Ordnung im Reich. Die Ausführung der Verwaltung des Reiches lag in den Händen der Grafen. Diese fungierten im Rahmen der so genannten Grafschaftsverfassung als königliche Amtsträger bei der Ausübung der Regalien (Grafenbann) und waren in bestimmten Bereichen Stellvertreter des Königs (Mark-, Burg- und Pfalzgrafen). Besondere Bedeutung erlangten die Markgrafen: Sie waren die Regenten in den neu geschaffenen Grenzmarken und hatten in diesem Bereich weitreichende Sonderrechte, etwa als Militärbefehlshaber und Gerichtsherren. Die Landgrafen mussten Wehrpflichtige stellen.

Die Übertragung von Ämtern und Lehen an die führenden Adelsfamilien (die „Großen“) sicherte deren Loyalität und begründete eine neue Reichsaristokratie. Die Grafschaftsverfassung wurde zum wichtigsten Instrument zur Wahrung der Einheit des Reiches, obgleich es an den unterschiedlichen Traditionen im Westen bzw. Osten des Reiches (römische Civitas versus germanischen Gau) seine Grenzen fand.

Mit den Kapitularien wurde zudem eine weitgehend einheitliche Gesetzgebung geschaffen, das Gerichtswesen und die Rechtsprechung reformiert (u. a. Einführung von Rügezeugen und von Schöffen). Die Regierbarkeit von Karls Imperium sollten vor allem so genannte Königsboten, die missi dominici, sichern. Diese wurden meist paarweise entsandt (ein weltlicher und ein geistlicher Vertreter), um Anweisungen und Erlasse des Kaisers durchzusetzen. Sie konnten in einem zugeteilten Bezirk ggf. auch die unmittelbare Reichsgewalt ausüben.

Eine herausragende Rolle bei der Neuordnung und Festigung im Innern spielte die Kirche, die Karl durch den massiven Ausbau der klerikalen Infrastruktur – u. a. wurden zahlreiche neue Bistümer gegründet, wobei sich Karl das Recht vorbehielt, die Bischöfe selbst zu ernennen –, durch umfangreiche Schenkungen, die Bekräftigung des Zehntgebots und durch Reformen zum wahrscheinlich wichtigsten Band der Einheit seines Reiches machte. Die Einführung der Metropolitanverfassung, die regelmäßige Abhaltung von Synoden und die Durchführung von Visitationen, vor allem aber die Hebung des Bildungsstandes des Klerus waren die entscheidenden Maßnahmen zur Beseitigung kirchlicher Missstände. Durch eine unter Leitung Benedikts von Aniane durchgeführte und unter Karls Nachfolger Ludwig dem Frommen weiter vorangetriebene monastische Reform wurden die Benediktregel (ora et labora) sowie einheitliche, die Regel ergänzende Consuetudines für die Klöster verbindlich. Erst jetzt kam es zu einer klaren Abgrenzung der Mönche vom Weltklerus. Für die Kanonikerstifte und Domkapitel wurde die vita communis (das Gemeinschaftsleben von Brüdern) zwingend vorgeschrieben (vgl. Capitula e canonibus excerpta, 813; Institutio canonicorum Aquisgranensis, 816), wodurch auch hier eine strengere Überwachung der Lebensführung ermöglicht wurde, wenn auch die Regeln weniger asketisch ausgerichtet waren als in den Klöstern. Die von Pippin in die Wege geleitete Liturgiereform nach römischem Vorbild wurde weitergeführt. Ziel war, das ursprüngliche, Papst Gregor dem Großen zugeschriebene Sakramentar anstelle der im 8. Jahrhundert in Umlauf gekommenen sogenannten junggelasianischen Sakramentare einzuführen. Papst Hadrian I. sandte auf Bitte Karls ein Musterexemplar nach Aachen, das Sacramentarium Gregorianum-Hadrianum; Benedikt von Aniane oder Alkuin verfassten zur Schließung der Lücken des ganz auf den römischen Stationsgottesdienst zugeschnittenen Gregorianum-Hadrianum das Supplementum Anianense.

Das ehedem gänzlich uneinheitliche Geldwesen wurde ebenfalls reformiert. Die Goldbindung des Geldes wurde aufgegeben, der Silberdenar als reichsweit geltende verbindliche Währung eingeführt. Ein Solidus bzw. Schilling waren 12 Denar; ein Pfund (libra), dessen Gewicht gegenüber dem antiken Maß erhöht wurde, entsprach 20 Solidi. In Karls Münzordnung wurde festgelegt, dass aus einem Pfund Silber 240 Pfennige (Denare) geprägt werden müssen. Der angelsächsische König Offa von Mercien übernahm zur gleichen Zeit diese Regelung, die in England bis 1971 in Kraft war.

Tod und Nachfolge

Der berühmte Quadrigastoff, ein byzantinisches, wohl gegen Ende des achten Jahrhunderts hergestelltes Samitgewebe, gehörte vermutlich zu den bei Karls Bestattung verwendeten Leichentüchern. Ein Teil desselben findet sich heute in der Aachener Domschatzkammer, der andere im Musée national du Moyen Âge, Paris.[122]

Nach altem fränkischem Brauch ordnete Karl 806 seine Nachfolge durch einen Reichsteilungsplan, die sogenannte Divisio Regnorum. Nachdem seine beiden älteren Söhne jedoch früh verstorben waren, erhob Karl 813 seinen – nach damaligem Verständnis – einzigen legitimen Erben Ludwig den Frommen zum Mitkaiser; 814 folgte er seinem Vater in der Herrschaft.

Nach 47-jähriger Herrschaft starb Karl der Große am 28. Januar 814 in Aachen und wurde in der Pfalzkapelle, d. h. der Marienkirche, beigesetzt (weiteres siehe im Abschnitt Grablege). Die Todesursache (Infekt mit Rippenfellentzündung?) ist nicht mit letzter Sicherheit geklärt, doch spricht Einhard in der Vita Karoli, Kap. 30, dazu passend von Fieber, zu welchem Schmerzen in der Seite hinzugekommen seien, so dass Karl nach siebentägigem Krankenlager verschieden sei.

Schon frühzeitig verstand sich Karl als der einzige rechtgläubige Verteidiger und Wahrer der Christenheit, und folgerichtig würdigt ihn die Grabinschrift als imperator orthodoxus, der das regnum Francorum, also das Reich der Franken, edel (nobiliter) erweitert habe.

Ehen und Nachkommen

Das Ehe-, Sexual- und Familienleben Karls I. beruhte zunächst auf den Traditionen des fränkischen Eherechts, das die Monogamie als Voraussetzung legitimer Nachkommenschaft vorsah, allerdings weder die Scheidung noch die Wiederverheiratung ausschloss und auch dem Konkubinat gesellschaftliche Akzeptanz keineswegs versagte.[123] Auf dieser Grundlage folgte Karl teils persönlichen Neigungen, teils waren politische Belange ausschlaggebend. Obwohl er sich als Beschützer der Christenheit verstand, nahm Karl wenig Rücksicht auf die kirchlichen Moralvorstellungen und das darauf aufbauende Kirchenrecht.

Die noch unter dem Einfluss von Karls Mutter Bertrada erfolgte Verstoßung der ersten Ehefrau Himiltrud zugunsten einer Tochter des Langobardenkönigs Desiderius diente dem Ziel einer Festigung des Bündnisses mit diesem und des Ausgleichs mit dem Bayernherzog Tassilo, der ebenfalls ein Schwiegersohn des Desiderius war.[124] Die Trennung von seiner langobardischen Ehefrau folgte offenkundig politischen Entscheidungen im Zusammenhang mit der Neuorientierung der Italien- und Langobardenpolitik.[125] Paradoxerweise war es gerade die Hinwendung zum Papsttum und die dadurch erforderliche Aufkündigung des Bündnisses mit den Langobarden, durch die dieser Verstoß gegen das kirchliche Scheidungsverbot motiviert wurde, der durch die anschließende Wiederheirat mit der Alemannin Hildegard, wohl kaum zufällig einer Verwandten des Bayernherzogs Tassilo, manifest wurde. Kirchenrechtlich waren diese Eheschließungen anstößig, weil sie mit dem christlichen Unauflöslichkeitsprinzip der Ehe unvereinbar waren.

Ebenfalls bedenklich war aus kirchlicher Sicht, dass Karl außer mit seinen Ehefrauen auch sexuellen Umgang mit einer Reihe von Konkubinen pflegte, von denen einige den Status regelrechter Nebenfrauen hatten und ihm auch Nachkommen schenkten, die aber nicht als voll erbberechtigt anerkannt wurden. Außerdem verhinderte Karl, möglicherweise auch aus politischen Gründen, dass seine Töchter heirateten, duldete aber stillschweigend, dass sie mit Mitgliedern der Hofgesellschaft im Konkubinat lebten. Großen Wert legte Karl auf die Bildung seiner Kinder, und zwar unabhängig von deren Geschlecht und Status.[126] Erst nach Karls Tod konnten diese Verhältnisse offen kritisiert werden, zumal sein kirchlich erzogener Sohn Ludwig der Fromme daran Anstoß nahm und als eine seiner ersten Maßnahmen die Konkubinen seines Vaters und deren Kinder vom Hof verbannte und in Klöstern unterbringen ließ.

Scharfe Kritik an Karls Verhalten übt in diesem Zusammenhang die Visio Wettini, ein Visionsbericht über die Geschichte, die der Reichenauer Mönch und Lehrer Wetti unmittelbar vor seinem Tode geschaut haben soll. Dem Bericht zufolge büßt Karl für seine sexuellen Verfehlungen trotz all seiner sonstigen Verdienste in der Hölle, wenn auch seine Erlösung in Aussicht gestellt wird. Die Überlieferung des Berichts erfolgte in einer Prosafassung des Reichenauer Abtes Haito und in einer poetischen Fassung des Reichenauer Mönchs und späteren Abtes Walahfrid Strabo.

Ehefrauen

Ausschnitt aus der Kemptener Klosterchronik von 1499: Hildegard ist gemeinsam mit Karl dem Großen rechts als Begüterin des Kemptener Klosters abgebildet.

Als Nebenfrauen sind bekannt:

  • Madelgard
  • Gerswind
  • Regina (800)
  • Adelind (806)

Nachfahren

Darstellung Karls des Großen in der Chronik des Ekkehard von Aura um 1112/14, Cambridge Corpus Christi, Ms 373, fol. 24r
  • aus seiner Ehe mit Hildegard:
    • Karl der Jüngere (* 772/773; † 811) 788 König in Neustrien
    • Adalhaid (* September 773/Juni 774; † Juli/August 774 in Südgallien)
    • Rotrud (* wohl 775; † 6. Juni 810)
      Bei Karls Sekretär Einhard heißt es, sowohl Rotrud als auch Bertha seien unverheiratet geblieben. Möglicherweise lebten beide Töchter jedoch in Friedelehen, die für Einhard nicht standesgemäß und somit nicht legitim waren.
    • Karlmann (* 777; † 8. Juli 810), als Pippin König von Italien
    • Ludwig der Fromme (* 778; † 840)
      Ludwig I., der Fromme, dessen Linie historisch bedeutsam bleibt, ist seinerseits Vater von Lothar I. (* 795; † 855), Pippin I. (König von Aquitanien; † 838), Ludwig II. († 876), Karl II. (König des Westfrankenreichs, Kaiser 875; † 877) und Gisela (vermählt mit Eberhard von Friaul).
    • Lothar (* Juni/August 778 in Chasseneuil bei Poitiers; † 779)
    • Bertha (* 779/780; † nach 14. Januar 828), 814 vom Hof verwiesen
      Bertha hatte eine Beziehung mit Karls Hofgeistlichem Angilbert, aus der die Kinder Nithard (*um 790; † 844/45) und Hartnid († 813) hervorgingen. Berthas Liaison war Vorbild für die Sage von Eginhard und Emma.
    • Gisela (* 781 vor Mai; † nach 800)
    • Hildegard (* 782 nach 8. Juni; † zwischen 1. und 8. Juni 783)
  • aus seiner Ehe mit Fastrada:
  • von einer unbekannten Frau:
    • Hruodhaid (* wohl 787; † nach 800)
  • aus seiner Verbindung mit Gerswind:
    • Adalthrud
  • aus seiner Verbindung mit Adelind:
    • Theoderich (* 807; † nach 818), 818 geistlich

Kulturelle Bedeutung

Die Epoche Karls des Großen, aber auch er ganz persönlich, hat wesentlich dazu beigetragen, dass der kulturelle Niedergang, der als Folge der Völkerwanderung, des Untergangs des Weströmischen Reiches und der im Frühen Christentum zu beobachtenden bildungsfeindlichen Tendenzen in weiten Teilen Europas eingetreten war, aufgehalten und umgekehrt wurde. Die Eroberung großer Teile Europas eröffnete Karl die Möglichkeit, auf der Grundlage der lateinischen Sprache und Schriftkultur, der antiken Überlieferung und des Christentums eine kulturelle Überformung des gesamten Reiches herbeizuführen, die bis heute nachwirkt und die Entwicklung Europas, anders als etwa Asiens oder Afrikas, zu einem bei allen regionalen Unterschieden vergleichsweise einheitlichen Kulturraum in die Wege geleitet hat. Auch Gebiete, die nie zum Römischen Reich gehört hatten und keinen Anteil an der antiken Stadtkultur besaßen, wie weite Teile des heutigen Deutschlands, wurden von dieser kulturellen Bewegung erfasst, deren wichtigste Träger die vom Herrscher aktiv geförderten Klosterschulen waren (s. o.: Reformen).

Karolingische Renaissance

Das Signum Karls des Großen unter einer am 31. August 790 in Kostheim ausgefertigten Urkunde: Eigenhändig ist nur der v-förmige Vollziehungsstrich innerhalb des rautenförmigen O des sogenannten Karlsmonogramms, durch den die obere Hälfte des O zugleich als A (für KAROLVS) gelesen werden soll. Der lineare Text beiderseits des Kreuzrhombus-Monogramms lautet Signum (M.) Caroli gloriosissimi regis („Siegel des überaus glorreichen Königs Karl“).
Hauptartikel: Karolingische Renaissance

Unter Karls Herrschaft erfuhren Kunst, Literatur, Architektur und Wissenschaft einen ungemeinen Aufschwung. Diese neue Blütezeit wird als Karolingische Renaissance oder auch Karolingische Renovatio bezeichnet; in der neueren Forschung wird aus methodischen Gründen alternativ auch der Ausdruck Karolingische Bildungsreform verwendet.

An seinem Hof versammelte Karl bedeutende Gelehrte seiner Zeit, unter anderem den Angelsachsen Alkuin als Leiter der Hofschule, den Langobarden Paulus Diaconus, Petrus von Pisa, den Westgoten Theodulf von Orléans sowie Angilbert und Einhard (auch: Eginhard – im angelsächsischen Sprachraum wird er regelmäßig so genannt). Hildebold, der erste Erzbischof von Köln, war Karls Kanzler und Erzkaplan seines Hofes. Es entstand hier unter aktiver Beteiligung des Herrschers für wenige Jahrzehnte ein geistiges Zentrum mit einer äußerst stimulierenden kreativen Atmosphäre, das in alle Teile des Reiches ausstrahlte.

Die septem artes liberales sollten gemäß der in der Spätantike entwickelten Konzeption im vollen Umfang wiederhergestellt werden. Das Ziel war kein zweckorientiertes Lernprogramm, sondern eine formale Bildung mit sprachlich-literarischem Schwerpunkt als Ausgangsbasis für lebenslange Weiterbildung. Sie sollte nicht engstirnige Spezialisten hervorbringen, sondern gebildete Persönlichkeiten mit einem geweiteten geistigen Horizont, die zur Übernahme von Leitungsfunktionen befähigt waren. „Mir ist vollkommen klar, dass Bildung um ihrer selbst willen erstrebenswert ist“, so bringt es der vielleicht ausgeprägteste „Humanist“ unter den karolingischen Gelehrten, Lupus von Ferrières, in seinem berühmten Vorstellungsbrief an Einhard (Lupus, epist. 1, 5) um 830 wehmütig auf den Punkt, als die Bildungsidee der karolingischen Renaissance unter Ludwig dem Frommen bereits wieder gefährdet war.

Die karolingische Minuskel

Die von Karls Hof geförderte karolingische Minuskel (Carolina), eine aus Kleinbuchstaben gebildete Buchschrift, war u. a. Vorbild für die heute noch vielfach gebräuchliche Antiqua. Nach Einhard, Vita Karoli, Kap. 29, war Karl der Große auch an der Pflege seiner Muttersprache (lingua propria) sehr interessiert, also des westgermanischen Idioms der Franken (vgl. ripuarische Dialektgruppe, moselfränkische Dialektgruppe, fränkische Sprache, Althochdeutsch). Einhard berichtet, dass Karl die lateinischen Bezeichnungen der Winde und die Monatsnamen selbst ins Fränkische übersetzte, z. B. nannte er den Januar Wintermonat (Wintarmanoth), den Mai Weidemonat (Wunnimanoth), den Dezember Heiligmonat (Heilagmanoth). Karl gab bei seinen Gelehrten angeblich eine Grammatik seiner Muttersprache in Auftrag. Dabei mag es sich auch nur um eine Buchstabenkunde gehandelt haben.

Außerdem ließ Karl „barbarische“ (d. h. germanische bzw. volkssprachliche) „und sehr alte Heldenlieder, in welchen die Taten und Kriege alter Könige besungen wurden, aufschreiben“ (Vita Karoli 29). In welcher Sprache und Form diese Niederschrift zu denken ist (Latein oder Althochdeutsch, Regesten oder Liedform), ist unklar. Diese Sammlung ist aus unbekannten Gründen nicht erhalten geblieben; Karls Sohn Ludwig der Fromme wurde in der Neuzeit manchmal zu Unrecht für ihren Verlust verantwortlich gemacht.

Auch die Sammlung der wichtigsten Rechtstexte, sowohl der Volks- und Stammesrechte als auch der Kapitularien, wurde veranlasst. Wichtige kirchliche Texte wie die lateinische Bibel, die sogenannte Vulgata, die Benediktsregel und das Sakramentar Gregors des Großen wurden von sprachlichen Verwilderungen gereinigt und in Musterexemplaren zur Vervielfältigung bereitgestellt. Von der Hofbibliothek aus wurden seltene Texte den Kathedral- und Klosterbibliotheken zur Abschrift zur Verfügung gestellt. Buchbestände wurden in Bücherverzeichnissen erfasst und Desiderata-Listen erstellt. Dies diente der systematischen Sichtung, Erfassung und Bestandssicherung der gesamten überlieferten Kulturtradition, um auf diesem Fundament weiterbauen zu können.

Pfalzen und Klöster

Modell der Aachener Königspfalz nach Leo Hugot, 1981

Karls Biograph und Leiter der Hofschule Einhard als Nachfolger Alkuins, der 796 den Hof verließ und Abt von Saint-Martin de Tours wurde – möglicherweise im Zusammenhang mit seiner offenen Kritik an des Königs Vorgehen gegen die Sachsen –, berichtet auch von seiner umfangreichen Bautätigkeit. In erster Linie ist damit die „wunderbare“ Pfalzkapelle in der Aachener Pfalz gemeint, die in den letzten 20 Jahren seines Lebens seine Lieblingspfalz wurde, sozusagen eine Art „Hauptstadt“ nördlich der Alpen. Für sie soll er sogar Säulen und großartige Marmorteile aus Rom und Ravenna herbeigeschafft haben lassen.[127] Auch eine Reiterstatue Theoderichs des Großen ließ er aus Ravenna nach Aachen überführen, woran Walahfrid Strabo in seinem Gedicht De imagine Tetrici postum Kritik übte. Außerdem hebt Einhard eine hölzerne Rheinbrücke bei Mainz hervor, die aber leider bald wieder abgebrannt sei, wie auch den Baubeginn zweier Paläste bei Ingelheim und Nijmegen.[128]

Die Klöster u. a. in St. Gallen (in der heutigen Schweiz) und auf der Insel Reichenau (Bodensee) (s. auch: Kloster Reichenau), im einverleibten Bayern St. Emmeram bei Regensburg, in Freising und am Tegernsee (wichtigste Benediktinerabtei Oberbayerns, 817 zu den wohlhabendsten Klöstern im Reich Kaiser Ludwigs des Frommen gezählt), im heute österreichischen Mondsee (dort war auch Salzburg seit den Awarenkriegen 791 bis 799 ein Zentrum der Mission) wie auch in Fulda und in Trier wurden neu gegründet, zu Abteien erhoben oder erfuhren eine erhebliche Steigerung ihrer Bedeutung. Sie waren Hauptträger der Bildungsreform, die Karl in die Wege leiten ließ, und wurden deshalb vielfach ausgebaut und erweitert. Für St. Gallen z. B. war die Zeit vom 9. bis zum 10. Jahrhundert das Goldene Zeitalter. Das dort um das Jahr 790 entstandene lateinisch-deutsche Wörterbuch Abrogans gilt als das älteste deutsche Buch überhaupt. Mönche waren es schließlich auch, die Anfang des 9. Jahrhunderts die Edelrose nach Mitteleuropa einführten und den Gartenbau im Allgemeinen beträchtlich professionalisierten. Die Gründung des Benediktinerklosters Neustadt am Main wurde 772 von Karl dem Großen als Ausbildungskloster für die Sachsenmissionierung initiiert und von Megingaud, der 769 als Bischof von Würzburg zurücktrat, umgesetzt. Am 22. August 781 erfolgte die Weihe des Klosters an der „Neuen Statt“. Laut der Gründungsurkunde des Klosters, waren Karl der Große, Bischof Lullus aus Mainz und Bischof Willibald aus Eichstätt, anwesend. Das Kloster soll dabei Reliquien der hl. Maria und des hl. Martin erhalten haben.

Capitulare de villis

Eine berühmte Quelle für die Wirtschafts-, speziell die Agrar- und Gartenbaugeschichte, ist die Landgüterverordnung Capitulare de villis vel curtis imperii, die Karl der Große als detaillierte Vorschrift über die Verwaltung der Krongüter erließ. Im 70. Kapitel des Capitulare sind 73 Nutzpflanzen einschließlich Heilkräuter und 16 verschiedene Obstbäume beschrieben, die in allen kaiserlichen Gütern von den Verwaltern anzupflanzen waren. Auch hier wird auf Schriftlichkeit der Verwaltung und regelmäßige Rechenschaftslegung gedrungen.

Nachleben

Unter den Herrschern des Mittelalters steht Karl I. auch hinsichtlich des Umfangs und der Bedeutung seines Nachlebens einzigartig da, selbst im Vergleich mit Otto dem Großen, Friedrich Barbarossa oder Friedrich II. Sein Nachleben begann bereits mit der auf Bewahrung der Memoria und Sicherung des Gebetsgedenkens hin ausgerichteten Grablege in der Aachener Pfalzkapelle. Die Krönung der römisch-deutschen Könige und Kaiser war für viele Jahrhunderte auf die Pfalzkapelle fixiert, weil nach mittelalterlichem Denken dem neuen Monarchen nur eine Krönung am Grab Karls des Großen volle Legitimität verleihen konnte. In verschiedenen Konzepten einer europäischen Identität, insbesondere in Vorstellungen von einem „christlichen Abendland“, wird bis heute eine identitätspolitisch geprägte Erinnerungskultur um seine Person gepflegt. Der Internationale Karlspreis zu Aachen ist in dieser Hinsicht ein Preis, der das Gedenken an ihn in den Kontext der heutigen Europapolitik stellt.

Grablege

Karl der Große wurde noch an seinem Todestag in der Aachener Pfalzkapelle bestattet.[129] Der genaue Ort der ursprünglichen Grablege in oder an der Pfalzkapelle ist unbekannt; lange Zeit galt das ehemalige Atrium (d. h. der heutige Westbau der Aachener Domkirche) als die wahrscheinlichste Stelle. Allerdings wurde während einer drei Jahre andauernden Suche bis zum Mai 2010 kein Grab im Bereich des heutigen Domes gefunden. Die ältesten Funde im heutigen Westbau werden auf das 13. Jahrhundert zurückdatiert und sind demnach deutlich jünger als ein mögliches Karlsgrab. Laut Aussagen der Archäologen besteht jedoch die Möglichkeit, dass das Grab noch weiter westlich, unter dem heutigen Domhof, liegen könnte.[130]

Karlsschrein im Aachener Dom

Nach dem Bericht Einhards stellte man über dem Grab einen vergoldeten Arkadenbogen mit einem Bildnis Karls und einer Inschrift auf. Dieses Monument wurde vermutlich kurz vor dem Normanneneinfall von 882 entfernt, damit Karls Grab nicht gefunden und geplündert werden konnte. Bei seinem Aachen-Aufenthalt im Mai 1000 ließ Otto III. das Grab Karls des Großen suchen und öffnen. Drei Quellen zufolge (Chronik des Thietmar von Merseburg, Chronik von Novalese, Chronik des Ademar von Chabannes) wurde bei dieser Graböffnung Karls Leichnam in einer Grabkammer auf einem Thron sitzend gefunden. Die Glaubwürdigkeit dieser Angabe hat große Kontroversen ausgelöst, da eine Sitzbestattung Karls auf einem Thron im Jahre 814 sehr ungewöhnlich gewesen wäre und auch durch den archäologischen Befund nicht erhärtet wird.

Bei Karls Heiligsprechung im Jahre 1165 und der damit verbundenen Erhebung seiner Gebeine musste sein Grab ein zweites Mal gesucht werden. Kaiser Friedrich Barbarossa zufolge verhalf eine „göttliche Eingebung“ bei der Entdeckung des zum Schutz vor Feinden unkenntlich gemachten Grabes.[131] Barbarossas Enkel Friedrich II. überführte 1215 die Gebeine Karls in den vergoldeten Karlsschrein, der heute im Chor des Aachener Doms steht.

Umstritten ist, wann Karls Gebeine in dem ebenso berühmten, heute in der Aachener Domschatzkammer ausgestellten römischen Proserpina-Sarkophag aus dem 3. Jahrhundert bestattet wurden. Der Historiker Dieter Hägermann hielt eine 814 erfolgte Beisetzung Karls in diesem Sarkophag für fraglich, da für 814 die Bodenbestattung Karls sicher bezeugt ist, nicht aber der Marmorsarkophag; außerdem habe man einen so prächtigen reliefgeschmückten Sarkophag schwerlich im Boden der Pfalzkapelle versenkt. Hägermann vermutete daher, dass der Proserpina-Sarkophag erst 1165 nach Aufdeckung des Karlsgrabes durch Friedrich I. Barbarossa zur Aufbewahrung der Gebeine Karls verwandt wurde, bis diese dann später teils in den vergoldeten Karlsschrein, teils in ein Armreliquiar gelangten.[132]

Sagen

Statue Karls des Großen in der Krypta des Zürcher Grossmünsters

Um das Leben und Wirken Karls des Großen entstanden nach seinem Tod viele Sagen, unter anderem der Karlszyklus mit dem Rolandslied. Als lateinisches Pendant zum altfranzösischen Rolandslied wurde zwischen 1130 und 1140 die Historia Karoli Magni et Rotholandi geschrieben, heute besser bekannt unter dem Namen Pseudo-Turpin, da der Text den Erzbischof Turpin (auch: Tilpin) von Reims (Amtszeit etwa 748 bis 794) als seinen Verfasser ausgibt. Neben dem Rolandstoff enthält der Pseudo-Turpin die Legende, dass Karl nach Santiago de Compostela zum Grab des hl. Jakobus gezogen sei und es von den Sarazenen befreit habe. Der historische Karl ist demgegenüber nie nach Compostela gekommen, und seine Kämpfe im Norden Spaniens im Jahre 778 verliefen nicht sehr ruhmreich, vgl. oben unter Kriegszüge gegen die Mauren. Um 1200 wurde die Historia Karoli Magni et Rotholandi von einem unbekannten Verfasser unter dem Titel Karolellus in Hexameter übertragen.[133]

Weiter entstand im Hochmittelalter die Legende, dass Karl der Große ins Heilige Land gezogen sei, die Heiden aus Jerusalem vertrieben habe und dafür wertvolle Reliquien geschenkt bekommen habe, darunter die Dornenkrone Christi. Nachdem das Motiv der Orientreise Karls bereits in der Chronik Benedikts von S. Andrea am Ende des 10. Jahrhunderts erscheint, begegnet die voll ausgebildete Legende erstmals in der 1053/54 im Kloster Saint-Denis verfassten Descriptio clavi et corone domini (lat. für Beschreibung des [Kreuz-]nagels und der [Dornen-]krone des Herrn). Der historische Karl ist jedoch niemals nach Jerusalem gereist, hatte aber tatsächlich für seine diplomatischen Bemühungen um das Wohlergehen der Christen im Heiligen Land einige Reliquien aus dem heiligen Grab erhalten.[134]

Die Gräber der Zürcher Stadtpatrone Felix und Regula sollen von Karl dem Großen wiederentdeckt worden sein. Dieser habe einst einen Hirsch von Aachen bis nach Zürich verfolgt, als sein Pferd plötzlich in die Knie ging, um den Gräbern der Heiligen die Reverenz zu erweisen. Karl habe darauf die Gebeine heben lassen und zur Ehre der Heiligen die Kirche und die Propstei Grossmünster gegründet. Die Gräber der Heiligen waren bis zur Reformation in der sog. Zwölfbotenkapelle für die Pilger zugänglich. In der gleichen Kapelle wurden auch Reliquien Karls des Großen aufbewahrt, die 1233 nach Zürich überführt worden waren.

Heiligsprechung

1165 folgte die Heiligsprechung Karls des Großen und die Erhebung seiner Gebeine in Aachen. Die Initiative für diese Heiligsprechung ging von den Aachener Stiftsklerikern aus.[135] Diese Heiligsprechung wurde von Papst Alexander III. nicht akzeptiert, so dass sein Gedenktag, der 28. Januar, nie offiziell anerkannt wurde. Doch hat die Kurie danach nie Einspruch gegen diese Heiligsprechung erhoben; vielmehr wird seit 1176 die Verehrung Karls als Seligen in den Städten Aachen und Osnabrück von der katholischen Kirche geduldet.[136] Die Karlsverehrung hatte ihren Höhepunkt im späten Mittelalter. Heute noch tragen Kirchen Karls Namen, so etwa die Pfarrkirche im westfälischen Wiedenbrück St. Caroli Magni et beati Aegidii.

Noch heute wird Karl zu Ehren in Aachen das alljährliche Karlsfest begangen. Im Aachener Dom – hier im Rahmen des Karlsfestes – und im Frankfurter Kaiserdom wird jährlich ein sogenanntes Karlsamt nach einer aus dem 15. Jahrhundert überlieferten Liturgie gehalten.

Anders als in der römisch-katholischen Kirche wurde der Gedenktag Karls am 28. Januar von der Evangelischen Kirche in Deutschland offiziell anerkannt: Er ist seit der Einrichtung des Evangelischen Namenkalenders im Jahre 1969 in diesem enthalten.[137]

Bildliche Darstellungen

Idealbild Karls des Großen mit erst lange nach seinem Tod hergestellten Teilen der Reichskleinodien, gemalt 1513 von Albrecht Dürer im Auftrag seiner Vaterstadt Nürnberg
Steinrelief (um 1125) mit einem Bildnis Karls des Großen in der ehemaligen Klosterkirche der Benediktiner in Neustadt am Main
Karlsstatuen der Mein Karl-Installation von Ottmar Hörl zum Karlsjahr in Aachen

Von Karl dem Großen ist kein zeitgenössisches Bildnis überliefert. Eine der ältesten Darstellungen Karls findet sich im Sakramentar Karls des Kahlen aus der Zeit um 870, das ihn in karolingischer Kleidung zeigt und somit eine repräsentative Darstellung eines Hochadeligen der Karolingerzeit bietet (siehe oben). Eine Kopie des 10. Jahrhunderts nach verlorenem Original aus der Zeit Ludwigs des Frommen zeigt Karl den Großen im Disput mit König Pippin von Italien. Aus der Zeit Karls des Kahlen (jüngere Metzer Schule um 870) stammt die berühmte bronzene Reiterstatuette des Louvre in Paris, die wahrscheinlich als ein Erinnerungsbild Karls des Großen, möglicherweise aber auch als eine Darstellung Karls des Kahlen selbst anzusprechen ist.

Seitdem wurden jeweils dem Stil der jeweiligen Zeit entsprechende Imaginationen über Karl und sein Aussehen produziert, die jedoch nichts mit der Realität zu tun hatten, dafür aber wichtige Zeugnisse der Rezeptionsgeschichte darstellen und als Projektionen von Sehnsüchten, Legitimationsbedürfnissen und Machtphantasien der jeweiligen Zeit auf je eigene Geschichtsbilder zu interpretieren sind.

Besondere Bedeutung kommt der nach 1349 in Aachen geschaffenen, von Karls IV. in Auftrag gegebenen gotischen Karlsbüste im Aachener Domschatz zu. Sie beherbergt nach der von der Forschung bestätigten Tradition als Kopfreliquiar die Schädelkalotte des Herrschers und ist im Stile französischer Königsbildnisse gehalten. Dabei handelt es sich auch hier um eine idealisierte Darstellung und kein Porträt desselben.[138]

Typisch für die Darstellungen Karls des Großen in der Historienmalerei, die seit dem 19. Jahrhundert, dem Zeitalter des Historismus, durchaus mit einem wissenschaftlichen Wahrheitsanspruch auftrat – Theoretiker der Gattung wie Max Schasler[139] bemühten die Kategorie des Wahrscheinlichen – und sogar Eingang in die Geschichtsbücher der Zeit fand, sind z. B. Albrecht Dürers Bildtafel, die sich heute im Germanischen Nationalmuseum befindet, oder die Fresken Alfred Rethels im Rathaussaal zu Aachen (Entwürfe 1840-45;[140] Ausführung 1847-51; nach Rethels Erkrankung Vollendung des Zyklus durch Rethels Schüler Joseph Kehren in abweichender Stilisierung). Auch im Frankfurter Römer (Philipp Veit) und in der Münchner Residenz (Julius Schnorr von Carolsfeld) entstanden damals Kaisersäle mit Bildnissen Karls I..[141]

Eine historisierende Skulptur Karls des Großen hat Johann Nepomuk Zwerger 1843 für die Alte Brücke in Frankfurt am Main geschaffen, offensichtlich in Anlehnung an das Dürer-Porträt.

Auffällig ist die wortwörtlich zu verstehende Überhöhung seiner Person schon in der Ottonenzeit.

Von europäischer Bedeutung ist der 1996 gefundene goldene Solidus, die bisher einzige gefundene Goldmünze mit dem Bildnis Karls des Großen, die im Museum der Ingelheimer Kaiserpfalz verwahrt wird.

Beispiele für Statuen und Denkmale Karls:

Eine Gedenktafel für ihn fand Aufnahme in die Walhalla bei Regensburg.

Der Name als Titel

Ähnlich wie die Eigennamen Caesars und Augustus’ später zu Herrschertiteln wurden, fand vermutlich auch der Name Karls des Großen Eingang in viele slawischen Sprachen: Abgeleitet von der lateinischen Form Carolus wurde im Russischen korol, im Polnischen król, im Tschechischen král und im Serbischen, Kroatischen und Slowenischen kralj zur Bezeichnung für König. Der türkische Begriff kral für König stammt ebenfalls von Karl ab.

Wiederentdeckter, möglicher Karlsthron

Im Februar 2005 entdeckte die Archäologin Mechthild Schulze-Dörrlamm vom Römisch-Germanischen Zentralmuseum in Mainz in einem Magazin des dortigen Landesmuseums das Fragment einer mit Randdekoren verzierten Seitenlehne eines Kalksteinsitzes, der übereinstimmend als Königsthron, in diesem Zusammenhang möglicherweise Karls des Großen, interpretiert wird. Gegen diese Interpretation spricht allerdings, dass Mainz als karolingische Kaiserpfalz nicht belegt ist. Aufgrund der Dekoration wird das Fragment in die zweite Hälfte des 8. Jahrhunderts datiert. Damit war es möglicherweise Teil eines Thrones, der älter als der Aachener Königsthron Karls des Großen ist und der lange Zeit als ältester Thron auf dem Gebiet des heutigen Deutschland galt.

Das Fragment lagerte nach seiner Ausgrabung im Jahre 1911 unerkannt im Magazin des Museums. Gefunden wurde es in der Mainzer Innenstadt; sein Fundort lag in der Nähe des im Jahre 1880 bei Straßenbauarbeiten entdeckten Kaiserinnenschmucks aus der Mitte des 11. Jahrhunderts sowie in der Nähe eines weiteren Schatzfundes aus dem Jahre 1904.

Quellenlage

Die Quellenlage für die Zeit Karls des Großen ist, gerade verglichen mit anderen frühmittelalterlichen Herrschern, vergleichsweise günstig. Die wichtigste erzählende Quelle für das Leben und die Zeit Karls ist die von seinem Vertrauten Einhard verfasste Vita Karoli Magni.[142] Die Entstehungszeit der Biographie ist in der Forschung bis heute umstritten. Annahmen reichen von einer extremen Frühdatierung 817 bis hin in das Jahr 836.[143] Einhard hat sich bei der Abfassung von den berühmten Kaiserbiographien des römischen Schriftstellers Sueton inspirieren lassen, wenngleich er seinem antiken Vorbild nicht sklavisch folgte; stilistisch ist der Einfluss Ciceros nachweisbar.[144] Die Biographie stellte Karl in einem sehr positiven Licht dar und erfreute sich offenbar großer Beliebtheit, denn sie ist in über 100 Handschriften überliefert. Die Vita ist aber nicht nur „das bedeutendste Beispiel für die nachantike Suetonrezeption“,[145] sondern auch bis heute „eine Schlüsselquelle der Karolingerzeit“.[146]

Eine weitere zentrale Quelle stellen die sogenannten Annales regni Francorum dar. Bei diesen „Reichsannalen“ handelt es sich um im Umkreis der königlichen Hofkapelle in verschiedenen Stufen verfasste Annalen, die jahrweise die wichtigsten politischen Ereignisse von 741 bis 829 vermerken. Die frühen Einträge wurden zwischen 787 und 793 rückblickend fertiggestellt, während die folgenden Ereignisse jährlich festgehalten wurden. Nach Karls Tod wurden die Reichsannalen teils inhaltlich und stilistisch überarbeitet; diese überarbeitete Fassung wurde in der älteren Forschung irrtümlich Einhard zugeschrieben und wird daher oft als Einhardsannalen bezeichnet. Die Reichsannalen sind eine wichtige, aber teilweise auch recht problematische Quelle, da sie gezielt die offizielle Sichtweise des Hofes dokumentieren sollten.[147] In diesem Zusammenhang wurden manche Fakten umgeschrieben, wenngleich die überarbeitete Fassung der Reichsannalen auch Fehlschläge Karls schildert.

Weitere pro-karolingische Quellen stellen die Fortsetzung der Fredegarchronik (Continuatio Fredegarii, eine bis 768 reichende karolingische Hauschronik) und die Annales Mettenses priores („ältere Metzer Annalen“) dar. Hinzu kommen kleinere Annalen, so die Annales Petaviani (bis 799) und die Annales Laureshamenses (bis 803). Notkers Gesta Karoli ist eine im späten 9. Jahrhundert entstandene Schilderung der Taten Karls in zwei (von geplanten drei) Büchern, die jedoch bereits den Übergang zur Mythenbildung um Karl darstellt und nicht mehr auf Faktendarstellung ausgelegt war.

Hinzu kommen mehrere Gedichte und Epen zu Karl, von denen besonders das noch zu seinen Lebzeiten entstandene Paderborner Epos sowie der Ende des 9. Jahrhunderts dichtende Poeta Saxo zu nennen ist. Aus karolingischer Zeit erhalten sind auch mehrere Briefe Alkuins und Einhards. Des Weiteren stehen Quellen aus dem kirchlichen Bereich zur Verfügung: Beschlüsse von Synoden und Konzilien, kirchliche Korrespondenz sowie kirchenrechtliche und kirchenpolitische Schriften (wie die Libri Carolini).

Von den erhaltenen 262 Urkunden, die Karl als Aussteller angeben, sind 98 als Fälschung anzusehen.[148] Von Bedeutung sind die gesetzesartigen Erlasse, die sogenannten Kapitularien, sowie von Karl erlassene Gesetze (Leges). Hinzu kommen Münzen und kunsthistorische Quellen wie Kunstwerke und karolingische Bauten.[149]

Quellen

  • Reinhold Rau (Hrsg.): Quellen zur Karolingischen Reichsgeschichte. Lat.-dt. Bd. 1. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1955 [enthält Einhards Biographie und die Reichsannalen]; Bd. 3, Darmstadt 1960 [enthält Notkers Biographie].
  • Die Urkunden der Karolinger. 1. Bd. Die Urkunden Pippins, Karlmanns und Karls des Großen. Unter Mitwirkung von Alfons Dopsch, Johannes Lechner, Michael Tangl bearbeitet von Engelbert Mühlbacher. Hannover 1906.
  • Hubert Mordek, Klaus Zechiel-Eckes und Michael Glatthaar (Hrsg.): Die Admonitio generalis Karls des Großen. Hahn, Hannover 2012, ISBN 978-3-7752-2201-3.

Literatur

Überblicksdarstellungen

  • Sigurd Abel, Bernhard Simson: Jahrbücher des Fränkischen Reiches unter Karl dem Großen. Bd. 1. Leipzig 1888 (2. Aufl., bearbeitet von Simson), Bd. 2. Leipzig 1883; ND Berlin 1969. (hinsichtlich der politischen Geschichte immer noch grundlegend, als Gesamtüberblick jedoch veraltet)
  • Matthias Becher u.a.: Das Reich Karls des Großen. Theiss, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-8062-2507-5.
  • Jörg W. Busch: Die Herrschaften der Karolinger 714–911. Oldenbourg, München 2011, ISBN 978-3-486-55779-4.(sehr knapper Überblick mit Forschungsteil und Bibliographie)
  • Johannes Fried: Der Weg in die Geschichte. Die Ursprünge Deutschlands bis 1024 (Propyläen Geschichte Deutschlands, Bd. 1). Propyläen, Berlin 1994, ISBN 3-549-05811-X. (originelle, teilweise von der communis opinio abweichende Darstellung)
  • Rosamond McKitterick (Hrsg.): The New Cambridge Medieval History. Volume 2, c. 700–c. 900. Cambridge University Press, Cambridge 1995. (umfassendes Überblickswerk zur europäischen Geschichte dieser Zeit)
  • Pierre Riché: Die Karolinger. Eine Familie formt Europa. Reclam, Stuttgart 1999, ISBN 3-15-010463-7. (Standardwerk zur Geschichte der Karolinger)
  • Rudolf Schieffer: Die Karolinger. 4. überarbeitete und erweiterte Auflage. Kohlhammer, Stuttgart 2006, ISBN 3-17-019099-7. (Standardwerk zur Geschichte der Karolinger)
  • Rudolf Schieffer: Die Zeit des karolingischen Großreichs (714–887). Klett-Cotta, Stuttgart 2005, ISBN 3-608-60002-7.
  • Rudolf Schieffer: Christianisierung und Reichsbildung. Europa 700–1200. C.H. Beck, München 2013, ISBN 978-3406653759. (knappes, aktuelles Überblickswerk mit gesamteuropäischer Perspektive)

Biographien

Spezialstudien

  • Deutsches Historisches Museum (Hrsg.): Kaiser und Kalifen. Karl der Große und die Welt des Mittelmeers. Zabern, Darmstadt 2014. (Sammlung von aktuellen Beiträgen zu den Beziehungen zwischen Frankenreich, Byzanz und Kalifat um 800)
  • Matthias Becher: Das Kaisertum Karls des Großen zwischen Rückbesinnung und Neuerung. In: Hartmut Leppin, Bernd Schneidmüller, Stefan Weinfurter (Hrsg.): Kaisertum im ersten Jahrtausend. Schnell & Steiner, Regensburg 2012, S. 251–270.
  • Peter Classen: Karl der Große, das Papsttum und Byzanz. Die Begründung des karolingischen Kaisertums. Hrsg. von H. Fuhrmann und C. Märtl (Beiträge zur Geschichte und Quellenkunde des Mittelalters; Band 9). 2. Auflage. Thorbecke, Sigmaringen 1988, ISBN 3-7995-5709-1. (grundlegend zum Kaisertum und zur Kaiserkrönung)
  • Rudolf Schieffer: Neues von der Kaiserkrönung Karls des Großen (Sitzungsbericht der bayerischen Akademie der Wissenschaften. Philologisch-historische Klasse 2004, 2). München 2004.

Kataloge und Sammelbände

  • Frank Pohle u.a. (Hrsg.): Karl der Grosse. 3 Bände. Sandstein Verlag, Dresden 2014, ISBN 978-3954980949. (Katalog und Essayband mit aktuellen Beiträgen zu zahlreichen Einzelaspekten)
  • Wolfgang Braunfels u. a. (Hrsg.): Karl der Große. Lebenswerk und Nachleben. 4 Bände und Registerband. Düsseldorf 1967. (wichtiges Referenzwerk)
  • Paul L. Butzer u. a. (Hrsg.): Karl der Große und sein Nachwirken. 1200 Jahre Kultur und Wissenschaft in Europa. 2 Bände. Brepols, Turnhout 1997, ISBN 2-503-50673-9.
  • Franz-Reiner Erkens (Hrsg.): Karl der Große und das Erbe der Kulturen. Akten des 8. Symposiums des Mediävistenverbandes Leipzig 15.–18. März 1999. Akademie Verlag, Berlin 2001, ISBN 3-05-003581-1.
  • Johannes Fried u. a. (Hrsg.): 794 – Karl der Große in Frankfurt. Ein König bei der Arbeit. Ausstellung zum 1200-Jahre-Jubiläum der Stadt Frankfurt am Main. Thorbecke, Sigmaringen 1994, ISBN 3-7995-1204-7.
  • Peter Godman, Jörg Jarnut, Peter Johanek (Hrsg.): Am Vorabend der Kaiserkrönung. Das Epos „Karolus Magnus et Leo Papa“ und der Papstbesuch von 799. Akademie Verlag, Berlin 2002.
  • August Heuser, Matthias Thomas Kloft (Hrsg.): Karlsverehrung in Frankfurt am Main. Eine Ausstellung des Dommuseums Frankfurt und des Historischen Museums Frankfurt. Frankfurt 2000, ISBN 3-921606-41-1.
  • Christoph Stiegemann, Matthias Wemhoff (Hrsg.): 799. Kunst und Kultur der Karolingerzeit. Karl der Große und Papst Leo III. in Paderborn. Katalog der Ausstellung in Paderborn 1999. 3 Bände. Philipp von Zabern, Mainz 1999, ISBN 3-8053-2456-1.
  • Joanna Story (Hrsg.): Charlemagne. Empire and Society. Manchester University Press, Manchester 2005, ISBN 0-7190-7088-0.

Rezeption

  • Gerd Althoff (Hrsg.): Die Deutschen und ihr Mittelalter. Themen und Funktionen moderner Geschichtsbilder vom Mittelalter. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1992.
  • Bernd Bastert (Hrsg.): Karl der Große in den europäischen Literaturen des Mittelalters. Konstruktion eines Mythos. Max Niemeyer, Tübingen 2004, ISBN 3-484-64025-1.
  • Wolfgang Braunfels u.a. (Hrsg.): Karl der Große. Lebenswerk und Nachleben, Bd. 4 Nachleben. L. Schwann, Düsseldorf 1967.
  • Franz-Reiner Erkens (Hrsg.): Karl der Große in Renaissance und Moderne. Zur Rezeptionsgeschichte und Instrumentalisierung eines Herrscherbildes (Das Mittelalter. Perspektiven mediävistischer Forschung. Zeitschrift des Mediävistenverbandes 4, 1999, Heft 2). Akademie Verlag, Berlin 1999.
  • Jörg Jarnut: Karl der Große. Mensch, Herrscher, Mythos. Ein Rückblick nach 1200 Jahren (Paderborner Universitätsreden 66). Gesamthochschule Paderborn, Paderborn 1999 (auch in: Informationes Theologiae Europae 8, 1999, S. 11-24).
  • Thomas Kraus, Klaus Pabst (Hrsg.): Karl der Große und sein Nachleben in Geschichte, Kunst und Literatur. In: Zeitschrift des Aachener Geschichtsverein 104/105, 2002/2003. (mit aktuellen und thematisch breit gefächerten Beiträgen zur Rezeptionsgeschichte)
  • Lieselotte-E. Saurma-Jeltsch: Karl der Große als vielberufener Vorfahr. Sein Bild in der Kunst der Fürsten, Kirchen und Städte (Schriften des Historischen Museums 19). Sigmaringen 1994.
  • Bernd Schneidmüller: Sehnsucht nach Karl dem Großen. Vom Nutzen eines toten Kaisers für die Nachgeborenen. Die politische Instrumentalisierung Karls des Großen im 19. und 20. Jahrhundert. In: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 51, 2000, S. 284–301.

Weblinks

 Commons: Karl der Große – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Karl der Große – Quellen und Volltexte

Anmerkungen

  1. In der älteren Forschung wurde als Geburtsjahr oft 742 angenommen, doch tendiert man in der neueren Forschung mehrheitlich zu 747/48, vgl. Rosamond McKitterick: Charlemagne. Cambridge 2008, S. 72. Siehe auch die Ausführungen im Lebensabschnitt.
  2. Vgl. Johannes Fried: Karl der Große. Gewalt und Glaube. Eine Biographie. München 2013, S. 20.
  3. Dieter Hägermann: Karl der Große. Herrscher des Abendlandes. Berlin u.a. 2000, S. 9.
  4. Zu den Merowingern siehe etwa Eugen Ewig: Die Merowinger und das Frankenreich. 5. Aufl., Stuttgart 2006; Ian N. Wood: The Merovingian Kingdoms. London 1994.
  5. Rudolf Schieffer: Die Karolinger. 4. Auflage, Stuttgart 2006, S. 11ff.
  6. Zu dieser Entwicklung vgl. Rudolf Schieffer: Die Karolinger. 4. Auflage, Stuttgart 2006, S. 26ff.; Rudolf Schieffer: Die Zeit des karolingischen Großreichs (714–887). Stuttgart 2005, S. 18ff.
  7. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 27.
  8. Einhard, Vita Karoli 30.
  9. Karl Ferdinand Werner: Das Geburtsdatum Karls des Großen. In: Francia 1, 1973, S. 115–157 (hier online).
  10. Matthias Becher: Neue Überlegungen zum Geburtsdatum Karls des Großen. In: Francia 19, 1992, S. 37–60 (hier online).
  11. Vgl. etwa Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 39–41; Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 34; Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 55.
  12. Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 56. Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 35, hält (in Anknüpfung an eine Annahme Karl Ferdinand Werners aufgrund der Reisewege Pippins) den Raum um die Pfalz Ver zwischen Paris und Compiegne für den möglichen Geburtsort. Vgl. zu den erwogenen Geburtsorten auch Sigurd Abel, Bernhard Simson: Jahrbücher des Fränkischen Reiches unter Karl dem Großen. Band 1. 2. Aufl. Berlin 1888, S. 14ff.
  13. Vgl. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 41f.
  14. Einhard, Vita Karoli 4.
  15. Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 33.
  16. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 42–45; Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 33ff.; Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 57ff.
  17. Verlust eines Milchzahns, vgl. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 42f.
  18. Zu Konstantins Westpolitik vgl. Ilse Rochow: Kaiser Konstantin V. (741–775). Frankfurt am Main u. a. 1994, S. 105ff.
  19. Zur Reise Stephans und den Hintergründen vgl. Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 63ff.; Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 70–73.
  20. Continuatio Fredegarii, c. 36.
  21. Liber Pontificalis 94, 25.
  22. Vgl. dazu Philippe Buc: Nach 754 - Warum weniger die Handelnden selbst als eher die Chronisten das politische Ritual erzeugten - und warum es niemanden auf die wahre Geschichte ankam. In: Bernhard Jussen (Hrsg.): Die Macht des Königs. Herrschaft in Europa vom Frühmittelalter bis in die Neuzeit. München 2005, S. 27–37.
  23. Josef Semmler: Der Dynastiewechsel von 751 und die fränkische Königssalbung. Düsseldorf 2003, bestritt eine Königssalbung 751 und ging bei der Salbung im Jahr 754 von einer „postbaptismalen Taufsalbung“ aus, doch ist Semmlers These bis heute umstritten. Zur Forschungsdiskussion vgl. auch Jan Clauss: Die Salbung Pippins des Jüngeren in karolingischen Quellen vor dem Horizont biblischer Wahrnehmungsmuster. In: Frühmittelalterliche Studien 46, 2012, S. 391–417.
  24. Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 68f.
  25. Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 70f.
  26. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 44.
  27. Vgl. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 43 (eher zurückhaltend) bzw. Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 44 (bejahend).
  28. Vgl. dazu auch Ian N. Wood: Administration, law and culture in Merovingian Gaul. In: Rosamond McKitterick (Hrsg.): The Uses of Literacy in Early Mediaeval Europe. Cambridge u. a. 1990, S. 63ff.
  29. Einhard, Vita Karoli 25.
  30. Vgl. dazu (mit positiver Einschätzung) Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 42–55.
  31. Rudolf Schieffer: Die Zeit des karolingischen Großreichs (714–887). Stuttgart 2005, S. 26.
  32. Rudolf Schieffer: Die Karolinger. 4. Auflage, Stuttgart 2006, S. 66.
  33. Rudolf Schieffer: Die Karolinger. 4. Auflage, Stuttgart 2006, S. 67.
  34. Annales regni Francorum (im Folgenden: Reichsannalen) 768; Annales Petaviani 768.
  35. Einhard, Vita Karoli 3.
  36. Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 123; Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 75.
  37. Reichsannalen 768.
  38. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 46.
  39. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 47.
  40. Reichsannalen 769.
  41. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 47; Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 82.
  42. Vgl. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 47.
  43. Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 125–127.
  44. Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 85.
  45. Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 128f.; Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 85f.
  46. Vgl. Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 130; Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 86.
  47. Dieter Hägermann: Karl der Große. Berlin 2000, S. 82.
  48. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 48f.
  49. Einhard, Vita Karoli 3.
  50. Liber Pontificalis 97,5ff.
  51. Liber Pontificalis 97,22; vgl. die Reichsannalen zum Jahr 773. Zu Hadrian siehe auch die gut kommentierte und eingeleitete Übersetzung der Papstvita bei Raymond Davis: The Lives of Eighth-Century Popes (Liber Pontificalis). The Ancient Biographies of nine Popes from AD 715 to AD 817. 2. Aufl. Liverpool 2007, S. 106ff.
  52. Einhard, Vita Karoli 6. Vgl. dazu Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 87f.
  53. Ausführlich dazu siehe Bernard S. Bachrach: Charlemagne's Early Campaigns (768-777). A Diplomatic and Military Analysis. Leiden 2013, S. 246ff.
  54. Zum Italienfeldzug vgl. etwa Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 131ff. sowie Sigurd Abel, Bernhard Simson: Jahrbücher des Fränkischen Reiches unter Karl dem Großen. Band 1. 2. Aufl. Berlin 1888, S. 141ff. (mit allen einschlägigen Quellenbelegen).
  55. Vgl. dazu Bernard Bachrach: Charlemagne's Early Campaigns (768-777). A Diplomatic and Military Analysis. Leiden 2013, S. 310ff.
  56. Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 90.
  57. Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 132. Stefan Weinfurter (Karl der Große. München 2013, S. 88) hält nur ihr Verschwinden aus der Überlieferung fest. Wilfried Hartmann (Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 83f.) geht von einer Klosterhaft aus.
  58. Liber Pontificalis 97,35.
  59. Zum Einzug in Rom vgl. ausführlich Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 133ff.
  60. Liber Pontificalis 97,37f.
  61. Liber Pontificalis 97,39.
  62. Vgl. Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 135; Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 89f.
  63. Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 90.
  64. Überblick bei Matthias Springer: Die Sachsen. Stuttgart 2004.
  65. Matthias Springer: Die Sachsen. Stuttgart 2004, S. 135ff.
  66. Einhard, Vita Karoli 7.
  67. Matthias Becher: Gewaltmission. Karl der Große und die Sachsen. In: Christoph Stiegemann u.a. (Hrsg.): CREDO: Christianisierung Europas im Mittelalter. Bd. 1. Petersberg 2013, hier S. 321.
  68. Vgl. Matthias Becher: Gewaltmission. Karl der Große und die Sachsen. In: Christoph Stiegemann u.a. (Hrsg.): CREDO: Christianisierung Europas im Mittelalter. Bd. 1. Petersberg 2013, hier S. 321f.
  69. So bezeichnet von Johannes Fried (Karl der Große. München 2013, S. 153) und Stefan Weinfurter (Karl der Große. München 2013, S. 104).
  70. Timothy Reuter: Plunder and Tribute in the Carolingian Empire. In: Transactions of the Royal Historical Society 35 (1985), S. 75–94.
  71. Aktueller Überblick bei Matthias Becher: Gewaltmission. Karl der Große und die Sachsen. In: Christoph Stiegemann u.a. (Hrsg.): CREDO: Christianisierung Europas im Mittelalter. Bd. 1. Petersberg 2013, S. 321–329. Des Weiteren siehe Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 153ff.; Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 103ff.; Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 98–106. Vgl. außerdem Bernard Bachrach: Charlemagne's Early Campaigns (768-777). A Diplomatic and Military Analysis. Leiden 2013, S. 177ff. und S. 427ff.
  72. Reichsannalen 772. Die Einzelheiten sind allerdings unklar; so berichten etwa nur die Reichsannalen im Eintrag für das Jahr 772, dass Karl dort Gold und Silber vorfand.
  73. Vgl. Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 104f.
  74. Vgl. Matthias Becher: Gewaltmission. Karl der Große und die Sachsen. In: Christoph Stiegemann u.a. (Hrsg.): CREDO: Christianisierung Europas im Mittelalter. Bd. 1. Petersberg 2013, S. 322 sowie Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 99.
  75. Einhardsannalen 775.
  76. Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 108f.
  77. Vgl. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 100.
  78. Matthias Becher: Gewaltmission. Karl der Große und die Sachsen. In: Christoph Stiegemann u.a. (Hrsg.): CREDO: Christianisierung Europas im Mittelalter. Bd. 1. Petersberg 2013, S. 325.
  79. Reichsannalen bzw. Einhardsannalen 782.
  80. Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 160; Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 109f.
  81. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 104.
  82. Vgl. allgemein Caspar Ehlers: Die Integration Sachsens in das fränkische Reich (751–1024). Göttingen 2007, S. 271ff.
  83. Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 112f.
  84. Matthias Becher: Gewaltmission. Karl der Große und die Sachsen. In: Christoph Stiegemann u.a. (Hrsg.): CREDO: Christianisierung Europas im Mittelalter. Bd. 1. Petersberg 2013, hier S. 326 und S. 328.
  85. Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 114.
  86. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 105.
  87. Zum Umsturz im Kalifat siehe Hugh N. Kennedy: The Prophet and the Age of the Caliphates. The Islamic Near East from the sixth to the eleventh Century. 2. Auflage. Harlow u.a. 2004, S. 123ff.
  88. In zwei fränkischen Quellen wird er als Statthalter von Saragossa bezeichnet (so auch noch Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 86), was aber auf einem Irrtum beruht; vielmehr war er Statthalter von Barcelona. Siehe dazu Sigurd Abel, Bernhard Simson: Jahrbücher des Fränkischen Reiches unter Karl dem Großen. Band 1. 2. Aufl. Berlin 1888, S. 286, Anmerkung 4; vgl. auch Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 166.
  89. Einhardsannalen 777.
  90. Sigurd Abel, Bernhard Simson: Jahrbücher des Fränkischen Reiches unter Karl dem Großen. Band 1. 2. Aufl. Berlin 1888, S. 289.
  91. Sigurd Abel, Bernhard Simson: Jahrbücher des Fränkischen Reiches unter Karl dem Großen. Band 1. 2. Aufl. Berlin 1888, S. 285ff. (mit allen einschlägigen Quellenbelegen). Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 86f.; Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 166–168; Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 117f. Vgl. auch Achim Thomas Hack: Karl der Große, Hadrian I. und die Muslime in Spanien. In: Wilfried Hartmann, Klaus Herbers (Hrsg.): Die Faszination der Papstgeschichte. Neue Zugänge zum frühen und hohen Mittelalter. Köln/Weimar/Wien 2008, S. 29–54.
  92. Sigurd Abel, Bernhard Simson: Jahrbücher des Fränkischen Reiches unter Karl dem Großen. Band 1. 2. Aufl. Berlin 1888, S. 290f. Vgl. auch Achim Thomas Hack: Karl der Große, Hadrian I. und die Muslime in Spanien. In: Wilfried Hartmann, Klaus Herbers (Hrsg.): Die Faszination der Papstgeschichte. Neue Zugänge zum frühen und hohen Mittelalter. Köln/Weimar/Wien 2008, hier S. 35ff.; Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 86.
  93. Reichsannalen 778; vgl. auch Sigurd Abel, Bernhard Simson: Jahrbücher des Fränkischen Reiches unter Karl dem Großen. Band 1. 2. Aufl. Berlin 1888, S. 294f.
  94. Sigurd Abel, Bernhard Simson: Jahrbücher des Fränkischen Reiches unter Karl dem Großen. Band 1. 2. Aufl. Berlin 1888, S. 296–298.
  95. Sigurd Abel, Bernhard Simson: Jahrbücher des Fränkischen Reiches unter Karl dem Großen. Band 1. 2. Aufl. Berlin 1888, S. 299f. Vgl. auch Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 167.
  96. Sigurd Abel, Bernhard Simson: Jahrbücher des Fränkischen Reiches unter Karl dem Großen. Band 1. 2. Aufl. Berlin 1888, S. 302f. Vgl. auch Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 117f.
  97. Reichsannalen bzw. Einhardsannalen 778. Bernard S. Bachrach hingegen meint, entgegen der sonstigen Forschung, dass die Quellen übertreiben und die Mauern nicht zerstört wurden (Charlemagne's Early Campaigns (768-777). A Diplomatic and Military Analysis. Leiden 2013, S. 93–95).
  98. Einhard, Vita Karoli 9.
  99. Vgl. den Überblick bei Achim Thomas Hack: Karl der Große, Hadrian I. und die Muslime in Spanien. In: Wilfried Hartmann, Klaus Herbers (Hrsg.): Die Faszination der Papstgeschichte. Neue Zugänge zum frühen und hohen Mittelalter. Köln/Weimar/Wien 2008, S. 48ff.
  100. Datierungen nach Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 87f.
  101. Grundlegend zu den Awaren ist Walter Pohl: Die Awaren. Ein Steppenvolk in Mitteleuropa 567–822 n. Chr. 2. Auflage. München 2002.
  102. Zu denken ist an den Bayernherzog Tassilo III., vgl. Walter Pohl: Die Awaren. 2. Auflage. München 2002, S. 314.
  103. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 93.
  104. Einhard, Vita Karoli 13.
  105. Zum Folgenden siehe Walter Pohl: Die Awaren. 2. Auflage. München 2002, S. 312ff. Vgl. auch Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 94–97; Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 192–194; Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 119–125.
  106. Walter Pohl: Die Awaren. 2. Auflage. München 2002, S. 318.
  107. Walter Pohl: Die Awaren. 2. Auflage. München 2002, S. 319f.
  108. Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 124f.
  109. Walter Pohl: Die Awaren. 2. Auflage. München 2002, S. 320ff.
  110. Michael Schmauder: Überlegungen zur östlichen Grenze des karolingischen Reiches. In: Walter Pohl, Helmut Reimitz (Hrsg.): Grenze und Differenz im Frühen Mittelalter. Wien 2000, S. 60 ff.
  111. Reichsannalen 780.
  112. Bernhard Friedmann: Untersuchungen zur Geschichte des abodritischen Fürstentums bis zum Ende des 10. Jahrhunderts (Osteuropastudien des Landes Hessen. Reihe 1: Giessener Abhandlungen zur Agrar- und Wirtschaftsforschung des europäischen Ostens 197). Berlin 1986, S. 25; G. Labuda: Civitas Dragaviti. Zu den fränkisch-slavischen Beziehungen am Ende des 8. Jahrhunderts. In: Klaus-Detlev Grothusen, Klaus Zernack (Hrsg.): Europa Slavica-Europa Orientalis. Festschrift für Herbert Ludat zum 70. Geburtstag. Berlin 1980, S. 87-98, hier S. 87f.
  113. Von der Inthronisierung Drascos berichten die Metzer Annalen für das Jahr 804: regem constituit; zur Einsetzung Witzans vergleiche Wolfgang H. Fritze: Die Datierung des Geographus Bavarus. In: Ludolf Kuchenbuch, Winfried Schich (Hrsg.): Frühzeit zwischen Ostsee und Donau: Ausgewählte Beiträge zum geschichtlichen Werden im östlichen Mitteleuropa vom 6.bis zum 13.Jahrhundert. Berlin 1982, S. 118.
  114. Zur Bedeutung des Wilzenfeldzuges für die Ostpolitik der Franken ausführlich Christian Hanewinkel, Die politische Bedeutung der Elbslawen im Hinblick auf die Herrschaftsveränderungen im ostfränkischen Reich und in Sachsen von 887 bis 936 – Politische Skizzen zu den östlichen Nachbarn im 9. und 10. Jahrhundert. Münster 2004, S. 34 ff.
  115. Reichsannalen 789.
  116. Reichsannalen 804.
  117. Vgl. zu diesen Ereignissen Johannes Fried: Karl der Große. Gewalt und Glaube. Eine Biographie. München 2013, S. 182ff.
  118. Vgl. Gereon Becht-Jördens: Einharts „Vita Karoli“ und die antike Tradition von Biographie und Historiographie. Von der Gattungsgeschichte zur Interpretation. In: Mittellateinisches Jahrbuch 46, 2011, S. 335-369, hier S. 360-369.
  119. Matthias Becher: Das Kaisertum Karls des Großen zwischen Rückbesinnung und Neuerung. In: Hartmut Leppin, Bernd Schneidmüller, Stefan Weinfurter (Hrsg.): Kaisertum im ersten Jahrtausend. Regensburg 2012, S. 251–270.
  120. Arno Jenkis: Die Eingliederung „Nordalbingiens“ in das Frankenreich. In: Zeitschrift der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte 79 (1955), S. 81–104.
  121. Volker Helten: Zwischen Kooperation und Konfrontation: Dänemark und das Frankenreich im 9. Jahrhundert. Köln 2011, S. 41ff.
  122. Herta Lepie, Georg Minkenberg: Die Schatzkammer des Aachener Domes. Brimberg, Aachen 1995, ISBN 3-923773-16-1, S. 13–14.
  123. Vgl. Dieter Hägermann: Karl der Große. Herrscher des Abendlandes. Propyläen, München 2000, S. 53 f.
  124. Vgl. Dieter Hägermann: Karl der Große. Herrscher des Abendlandes. Propyläen, München 2000, S. 82-91.
  125. Vgl. Dieter Hägermann: Karl der Große. Herrscher des Abendlandes. Propyläen, München 2000, S. 110-124.
  126. Vgl. Dieter Hägermann: Karl der Große. Herrscher des Abendlandes. Propyläen, München 2000, S. 639 f.
  127. Einhard, Vita Karoli 26.
  128. Einhard, Vita Karoli 17.
  129. Einhard, Vita Karoli, 31.
  130. Grab von Karl dem Großen bleibt verschollen – Artikel auf Spiegel-Online vom 19. Mai 2010
  131. Vgl. Barbarossas Urkunde für Stift und Stadt Aachen vom 8. Januar 1166: corpus [...] pro timore hostis [...] caute reconditum, sed divina revelatione manifestatum. Urkunde Nr. 502 in: Heinrich Appelt unter Mitwirkung von Rainer Maria Herkenrath und Walter Koch (Hrsg.): Diplomata 23: Die Urkunden Friedrichs I. Teil 2: 1158–1167. Hannover 1979, S. 433 (Monumenta Germaniae Historica, Digitalisat).
  132. Dieter Hägermann: Karl der Große, S. 628 ff.
  133. Hans-Wilhelm Klein (Hrsg.): Die Chronik von Karl dem Großen und Roland. Der lateinische Pseudo-Turpin in den Handschriften aus Aachen und Andernach. Fink, München 1986, ISBN 3-7705-2326-1; Paul Gerhard Schmidt: Karolellus atque Pseudoturpini Historia Karoli Magni et Rotholandi. Teubner, Stuttgart Leipzig 1996 (Lit. zu den Texten, ihrer Überlieferung und zu Kult und Nachleben Karls des Großen S. Xf.).
  134. Rolf Große: Saint-Denis zwischen Adel und König. Thorbecke, Stuttgart 2002, S. 42–54, ISBN 3-7995-7451-4.
  135. Knut Görich: Karl der Große – ein „politischer” Heiliger im 12. Jahrhundert? In: Ludger Körntgen, Dominik Waßenhoven (Hrsg.): Religion und Politik im Mittelalter. Deutschland und England im Vergleich – Religion and Politics in the Middle Ages. Germany and England by Comparison. Berlin u.a. 2013, S. 117–155.
  136. Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Namenspatrone im Jahresverlauf (Aktualisierte Neuausgabe), Pattloch, München 2001, S. 41.
  137. Karl der Große im Ökumenischen Heiligenlexikon.
  138. Herta Lepie, Georg Minkenberg: Die Schatzkammer des Aachener Domes, Brimberg, Aachen 1995, ISBN 3-923773-16-1, S. 27.
  139. Max Schasler: Ästhetik. Grundzüge der Wissenschaft des Schönen und der Kunst. Freytag, Tempsky, Leipzig Prag 1886, Bd. 2 S. 119ff.
  140. Für die Figur Karls des Großen diente ihm die überlebensgroße Holzfigur des Heiligen Antonius von 1485 aus der Justinuskirche in Frankfurt-Höchst als Vorbild. Rethel, der 1836 nach Frankfurt übersiedelte und bis 1847 am Städelschen Kunstinstitut in Frankfurt am Main arbeitete, benutzte dieses Vorbild eindeutig für sein Aquarell „Der Kopf Karls des Großen“ von 1846. In seinem Skizzenbuch, aus dem mit Brief vom 28. November 1932 Otto Sohn-Rethel dem Verein für Geschichte und Altertumskunde Frankfurt am Main-Höchst eine „flüchtige Pause“ zustellte – sie ist noch heute in dessen Besitz –, findet sich auch mit Datum 1851 eine Bleistiftzeichnung des Hl. Antonius. Offensichtlich war Rethel jedoch bereits deutlich vorher in der Justinuskirche.
  141. Vgl. Lüken: Karl der Große und sein Bild. In: Karl der Große und Europa; Büttner: Geschichte für die Gegenwart. In: Althoff (Hrsg.): Die Deutschen und ihr Mittelalter.
  142. Vgl. (mit der älteren Literatur) Matthias M. Tischler: Einharts Vita Karoli. Studien zur Entstehung, Überlieferung und Rezeption. Hannover 2001.
  143. Aktueller Überblick bei Steffen Patzold: Einhards erste Leser: Zu Kontext und Darstellungsabsicht der „Vita Karoli”. In: Viator 42, 2011, S. 33–55, der jedoch für 828/29 plädiert.
  144. Klaus Scherberich: Zur Suetonimitatio in Einhards vita Karoli Magni. In: Eloquentia copiosus. Hrsg. von Lotte Kéry u.a. Aachen 2006, S. 17–28; vgl. auch Steffen Patzold: Einhards erste Leser: Zu Kontext und Darstellungsabsicht der „Vita Karoli”. In: Viator 42, 2011, hier S. 39ff.
  145. Klaus Scherberich: Zur Suetonimitatio in Einhards vita Karoli Magni. In: Eloquentia copiosus. Hrsg. von Lotte Kéry u.a. Aachen 2006, hier S. 17.
  146. Steffen Patzold: Einhards erste Leser: Zu Kontext und Darstellungsabsicht der „Vita Karoli”. In: Viator 42, 2011, hier S. 33.
  147. Rosamond McKitterick: Constructing the Past in the Early Middle Ages: The Case of the Royal Frankish Annals. In: Transactions of the Royal Historical Society. Sixth Series 7, 1997, S. 101–129.
  148. Die Urkunden der Karolinger. 1. Bd. Die Urkunden Pippins, Karlmanns und Karls des Großen. Unter Mitwirkung von Alfons Dopsch, Johannes Lechner, Michael Tangl bearbeitet von Engelbert Mühlbacher. Hannover 1906, S. IX.
  149. Allgemeiner zusammenfassender Quellenüberblick etwa bei Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 13–22; Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 20–34.
Vorgänger Amt Nachfolger
in Westeuropa vakant seit 476/80 Römischer Kaiser
800–814
Ludwig der Fromme
Pippin der Jüngere
(bzw. Karlmann I. im südl. Reichsteil)
König der Franken
768–814 (im südl. Reichsteil ab 771)
Ludwig der Fromme
Tassilo III. Herzog von Bayern
788–814
Lothar I.
Desiderius König der Langobarden
774–781
Pippin
Pippin König der Langobarden
810–812
Bernhard