Karl der Große

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Denar mit dem Kopf Karls des Großen. Umschrift: KAROLVS IMP AVG für KAROLVS IMPERATOR AVGUSTUS

Karl der Große (lateinisch Carolus Magnus bzw. Karolus Magnus, französisch und englisch Charlemagne; * wahrscheinlich 2. April 747 oder 748;[1] † 28. Januar 814 in Aachen) war von 768 bis 814 König des Fränkischen Reichs (bis 771 gemeinsam mit seinem Bruder Karlmann). Er erlangte am 25. Dezember des Jahres 800 als erster westeuropäischer Herrscher seit der Antike die Kaiserwürde, die mit ihm erneuert wurde. Der Enkel des Hausmeiers Karl Martell war der bedeutendste Herrscher aus dem Geschlecht der Karolinger. Das Frankenreich gelangte unter ihm zu seiner größten Ausdehnung und Machtentfaltung.

Karl gelang es, seine Macht im Frankenreich zu sichern und es in einer Reihe von Feldzügen nach außen erheblich zu erweitern. Besonders verlustreich und erbittert geführt waren die mit Unterbrechungen von 772 bis 804 andauernden Sachsenkriege. Deren Ziele waren sowohl die Eroberung als auch die erzwungene Christianisierung Sachsens. Karl griff auch in Italien ein und eroberte 774 das Langobardenreich. Ein gegen die Mauren in Nordspanien gerichteter Feldzug im Jahr 778 scheiterte dagegen. Im Osten seines Reiches beendete er 788 die Selbstständigkeit des Stammesherzogtums Bayern und eroberte in den 790er Jahren das Restreich der Awaren. Die Grenzen im Osten gegen die Dänen und Slawenstämme sowie im Südwesten gegen die Mauren wurden durch die Einrichtung von Marken gesichert. Das Frankenreich stieg zur neuen Großmacht neben Byzanz und dem Abbasidenkalifat auf. Es umfasste den Kernteil der frühmittelalterlichen lateinischen Christenheit und war das bis dahin bedeutendste staatliche Gebilde im Westen seit dem Fall Westroms. Karl sorgte für eine effektive Verwaltung und bemühte sich um eine umfassende Bildungsreform, die eine kulturelle Neubelebung des Frankenreichs zur Folge hatte. Politischer Höhepunkt seines Lebens war die zu Weihnachten des Jahres 800 erfolgte Kaiserkrönung durch Papst Leo III. Dieses Ereignis schuf die Grundlage für das westliche mittelalterliche Kaisertum. Sowohl in der Reihe der römisch-deutschen Kaiser als auch der französischen Könige wird er als Karl I. gezählt. Seine Hauptresidenz Aachen blieb bis ins 16. Jahrhundert Krönungsort der römisch-deutschen Könige.

1165 wurde er von Gegenpapst Paschalis III. heiliggesprochen. Karl gilt als einer der bedeutendsten mittelalterlichen Herrscher und als eine Persönlichkeit, die das kollektive europäische Geschichtsbewusstsein nachhaltig geprägt hat; bereits zu Lebzeiten wurde er Pater Europae („Vater Europas“) genannt. In Literatur und Kunst wurde sein Leben wiederholt thematisiert, wobei das zeitgenössische Geschichtsbild jeweils unterschiedlich interpretiert wurde. Die Stadt Aachen stiftete 1949 in Anerkennung seiner Verdienste den Internationalen Karlspreis, der jährlich an herausragende Persönlichkeiten vergeben wird, die sich um die europäische Einheit verdient gemacht haben.

Leben

Kindheit und Jugend

Karl stammte aus einer Familie, die zwar erst seit 751 die fränkische Königswürde innehatte, aber bereits in den Jahrzehnten zuvor die bestimmende Macht am fränkischen Königshof war. Der Aufstieg der heute als Karolinger bezeichneten Familie begann im 7. Jahrhundert und resultierte aus der zunehmenden Schwäche des Königtums der Merowinger.[2] Nach traditioneller Auffassung, die aber vor allem aus den Aussagen der späteren, pro-karolingischen Quellen resultiert, verfiel die Machtstellung der Merowinger in der Zeit nach Dagobert I., der sich noch einmal gegen den erstarkenden Adel behaupten konnte. Die wahre Macht ging zunehmend in die Hände der Hausmeier über. Diese waren ursprünglich nur Verwalter des Königshofes gewesen, gewannen aber im Laufe der Zeit immer mehr an politischer Macht und übten schließlich die faktische Macht aus, während die Merowingerkönige nur noch formal als Herrscher fungierten. Eine wichtige Rolle spielten bereits im 7. Jahrhundert die Arnulfinger und Pippiniden, deren Machtbasis im östlichen Reichsteil Austrasien lag und die die Vorfahren der späteren Karolinger darstellen.[3] Seit der Zeit Pippins des Mittleren, dessen Sieg in der Schlacht bei Tertry 687 die Macht seines Hauses im Reich festigte, und von dessen Sohn Karl Martell bestimmten sie endgültig die fränkische Reichspolitik.[4] Auf Karl Martell geht auch die spätere Bezeichnung der Familie als „Karolinger“ zurück.[5]

Grabmal Pippins des Jüngeren und seiner Ehefrau Bertrada in der Kathedrale von Saint-Denis

Karl der Große war der älteste Sohn Pippins des Jüngeren, des fränkischen Hausmeiers und (seit 751) Königs, und seiner Frau Bertrada. Als Tag seiner Geburt steht der 2. April fest, der in einem aus dem 9. Jahrhundert stammenden Kalender des Klosters Lorsch festgehalten wurde. Das Geburtsjahr hingegen ist in der Forschung lange umstritten gewesen. Oft wurde aufgrund einer Aussage in der von Karls Vertrauten Einhard verfassten Vita Karoli Magni,[6] die neben den sogenannten Annales regni Francorum (oder schlicht Reichsannalen) die Hauptquelle für Karls Leben ist, für das Jahr 742 plädiert. Diese Annahme wurde von Karl Ferdinand Werner durch eine Untersuchung der Überlieferung korrigiert, darunter die Annales Petaviani, die als Geburtsjahr Karls das Jahr 747 nennen.[7] Matthias Becher hat daran anschließend darauf hingewiesen, dass die Annales Petaviani nach dem Osterstil datieren und dementsprechend die Geburt Karls nach heutiger Zeitrechnung in das Jahr 748 fiel.[8] In der neueren Forschung hat sich die Neudatierung 747/48 durchgesetzt, wobei mehrere neuere Darstellungen Bechers Ansatz folgen und vom Jahr 748 ausgehen, wenngleich ein Unsicherheitsfaktor bleibt.[9] Der Geburtsort ist hingegen völlig unbekannt, da die Quellen diesen nicht nennen. Im Laufe der Zeit wurden mehrere Orte vorgeschlagen, doch ist dies reine Spekulation.[10]

751 kam Karls Bruder Karlmann zur Welt, 757 folgte seine Schwester Gisela († 810, seit 788 Äbtissin von Chelles). Auffallend sind die gewählten Namen für Pippins Söhne. Wenngleich beide auf die Namen von Pippins Vater (Karl) bzw. Bruder (Karlmann) zurückzuführen sind, standen sie ansonsten isoliert in der Namensgebung der Arnulfinger-Pippiniden und waren auch nicht, anders als die Namen folgender karolingischer Könige (Chlotar wurde zu Lothar, Chlodwig zu Ludwig), an der Namensgebung der Merowinger orientiert. Vermutlich wollte Pippin so das neue Selbstbewusstsein seines Hauses illustrieren.[11]

Über Karls Kindheit ist fast nichts bekannt. Diesen Umstand hatte schon sein Biograph Einhard beklagt; er vermerkte, dass keine Aufzeichnungen darüber existierten und niemand mehr leben würde, der sich daran erinnere, weshalb er auch auf eine Schilderung dieser Zeit verzichtete.[12] Die moderne Forschung kann ebenfalls nur wenige konkrete Aussagen über die faktisch „unbekannte Kindheit“[13] Karls machen, da andere Quellen kaum ein Licht auf diese Zeit werfen.[14] Während eine der sehr wenigen Erzählungen über Karls Kindheit zumindest zweifelhaft ist,[15] sind nur wenige Episoden zuverlässig überliefert.

Zu Beginn des Jahres 754 überquerte Papst Stephan II. die Alpen und begab sich ins Frankenreich. Grund für diese Reise waren die zunehmenden Übergriffe des Langobardenkönigs Aistulf, der 751 das Exarchat von Ravenna erobert hatte. Formal unterstand dieser Raum der Herrschaftsgewalt des byzantinischen Kaisers, doch Konstantin V., der militärisch erfolgreich an der byzantinischen Ostgrenze gegen die Araber kämpfte und dort gebunden war, verzichtete zu dieser Zeit auf ein Eingreifen im Westen.[16] Daraufhin wandte sich Stephan an den mächtigsten Herrscher im Westen und versuchte Pippin zu einem Eingreifen zu überreden.[17]

Die Anwesenheit des Papstes nördlich der Alpen hatte Aufsehen erregt, denn es war das erste Mal, dass ein Bischof von Rom sich ins Frankenreich begeben hatte. Beim Treffen in der Pfalz von Ponthion trat der Papst als Hilfesuchender auf. Pippin ging mit ihm ein Freundschaftsbündnis (amicitia) ein und sagte ihm Unterstützung gegen die Langobarden zu. Von diesem neuen Bündnis profitierte auch Pippin, der erst seit 751 die fränkische Königswürde bekleidete, nachdem er den machtlosen letzten Merowingerkönig Childerich III. entthront hatte. Das Bündnis mit dem Papst half Pippin bei der Legitimierung seines Königtums, gleichzeitig wurden die Frankenkönige zu den neuen Schutzherren des Papstes in Rom, was für die weitere Entwicklung weitreichende Folgen hatte. Bei einem weiteren Treffen mit dem Papst zu Ostern 754 in Quierzy konnte Pippin das fränkische Eingreifen in Italien offiziell verkünden und garantierte dem Papst mehrere (auch ehemalige byzantinische) Territorien in Mittelitalien, die sogenannte Pippinische Schenkung und Grundlage für den späteren Kirchenstaat. Eine konkrete päpstliche Gegenleistung folgte bereits kurz darauf, denn noch im Jahr 754 wurden Pippin sowie seine beiden Söhne von Stephan II. in Saint-Denis zu Königen der Franken gesalbt, womit das neue karolingische Königtum zusätzlich einen sakralen Charakter erhielt.[18] Allen drei wurde vom Papst zudem der hohe römische Ehrentitel Patricius verliehen.[19] Kurz darauf intervenierte Pippin erfolgreich in Italien zugunsten des Papstes, was allerdings auf den Widerstand von Byzanz traf, da man dies als Eingreifen in den eigenen Herrschaftsraum betrachtete.[20]

In den Urkunden und anderen Quellen finden sich noch einige wenige Hinweise auf Karls Jugend. Neben Bitten von Gebeten für die Familie im Namen Pippins, wird Karl zwei Mal namentlich in den Urkunden Pippins erwähnt. Diese Erwähnungen beziehen sich auf die amtliche Handlungsfähigkeit Karls. 763 scheint Pippin seinen Söhnen zudem mehrere Grafschaften übertragen zu haben.[21]

Des Weiteren sind zumindest einige allgemeine Rückschlüsse auf Karls Jugend und Erziehung möglich. Es ist davon auszugehen, dass bei Karls Ausbildung nicht nur auf die übliche fränkische Kriegerausbildung, die für einen fränkischen König als Heerführer ohnehin essentiell war, sondern auch auf eine gewisse Bildung Wert gelegt wurde. Ob ihm damals das volle Programm der septem artes liberales, der sieben freien Künste, vermittelt wurde, um dessen Wiederherstellung sich Karl später im Rahmen seiner Bildungsreform bemühte, ist unklar und wird in der Forschung unterschiedlich bewertet.[22] Karl sprach von Hause aus Fränkisch, er erhielt jedoch sicher Lateinunterricht. Bereits in der Merowingerzeit war eine gewisse literate Bildung für hochstehende Adelige keineswegs ungewöhnlich gewesen.[23] Obwohl das Bildungsniveau im 8. Jahrhundert gesunken war, war Latein am Hof, in der Verwaltung und der feierlichen Liturgie allgegenwärtig; anders als manch einer der späteren ostfränkischen bzw. römisch-deutschen Könige des Mittelalters hat Karl das Lateinische offenbar auch verstanden. Einhard zufolge sprach er es wie seine Muttersprache.[24] Wenngleich dies eine gewisse Übertreibung sein mag, so war Karl nicht nur sein Leben lang an Bildung interessiert, sondern wohl auch ein (zumindest für die Verhältnisse seiner Zeit) recht gebildeter Herrscher.[25]

Herrschaftsantritt

Karl der Große (links) und sein erster Sohn Pippin der Bucklige, darunter ein Schreiber; Miniatur aus dem 10. Jahrhundert, Kopie einer verlorenen, zwischen 829 und 836 in Fulda für Graf Eberhard von Friaul hergestellten Miniatur, Biblioteca Capitolare, Modena, Norditalien

König Pippin verbrachte die letzten Jahre seiner Regierungszeit damit, die Randgebiete des Frankenreichs zu sichern. Er führte Feldzüge in das ehemalig westgotische Septimanien und eroberte 759 mit Narbonne den letzten arabischen Vorposten nördlich der Pyrenäen.[26] Pippins Neffe Tassilo III. bewahrte sich in Baiern eine gewisse Eigenständigkeit. Aquitanien hingegen wurde 768 nach mehreren Feldzügen in das Frankenreich einbezogen, nachdem der aquitanische dux Waifar einem Mordanschlag zum Opfer gefallen war, für den manche Pippin verantwortlich machten.[27]

Auf dem Rückweg aus Aquitanien erkrankte Pippin im Juni 768 ernsthaft, woraufhin er sein Erbe zu regeln begann.[28] Am 24. September 768 verstarb er in Saint-Denis.[29] Pippin hatte noch kurz vor seinem Tod veranlasst, dass das Reich unter seinen Söhnen Karl und Karlmann aufgeteilt werden sollte. Einhard zufolge orientierte sich die Teilung an der vorherigen Teilung von 741 zwischen Karl Martells Söhnen,[30] doch war die Aufteilung keinewegs deckungsgleich: Karl erhielt Austrasien, den Großteil Neustriens und den Westen Aquitaniens; Karlmann erhielt das restliche Aquitanien, Burgund, die Provence, Septimanien, das Elsass und Alamannien, während Baiern von der Erbteilung ausgeschlossen war und damit faktisch selbstständig blieb.[31] Damit umschloss Karls Reich das seines Bruders halbkreisartig im Westen und Norden. Am 9. Oktober 768, dem Gedenktag des Dionysius von Paris, wurde jeder der Brüder in seinem Reichsteil zum König gesalbt, Karl in Noyon und Karlmann in der alten merowingischen Residenz Soissons.[32]

Karl und Karlmann übten keineswegs eine gemeinsame Herrschaft über das Frankenreich aus, sondern regierten in ihren jeweiligen Reichen unabhängig voneinander, was sich an den Aussagen der in dieser Zeit ausgestellten Urkunden ablesen lässt.[33] Das Verhältnis zwischen den beiden Brüdern scheint von Beginn an recht angespannt gewesen zu sein. Es gibt zwar Hinweise auf eine punktuell beschränkte Kooperation (so hinsichtlich einer römischen Synode im März 769),[34] doch war dies die Ausnahme. Beide handelten durchaus machtbewusst und traten in eine Konkurrenz zueinander. Beide wurden wohl im gleichen Jahr (770) Väter und benannten ihren Sohn jeweils nach ihrem Vater Pippin. Offensichtlich wurde der Bruch, als Karlmann seinem Bruder im Jahr 769 die Unterstützung gegen das aufständische Aquitanien verweigerte, wo sich Waifars Vater Huno(a)ld gegen die karolingische Herrschaft erhoben hatte. Karl warf den Aufstand schließlich selbst nieder, wobei Hunold in Gefangenschaft geriet,[35] und zog anschließend auch den Teil Aquitaniens ein, der formal Karlmann unterstand.[36]

Die Spannungen nahmen in der Folgezeit zu. Bertrada versuchte zwar, als Vermittlerin zwischen den verfeindeten Brüdern zu fungieren,[37] doch sollte sie bald schon ihren Einfluss auf Karl verlieren. Dieser hatte zunächst in eine von seiner Mutter arrangierte Ehe mit einer namentlich unbekannten Langobardenprinzessin eingewilligt, wofür er sich von seiner ersten Frau Himiltrud trennte. Bertrada scheint ein umfassendes Bündnissystem angestrebt zu haben: Neben dem Ehebündnis zwischen Karl und den ehrgeizigen Langobardenkönig Desiderius umfasste dies auch Tassilo, der bereits mit einer anderen Tochter des Desiderius verheiratet war. Die Bedenken Papst Stephans III., der von der plötzlichen fränkisch-langobardischen Annäherung zutiefst beunruhigt war, versuchte sie zu entkräften.[38] Möglicherweise war auch Karlmann in das von Bertrada und wohl auch einigen fränkischen Großen forcierte neue Bündnissystem eingebunden; seine Ehefrau Gerberga ist vielleicht eine Verwandte des Desiderius gewesen.[39]

Karl änderte jedoch im Frühjahr 771 seine politischen Pläne und brach mit der Konzeption seiner Mutter. Seine langobardische Gemahlin sandte er zu Desiderius zurück, was für diesen ein offener Affront war. Stattdessen nahm Karl nun eine Alamannin namens Hildegard zur Frau. Dies musste Karlmann beunruhigen, denn Alamannien gehörte zu seinem Herrschaftsbereich, wo Karl nun offenbar bestrebt war, Einfluss zu gewinnen. Gleichzeitig verwarf Karl damit alle Pläne seiner Mutter und handelte das erste Mal erkennbar eigenständig.[40]

Eine offene Konfrontation zwischen Karl und Karlmann, die immer wahrscheinlicher geworden war, wurde durch den überraschenden Tod Karlmanns am 4. Dezember 771 verhindert. Karl trat unverzüglich die Herrschaft in Karlmanns Herrschaftsbereich an, dessen Große ihm noch im Dezember 771 in Corbeny huldigten. Die Annahme, Karl sei am Tod seines Bruders beteiligt gewesen, da er erheblich davon profitierte, wird nicht durch die Quellen gedeckt.[41] Teils wurde sogar behauptet, Karlmanns Andenken sei einer damnatio memoriae zum Opfer gefallen,[42] doch ist dies unzutreffend: Dass Karlmann nicht in Saint-Denis, sondern in Reims begraben wurde, geht sehr wahrscheinlich auf dessen eigenen Wunsch zurück.[43] Sicher ist, dass Karl nun uneingeschränkt im Frankenreich herrschte. Karlmanns Witwe Gerberga floh mit ihren Kindern zu Desiderius nach Italien.

Expansion und Integration – die Kriege Karls des Großen

Langobardenfeldzug und Eingliederung Italiens

Hauptartikel: Langobardenfeldzug

Nach dem Tod Karlmanns hatte Karl seine Position im Reich gefestigt, doch Karlmanns Witwe Gerberga und ihre beiden Söhne hatten sich zu den Langobarden geflüchtet, begleitet von einigen fränkischen Großen.[44] Währenddessen spitzte sich die politische Lage in Ober- und Mittelitalien immer weiter zu. Der Langobardenkönig Desiderius hatte sich Gebiete angeeignet, auf die die römische Kirche Anspruch erhob.[45] Gesandte Papst Hadrians baten daher im Frühjahr 773 am Hof Karls um die Unterstützung der päpstlichen Schutzmacht gegen die Langobarden.[46] Karl zögerte nicht und entschloss sich zu einem großangelegten Feldzug gegen die Langobarden, ähnlich wie ihn sein Vater Pippin rund 20 Jahre zuvor zum Schutz Papst Stephans II. unternommen hatte. Anders als Pippin plante Karl jedoch, das gesamte Langobardenreich zu erobern und in das Frankenreich zu integrieren, wie bereits Einhard vermerkte.[47] Der auf frühmittelalterliche Militärgeschichte spezialisierte Historiker Bernard Bachrach vertritt den Standpunkt, dass Karl den Krieg gegen Desiderius ursprünglich allerdings nicht gewollt hätte; erst die folgende Entwicklung (unter anderem Hadrians Politik und die Reaktion des Desiderius) habe letztlich zum fränkischen Eingreifen geführt.[48]

Die Eiserne Krone der Langobardenkönige

Karl zog Ende 773 mit zwei großen fränkischen Heeresaufgeboten von Genf aus nach Italien: Eines führte er selbst über den Mont Cenis, das andere führte sein Onkel Bernhard über den Großen St. Bernhard.[49] Desiderius sah sich in einer nicht haltbaren Position und zog sich nach Pavia zurück. Karl konnte die stark befestigte Stadt nicht einnehmen und ließ sie daher belagern.[50] Erst nach neun Monaten kapitulierte Pavia Anfang Juni 774, die Stadt wurde von den Franken geplündert. Karl ließ das gesamte Langobardenreich militärisch besetzen und gliederte es in das Frankenreich ein. Er nannte sich fortan ohne weitere Krönung rex Francorum et Langobardorum („König der Franken und der Langobarden“), wie es bereits in einer Urkunde vom 16. Juli 774 festgehalten wurde.[51] Desiderius, seine Frau und seine Tochter wurden wohl in die Abtei Corbie in Klosterhaft gesteckt. Der langobardische Königssohn Adelchis konnte nach Konstantinopel entkommen. Als es 787/88 wieder zum Konflikt zwischen den Franken und den Langobardenfürsten in Spoleto und Benevent kam, schaltete sich Byzanz ein und Adelchis wurde wieder ins Spiel gebracht. Dies blieb nur eine kurze Episode, da die langobardischen Fürsten die fränkischen Oberherrschaft wieder anerkannten, gegen die Byzantiner vorgingen und Adelchis alle weiteren Pläne aufgeben musste.[52] Die langobardischen Fürstentümer in Unteritalien blieben Karls Zugriff faktisch entzogen, Oberitalien und Teile Mittelitaliens hingegen gehörten fortan zum Frankenreich und sollten später als Reichsitalien auch Bestandteil des römisch-deutschen Reiches sein.

Wohl noch im Jahr 773 waren bei einem Vorstoß auf Verona Gerberga und ihre beiden Söhne in Karls Hände gefallen. Sie verschwinden aus der Überlieferung, ihr weiteres Schicksal ist unbekannt. Nicht beweisbar, aber recht wahrscheinlich ist jedoch, dass die Söhne Karlmanns, die einen berechtigten Erbanspruch geltend machen konnten und daher eine potentielle Bedrohung für Karl darstellten, auf seinen Befehl hin entweder beseitigt oder an einem nicht überlieferten Ort inhaftiert worden sind.[53]

Zu Ostern 774 erschien Karl mit Gefolge vor Rom, während sein Heer noch Pavia belagerte. Papst Hadrian war von dem plötzlichen Erscheinen Karls vollkommen überrascht. Den Langobardenkönigen hatten die Päpste den direkten Zugang zur Stadt stets verweigert, doch den fränkischen Herrscher und neuen Schutzherren des Papsttums wollte Hadrian offenbar nicht verärgern. 30 Meilen vor der Stadt empfing man den Frankenkönig in ritueller Weise,[54] wobei sich das Protokoll am Empfang des byzantinischen Exarchen orientierte, dem obersten militärischen und zivilen Verwalter des byzantinischen Kaisers in Italien.[55] Karl wurde zur Kirche St. Peter begleitet, wo Hadrian ihn mit einem großen Anhang feierlich empfing. Karl und Hadrian begegneten einander ehrenvoll und versicherten sich ihrer gegenseitigen Freundschaft.[56] Karl soll um die formale Erlaubnis gebeten haben, die Stadt zu betreten, was ihm gestattet wurde.[57] Anschließend zog der Frankenkönig und römische Patricius in die ehemalige Kaiserstadt am Tiber ein, die im Mittelalter zwar nur einen Bruchteil der antiken Bevölkerungszahl aufwies, deren Monumentalbauten aber auf Besucher immer noch eindrucksvoll wirkten. Offenbar war Karl bestrebt, die Position und die Autorität des Papstes auch symbolisch zu achten. Realpolitisch bedeutsam war die ebenfalls in Rom vorgenommene Erneuerung des Pactum, der bereits seit der Zeit Pippins bestehenden Übereinkunft zwischen Frankenkönig und dem Papsttum hinsichtlich der päpstlichen Gebietsansprüche.[58] Geistliche und weltliche Gewalt, die beiden Universalgewalten des Mittelalters, schienen harmonisch miteinander zu agieren.[59] Karl nahm in den folgenden Tagen an allen religiösen Kulthandlungen in Rom teil, bevor er die Stadt wieder verließ.

Die Sachsenkriege

Im Sommer 772 begannen die mit Unterbrechungen bis 804 andauernden Sachsenkriege. Die immer noch paganen („heidnischen“) Sachsen[60] kannten keine zentralen Herrschaftsinstitutionen und lebten in keinem geschlossenen Reichsverband, wie dies bei den Franken und Langobarden der Fall war. Sie lebten vielmehr in nur locker organisierten Stammesverbänden (Westfalen, Ostfalen, Engern und Nordalbingier). Ob sie tatsächlich über einen Versammlungsort in Marklo verfügten, der nur in einer Quelle erwähnt wird und wo sich angeblich Stammesführer (electi) jährlich trafen, ist zumindest fraglich.[61] Die Sachsen waren bereits zuvor wiederholt in Konflikt mit den Franken geraten, da ihr Stammesgebiet direkt an das nordöstliche fränkische Herrschaftsgebiet angrenzte.

Einhard bezeichnete Karls Feldzüge gegen die Sachsen als die bislang längsten, grausamsten und anstrengendsten Kampfhandlungen für die Franken. Er verdammt die Sachsen als Götzendiener und Feinde des Christentums, nennt als Ziel für Karls Feldzüge aber nicht etwa die Christianisierung der Sachsen, sondern die Beseitigung dieser militärischen Bedrohung an der fränkischen Grenze.[62] In der modernen historischen Forschung werden Karls Sachsenkriege jedoch durchaus als Missionierungskriege betrachtet,[63] zumal die Franken schon unter Karl Martell und Pippin (begrenzte) Feldzüge gegen die Sachsen unternommen hatten. Einhard und die Reichsannalen vermitteln ein eher tendenziöses Bild der Sachsenkriege, während von sächsischer Seite nur spätere Berichte vorliegen, die von nun ebenfalls christlichen Autoren verfasst wurden; dagegen vermitteln zeitnah verfasste Briefe, Gedichte und Herrschererlasse Momentaufnahmen der Sachsenkriege, deren Ausgang über mehrere Jahre offen war.[64] Sicher ist, dass dieser „dreißigjährige Krieg“[65] fast jährliche Kriegszüge erforderte. Auch für eine Kriegergesellschaft wie die fränkische, in der sich der König stets als Heerführer beweisen musste und in der Beute sowie erzwungene Tribute wirtschaftlich von Bedeutung waren,[66] stellte dies eine enorme Belastung dar.

Der Krieg begann 772 mit einem fränkischen Vorstoß tief ins sächsische Stammesgebiet.[67] Karl stieß von Worms aus auf die Eresburg vor und eroberte sie. Anschließend gelangten die Franken zum (wohl zentralen) sächsischen Kultheiligtum, der sogenannten Irminsul, die Karl zerstören ließ.[68] Die Zerstörung der Irminsul passt durchaus in das Bild eines schon 772 zumindest zukünftig beabsichtigten Missionswerks,[69] ebenso ist aber auch reine Beutelust als Motiv denkbar.[70] Der fränkische Vorstoß, der wohl auch Spannungen zwischen einigen fränkischen Großen und dem König abbauen sollte, war jedenfalls vorerst erfolgreich verlaufen. Doch war dies nur ein scheinbarer Sieg, zumal die dezentrale Stammesorganisation der Sachsen den Franken die Kontrolle erheblich erschwerte. Die Sachsen nutzten die Abwesenheit des Königs, der sich 773/74 in Italien aufhielt, und verheerten 774 fränkisches Gebiet im heutigen Hessen, wobei mehrere christliche Kirchen und Klöster überfallen wurden. Karl drang 775 mit einem großen Heer in Sachsen ein und erzwang die Unterwerfung der Engern (unter Bruno) und der Ostfalen (unter Hassio/Hessi); auch die Westfalen wurden geschlagen. Der König ging während dieses Feldzugs offenbar mit großer Brutalität vor; sogar die hofnahen Reichsannalen sprechen von drei Blutbädern, die Karl anrichten ließ (Reichsannalen 775), und die Nordhumbrischen Annalen (Vetus annales Nordhumbranis 775) berichten, er sei wie von Sinnen gewesen. Karls Reaktion auf den Vertragsbruch durch die Sachsen war die Losung, dass es nur noch Taufe oder Tod für die Sachsen geben könne. Spätestens zu diesem Zeitpunkt betrachtete Karl die Sachsenfeldzüge auch als Missionierungswerk, denn in der überarbeiteten Fassung der Reichsannalen (die sogenannten Einhardsannalen) ist vermerkt, dass der Krieg gegen die Sachsen so lange andauern werde, bis sie sich dem christlichen Glauben unterworfen hätten oder ausgerottet seien.[71]

776 kam es zu einem erneuten Sachsenaufstand; dieser wurde ebenfalls niedergeschlagen, die Eresburg wurde neu aufgebaut und die Sachsen mussten Geiseln stellen. Karl ließ in Sachsen weitere Stützpunkte errichten, darunter die sogenannte Karlsburg (civitas Karoli), die aber zerstört und als Paderborn neu aufgebaut wurde. Ebenso wurden in der Folgezeit Kirchen und Klöster erbaut, um die Missionierung Sachsens zu forcieren und die fränkische Herrschaft zu zementieren. 777 schien die Lage in Sachsen soweit unter Kontrolle zu sein, dass der König in Paderborn eine Reichsversammlung abhielt. Dies war eine spektakuläre Demonstration der fränkischen Herrschaft, da es sich hierbei um die erste Reichsversammlung handelte, die nicht im fränkischen Kernland stattfand. Zu diesem Zeitpunkt wähnten sich die Franken offenbar als vollständige Sieger.[72] Noch im selben Jahr kam es wiederholt zu Massentaufen, die jedoch, entgegen dem Kirchenrecht, teils auch unter Zwang stattfanden; hinzu kamen fränkische Abgabenforderungen, die für die Sachsen als zusätzliche Belastung der fränkischen Fremdherrschaft empfunden werden mussten.[73] 778 erscheint das erste Mal der Sachse Widukind als ein neuer Anführer der Aufständischen, die sich weiterhin gegen die fränkische Herrschaft stellten; dabei handelte es sich nicht in erster Linie um Adelige, sondern vor allem um Freie und Halbfreie, während Teile des sächsischen Adels sich mit den Eroberern arrangierten.[74] Der Zeitpunkt für die erneute Erhebung schien günstig, denn Karl hatte im selben Jahr in Spanien eine herbe Niederlage erlitten. Der sächsische Widerstand wurde von Karl jetzt aber auch als Abkehr vom christlichen Glauben und die daran beteiligten Sachsen als Hochverräter betrachtet, umso härter reagierte er. Bereits 778 hatte er Truppen zusammengezogen und besiegte die Sachsen im Sommer 779 bei Bocholt in einer der seltenen offenen Schlachten dieses Konflikts. Karl drang weiter nach Sachsen vor und empfing wieder die Unterwerfung mehrerer Sachsen, die wieder Geiseln stellen mussten.

780 und 782 hielt Karl erneut Reichsversammlungen in Sachsen ab, der sächsische Widerstand schien gebrochen zu sein; sächsische Adelige wurde in die fränkische Herrschaft eingebunden und belohnt, sogar ein fränkisch-sächsisches Truppenaufgebot sollte gegen die Slawen zum Einsatz kommen. Da erhoben sich 782 erneut große Teile der Sachsen unter Führung Widukinds, die am Süntel im Weserbergland ein fränkisches Truppenaufgebot vernichtend schlugen (was in der Originalfassung der Reichsannalen verschwiegen, aber in den Einhardsannalen eingeräumt wird). Karl marschierte eiligst an die Weser, um den Aufstand zu ersticken.[75] Mehrere Sachsen unterwarfen sich erneut dem König, bei Verden an der Aller kam es noch 782 aber zum sogenannten Blutgericht von Verden: Den Reichannalen zufolge wurden 4500 Sachsen auf Befehl Karls ermordet.[76] In der Forschung ist dieser Punkt bis heute von Bedeutung. Die Zahl 4500 mag deutlich übertrieben sein, unbestreitbar ist jedoch, dass Karl in Verden eine äußerst brutale Maßnahme ergriff, die auch bei einer deutlich niedrigeren Anzahl von getöteten Sachsen nicht beschönigt werden kann.[77] Da eine ähnliche Aktion später nicht mehr stattfand, wird das „Blutgericht“ vor allem der Abschreckung gedient haben. Im selben Jahr wurde die fränkische Grafschaftsverfassung (siehe unten) in Sachsen eingeführt, es wurden wieder Geiseln gestellt und Sachsen deportiert. Ebenso wurde die sogenannte Capitulatio de partibus Saxoniae erlassen, die für Abweichungen vom christlichen Glauben, Übergriffe auf christliche Würdenträger oder Einrichtungen sowie der Praktizierung paganer Kulthandlungen harte Strafen (oftmals die Todesstrafe) vorschrieb.

Widukindgrabmal in der Stiftskirche zu Enger

783 besiegten die Franken in zwei Gefechten die Sachsen. Ende 784 zog Karl im Winter wieder nach Sachsen, um seine Herrschaft abzusichern. Im folgenden Jahr wurden weitere Feldzüge durchgeführt, der sächsische Widerstand war nun brutal gebrochen worden und Karl bot Widukind Gespräche an. Widukind stimmte zu und unterwarf sich dem Frankenkönig; er ließ sich sogar zu Weihnachten des Jahres 785 in der Pfalz Attigny taufen, wobei Karl als sein Taufpate fungierte. Der sächsische Widerstand flackerte die folgenden Jahre zwar noch teilweise auf, erreichte aber nicht mehr das Ausmaß der ersten Phase der Sachsenkriege. 792 kam es erneut zu Unruhen und zwischen 793 und 797 mussten regelmäßig fränkische Heeresaufgebote ausrücken, doch fanden diese Kämpfe vor allem im nordöstlichen Sachsen im Elberaum statt.[78] Die Franken konsolidierten ihre Herrschaft in Sachsen, Christianisierung und Kirchenorganisation wurden vorangetrieben.[79] Ebenso wurden mehrere Deportationen durchgeführt.[80] Die fränkische Herrschaft war nun weitgehend abgesichert, der „herrschaftliche Terror“, der offenbar zielgerichtet betrieben und von Alkuin kritisiert worden war,[81] konnte daher abgemildert werden.[82] 797 wurde die Capitulatio de partibus Saxoniae durch eine mildere Verordnung ersetzt; 802 wurde mit der Lex Saxonum geschriebenes Recht für die Sachsen erlassen, das auch Elemente ihres Stammesrechts aufnahm.[83] 802 und 804 kam es zu weiteren fränkischen Feldzügen im nördlichen Elberaum. Mehrere Sachsen wurden von dort ins östliche Frankenreich deportiert, stattdessen wurden im Elberaum Franken angesiedelt. Die Sachsenkriege waren nun endgültig beendet.

Spanien

Während Karls frühe Expansionspolitik zwar (wie in Sachsen) hart erkämpft, aber insgesamt betrachtet überaus erfolgreich war, war 778 ein Krisenjahr seiner Herrschaftszeit. Bei der Reichsversammlung von Paderborn im Jahr 777 erschienen unerwartet hochrangige Gesandte aus dem arabisch beherrschten Spanien (al-Andalus). Abd ar-Rahman I., der als Umayyade dem Umsturz durch die Abbasiden entkommen und nach Spanien geflüchtet war, hatte dort eine vom neuen Kalifen in Bagdad unabhängige Herrschaft etabliert, das Emirat von Córdoba.[84] Dennoch bestanden in al-Andalus starke Spannungen zwischen den verschiedenen muslimischen Gruppen (Araber, Berber und nach Spanien abkommandierte Truppen aus Syrien). Zur Opposition gehörte unter anderem der arabische Wali (Statthalter) Suleiman al-Arabi.[85] Er und zwei andere Gesandte baten nun in Paderborn Karl um Beistand gegen Abd ar-Rahman und unterwarfen dafür sich selbst und die ihnen unterstellten Städte dem Frankenkönig.[86] Karl bot dies Anlass für eine weitere Expansion, zumal die Franken in der Vergangenheit bereits mehrfach in Kämpfe mit arabischen Truppen verwickelt waren; zudem scheint bereits 759 ein arabischer Statthalter König Pippin angeboten zu haben, sich dessen Oberhoheit zu unterstellen.[87]

Roland stürmt den Tempel Mahomets. Abbildung aus der Heidelberger Liederhandschrift (Cod. Pal. germ. 112, P, fol. 57v), Ende 12. Jh.

Bereits im folgenden Jahr (778) unternahm Karl einen Feldzug nach Nordspanien.[88] Als Begründung dienten ihm arabische Überfälle, so zumindest formulierte er es in einem Brief an den Papst; ebenso konnte er als Vorwand geltend machen, zum Schutz der spanischen Christen zu intervenieren.[89] Karl hatte das Heer in zwei Abteilungen geteilt: Eines stieß zunächst auf Pamplona vor, das andere auf Saragossa.[90] Karls Feldzug scheint vom christlichen König von Asturien eher argwöhnisch betrachtet worden zu sein, eventuell verständigte sich dieser sogar mit dem Emir von Córdoba.[91] Pamplona, die Hauptstadt der christlichen Basken, wurde erobert, doch der Vorstoß auf Saragossa, wo sich das fränkische Heer wieder vereinigte, blieb erfolglos. Die Quellenlage für den Spanienfeldzug ist äußerst schlecht, doch erwies sich Abd ar-Rahmans Machtstellung offenbar als gefestigt und die gegen ihn gerichtete Opposition als nicht ausreichend stark genug. Al-Arabi stellte zwar Geiseln und Barcelona sowie andere Städte wurden Karls Herrschaft unterstellt, doch scheint es sich hierbei um rein formale Unterwerfungen gehandelt zu haben, die folgenlos blieben und den Franken keinen Gewinn einbrachten. Offensichtlich hatte Karl nur unzureichende Vorstellungen von den Verhältnissen in Spanien und sich hinsichtlich der Erfolgsaussichten verkalkuliert.[92] Des Weiteren erhielt der König Nachricht von dem erneuten Aufstand in Sachsen, so dass er eiligst den ohnehin gescheiterten Feldzug abbrach und den Rückzug antrat.[93]

Auf dem Rückzug ließ Karl noch die Mauern von Pamplona zerstören,[94] doch die Basken rächten sich für das harte Vorgehen Karls. Im August 778 lauerten sie dem fränkischen Heer auf und fügten der Nachhut in der Schlacht von Roncesvalles wohl recht erhebliche Verluste zu. Die Reichsannalen verschweigen die Niederlage Karls, während sie in der überarbeiteten Fassung (den Einhardsannalen) erwähnt wird. Neben anderen fränkischen Adligen fiel auch Hruodland, Befehlshaber der bretonischen Grenzmark,[95] während der Kämpfe. Sein Tod diente als Stoff für das im 12. Jahrhundert aufgezeichnete und sehr populäre Rolandslied.

Während in mehreren pro-karolingischen Quellen die Ereignisse des Spanienfeldzugs beschönigt werden, wird er in der Forschung als vollständiger Misserfolg betrachtet.[96] Dennoch sollte Karl später erneut in Nordspanien aktiv werden, diesmal mit mehr Erfolg. 792/93 kam es zu arabischen Einfällen ins Frankenreich, woraufhin die Franken Feldzüge nach Nordspanien unternahmen. Mehrere befestigte Städte konnten eingenommen werden, darunter Barcelona (803) und Pamplona (811); ebenso wurden Christen im eroberten Gebiet angesiedelt. Die Franken hatten damit eine strategisch wichtige Pufferzone errichtet, die aber erst nach Karls Tod als regelrechte Grenzgrafschaft eingerichtet wurde (Spanische Mark).[97]

Awarenkrieg

Das Reich der Awaren um 600

Im Südosten grenzte das Frankenreich an das Awarenreich. Die Awaren waren Reiternomaden aus dem asiatischen Steppenraum, die im späten 6. Jahrhundert im Blickfeld des Byzantinischen Reiches auftauchten und bis ins frühe 7. Jahrhundert ein mächtiges Reich im Balkanraum etabliert hatten.[98] Obwohl das Awarenreich im späten 8. Jahrhundert seinen Zenit längst überschritten hatte, unternahmen die Awaren im Jahr 788 Einfälle in das Frankenreich, so nach Oberitalien und Bayern. Dieser awarische Vorstoß war vielleicht durch Hilfegesuche oppositioneller Kreise im Frankenreich ausgelöst worden[99] oder entsprang der Befürchtung der Awaren, dass sie nun das nächste Opfer der aggressiven Expansionspolitik Karls sein würden.[100] Der awarische Vorstoß scheiterte jedenfalls, und bei den folgenden Verhandlungen in Worms 790 konnte keine Einigung erzielt werden.

Ob nun Karl die Grenze im Südosten stabilisieren wollte oder schlicht auf Eroberung aus war, 791 begann jedenfalls eine großangelegte fränkische Invasion des Awarenreichs. Einhard beschreibt den folgenden Krieg als den größten Karls neben den Sachsenkriegen.[101] Der Awarenkrieg war auch deshalb von nicht zu unterschätzender symbolischer Bedeutung, weil er gegen „Heiden“ geführt wurde und sich Karl so ganz als christlicher Herrscher stilisieren konnte.[102] Beim Feldzug von 791 wichen die Awaren den Franken aus, die zur Versorgung des Heeres eine große Flussflotte auf der Donau einsetzten. In den folgenden Jahren plante Karl einen weiteren Feldzug, in diesem Zusammenhang wurde auch ein Kanalbau (Fossa Carolina) vorangetrieben, doch erneute Sachsenaufstände verhinderten dies vorerst. 794/95 kam es im Awarenreich zu internen Machtkämpfen, die den Tod des regierenden Khagan zur Folge hatten. Völlig unerwartet erschien 795 eine awarische Delegation an der Elbe und bot Karl die Unterwerfung ihres Tudun an, ihres (Teil-)Stammesführers. Dieser akzeptierte Karl als Oberherrn und ließ sich im folgenden Jahr sogar taufen.[103]

Awarische Gürtelschnallen aus dem 7. Jahrhundert

796 marschierte ein fränkisches Heer erneut ins Awarenreich ein und machte reiche Beute (sogenannter Awarenschatz); der neue Khagan unterwarf sich den Franken. Die Macht der Awaren war damit gebrochen und ihr Reich zerfiel zusehends.[104] 799/803 kam es zu einem Aufstand gegen die fränkische Oberherrschaft, der aber wirkungslos blieb, zumal die Franken in die inneren Strukturen des Awarenreichs nicht eingriffen. Christianisierung und Neubesiedlung wurden im Grenzraum jedoch vorangetrieben.[105] 822 werden noch einmal awarische Gesandte in den Quellen erwähnt, das Awarenreich selbst befand sich jedoch im vollständigen Auflösungsprozess.[106] Die Franken zogen den Grenzraum nun direkt in das Reich ein und organisierten eine Grenzmark, diesmal zur Abwehr der Bulgaren, die im Balkanraum ein neues Reich errichtet hatten.

Das Ende der Selbständigkeit Bayerns

Tassilokelch (Reproduktion), gestiftet um 780

Nachdem Karl Ende 771 den Reichsteil seines Bruders Karlmann übernommen hatte und 773/74 erfolgreich in Italien interveniert hatte, blieb nur eine Leerstelle im karolingischen Reichsverband: Bayern, wo Tassilo III., ein Neffe König Pippins, regierte.[107] Tassilo hatte Pippin Gefolgschaft geleistet und sich 756 an einem Feldzug gegen die Langobarden beteiligt. Anschließend übernahm er jedoch seit 757 die eigenständige Herrschaftsgewalt im Herzogtum Bayern. Über die folgenden Jahre lässt sich kaum etwas genaueres sagen. Die karolingischen Reichsannalen berichten zwar über Tassilo, doch sind die Aufzeichnungen rückblickend erstellt worden und sollten vor allem Tassilos Verhalten in einem ungünstigen Licht erscheinen lassen. Dort wird jedenfalls berichtet, dass der Herzog 757 König Pippin einen Vasalleneid geleistet und diesen 763 gebrochen habe, indem er während eines Feldzugs in Aquitanien „Fahnenflucht“ (althochdeutsch harisliz) begangen habe. In der modernen Forschung wird dieser Schilderung, besonders aufgrund des nachfolgenden Prozesses und der politischen Hintergründe, in der Regel keine Glaubwürdigkeit geschenkt.[108] Wäre dies tatsächlich der Fall gewesen, so wäre der Bayernherzog zeitnah zur Verantwortung gezogen worden, denn auf ein solches Verhalten stand die Todesstrafe.

Tassilo stammte aus der alten und vornehmen Familie der Agilolfinger. Bayern genoss seit der Merowingerzeit eine Sonderrolle im Reich und dies war auch unter den frühen Karolingern der Fall.[109] Tassilo trat als Herzog selbstbewusst auf. Er heiratete die Langobardenprinzessin Liutberga und unterhielt sehr gute Beziehungen zum Papst in Rom; sein Sohn Theodo wurde vom Papst persönlich getauft. Er übte seine Herrschergewalt in Bayern umfassend aus, nicht zuletzt im kirchlichen Bereich; ebenso entfaltete sich in Bayern in dieser Zeit eine rege geistige Kultur. Tassilo genoss in seinem Herzogtum faktisch eine königsähnliche Stellung und urkundete 769 sogar in Anlehnung an die karolingische Königstitulatur.[110] Karl duldete jedoch keine politischen Konkurrenten. In diesem Sinne verwundet es weniger, dass Karl gegen den Agilolfinger vorging, sondern eher, dass dies erst 787/88 geschah.[111]

Im Jahr 787 wurde Tassilo nach Worms vorgeladen, wo er sich dem Frankenkönig unterwerfen sollte. Der Bayernherzog erschien jedoch nicht und bemühte sich um päpstliche Vermittlung. Bald schon musste der Herzog jedoch erkennen, dass nicht nur der Papst ganz auf die Linie Karls einschwenkte und Tassilo zur vollständigen Unterwerfung aufforderte,[112] sondern dass er nun auch im eigenen Herzogtum über wenig Rückhalt verfügte. Als Karl noch 787 militärisch gegen Tassilo vorging, traten mehrere bayerische Große auf die fränkische Seite über. Tassilo war isoliert und unterwarf sich im Oktober 787 Karl, dem er nun auch einen Gefolgschaftseid leistete. Gerd Althoff hat diesen Vorgang als frühestes Vorkommen der rituellen deditio (Unterwerfung) gedeutet.[113] Dennoch blieben Spannungen bestehen und Karl sah nun offenbar eine günstige Gelegenheit. Im Juni 788 wurde Tassilo nach Ingelheim vorgeladen und dort zusammen mit seiner Familie festgesetzt. Ihm wurde vorgeworfen, mit den Awaren paktiert zu haben; nun wurde auch der oben erwähnte Vorwurf der „Fahnenflucht“ angeführt. Profränkische bayerische Adelige sagten gegen den Herzog aus, der zum Tode verurteilt wurde; das Urteil wurde von Karl in lebenslange Klosterhaft umgewandelt.[114] 794 wurde Tassilo kurzzeitig aus der Klosterhaft entlassen, um auf der Synode von Frankfurt noch einmal öffentlich Reue zu bekunden und auf seine Ansprüche urkundlich zu verzichten.[115]

In der modernen Forschung besteht kein Zweifel daran, dass die gegen Tassilo erhobenen Vorwürfe fingiert waren und es sich in Ingelheim um einen politischen Scheinprozess gehandelt hat.[116] Es handelte sich um politische Beweggründe, die Karl dazu veranlassten, die unliebsame Sonderstellung des mächtigen Bayernherzogs zu beenden. Eine königsähnliche Nebenherrschaft in einem nicht unwichtigen Reichsteil konnte Karl kaum tolerieren. Überraschend ist jedoch der schnelle Zusammenbruch von Tassilos Herrschaft, der offenbar in Bayern durchaus über missgünstige Rivalen verfügte, die sich von einer Zusammenarbeit mit Karl mehr versprachen. Die offizielle Sichtweise des karolingischen Königshofs wird vor allem in der Schilderung der Reichsannalen sichtbar, in denen eine leicht nachvollziehbare „Beweiskette“ der angeblichen Vergehen Tassilos aufgeführt und der Herzog als untreuer Gefolgsmann dargestellt wurde.[117] Bayern behielt in der Folgezeit dennoch eine gewisse Sonderstellung: Kirchlich blieb es eine Einheit und auch in der Verwaltung wurde nicht die Grafschaftsverfassung eingeführt, sondern die Regierung einem königlichen Präfekten übergeben. Politisch wurde es nun aber endgültig Teil des Reiches.[118]

Die Kaiserkrönung

Seit 795 fungierte Leo III. als Papst in Rom. Das Papsttum war in dieser Zeit unter den Einfluss des in diverse Fraktionen aufgesplitterten römischen Stadtadels geraten, der bei der Papstwahl ausschlaggebend war. Leo wurde unter anderem ein unwürdiger Lebenswandel vorgeworfen, vor allem aber verfügte er beim stadtrömischen Adel über keinerlei politischen Rückhalt, seine Lage wurde immer prekärer. Ende April 799 spitzte sich die Konfrontation zwischen dem Papst und dem Adel so zu, dass auf Leo ein Attentatsversuch unternommen wurde, hinter dem Vertraute des vorherigen Papstes Hadrian I. standen. Leo überlebte und flüchtete sich zu Karl nach Paderborn (vgl. Paderborner Epos).[119]

Karl leistete Leo militärische Unterstützung und ließ ihn Ende 799 nach Rom zurückführen. Im Spätsommer des Jahres 800 begab sich Karl selbst nach Italien und erschien Ende November 800 in Rom. Dort kam es am 1. Weihnachtstag, dem 25. Dezember 800, in Alt St. Peter zur Kaiserkrönung Karls des Großen durch den Papst. Damit wurde eine äußerst wirkungsmächtige Entwicklung für das gesamte weitere Mittelalter in Gang gesetzt. Das römische Kaisertum im Westen, wo 476 der letzte Kaiser in Italien abgesetzt worden war, war somit erneuert worden. Seitdem existierte ein neues „römisches Kaisertum“, das sich in der Nachfolge der antiken römischen Kaiser verstand und in der Folgezeit von den Karolingern sowie anschließend seit den Liudolfinger (Ottonen) von den römisch-deutschen Königen beansprucht wurde. Ohne die Tragweite abschätzen zu können, legte Karl somit auch den Grundstein für das römisch-deutsche Kaisertum.[120] Dies sind die sicheren Fakten, doch sind die Details der Kaiserkrönung problematisch.

Grandes Chroniques de France, Exemplar König Karls V. von Frankreich, Paris, BN, français 2813, fol. 85v, Paris saec. XIVex: die Kaiserkrönung Karls I.

Über den Vorgang der Kaiserkrönung liegen insgesamt vier Berichte vor (Lorscher Annalen, Liber Pontificalis, Reichsannalen und Einhard).[121] Im Kern wird dort die Schutzfunktion Karls gegenüber der Kirche und dem Papst gelobt. Das Volk sei begeistert gewesen und die Kaiserkrönung eher als spontane Handlung erfolgt. Einhard geht sogar soweit zu behaupten, dass, hätte Karl von Leos Vorhaben gewusst, er nie die Kirche betreten hätte.[122] Diese Schilderungen werden in der modernen Forschung jedoch als unzutreffend betrachtet.[123] Es ist an sich schon ausgeschlossen, dass die Vorbereitungen unbemerkt ablaufen konnten, Karl am Weihnachtstag der Kirche hätte fernbleiben können oder gegen seinen Willen gekrönt werden konnte.

Es war vielmehr Karl selbst, der seit einiger Zeit gezielt auf die Kaiserkrönung und die Erneuerung des römischen Kaisertums im Westen hingearbeitet hat.[124] Der Papst wirkte zwar als Koronator, befand sich aber in einer äußerst schwachen Position und war ganz von Karls Unterstützung abhängig. Als Kaiser richtete Karl denn auch über die an der Verschwörung gegen Leo beteiligten Personen. Die Kaiserkrönung wurde dabei von mehreren Faktoren begünstigt. Im Osten existierte immerhin noch das Oströmische Reich (Byzanz), das auf eine ungebrochene staatliche Kontinuität zum spätantiken Römerreich zurückblicken konnte. Im Jahr 800 herrschte dort jedoch mit Kaiserin Irene eine Frau (was man im Westen abwertend betrachtete), die noch dazu mit zahlreichen innenpolitischen Problemen zu kämpfen hatte. Aus karolingischer Perspektive wurde das sogenannte „Kaisertum der Griechen“ berücksichtigt und sogar eine ahistorische Übertragung des Kaisertums von Byzanz auf Karl konstruiert. In Byzanz hingegen betrachtete man Karl schlicht als Usurpator und hielt den Anspruch auf das Universalkaisertum aufrecht; erst 812 kam es zu einer Verständigung hinsichtlich des Zweikaiserproblems.[125] Die Kaiserkrönung des Jahres 800 war auch hinsichtlich heilsgeschichtlicher Aspekte nicht unbedeutend, denn es gab Überlegungen, die von der nahenden Endzeit ausgingen.[126] In einer Zeit, in der das Religiöse ganz entscheidend das Denken der Zeitgenossen bestimmte, erhielt die Kaiserkrönung so eine eschatologische Komponente.

Auswärtige Beziehungen

Karl unterhielt weitreichende auswärtige Beziehungen, die von England bis in den Mittelmeerraum reichten.[127] Einhard geht auf diesen Aspekt im 16. Kapitel seiner Vita Karoli auch explizit ein und beschreibt knapp die weitgespannte karolingische Diplomatie. Die Möglichkeiten auswärtiger Politik, die im Mittelalter durchaus vorhanden war und in erster Linie auf Gesandtschaften basierte, dürfen hierbei nicht überschätzt werden, doch boten sich für den Karlshof so auch Einblicke in eine wesentlich weitere Welt.[128]

Das angelsächsische England war in mehrere konkurrierende Reiche geteilt, wohin die Franken traditionell gute Beziehungen unterhielten. Karl stand unter anderem im (nicht immer spannungsfreien) Kontakt mit dem mächtigen König Offa von Mercien,[129] der zeitweise die Vorherrschaft in England errang. Der spätere König Egbert von Wessex hielt sich einige Zeit am Karlshof auf.[130] Einhard zufolge haben die schottischen Herrscher sogar Karls Oberherrschaft anerkannt.[131]

Karolingische Reiterei aus dem Psalterium Aureum, St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. 22, saec. IXex, S. 140 als Illustration zu Ps 60 (Feldzug des Joab)

Im Osten und nach der Eroberung Sachsens auch im Nordosten grenzte das Frankenreich an das Gebiet der Slawen.[132] Diese bildeten keine geschlossene Einheit, sondern waren in Einzelstämme zersplittert. Der um 850 entstandene Bayerische Geograph listet unter anderem die Abodriten, Wilzen, Sorben und Böhmen auf. Zu Beginn der 780er Jahren sind Taufen bei den Slawen und slawische Angriffe auf fränkisches Gebiet belegt. In der Folgezeit kam es immer wieder zu einzelnen fränkischen Feldzügen in slawisches Stammesgebiet. Hervorzuheben ist die größere fränkische Offensive unter Karls Befehl im Jahr 789, die sich gegen die Wilzen unter Dragowit jenseits der Elbe richtete, wobei Dragowits Hauptburg belagert wurde und er sich schließlich unterwerfen musste.[133] Unter Führung Karls des Jüngeren drangen 805 und nochmals 806 fränkische, bayerische und sächsische Heere in Böhmen ein.[134] Andererseits fungierten einzelne slawische Stämme auch als fränkische Verbündete; die wichtigsten waren die Abodriten.[135] 808 griffen die Wilzen im Bündnis mit den Dänen die Abodriten und den Osten Sachsens an, wurden aber 812 geschlagen.[136] Auf planvolle christliche Missionierungen in den Slawengebieten verzichtete Karl. Es ging ihm im Hinblick auf die Slawen nicht um eine territoriale Expansion, vielmehr verfolgte er in diesem Raum die Konzeption einer gesicherten Reichsgrenze und die Befriedung der angrenzenden Herrschaftsräume.[137] In der Forschung wird Karls Slawenpolitik denn auch als wesentlich defensiver bewertet als in den anderen Grenzräumen des Frankenreichs.[138] Karl verfolgte hier eine Politik zur Sicherung der Grenze durch Unterwerfung oder lockere Abhängigkeiten der betreffenden Stammesgebiete, wie sie auch von den Römern und Byzantinern betrieben wurde.[139]

Bei den fränkischen Kriegszüge spielten allgemein materielle Gründe eine wichtige Rolle. Timothy Reuter konnte nachweisen, dass Beute (praedae) aus gezielten Plünderungen bei Kriegszügen und regelmäßige Tributzahlungen (tributa) Strukturmerkmale des Karolingerreichs waren.[140] Derartige „Einnahmen“ (neben materiellen Besitztümern auch Sklaven), wobei die Tribute direkt dem König zuflossen,[141] waren ein wichtiger Grund für militärische Aktionen, so gegen Sachsen, Awaren und später gegen die Slawen.[142] Die Karolinger verfügten über kein stehendes Heer, dieses wurde vielmehr je nach Bedarf aufgestellt, wobei die gepanzerte Reiterei von großer Bedeutung war.[143] Zur Heerfolge verpflichtet war jeder Freie im Frankenreich, wobei die Schätzungen hinsichtlich der Gesamtstärke weit auseinander liegen.[144] Die militärischen Raubzüge waren insofern auch ein materieller Anreiz für die jeweils eingesetzten Truppen.[145] Gleichzeitig sicherten militärische Erfolge den Franken eine hegemoniale Stellung gegenüber schwächeren Nachbarn wie den Slawenstämmen und verschafften dem siegreichen König in der fränkischen Kriegergesellschaft zusätzliche Legitimität. Allerdings hat kürzlich Bernard Bachrach die wirtschaftliche Bedeutung der Einnahmen aus Plünderungen und Tributzahlungen in Frage gestellt.[146]

804 wurden die von Sachsen zwangsweise geräumte Region nördlich der Elbe den Abodriten zugewiesen. Diese Region war bald darauf von Angriffen der Dänen betroffen,[147] die den Reichsannalen zufolge in den Jahren 782 und 798 Gesandtschaften zu den Franken entsandt hatten. Unter Gudfred unternahmen die Dänen 804 und 808 per Schiff Vorstöße im nördlichen Grenzraum, 810 überfiel eine große Flotte die friesische Küste. Die Franken sahen sich gezwungen, den Grenzschutz in diesem Raum wieder selbst zu übernehmen (Errichtung von Esesfeld). 811 und 813 wurden Friedensverträge mit den Dänen geschlossen.[148] Nach Karls Tod kam es jedoch wiederholt zu weiteren, diesmal wesentlich ernsthafteren Raubzügen der Nordmänner gegen das Frankenreich. Bereits 799 hatten Nordmänner (Dänen oder Norweger) an der gallischen Atlantikküste Überfälle durchgeführt, die die maritime Unterlegenheit der Franken verdeutlichten.[149] Andererseits bestanden auch Handelsbeziehungen zu den nördlichen Nachbarn; in der Zeit nach Karl wurden auch die Missionierungsbemühungen vorangetrieben.[150]

Die Eroberungen Karls des Großen

Zum Kalifat unterhielt das Frankenreich seit der Zeit König Pippins lose Kontakte.[151] Hierbei spielte auch eine Rolle, dass die fränkischen Herrscher den Zugang christlicher Pilger zu den heiligen Stätten sichern wollten. 797 nahm Karl diplomatische Beziehungen zu Hārūn ar-Raschīd auf, dem Kalifen von Bagdad aus dem Geschlecht der Abbasiden.[152] Einhard gibt den Namen des Kalifen als Aaron wieder und betont, dass er den gesamten Osten außer Indien beherrsche;[153] der noch später entstandene Bericht Notkers zu diesen Gesandtschaften ist hingegen bereits stark legendarisch ausgeschmückt.[154] Hārūn ar-Raschīd beherrschte aber tatsächlich ein gewaltiges Gebiet, das sich von Nordafrika über den Nahen Osten bis nach Zentralasien erstreckte. Der Kalif schenkte Karl einen asiatischen Elefanten namens Abul Abbas, den der jüdische Fernhändler Isaak 801 ins Frankenreich brachte.[155] Die genauen Hintergründe der diplomatischen Mission sind unbekannt, doch dürfte der erwähnte Zugang der Pilger und der Schutz der Christen im Kalifat Gegenstand der Verhandlungen gewesen sein. 802 wurde eine zweite fränkische Gesandtschaft nach Bagdad entsandt. Diesmal war eindeutig Karls neues Selbstverständnis als Kaiser und Schutzherr der christlichen Heiligtümer (wie in Jerusalem) entscheidend. Es folgte 807 eine Gegengesandtschaft aus dem Kalifat, die Karl reiche Geschenke brachte. Alles in allem unterhielten Kaiser und Kalif gute Beziehungen,[156] auch die Handelsbeziehungen profitierten davon; eventuell spielten Bündnisüberlegungen gegen Byzanz eine gewisse Rolle. Nach dem Tod des Kalifen verschlechterte sich die Lage der Christen im Kalifat jedoch und die Beziehungen zwischen beiden Reichen ebbten ab.

Im Zuge der Kontakte Karls zu den weiterhin unabhängigen langobardischen Fürstentümern Süditaliens wurde wohl sogar ein lockerer Kontakt zu den muslimischen Aghlabiden im heutigen Tunesien aufgenommen.[157] Intensivere Beziehungen unterhielt Karl nach Spanien, so zu muslimischen Teilherrschern (was zum fatalen Fehlschlag des Spanienfeldzugs 778 führte) und zum asturischen König Alfons II.[158]

Die Beziehungen des Frankreichs zu Byzanz waren intensiv, wenngleich das Verhältnis seit der Kaiserkrönung Karls im Jahr 800 mehrere Jahre schwer belastet war, denn nun ergab sich das sogenannte Zweikaiserproblem: Beide Seiten beanspruchten, in der Nachfolge der römischen Kaiser zu stehen und einen damit verbundenen universalen Geltungsanspruch zu vertreten.[159] Nikephoros I., seit 802 byzantinischer Kaiser („Basileus“), empfand die Kaiserwürde Karls als Anmaßung und verweigerte deren Anerkennung. Der Konflikt verschärfte sich noch, als Karl die von Byzanz beanspruchten Regionen Dalmatien und Venetien seinem Machtbereich einverleibte. Es kam zu begrenzten Kampfhandlungen, beide Seiten waren aber im Grundsatz an einem Ausgleich interessiert: Karl war noch immer an den Grenzen gebunden, während die Byzantiner im Westen von Bulgaren und im Osten vom Kalifat bedroht wurden. Im Jahr 811 hatte sich Karl bereits in einem Brief an Konstantinopel gewandt, doch wurde Nikephoros kurz darauf getötet. Im Frieden von Aachen (812) wurde ein tragfähiger Ausgleich mit dessen Nachfolger Michael I. erzielt. An diesen schickte Karl 813 einen neuen Brief, in dem er den Kaiser ausdrücklich als seinen ehrwürdigen Bruder anredete.[160] Die große Bedeutung der Kontakte zwischen Frankenreich und Byzanz lässt sich auch an der recht hohen Zahl von Gesandtschaften ablesen: Insgesamt vier fränkische und acht byzantinische Gesandtschaften sind in Karls Regierungszeit belegt.[161]

Hof und Herrschaftspraxis

Grundlage einer effektiven Verwaltung war neben einer entsprechenden herrschaftlichen Infrastruktur die Schriftlichkeit.[162] Die Anzahl ausgestellter Urkunden kann auch als ein Indikator für die herrschaftliche Durchdringung des Reichsgebiets dienen. 164 als echt angesehene Urkunden Karls sind überliefert,[163] doch handelt es dabei nur um die erhaltene Auswahl der tatsächlich in Karls Regierungszeit ausgestellten Urkunden.[164] Die frühen Merowingerkönige hatten in ihrer Kanzlei zunächst hauptsächlich schriftkundige Laien beschäftigt,[165] in der Folgezeit wurden entsprechende Schreib- und Lesekenntnisse aber nur noch in der Geistlichkeit vermittelt. Die Schriftkenntnisse im Frankenreich waren jedoch seit dem 7. Jahrhundert rückläufig, das Latein zunehmend verwildert. Die sogenannte Bildungsreform diente denn nicht nur einer kulturellen Neubelebung des Frankenreichs, es war auch ein wichtiger Baustein zur Sicherstellung einer effizienten Herrschaftspraxis. Karls Reformen zielten auf eine umfassende Neuordnung im kirchlichen, kulturellen und herrschaftlichen Bereich ab.

Modell der Aachener Königspfalz nach Leo Hugot, 1981

Der Hof war das Zentrum des herrschaftlichen Handelns.[166] Die frühmittelalterlichen Könige waren Reisekönige, die von Pfalz zu Pfalz reisten und unterwegs die notwendigen Regierungsgeschäfte regelten, so dass auch der Hof mobil war.[167] Die Geldwirtschaft spielte im Frühmittelalter durchaus eine Rolle und Münzprägungen fanden fast kontinuierlich statt, auch in der Zeit Karls des Großen.[168] Dennoch war die Wirtschaft im Frankenreich stark auf die Naturalwirtschaft ausgerichtet;[169] materielle Grundlage des Königtums war daher das Krongut.[170] Karl unterhielt eine Vielzahl von Pfalzen, die über das Reich verstreut waren, zeitweise als königliche Residenzen fungierten und der Versorgung des Königshofes dienten.[171] Zu den besuchten Orten zählten solche, die bereits in früherer Zeit von fränkischen Königen favorisiert wurden, doch kamen unter Karl auch neue Orte hinzu, so in den eroberten Gebieten. Der Schwerpunkt des Itinerars lag somit im Nordosten des Frankenreichs, vor allem in der Region zwischen dem Fluss Maas und dem Rhein-Main-Gebiet. Die Anzahl der jeweiligen Aufenthalte variiert stark und reicht von einem einzigen (wenngleich wichtigen) Aufenthalt in Frankfurt am Main bis zu 26 Aufenthalten in Aachen.[172] Aachen war wohl aufgrund der nahen Waldgebiete, in denen der König seiner Jagdleidenschaft nachgehen konnte, und aufgrund der heißen Quellen Karls Lieblingsresidenz; nach 795 hielt er sich nur noch dreimal in anderen Orten während des Winters auf.[173] Aachen fungierte nun als königliche Hauptresidenz und vor Ort wurden umfangreiche Baumaßnahmen durchgeführt, wozu vor allem die prächtige Aachener Königspfalz gehörte.[174]

Das Signum Karls des Großen unter einer am 31. August 790 in Kostheim ausgefertigten Urkunde: Eigenhändig ist nur der v-förmige Vollziehungsstrich innerhalb des rautenförmigen O des sogenannten Karlsmonogramms, durch den die obere Hälfte des O zugleich als A (für KAROLVS) gelesen werden soll. Der lineare Text beiderseits des Kreuzrhombus-Monogramms lautet Signum (M.) Caroli gloriosissimi regis („Siegel des überaus glorreichen Königs Karl“).

Das Werk De ordine palatii des Erzbischofs Hinkmar von Reims aus spätkarolingischer Zeit gibt Einblick in den Hofaufbau. Im Verwaltungsbereich am Hof spielte die Hofkapelle eine wichtige Rolle, welcher der capellanus vorstand. Hinzu kamen der Kanzler und die Notare.[175] Diese waren alle Geistliche, während der Pfalzgraf weltliche Angelegenheiten regelte und ebenfalls zum engsten Beraterkreis des Königs gehörte.[176] Des Weiteren waren eine große Anzahl von Bediensteten am Hof tätig, so der Kämmerer, Mundschenk, Quartiermeister, Seneschall und weiteres Hauspersonal („Hausgesinde“).[177] Die Königin spielte am Hof eine nicht zu unterschätze Rolle, da sie dem königlichen Haushalt vorstand.

Der Hof war aber nicht nur politischer Mittelpunkt, sondern diente auch als wichtiges kulturelles Zentrum.[178] Karl der Große selbst war offenbar kulturell interessiert und versammelte an seinem Hof gezielt mehrere Gelehrte aus dem lateinischen Europa.[179] Der angesehenste von ihnen war der Angelsachse Alkuin (gest. 804). Alkuin war zuvor Leiter der berühmten Kathedralschule in York gewesen; er besaß eine umfangreiche Bibliothek und genoss einen herausragenden Ruf. Er begegnete Karl in Italien und folgte 782 dem Ruf an dessen Hof, wo er nicht nur als ein einflussreicher Berater wirkte, sondern auch zum Leiter der Hofschule aufstieg. Hinzu kam eine Reihe anderer Personen, so etwa der bereits erwähnte Einhard. Dieser war zunächst Schüler Alkuins, später Leiter der Hofschule, Vertrauter Karls und als dessen Baumeister tätig. Nach dem Tod Karls verfasste er seine berühmte Biographie des Kaisers, die an antiken Vorbildern orientiert war. Petrus von Pisa war ein lateinischer Grammatiker, der ebenfalls an den Karlshof berufen wurde und Karl in lateinischer Sprache unterrichtete. Der langobardische Gelehrte Paulus Diaconus hatte in Italien im Königsdienst gestanden und war 782 an den Hof Karls gekommen, wo er vier Jahre blieb und wirkte. Der Patriarch Paulinus II. von Aquileia war nicht nur Geistlicher, sondern verfügte auch über ein breit gefächertes Wissen. Theodulf von Orléans war ein gotischer Theologe und Dichter. Er war überaus belesen und gebildet; für Karl verfasste er auch die Libri Carolini. Aus Irland stammten die Gelehrten Dungal und Dicuil, die sich mit Naturwissenschaften beschäftigten. Karl konnte sich noch auf weitere Personen in seinem Umfeld stützen, dazu gehörten Arn von Salzburg, Angilbert, die mit Karl verwandten Brüder Adalhard und Wala, sowie Karls Schwester Gisela (gest. 810, seit 788 Äbtissin von Chelles). Der Hof Karls und die Hofschule gaben Impulse für eine kulturelle Erneuerung, wobei auch die karolingische Kirche als zentraler Kulturträger reformiert wurde.

In der Regel zweimal im Jahr wurden Hoftage als Versammlung des Königs und der Großen des Reiches einberufen, um anstehende politische Fragen zu klären oder Streitigkeiten zu schlichten.[180] Herrschaft war im Frühmittelalter ganz wesentlich an einzelne Personen gebunden, es existierten faktisch keine „staatlichen Institutionen“ (und damit kein abstrakter Begriff wie Staatlichkeit) losgelöst von diesen personalen Herrschaftsstrukturen.[181] Dennoch etablierten die Karolinger eine für die zeitgenössischen Verhältnisse relativ effektive Verwaltungsstruktur. Karl beseitigte die letzten Reste der älteren Stammesherzogtümer, mit Tassilo III. war 788 der letzte Herzog abgesetzt worden. Die Ausführung der Verwaltungsaufgaben im Reich lag nun (wie bereits teils in merowingischer Zeit) vor allem in den Händen der Grafen. Diese fungierten nicht nur als Heerführer, sondern im Rahmen der sogenannten Grafschaftsverfassung als königliche Amtsträger bei der Ausübung der königlichen Regalien und waren in bestimmten Bereichen Stellvertreter des Königs (Mark-, Burg- und Pfalzgrafen). Besondere Bedeutung erlangten die Markgrafen: In ihrem Amt bündelten sich verschiedene Kompetenzen in den neuen Grenzmarken, wo sie über weitreichende Sonderrechte verfügten. Die Übertragung von Ämtern und Gütern an die führenden Adelsfamilien sicherte deren Loyalität und begründete eine neue Reichsaristokratie, die wiederum an der Königsherrschaft partizipierte. Das Karolingerreich war ein Vielvölkerreich, über das die Franken nicht alleine herrschten, sondern in das auch andere ethnische Gruppen eingebunden waren. Einer effektiveren Herrschaftsdurchdringung sollten die sogenannten Königsboten dienen (missi dominici). Diese wurden paarweise entsandt, je ein weltlicher und ein geistlicher Vertreter (in der Regel ein Graf und ein Bischof), um Anweisungen und Erlasse durchzusetzen und Abgaben einzutreiben, aber auch zur Demonstration der königlichen Herrschaftspräsenz und zur Kontrolle vor Ort. Sie konnten in einem zugeteilten Bezirk wenn nötig die unmittelbare Herrschaftsgewalt ausüben und Urteile fällen.[182] Es waren die missi, denen die Durchführung des königlichen Treueeids oblag, den im Jahr 789 alle männlichen Bewohner des Reiches ab 12 Jahre leisten mussten.[183] Damit war Karl bestrebt, die Loyalität seiner Untertanen weiter zu sichern. Der Eid wurde 802 erneut eingefordert.[184]

Kapitel 70 des Capitulare de villis vel curtis imperii

Ein wichtiges Instrument der Königsherrschaft war die Gesetzgebung, von der Karl ausgiebig Gebrauch machte.[185] Mit den sogenannten Kapitularien[186] wurde eine weitgehend einheitliche Gesetzgebung geschaffen, das Gerichtswesen und die Rechtsprechung wurden ebenfalls reformiert. Eine berühmte Quelle für die Wirtschafts-, speziell die Agrar- und Gartenbaugeschichte, ist die Landgüterverordnung Capitulare de villis vel curtis imperii, die Karl der Große als detaillierte Vorschrift über die Verwaltung der Krongüter erließ, was offenbar eine reibungslose Versorgung des Königshofs sicherstellen sollte. Im März 789 erließ Karl das Kapitular Admonitio generalis. Es handelt sich um ein „programmatisches Kapitular“.[187] Es beinhaltete eine allgemeine Ermahnung und richtete sich gegen Missstände in der Kirche und im Reich. In 82 Kapiteln wurde auf die kirchliche Neuordnung, Belebung des Wissens und Bekämpfung von Häresie und Aberglaube eingegangen und allgemein auf eine bessere Lebensführung der Untertanen hingewirkt.[188] Es wurde für Frieden und Eintracht geworben und Hass, Neid und Zwietracht etc. verurteilt, wobei sich mehrere direkte Anweisungen an den Klerus und nur relativ wenige an alle Untertanen richteten. Diese Ermahnungen und Anordnungen war Bestandteil von einem umfassenden Reformprogramm (wozu auch die Bildungsreform gehörte), das Karl nicht selbst erarbeitet, aber maßgeblich gefördert und vorangetrieben hatte. Das gesamte Leben im Reich sollte sich an dem Programm der Admonitio generalis orientieren, die Durchführung wurde den missi überlassen.[189]

Karl hatte hierbei allerdings keinen vollen Erfolg, was nicht nur auf die dafür nicht ausreichend vorhandenen zeitgenössischen Herrschaftsmittel, sondern auch auf Begehrlichkeiten und Übergriffe anderer Großen im Reich zurückzuführen ist.[190] Karl erkannte durchaus, dass die von ihm vertretene Vorstellung von Ordnung und Recht oft an faktische Grenzen stieß und bemühte sich so etwa 802 um eine Neuordnung der missi.[191] In anderen Kapitularien betonte Karl unter anderem den Schutz der Freien und prangerte teilweise kirchliche Begehrlichkeiten an.[192] Der Schutz der Armen (pauperes) war Bestandteil des königlichen Aufgabenkatalogs und Karl bemühte sich in der Tat um eine zumindest teilweise Verbesserung der Lebensbedingungen für die ärmeren Schichten und auch für Unfreie, denen sich sogar gewisse Aufstiegsmöglichkeiten eröffneten.[193] Juden, die teils etwa als Fernhändler aktiv waren, genossen königlichen Schutz, doch werden sie in den Kapitularien nur selten erwähnt.[194]

Kirchenpolitik

Eine herausragende Rolle bei der Neuordnung und Festigung im Innern spielte die Kirche, die über eine zusätzliche, sich über das gesamte Reich erstreckende Infrastruktur verfügte.[195] Das Zusammenspiel zwischen Königtum und Kirche war keine grundsätzliche Neuerung, da dies im Frühmittelalter allgemein von besonderer Bedeutung war.[196] Bereits die Merowinger hatten die Kirche in ihre Herrschaftskonzeption eingebunden und daran hatten die frühen Karolinger angeknüpft. Karl forcierte diesen Prozess aber zusätzlich durch den massiven Ausbau der klerikalen Infrastruktur. So wurden zahlreiche neue Klöster gegründet und Bistümer eingerichtet, wobei sich Karl das Recht vorbehielt, die Bischöfe selbst zu ernennen. Des Weiteren ließ Karl der Kirche umfangreiche Schenkungen und Begünstigungen zukommen, ebenso wurden kirchliche Reformen durchgeführt.[197] Die Einführung der Metropolitanverfassung, die regelmäßige Abhaltung von Synoden im Beisein des Königs und die Durchführung von Visitationen stärkten das Band zwischen König und Kirche. Die umfassende Bildungsreform Karls betraf vor allem die Kirche, die von der Hebung des Bildungsstandes und von den Maßnahmen zur Beseitigung kirchlicher Missstände profitierte.

Wenngleich die Kirche vom König gefördert wurde, verstand Karl sich durchaus als Herr des Reichsepiskopats und hatte in kirchlichen Fragen großen Einfluss.[198] Allgemein konnte er sich auf die Bischöfe stützen, die überwiegend aus den lokalen Adelsfamilien stammten und sowohl im geistlichen wie im weltlichen Bereich eine wichtige Rolle spielten. Glaube und Politik waren im Mittelalter oft eng verzahnt. Karl, der auch den Titel defensor ecclesiae („Verteidiger der Kirche“) trug, war nicht nur gläubig, er war auch bestrebt, seine Rolle als christlicher Herrscher in reale Politik umzusetzen.[199] Dies spiegelt sich in zahlreichen Erlassen des Kaisers wider, nicht zuletzt im Rahmen der Verlautbarungen zur Bildungsreform, wo die Anwendung des geschriebenen Wortes bei der Gottesverehrung von zentraler Bedeutung war. In einem wohl im Auftrag Karls geschriebenen Briefs Alkuins an Papst Leo III. aus dem Jahr 796 wird deutlich, dass der Kaiser nach außen der Bekämpfung der „Ungläubigen“ und der Festigung des Glaubens im Inneren hohe Priorität einräumte.[200] Karl setzte auf eine aktive Missionierungspolitik, so vor allem in Sachsen.[201] Diese wurde teils mit erheblicher Gewalt durchgeführt, was etwa Alkuin explizit kritisierte,[202] der auf die Freiwilligkeit des Glaubens beharrte. Hinzu kam, dass der kirchlichen Lehrmeinung zufolge eine Person erst im Glauben unterwiesen werden musste, bevor er sich dazu freiwillig bekannte. Die bekehrten Sachsen waren aber nur sehr oberflächlich mit dem Christentum bekannt gemacht worden, während strenge Gesetze die anschließende Einhaltung sicherstellen sollten; eine verstärkte Mission bei den Sachsen setzte nach 785 ein.[203] Im Inneren wurde von Karl auf eine christliche Lebensführung seiner Untertanen gedrungen, eine stärkere „Verchristlichung der Gesellschaft“,[204] so beispielsweise hinsichtlich der Einhaltung der zehn Gebote und des Sonntagsgebots.

Erwähnung Frankfurts (am Main) als Franconofurd im Sacrosyllabus des Paulinus von Aquileia aus dem Jahr 794.

Zentrum der karolingischen Kirchenpolitik war seit Ende des 8. Jahrhunderts Aachen, wenngleich sich dort kein Bischofssitz befand.[205] Nach 794 fanden Synoden im Beisein des Königs nur noch in Aachen statt.[206] In den folgenden Jahren kümmerte sich Karl immer wieder auf Synoden um kirchliche Probleme.[207] Während in Byzanz im 8. und 9. Jahrhundert der Bilderstreit entbrannte, beschäftigte man sich im Frankenreich auf der Synode von Frankfurt 794 mit der religiösen Bilderverehrung, die man schließlich ablehnte. Die von Pippin in die Wege geleitete Reform der Liturgie nach römischem Vorbild wurde ebenfalls weitergeführt.[208] Auf dem Konzil von Aachen (809) wurde die sogenannte Filioque-Formel für verbindlich erklärt. Karls Sohn und Nachfolger Ludwig der Fromme knüpfte an diese Tradition an und hielt weitere Synoden in Aachen ab,[209] bevor die karolingische Zentralgewalt in den Nachfolgekämpfen zerbrach.

Das Verhältnis der Karolinger zum Papsttum war recht stark ausgeprägt.[210] Es wurde bereits geschildert, dass Papsttum und Karolinger seit der Königszeit Pippins miteinander kooperierten und beide Seiten davon profitierten: Das neue fränkische Königsgeschlecht wurde durch Papst Stephan II. legitimiert, während die Franken als neue weltliche Schutzmacht des Papstes fungierten. Über die Umstände des ersten Zusammentreffens zwischen Pippin und Papst Stephan II. im Jahr 754 variieren jedoch die Quellenberichte. In der Fortsetzung der Fredegarchronik (Continuatio Fredegarii) wird geschildert, dass der damals wohl fünfjährige Karl dem Papst mit einer Delegation entgegengeeilt war, um Stephan II. im Frankenreich zu begrüßen und in die Pfalz nach Ponthion zu begleiten. Dort wurden Pippin und mehrere fränkische Große vom Papst reich beschenkt.[211] Der Bericht in der Vita Stephans im Liber Pontificalis weicht davon an einem entscheidenden Punkt ab. Demnach ist hier Karl ebenfalls dem Papst entgegengekommen, doch auch Pippin habe den Papst eine Wegstunde von der Pfalz in Ponthion entfernt feierlich empfangen und sich ihm sogar zu Boden geworfen.[212] Diese Abweichung ist auf den jeweiligen Charakter der Quellen zurückzuführen, in denen die entsprechenden Rituale den Lesern gegenüber anders gedeutet und jeweils der König bzw. der Papst hervorgehoben wurde.[213]

Karl unterhielt seit Beginn seiner Königszeit recht intensive Kontakte zum Papsttum und präsentierte sich weiterhin als dessen weltlicher Schutzherr. Gleichzeitig nutzte er günstige Gelegenheiten, um seinen eigenen Einfluss zu vergrößern. So unternahm er zwar 773/74 auch zum Schutz des Papstes vor den Langobarden den erwähnten Italienfeldzug, gliederte die eroberten Gebiete aber weitgehend seinem Reich ein. Die grundsätzliche Frage, wie das Verhältnis zwischen dem fränkischen König und dem Papst ausgestaltet war, gewann nach der Kaiserkrönung zu Weihnachten 800 (auf die Karl selbst hingearbeitet hatte) neue Aktualität.[214] Kaisertum und Papsttum waren beide Universalgewalten und keine Seite konnte eine formale Unterordnung unter die jeweils andere unwidersprochen akzeptieren. Doch zur Zeit der Kaiserkrönung war Karl in einer politisch weitaus günstigeren Position, während Papst Leo III. aufgrund seiner schwachen Stellung in Rom faktisch vom Kaiser abhängig war. Allerdings gewann das Papsttum schon kurz nach Karls Tod neuen Handlungsspielraum.[215] Das Papsttum erreichte unter Nikolaus I. im 9. Jahrhundert einen neuen Höhepunkt, eine gewisse „Weltstellung“,[216] bevor der päpstliche Einfluss im späten 9. Jahrhundert verfiel und in der Folgezeit von stadtrömischen Kreisen und dann bis ins frühe 11. Jahrhundert oft von starken Kaisern dominiert wurde.

Karolingische Bildungsreform

Evangelist Johannes im Wiener Krönungsevangeliar, Weltliche Schatzkammer, Inv.-Nr. XIII 18, fol. 178v

Im Frankenreich war die lateinische Sprache im 7./8. Jahrhundert stilistisch zunehmend verwildert, auch die kirchlichen Bildungseinrichtungen verfielen. Die Griechischkenntnisse im Westen waren ohnehin kaum noch vorhanden, aber auch korrektes Latein musste sogar oft von Romanen neu erlernt werden.[217] Dieser Prozess wurde im Karolingerreich seit Ende des 8. Jahrhunderts durch gezielte Maßnahmen der Kulturförderung gestoppt. Diese neue Aufschwungphase wird oft als karolingische Renaissance bezeichnet. Der Begriff „Renaissance“ ist aus methodischen Gründen allerdings sehr problematisch. Im Frankenreich handelte es sich nicht um eine „Wiedergeburt“ des klassischen antiken Wissens, sondern vielmehr um eine Reinigung und Vereinheitlichung des bestehenden Kulturguts. Für die Karolingerzeit spricht man aus diesem Grund heute eher von der karolingischen Bildungsreform.[218] Es ging darum, die „Weisheit der Alten“ zu erneuern,[219] wobei die Grundlage der frühmittelalterlichen Bildung im Westen die aus der Spätantike bekannten septem artes liberales bildeten. Den Anstoß für die Bildungsreform gab wohl die Reform der fränkischen Kirche durch Bonifatius Mitte des 8. Jahrhunderts.[220] Diese kulturelle Erneuerung wurde auch durch externe Faktoren begünstigt, nachdem das geistige Leben in England und Irland wiederbelebt wurde und die Schriftkultur zunehmend erstarkte (siehe etwa Beda Venerabilis im frühen 8. Jahrhundert). Angelsachsen wie der gebildete Alkuin spielten denn auch im Gelehrtenzirkel der sogenannten Hofschule eine Rolle.

Darstellung Alkuins (Mitte) in einer Fuldaer Handschrift um 830/40 (Wien, ÖNB cod. 652, fol. 2v)

Karl selbst war keineswegs ungebildet und interessierte sich sehr für Kultur. Er förderte die Bildungsreform nach Kräften, die Umsetzung aber war maßgeblich Alkuins Verdienst. Der Schlüsselbegriff dafür lautete correctio, wonach die lateinische Schrift und Sprache, also die Grundlage für den kulturellen und geistlichen Diskurs im lateinischen Westen, sowie der Gottesdienst zu „berichtigen“ waren. Das vorhandene Bildungsgut sollte systematisch gesammelt, gepflegt und verbreitet werden, dazu diente auch die Einrichtung einer stetig erweiterten Hofbibliothek. In der berühmten Admonitio generalis aus dem Jahr 789 wird auch das Bildungsprogramm explizit angesprochen. Die Klöster wurden unter anderem ermahnt Schulen einzurichten, auf die Bildung der Priester und auf die korrekte Wiedergabe der Texte beim Kopieren zu achten; es sei zu korrigieren, was zu korrigieren ist.[221] Die Reform der Kloster- und Domschulen war auch aus religiösen Gründen von Bedeutung, da der Klerus auf möglichst genaue Sprach- und Schriftkenntnisse angewiesen war, um die lateinische Bibelfassung auslegen und theologische Schriften erstellen zu können. Dies ist ein zentraler Gedanke der Reform: Eindeutigkeit des geschriebenen und gesprochenen Wortes seien für eine wirksame Gottesverehrung unerlässlich.[222] Glaube und „Wissenschaft“ standen hierbei nicht im Widerspruch zueinander. Die lateinische Schriftsprache wurde bereinigt und verbessert. Es wurde sehr auf korrekte Grammatik und Schreibweise Wert gelegt, wodurch das stilistische Niveau angehoben wurde.

Als neue Schriftart setzte sich die karolingische Minuskel durch, die als Schreibschrift gut geeignet war. Im kirchlichen Bereich wurde des Weiteren unter anderem die Liturgie überarbeitet, Homiliensammlungen erstellt und die Beachtung der kirchlichen Regeln eingefordert. Im administrativen Bereich wurden ebenfalls mehrere Änderungen vorgenommen.[223] Die kirchlichen Bildungseinrichtungen wurden verstärkt gefördert, außerdem wurde eine revidierte Fassung der lateinischen Bibelausgabe angefertigt (sogenannte Alkuinbibel). Ältere Schriften wurden durchgesehen und korrigiert, Kopien erstellt und verbreitet. Die Hofschule wurde zum Lehrzentrum, was auf das gesamte Frankenreich ausstrahlte. Mehrere Klöster wurden neu gegründet oder erlebten einen erheblichen Aufschwung, so unter anderem St. Gallen, das Kloster Reichenau, St. Emmeram, Kloster Mondsee oder das Kloster Fulda. Sie waren Hauptträger der Bildungsreform und wurden deshalb vielfach erweitert. Im Kloster Fulda beispielsweise entwickelte sich unter Alkuins Schüler Rabanus Maurus eine ausgeprägte literarische Kultur. So kam neben dem Königshof mehreren Klöstern und Bischofssitzen eine zentrale Rolle im Rahmen der Bildungsreform zu. Die Forschung hat für die Zeit um 820 neben dem Aachener Hof 16 „Schriftprovinzen“ identifiziert, jede mit mehreren Skriptorien.[224]

Elfenbeintafel vom Buchdeckel des Lorscher Evangeliars.

Die Bildungsreform sorgte für eine deutliche Stärkung des geistigen Lebens im Frankenreich. Die literarische Produktion stieg nach dem starken Rückgang seit dem 7. Jahrhundert spürbar an, auch Kunst und Architektur profitierten davon. Noch erhaltene antike lateinische Texte sowohl von paganen als auch von christlichen Verfassern wurden nun wieder zunehmend herangezogen, gelesen, verstanden und vor allem kopiert, wobei der Aufwand für die Buchproduktion nicht unerheblich war.[225] Wichtige kirchliche Texte wurden von sprachlichen Verwilderungen gereinigt und in Musterexemplaren zur Vervielfältigung bereitgestellt. Von der Hofbibliothek aus wurden seltene Texte den Kathedral- und Klosterbibliotheken zur Abschrift zur Verfügung gestellt. Buchbestände wurden gesichtet und schriftlich in Katalogen erfasst, neue Bibliotheken eingerichtet.[226] Besonders nachgefragt waren Ovid und Vergil, daneben wurden unter anderem Sallust, Quintus Curtius Rufus, Sueton und Horaz wieder zunehmend gelesen. Die karolingische Bildungsreform hatte somit für die Überlieferung antiker Texte eine große Bedeutung, die teils nur deshalb überliefert sind, weil sie im Rahmen der Bildungsreform neu kopiert und somit bewahrt wurden. Diese Kopiertätigkeit schärfte gleichzeitig die Lateinkenntnisse, so dass es auch zu einem qualitativen Anstieg der Latinität kam. Des Weiteren ließ Karl „barbarische“ (d.h. germanische bzw. volkssprachliche) „alte Heldenlieder“ aufschreiben,[227] doch ist die Sammlung nicht erhalten. Die Bildungsreform stärkte denn sogar die Entwicklung der volkssprachigen Literatur, so des Althochdeutschen. Zentren altdeutscher Überlieferung waren später unter anderem die Klöster Fulda, Reichenau, St. Gallen und Murbach. Fragmentarisch erhalten ist etwa das Hildebrandslied, ein althochdeutsches Heldenlied (um 830/40).

Ada-Evangeliar: Evangelist Matthäus, entstanden um 790

Die Zeit der karolingischen Bildungsreform war auch eine Blütezeit in der Kunst, vor allem bei Goldschmiedearbeiten (wie der sogenannte Talisman Karls des Großen) und der Buchkunst. Der hohe Stellenwert für Kultur und Kunst am Hof Karls des Großen, wo diese Entwicklung stark gefördert wurde, ist unbestreitbar und drückte sich in zahlreichen Werken aus.[228] An mehreren Werkstätten des Reiches entstanden (oft in arbeitsteiligen Prozessen) wertvolle und meisterhaft illuminierte Bilderhandschriften, so an der berühmten Hofschule Karls des Großen in Aachen,[229] auch als Ada-Schule bekannt, die insbesondere durch das Ada-Evangeliar Berühmtheit erlangte. Hierzu zählt etwa das Godescalc-Evangelistar, das zu Beginn der 780er Jahre angefertigt wurde.[230] An der Hofschule entstanden des Weiteren unter anderem der Dagulf-Psalter und sehr wahrscheinlich auch das Lorscher Evangeliar. Ebenfalls zu berücksichtigen ist die einige Zeit in Aachen arbeitende Gruppe von Künstlern, die das eine eigene Gruppe begründende Wiener Krönungsevangeliar schuf und damit starke Impulse gab.[231] Der Stil der karolingischen Buchkunst variiert nach der jeweils tätigen Gruppe; immer wieder treten Reminiszenzen an Werke der spätantiken und byzantinischen Buchmalerei auf. Daneben wurden kunstvolle, edelsteinbesetzte und häufig mit elfenbeinernen Reliefschnitzereien geschmückte Prachteinbände für die Handschriften angefertigt.

Tod und Nachfolge

Der sog. Quadrigastoff, ein byzantinisches, wohl gegen Ende des 8. Jahrhunderts hergestelltes Samitgewebe, gehörte vermutlich zu den bei Karl verwendeten Leichentüchern.[232]

Am 28. Januar 814 verstarb Karl der Große in Aachen. Einhard berichtet, dass sich der ansonsten gute Gesundheitszustand des Kaisers in seinen letzten Jahren verschlechtert habe.[233] Ende Januar 814 litt Karl plötzlich unter einem hohen Fieber, hinzu kamen Schmerzen in der Seite;[234] möglicherweise handelte es sich dabei um eine Rippenfellentzündung.[235] Karl fastete und glaubte, so die Krankheit auskurieren zu können, doch verstarb er kurz darauf und wurde in der Pfalzkapelle beigesetzt. Ob er schon damals in dem sogenannten Proserpina-Sarkophag beigesetzt wurde, ist umstritten.[236] Der genaue Ort der ursprünglichen Grablege in oder an der Pfalzkapelle ist unbekannt.[237] Dem Bericht Einhards zufolge stellte man über dem Grab einen vergoldeten Arkadenbogen mit einem Bildnis Karls und einer Inschrift auf.[238]

Proserpina-Sarkophag, ehemals Grablege Karl des Großen

Seit 810 litt Karl unter Fieberanfällen[239] und im folgenden Jahr machte er sein persönliches Testament.[240] Der Kaiser war bei verschlechternder Gesundheit in seinen letzten Jahren zunehmend besorgt um das Wohl des Reiches.[241] Karl hatte bereits frühzeitig Vorkehrungen für den Fall seines Todes getroffen. 806 hatte er in einem politischen Testament einen Reichsteilungsplan verfasst, die sogenannte Divisio Regnorum. Nachdem aber seine beiden älteren Söhne verstorben waren, hatte Karl im September 813 auf einem Hoftag seinen Sohn Ludwig, seit 781 Unterkönig in Aquitanien, zum Mitkaiser erhoben und dabei (wohl nach dem byzantinischen Vorbild)[242] auf eine Beteiligung des Papstes an diesem Akt verzichtet. Vater und Sohn standen sich nicht besonders nahe, doch Ludwig war der letzte verbliebene Sohn aus Karls Ehe mit Hildegard und somit der nächste legitime Anwärter.[243] All dies lässt erkennen, dass Karl sehr darum bemüht war, einen möglichst reibungslosen Übergang zu sichern.[244] Allerdings sollte die Reichseinheit in der Regierungszeit Ludwigs aufgrund innerer Konflikte schließlich zerbrechen. Dies führte zur Entstehung von Westfranken und dem Ostfrankenreich, den „Keimzellen“ der später entstandenen Länder Frankreich und Deutschland.

Ehen und Nachkommen

Ausschnitt aus der Kemptener Klosterchronik von 1499: Hildegard ist gemeinsam mit Karl dem Großen rechts als Begüterin des Kemptener Klosters abgebildet.

Karl war sicher viermal verheiratet, eventuell handelte es sich auch um fünf Ehen.[245] Hochzeiten des Hochadels waren in erster Linie politische Verbindungen. Über die Herkunft von Karls erster Ehefrau Himiltrud ist allerdings nichts bekannt. Sie schenkte Karl einen Sohn, der den Leitnamen Pippin erhielt (gest. 811). Pippin, der sich offenbar innerhalb der Rangfolge im Reich zurückgesetzt sah, erhob sich 792 erfolglos gegen Karl und wurde anschließend in der Abtei Prüm inhaftiert. Karls zweite Ehefrau war die Tochter des Langobardenkönigs Desiderius; ihr richtiger Name ist unbekannt, in der Forschung wird oft Desiderata angegeben. Diese Heirat stand in Verbindung mit den Plänen von Karls Mutter Bertrada, doch Karl verstieß seine langobardische Ehefrau 771.

Stattdessen heiratete er kurz danach die sehr junge Hildegard, die aus dem alemannischen Hochadel stammte. Hildegard starb 783 und gebar Karl insgesamt neun Kinder, vier Jungen (Karls späterer Nachfolger Ludwig sowie Karl, den als Kleinkind verstorbenen Lothar und ein weiterer Sohn namens Pippin) und fünf Mädchen (Rotrud, Bertha, Gisela und die zwei als Kleinkinder verstorbenen Adalhaid und Hildegard). Karls Ehe mit Hildegard und die Königin selbst wird in den Quellen besonders positiv hervorgehoben. Karl war Hildegard besonders zugetan; sie begleitete ihren Mann auf mehreren Reisen und wird in einer Urkunde völlig untypisch sogar als dulcissima coniux („allersüßeste Gattin“) bezeichnet.[246]

Darstellung Karls des Großen in der Chronik des Ekkehard von Aura um 1112/14, Cambridge Corpus Christi, Ms 373, fol. 24r

Nach nur kurzer Trauerzeit heiratete Karl im Herbst 783 Fastrada. Aus dieser Ehe stammen die Kinder Theodrada und die jung verstorbene Hiltrud. Entgegen den eher negativen Aussagen Einhards (Vita Karoli 20), wird Fastrada in der Forschung durchaus positiv betrachtet; Karl selbst war ihr offenbar auch eng verbunden.[247] Fastrada erkrankte 794 und verstarb im selben Jahr. Kurz darauf ging Karl womöglich eine fünfte und letzte Ehe mit Luitgard (gest. 800) ein. Es ist allerdings aufgrund der Quellenzeugnisse nicht absolut gesichert, dass es sich hierbei um eine legitime Verbindung handelte.[248] An ihrer Machtstellung am Hof Karls kann jedoch kein Zweifel bestehen.[249]

Neben diesen legitimen Verbindungen (wenn man dies für Luitgard gelten lässt) hatte Karl zahlreiche Nebenfrauen. Namentlich bekannt sind etwa Madelgard, Gerswind, Regina und Adelind.[250] Dies scheint nicht zu christlichen Moralvorstellungen und den Erwartungen an einen Kaiser zu passen, doch war ein solches Verhalten nicht ohne Beispiel. Das Konkubinat spielte bereits in merowingischer Zeit eine nicht unwichtige Rolle. Das zeitgenössische weltliche Recht und teils sogar das Kirchenrecht um 800 bot zudem Freiräume hinsichtlich des Ehelebens.[251] Dennoch stand Karls Verhalten grundsätzlich im Gegensatz zu kirchlichen Eheerwartungen.[252] Mit diesen Frauen zeugte Karl mehrere weitere Kinder (so unter anderem Drogo von Metz und Hugo), die aber keine legitimen Erben waren.

Hervorzuheben ist die besondere Zuneigung, die Karl seinen Töchtern entgegenbrachte.[253] In einem Brief aus dem Jahr 791 bezeichnet er sie ausdrücklich als dulcissimae filiae, seine „allersüßesten Töchter“.[254] Während die Söhne vor allem militärisch-politisch ausgebildet wurden und sich schon in jungen Jahren fern vom Hof aufhielten (in den Quellen gibt es auch Hinweise auf teils homoerotische Beziehungen von Karls gleichnamigen Sohn, Karl dem Jüngeren),[255] erhielten seine Töchter eine recht umfassende Bildung. Karl achtete darauf, dass sich niemand durch Einheirat in die Familie einen politischen Vorteil gegenüber dem König verschaffen konnte, weshalb er seine Töchter hauptsächlich am Hof behielt.[256] Er ließ ihnen aber in ihrer Lebensführung erheblichen Freiraum; in den Quellen werden teils die Liebschaften der Töchter kritisiert. Bertha beispielsweise unterhielt eine Affäre mit Angilbert und bekam zwei Söhne, darunter den späteren Geschichtsschreiber Nithard. Nach Karls Tod machte sein Sohn und Nachfolger Ludwig dem schließlich ein Ende.[257]

Wirkung

Mittelalter

Karl der Große auf der Frontseite des Karlsschreins

Unter den Herrschern des Mittelalters nimmt Karl auch aufgrund der Bedeutung seines Nachlebens eine besonders hervorgehobene Stellung ein, selbst im Vergleich mit Otto dem Großen, Friedrich Barbarossa oder Friedrich II. Die Wirkungsgeschichte Karls über den Verlauf der Jahrhunderte war enorm und ist wohl mit keinem anderen mittelalterlichen Herrscher vergleichbar, was auch an der entsprechend großen Anzahl von Literatur zur Rezeptionsgeschichte deutlich wird.[258] Karl galt über das gesamte Mittelalter topisch als ein Idealherrscher, starker Kaiser und Förderer des christlichen Glaubens. Zahlreiche mittelalterliche Adelige erhoben daher den Anspruch, von ihm in irgendeiner Weise abzustammen.[259] Die Krönung der römisch-deutschen Könige und Kaiser war für die nächsten Jahrhunderte auf die Aachener Pfalzkapelle fixiert, weil nach mittelalterlichem Denken dem neuen Monarchen nur eine dortige Krönung volle Legitimität verleihen konnte.

Das Karlsbild wurde bald schon verklärt und verformt, es entstand ein regelrechter „Karlsmythos“, der vom Mittelalter bis in die Neuzeit wirkte.[260] Diese Entwicklung setzte kurz nach dem Tod des Kaisers ein. Hierbei spielte die bewusst gepflegte herrscherliche Erinnerungskultur (memoria) eine wichtige Rolle.[261] Bereits die Karolinger waren sehr darum bemüht gewesen, den nachfolgenden Generationen ein bestimmtes Erinnerungsbild ihrer Herrschaft zu vermitteln. Diesem Zweck diente nicht zuletzt die karolingische Geschichtsschreibung, was vor allem in der Schilderung der hofnahen Reichsannalen zum Ausdruck kommt.[262] Es ging geradezu um eine „Kontrolle der Erinnerung“.[263] Im weiteren Verlauf des 9. Jahrhunderts wurde in der karolingischen Geschichtsschreibung aber um das „richtige Karlsbild“ gestritten und es entstanden konkurrierende Deutungen, so bei Einhard (der im Sinne der Hoftradition ein offiziöses Karlsbild tradierte), Thegan, Nithard, dem sogenannten Astronomus und in kleineren Schriften.[264] Dies hing mit den Spannungen am Hof Ludwigs des Frommen und den folgenden innerdynastischen Kämpfen zusammen. In spätkarolingischer Zeit entstand um 886/87 im Ostfrankenreich eine neue Deutung Karls, Notkers Gesta Karoli. Es handelt sich um eine Darstellung in zwei von drei geplanten Büchern. Karl wird wie in praktisch allen mittelalterlichen Darstellungen als vorbildlicher Herrscher geschildert. Allerdings weist Notkers anekdotenreiches Werk oft eher Erinnerungssplitter auf; es ging ihm nicht um eine Darstellung der Taten Karls an sich, sondern um den Vorbildcharakter des Herrschers für die eigene Zeit zu unterstreichen. Der kurz darauf (um 890) schreibende Poeta Saxo war erstmals um eine poetische Verarbeitung bemüht, wobei er Karl sogar als den „Apostel der Sachsen“ rühmte.

Trotz dieser positiven Würdigungen kam der Beiname „der Große“ (magnus) erst relativ spät gegen Ende des 10. Jahrhunderts auf.[265] Dabei handelt es sich im Grunde nur um eine Abweichung der sonst gängigen Titulatur für römisch-byzantinische Herrscher,[266] die dann um 1000 mit der Herrschaftsleistung Karls verbunden wurde.

Steinrelief (um 1125) mit einem Bildnis Karls des Großen in der ehemaligen Klosterkirche der Benediktiner in Neustadt am Main

Einen kleinen Bruch in der Erinnerungskultur stellte das Karlsbild in der Zeit der Liudolfinger (Ottonen) dar. Karl war auch hier ein bewundertes Vorbild, aber es ist doch eine gewisse Distanz feststellbar. Dies ist wohl darauf zurückzuführen, dass man die Integration Sachsens in das Frankenreich durchaus zu schätzen wusste, doch vergaßen die Liudolfinger ihren sächsischen Ursprung nicht. Im Umkreis Mathildes, der Mutter Ottos des Großen, wurde nicht zufällig die orale Erzählung gepflegt, dass Widukind, dessen Nachfahrin Mathilde war, angeblich selbst als eifriger Missionar tätig gewesen sei. Otto III. hingegen zeigte wieder größeres Interesse an Karl und besuchte im Mai des Jahres 1000 dessen Grab.[267] Die dabei erfolgte Graböffnung wurde von Knut Görich als Vorbereitung der Kanonisation Karls des Großen gedeutet.[268]

In der Salierzeit stellte Kaiser Heinrich III. über seine Mutter eine Verbindung zum Karolinger her.[269] Die nachfolgenden Staufer beanspruchten keine Abstammung von Karl, doch Friedrich Barbarossas Wirken wurde durchaus mit dem Karls verglichen. 1165 erfolgte die Heiligsprechung Karls des Großen und die Erhebung seiner Gebeine in Aachen. Die Initiative für diese Heiligsprechung ging nicht vom Kaiserhof, sondern von den Aachener Stiftsklerikern aus.[270] Diese Heiligsprechung wurde von Papst Alexander III. nicht akzeptiert, doch hat die Kurie danach nie Einspruch dagegen erhoben. Dass Karl nun ein heiliger Vorgänger Friedrich Barbarossas war, brachte einen Legitimationsgewinn, zumal seit der Zeit Friedrichs der Begriff des sacrum Imperium („geheiligtes Reich“) in der kaiserlichen Kanzlei Verwendung fand (erstmals 1157).[271] Dennoch wirkte Karl zu dieser Zeit nicht als kaiserlicher Patron des Heiligen Römischen Reiches, wie das Reich seit 1254 auch bezeichnet wurde. Der Karlskult blieb zunächst nur von lokaler Bedeutung, bevor sich dies im 14. Jahrhundert änderte.[272]

Im Spätmittelalter wurde Karl weiterhin als Idealherrscher betrachtet, doch eine kaiserliche Förderung des Karlskults setzte erst mit Kaiser Karl IV. ein.[273] Karl IV. legte eine besonders große Verehrung seines berühmten Namensvettern an den Tag. Dies hing wohl nicht zuletzt damit zusammen, dass der Karlskult auch im Königreich Frankreich erblühte, wo die Könige den Karolinger seit langer Zeit als ihren Vorfahren vereinnahmten.[274] So wurde der Karlskult in Frankreich und Spanien während des Mittelalters durchaus rezipiert.[275] In Italien war dies später etwa in der Zeit des Renaissance-Humanismus der Fall.[276] Alexander von Roes in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts betrachtete Karl wiederum als Deutschen, der nur auch über die Franzosen herrschte, ohne aber, dass diese Bewertung nachhaltig wirkte.[277] Karl IV. trieb die Karlsverehrung im gesamten deutschen Reichsteil voran und ließ dies auch bewusst visuell inszenieren.[278]

Auf Anordnung Karls IV. entstanden neue Bildnisse des Karolingers, der unter anderem als „neuer David“ sowie als „König und Prophet“ bezeichnet wurde.[279] Im weiteren Verlauf des Spätmittelalters wurde Karl der Große wiederholt ikonographisch dargestellt und dies in verschiedenen Reichsstädten aufgegriffen, jeweils in unterschiedlichen Bildtypen und Ausdrücken.[280] Generell ist festzuhalten, dass der jeweils zeitgenössische Darstellungsstil entsprechende Imaginationen über Karl und sein Aussehen produzierte, die jedoch nichts mit der Realität zu tun hatten. Sie sind aber wichtige Zeugnisse der Rezeptionsgeschichte und Ausdrücke der Projektionen von Sehnsüchten, Legitimationsbedürfnissen und Machtansprüchen der jeweiligen Zeit.

Um das Leben und Wirken Karls des Großen entstanden zahlreiche, oft auch nur lokale Sagen,[281] unter anderem der Karlszyklus mit dem Rolandslied. Als lateinisches Pendant zum altfranzösischen Rolandslied wurde zwischen 1130 und 1140 die Historia Karoli Magni et Rotholandi geschrieben, heute besser bekannt unter dem Namen Pseudo-Turpin, da der Text den Erzbischof Turpin von Reims aus dem 8. Jahrhundert als seinen Verfasser nennt. Neben dem Rolandstoff enthält der Pseudo-Turpin die Legende, dass Karl nach Santiago de Compostela zum Grab des hl. Jakobus gezogen sei und es von den Sarazenen befreit habe. Weiter entstand im Hochmittelalter die Legende, dass Karl der Große ins Heilige Land gezogen sei, die Heiden aus Jerusalem vertrieben habe und dafür wertvolle Reliquien geschenkt bekommen habe, darunter die Dornenkrone Christi. Auch hier wirkte das legendarisch ausgeschmückte Karlsbild nach, in dem Karls Zeit zu einem goldenen Zeitalter idealisiert und er selbst zu einem nachahmenswerten Vorbild stilisiert wurde, so etwa hinsichtlich der Kreuzzüge im Hochmittelalter.[282] Der historische Karl ist jedoch niemals nach Jerusalem gereist, hatte aber tatsächlich für seine diplomatischen Bemühungen um das Wohlergehen der Christen im Heiligen Land einige Reliquien aus dem heiligen Grab erhalten.[283]

Neuzeit

Idealbild Karls des Großen mit erst lange nach seinem Tod hergestellten Teilen der Reichskleinodien, gemalt 1513 von Albrecht Dürer im Auftrag seiner Vaterstadt Nürnberg

An der Wende zur Frühen Neuzeit griff Kaiser Karl V. die Erinnerung an Karl den Großen wieder auf.[284] Karl der Große als Begründer des neuen westlichen Kaisertums, das noch weit über das Mittelalter hinaus bis 1806 bestehen blieb, war für den Habsburger Karl V. Vorbild für sein eigenes Handeln als Universalherrscher, der über ein gewaltiges Überseereich herrschte. Allerdings griff Karl V. eher Aspekte des Wirkens auf, denn der Habsburger intervenierte weitaus massiver in Kirchen- und Glaubensfragen. Die Karlsverehrung spielte aber in der Zeit der Reformation und Gegenreformation keine größere Rolle, wenngleich Karl allgemein weiterhin überwiegend positiv betrachtet wurde.

In der außerpolitischen Rezeption wurden verschiedene Facetten Karls aufgriffen und gewürdigt. Dies gilt etwa für den Bereich der Gesetzgebung.[285] Typisch für die Darstellungen Karls des Großen in der Historienmalerei ist unter anderem Albrecht Dürers Bildtafel, die sich heute im Germanischen Nationalmuseum befindet, oder später im frühen 19. Jahrhundert die Fresken Alfred Rethels im Rathaussaal zu Aachen (nach Rethels Erkrankung Vollendung des Zyklus durch Rethels Schüler Joseph Kehren in abweichender Stilisierung). Auch im Frankfurter Römer (Philipp Veit) und in der Münchner Residenz (Julius Schnorr von Carolsfeld) entstanden Kaisersäle mit Bildnissen Karls.

Karl als idealisiertes Vorbild wurde im 19. Jahrhundert wiederbelebt.[286] Im Zeitalter des Historismus im 19. und frühen 20. Jahrhundert wurde auch der Karlsmythos in der Literatur wieder verstärkt gepflegt.[287] In diesem Zusammenhang wurde die Person Karls des Großen vor allem aus nationaler Perspektive betrachtet: Die nationalen Gegensätze führten dazu, dass Karl in Deutschland als deutscher Herrscher, in Frankreich als Franzose betrachtet wurde. Das Karlsbild wurde in dieser Zeit im Rahmen der europäischen Konflikte auch politisch vereinnahmt und teils missbraucht.[288]

Karl spielt im öffentlichen Bewusstsein der Gegenwart nur zeitweise eine Rolle, so etwa anlässlich der Jubiläumsjahre 1999/2000 und 2014 mit umfassenden Ausstellungen, neuen Publikationen und Rundfunk- sowie TV-Beiträgen. In verschiedenen Konzepten einer europäischen Identität, insbesondere in Vorstellungen von einem „christlichen Abendland“, wird bis heute eine identitätspolitisch geprägte Erinnerungskultur um seine Person gepflegt.[289] Der Internationale Karlspreis zu Aachen ist in dieser Hinsicht ein Preis, der das Gedenken an ihn in den Kontext der heutigen Europapolitik stellt.

Die Betrachtung Karls als Vater Europas (Pater Europae) in Teilen der Öffentlichkeit ist allerdings durchaus problematisch, zumal der Kontrast der frühmittelalterlichen und der modernen Welt enorm ist, was aber bei derartigen (nicht fachwissenschaftlichen) Betrachtungen leicht übergangen wird. Das Karolingerreich stellt keine frühe Europäische Union dar und ist mit dieser multikulturellen und stark erweiterten Union auch nicht wirklich vergleichbar.[290] Karl eignet sich in diesem Sinne kaum als Modell für die stark gewandelte und sich immer schneller globalisierende Welt von heute, wenngleich Einzelleistungen der karolingischen Zeit unbestritten sind.[291] Insofern können einzelne Facetten seiner Regierungszeit durchaus noch von gewisser Bedeutung sein. Dazu gehört unter anderem der interkulturelle Dialog des Karolingerreichs mit seiner politischen Umwelt, bis hin nach Byzanz und in das Kalifat, die Vielfalt in der Einheit (auch im religiösen Bereich), Bildung und der geschaffene Rechts- und Ordnungsrahmen.[292]

Ähnlich wie die Eigennamen Caesar und Augustus zu Herrschertiteln wurden, fand der Name Karls des Großen Eingang in viele slawischen Sprachen als Bezeichnung für König (korol im Russischen, król im Polnischen, král im Tschechischen, im Serbischen, Kroatischen und Slowenischen kralj). Dies ist ebenfalls Ausdruck der Wirkungsgeschichte und dem in diesem Rahmen vermittelten Bild Karls als Idealherrscher.

Forschungsgeschichte

Die Grundlage der Forschung zu Karl dem Großen stellen (neben der bis heute weitergeführten Erschließung der Quellen) mehrere einschlägige Publikationen dar. Als Ausgangslage dient die umfassende Darstellung der politischen Geschichte im Rahmen der Jahrbücher der Deutschen Geschichte, in der alle damals verfügbaren Quellen systematisch gesichtet und in der Darstellung verarbeitet wurden.[293] Der österreichische Historiker Engelbert Mühlbacher, ein Kenner der karolingischen Quellen, legte 1896 noch eine allgemeine Gesamtdarstellung vor.[294] Im Verlauf des 20. Jahrhunderts folgten eine Vielzahl wissenschaftlicher (oft zu ausgesuchten Spezialthemen) und populärwissenschaftlicher Darstellungen.[295]

Die politische Vereinnahmung, Deformation und Missbrauch des Geschichtsbilds im 19. und frühen 20. Jahrhundert war nicht zuletzt ein Resultat der politischen Auseinandersetzungen zwischen Deutschland, das erst seit 1871 zu einem Nationalstaat geworden war, und Frankreich.[296] Besonders stark ausgeprägt war der politische Missbrauch der Person Karls in der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland, als entsprechend der „Rassenlehre“ der NS-Diktatur Karl als Germane, andererseits er aber auch als „Sachsenschlächter“ bezeichnet wurde.[297] Derartige Widersprüchlichkeiten ergaben sich aus dem offiziellen und diffusen Geschichtsbild der NS-Propaganda, an dem sich aber auch einzelne Historiker beteiligten, während andere hingegen um ein differenziertes und historisch treffenderes Bild bemüht waren.[298]

Dennoch betrachteten in den 1930er Jahren mehrere namhafte deutsche Forscher, die sich in der NS-Zeit gleichzeitig gegen eine ideologiebasierte Forschung stemmten, Karl aus nationaler deutscher Perspektive und als germanisch-deutschen Herrscher. Dazu zählten unter anderem Hermann Aubin, Friedrich Baethgen, Carl Erdmann, Karl Hampe, Martin Lintzel und Wolfgang Windelband.[299] Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs fand in der Forschung jedoch ein Umdenken statt. Deutlich ist eine nüchternere Betrachtung des Karolingers, der schlicht als Franke und nicht (wie im 19. und frühen 20. Jahrhundert üblich) ahistorisch als Deutscher oder Franzose betrachtet wird. In diesem Zusammenhang durchlief das Geschichtsbild in der Forschung einen starken Wandel. Das langsam beginnende Zusammenwirken mehrerer europäischer Staaten im Rahmen der europäischen Integration und das nun grundlegend andere, kooperative deutsch-französische Verhältnis, förderte die Suche nach den gemeinsamen „europäischen Wurzeln“ in der Nachkriegszeit.

Die „Europäisierung Karls“ bzw. die Betrachtung seiner Herrschaft aus europäischer Perspektive setzte in der Geschichtswissenschaft in den 1960er Jahren ein. Dies führte zu einer deutlichen Entschärfung der früher so hart geführten Debatte aus nationaler Perspektive.[300] Aus dem „Germanen Karl“ wurde ein früher Europäer.[301] Karl Ferdinand Werner erklärte 1995 in einem Beitrag, der den programmatischen Titel Karl der Große oder Charlemagne - Von der Aktualität einer überholten Fragestellung trug, dass es nicht mehr um die Frage nach Karl dem Großen oder Charlemagne gehe – Bezeichnungen, die bereits mit einem Mythos aufgeladen seien. Für Karl sei Europa bereits Realität gewesen; das moderne Europa habe ebenfalls eine Aufgabe und solle sich auf seine vielgestaltige Kultur besinnen.[302] In neuerer Zeit äußern Historiker allerdings eine stärkere Skepsis hinsichtlich einer zu starken Vereinnahmung Karls für das zusammenwachsende Europa, betonen aber gleichzeitig, dass Aspekte seines Wirkens auch heute noch von Bedeutung sind.[303] In der jüngeren Forschung wird Karl teils noch nüchterner gesehen: Während seine Leistungen und das kulturelle Erbe des Karolingerreichs gewürdigt werden, wird er doch weniger als eine europäische Identifikationsfigur betrachtet.[304] Wenngleich Alessandro Barbero an dem Bild eines „Vaters Europas“ festhielt und dies auch in dem Titel seiner Biographie zum Ausdruck brachte,[305] äußerten sich mehrere andere Forscher diesbezüglich skeptischer. Jean Favier verzichtete in seiner Darstellung aus dem Jahr 1999 sogar ganz auf den Begriff Europa, Jacques Le Goff und Michael Borgolte äußerten sich diesbezüglich ebenfalls sehr zurückhaltend. Borgolte relativierte in seiner 2006 erschienenen interkulturellen Darstellung den mit Karl verbundenen Europagedanken: Eine Europaidee gab es im Mittelalter nicht und Pater Europae sei nichts weiter als eine Bezeichnung, die Karls Herrschaft über mehrere Völker zum Ausdruck bringen sollte.[306]

Aus der neueren Zeit sind im Bereich der Handbücher und Überblicksdarstellungen vor allem die diversen Beiträge Rudolf Schieffers zu berücksichtigen, der die Regierungsleistung Karls nüchtern würdigt.[307] Auch der französische Historiker Pierre Riché[308] würdigte die Herrschaft Karls, der den Kernteil des lateinischen Europas unter seiner Herrschaft vereinte und für spätere Zeiten oft bewundertes Vorbild war. Karl Ferdinand Werner zog in seinem Werk über die „Ursprünge Frankreichs“ eine sehr positive Bilanz der Regierungszeit Karls, den Werner als genialen Strategen und herausragenden Organisator sowie als eine starke Persönlichkeit betrachtete.[309] An weiteren Überblickswerken herrscht kein Mangel, wobei die meisten relativ knapp gehalten sind.[310] Nützlich ist die Synthese von Jörg Busch, wo knapp die neuere Forschung referiert wird.[311] Sehr viel ausführlicher ist die weitgespannte Überblicksdarstellung von Johannes Fried (Der Weg in die Geschichte), die 1994 veröffentlicht wurde und auch die Karolingerzeit behandelt. Karls Leistung im politischen und kulturellen Bereich wird unterstrichen, aber auch auf die Überforderung der Kräfte des Großreichs hingewiesen.[312] Die daneben umfassendste und vielleicht beste Darstellung ist der zweite Band der New Cambridge Medieval History, der nicht nur die politische Geschichte, sondern auch Kultur, Religion, Herrschaft und Wirtschaft in europäischer Perspektive behandelt.[313] Der in den 1960er Jahren von Wolfgang Braunfels herausgegebene Katalog[314] ist weiterhin eine wichtige Sammlung von einzelnen Beiträgen. Er wird nun ergänzt durch den 2014 erschienenen Katalog und Essayband, in dem sich aktuelle Beiträge zur neueren Forschung finden.[315]

Wichtige Einzelaspekte zu Karl hat Rosamond McKitterick in mehreren Publikationen untersucht, wenngleich ihre Schlussfolgerungen nicht immer unumstritten sind. Ihre 2008 gleichzeitig im englischen Original und in deutscher Übersetzung erschienene Darstellung ist allerdings eher eine Sammlung von Beiträgen und weniger eine biographische Darstellung.[316] Seit der Zeit um 2000 sind jedoch eine Vielzahl anderer Biographien erschienen.[317] Die umfassenden Darstellungen von Jean Favier[318] und Dieter Hägermann[319] bieten allerdings keine Anmerkungen, wobei Hägermanns quellennahe Darstellung sich vor allem auf die politische Geschichte konzentriert.

Zur Zeit liegen mit den Werken von Wilfried Hartmann,[320] Stefan Weinfurter[321] und Johannes Fried[322] drei aktuelle und von Kennern der Materie verfasste biographische Darstellungen in deutscher Sprache vor, jeweils mit Belegen und unterschiedlichen Akzentuierungen. Hartmanns Darstellung ist etwas systematischer und knapper ausgefallen, bietet aber eine gute Zusammenfassung der bisherigen Forschung. Für ihn sind die Leistungen Karls im Bereich der Verwaltung, Bildung und Kirchenpolitik von Bedeutung, die ebenso wie die Erneuerung des Kaisertums sehr lange nachwirkten. Weinfurter betont das Positive an der Person Karls und dessen Suche nach der (im Denken der Zeitgenossen von Gott ausgehenden) Wahrheit und Eindeutigkeit, wozu die Bildungsreform einen wichtigen Beitrag leisten sollte. Johannes Frieds umfassende und auch stilistisch sehr gelungene Biographie holt weit aus und betrachtet das politische und kulturelle Umfeld. In dieses wird das Leben Karls eingebettet, wobei Fried das Spannungsfeld von Karl als gläubigen Christen und teils mit großer Gewalt vorgehenden Herrscher betont.

In der aktuellen französischen und italienischen Forschung spielt Karl selbst allerdings keine entscheidende Rolle, wohingegen deutsche und US-amerikanische sowie einzelne englische Forscher zentrale Beiträge zu ihm veröffentlicht haben.[323]

Quellenlage

Die Quellenlage für die Zeit Karls des Großen ist, gerade verglichen mit anderen frühmittelalterlichen Herrschern, vergleichsweise günstig. Die wichtigste erzählende Quelle für das Leben und die Zeit Karls ist die von seinem Vertrauten Einhard verfasste Vita Karoli Magni.[324] Die Entstehungszeit der Biographie ist in der Forschung bis heute umstritten. Annahmen reichen von einer extremen Frühdatierung 817 bis hin in das Jahr 836.[325] Einhard hat sich bei der Abfassung von den berühmten Kaiserbiographien des römischen Schriftstellers Sueton inspirieren lassen, wenngleich er seinem antiken Vorbild nicht sklavisch folgte; stilistisch ist der Einfluss Ciceros nachweisbar.[326] Die Biographie stellte Karl in einem sehr positiven Licht dar und erfreute sich offenbar großer Beliebtheit, denn sie ist in über 100 Handschriften überliefert. Die Vita ist aber nicht nur „das bedeutendste Beispiel für die nachantike Suetonrezeption“,[327] sondern auch bis heute „eine Schlüsselquelle der Karolingerzeit“.[328]

Eine weitere zentrale Quelle stellen die sogenannten Annales regni Francorum dar. Bei diesen „Reichsannalen“ handelt es sich um im Umkreis der königlichen Hofkapelle in verschiedenen Stufen verfasste Annalen, die jahrweise die wichtigsten politischen Ereignisse von 741 bis 829 vermerken. Die frühen Einträge wurden zwischen 787 und 793 rückblickend fertiggestellt, während die folgenden Ereignisse jährlich festgehalten wurden. Nach Karls Tod wurden die Reichsannalen teils inhaltlich und stilistisch überarbeitet; diese überarbeitete Fassung wurde in der älteren Forschung irrtümlich Einhard zugeschrieben und wird daher oft als Einhardsannalen bezeichnet. Die Reichsannalen sind eine wichtige, aber teilweise auch recht problematische Quelle, da sie gezielt die offizielle Sichtweise des Hofes dokumentieren sollten.[329] In diesem Zusammenhang wurden manche Fakten umgeschrieben, wenngleich die überarbeitete Fassung der Reichsannalen auch Fehlschläge Karls schildert.

Weitere pro-karolingische Quellen stellen die Fortsetzung der Fredegarchronik (Continuatio Fredegarii, eine bis 768 reichende karolingische Hauschronik) und die Annales Mettenses priores („ältere Metzer Annalen“) dar. Hinzu kommen kleinere Annalen, so die Annales Petaviani (bis 799) und die Annales Laureshamenses (bis 803). Notkers Gesta Karoli ist eine im späten 9. Jahrhundert entstandene Schilderung der Taten Karls in zwei (von geplanten drei) Büchern, die jedoch bereits den Übergang zur Mythenbildung um Karl darstellt und nicht mehr auf Faktendarstellung ausgelegt war.

Hinzu kommen mehrere Gedichte und Epen zu Karl, von denen besonders das noch zu seinen Lebzeiten entstandene Paderborner Epos sowie der Ende des 9. Jahrhunderts dichtende Poeta Saxo zu nennen ist. Aus karolingischer Zeit erhalten sind auch mehrere Briefe Alkuins und Einhards. Des Weiteren stehen Quellen aus dem kirchlichen Bereich zur Verfügung: Beschlüsse von Synoden und Konzilien, kirchliche Korrespondenz sowie kirchenrechtliche und kirchenpolitische Schriften (wie die Libri Carolini).

Von den erhaltenen 262 Urkunden, die Karl als Aussteller angeben, sind 98 als Fälschung anzusehen.[330] Von Bedeutung sind die gesetzesartigen Erlasse, die sogenannten Kapitularien, sowie von Karl erlassene Gesetze (Leges). Hinzu kommen Münzen und kunsthistorische Quellen wie Kunstwerke und karolingische Bauten.[331]

Quellen

  • Reinhold Rau (Hrsg.): Quellen zur Karolingischen Reichsgeschichte. Lat.-dt. Bd. 1. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1955 [enthält Einhards Biographie und die Reichsannalen]; Bd. 3, Darmstadt 1960 [enthält Notkers Biographie].
  • Die Urkunden der Karolinger. 1. Bd. Die Urkunden Pippins, Karlmanns und Karls des Großen. Unter Mitwirkung von Alfons Dopsch, Johannes Lechner, Michael Tangl bearbeitet von Engelbert Mühlbacher. Hannover 1906.
  • Hubert Mordek, Klaus Zechiel-Eckes und Michael Glatthaar (Hrsg.): Die Admonitio generalis Karls des Großen. Hahn, Hannover 2012, ISBN 978-3-7752-2201-3.

Literatur

Überblicksdarstellungen

  • Sigurd Abel, Bernhard Simson: Jahrbücher des Fränkischen Reiches unter Karl dem Großen. Bd. 1. Leipzig 1888 (2. Auflage, bearbeitet von Simson), Bd. 2. Leipzig 1883; ND Berlin 1969. (hinsichtlich der politischen Geschichte immer noch grundlegend, als Gesamtüberblick jedoch veraltet)
  • Matthias Becher u.a.: Das Reich Karls des Großen. Theiss, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-8062-2507-5.
  • Jörg W. Busch: Die Herrschaften der Karolinger 714–911. Oldenbourg, München 2011, ISBN 978-3-486-55779-4.
  • Johannes Fried: Der Weg in die Geschichte. Die Ursprünge Deutschlands bis 1024 (Propyläen Geschichte Deutschlands, Bd. 1). Propyläen, Berlin 1994, ISBN 3-549-05811-X. (originelle, teilweise von der Forschungsmeinung abweichende Darstellung)
  • Rosamond McKitterick (Hrsg.): The New Cambridge Medieval History. Volume 2, c. 700–c. 900. Cambridge University Press, Cambridge 1995.
  • Pierre Riché: Die Karolinger. Eine Familie formt Europa. Reclam, Stuttgart 1999, ISBN 3-15-010463-7. (Standardwerk zur Geschichte der Karolinger)
  • Rudolf Schieffer: Die Karolinger. 4. überarbeitete und erweiterte Auflage. Kohlhammer, Stuttgart 2006, ISBN 3-17-019099-7. (Standardwerk zur Geschichte der Karolinger)
  • Rudolf Schieffer: Die Zeit des karolingischen Großreichs (714–887). Klett-Cotta, Stuttgart 2005, ISBN 3-608-60002-7.
  • Rudolf Schieffer: Christianisierung und Reichsbildung. Europa 700–1200. C.H. Beck, München 2013, ISBN 978-3406653759. (knappes, aktuelles Überblickswerk mit gesamteuropäischer Perspektive)

Biographien

Spezialstudien

  • Deutsches Historisches Museum (Hrsg.): Kaiser und Kalifen. Karl der Große und die Welt des Mittelmeers. Zabern, Darmstadt 2014. (Sammlung von aktuellen Beiträgen zu den Beziehungen zwischen Frankenreich, Byzanz und Kalifat um 800)
  • Matthias Becher: Das Kaisertum Karls des Großen zwischen Rückbesinnung und Neuerung. In: Hartmut Leppin, Bernd Schneidmüller, Stefan Weinfurter (Hrsg.): Kaisertum im ersten Jahrtausend. Schnell & Steiner, Regensburg 2012, S. 251–270.
  • Peter Classen: Karl der Große, das Papsttum und Byzanz. Die Begründung des karolingischen Kaisertums. Hrsg. von H. Fuhrmann und C. Märtl (= Beiträge zur Geschichte und Quellenkunde des Mittelalters. Bd. 9). 2. Auflage. Thorbecke, Sigmaringen 1988, ISBN 3-7995-5709-1. (grundlegend zum Kaisertum und zur Kaiserkrönung)
  • Rudolf Schieffer: Neues von der Kaiserkrönung Karls des Großen (Sitzungsbericht der bayerischen Akademie der Wissenschaften. Philologisch-historische Klasse 2004, 2). München 2004.

Kataloge und Sammelbände

  • Frank Pohle u. a. (Hrsg.): Karl der Große – Charlemagne. Drei Bände im Schuber. Sandstein Verlag, Dresden 2014, ISBN 978-3-95498-094-9. (Zwei Kataloge – zur Kunst im Umkreis Karls des Großen und den Wirkstätten des Herrschers – sowie ein Essayband mit aktuellen Beiträgen zu zahlreichen Einzelaspekten)
    • Peter van den Brink, Sarvenaz Ayooghi (Hrsg.): Karl der Große – Charlemagne. Karls Kunst. Katalog der Sonderausstellung Karls Kunst vom 20. Juni bis 21. September 2014 im Centre Charlemagne, Aachen. Sandstein, Dresden 2014, ISBN 978-3-95498-093-2.
    • Frank Pohle (Hrsg.): Karl der Große – Charlemagne. Orte der Macht. Katalog. Katalog der Sonderausstellung Orte der Macht vom 20. Juni bis 21. September 2014 im Krönungssaal des Aachener Rathauses. Sandstein, Dresden 2014, ISBN 978-3-95498-091-8.
    • Frank Pohle (Hrsg.): Karl der Große – Charlemagne. Orte der Macht. Essays. Essayband zur Sonderausstellung Orte der Macht vom 20. Juni bis 21. September 2014 im Krönungssaal des Aachener Rathauses. Sandstein, Dresden 2014, ISBN 978-3-95498-092-5.
  • Wolfgang Braunfels u. a. (Hrsg.): Karl der Große. Lebenswerk und Nachleben. 4 Bände und Registerband. Düsseldorf 1965–1968. (wichtiges Referenzwerk)
  • Paul L. Butzer u. a. (Hrsg.): Karl der Große und sein Nachwirken. 1200 Jahre Kultur und Wissenschaft in Europa. 2 Bände. Brepols, Turnhout 1997, ISBN 2-503-50673-9.
  • Franz-Reiner Erkens (Hrsg.): Karl der Große und das Erbe der Kulturen. Akten des 8. Symposiums des Mediävistenverbandes Leipzig 15.–18. März 1999. Akademie Verlag, Berlin 2001, ISBN 3-05-003581-1.
  • Johannes Fried u. a. (Hrsg.): 794 – Karl der Große in Frankfurt. Ein König bei der Arbeit. Ausstellung zum 1200-Jahre-Jubiläum der Stadt Frankfurt am Main. Thorbecke, Sigmaringen 1994, ISBN 3-7995-1204-7.
  • Peter Godman, Jörg Jarnut, Peter Johanek (Hrsg.): Am Vorabend der Kaiserkrönung. Das Epos „Karolus Magnus et Leo Papa“ und der Papstbesuch von 799. Akademie Verlag, Berlin 2002, ISBN 3-05-003497-1.
  • August Heuser, Matthias Thomas Kloft (Hrsg.): Karlsverehrung in Frankfurt am Main. Eine Ausstellung des Dommuseums Frankfurt und des Historischen Museums Frankfurt. Frankfurt 2000, ISBN 3-921606-41-1.
  • Christoph Stiegemann, Matthias Wemhoff (Hrsg.): 799. Kunst und Kultur der Karolingerzeit. Karl der Große und Papst Leo III. in Paderborn. Katalog der Ausstellung in Paderborn 1999. 3 Bände. Philipp von Zabern, Mainz 1999, ISBN 3-8053-2456-1.
  • Joanna Story (Hrsg.): Charlemagne. Empire and Society. Manchester University Press, Manchester 2005, ISBN 0-7190-7088-0.

Rezeption

  • Bernd Bastert (Hrsg.): Karl der Große in den europäischen Literaturen des Mittelalters. Konstruktion eines Mythos. Max Niemeyer, Tübingen 2004, ISBN 3-484-64025-1.
  • Wolfgang Braunfels u.a. (Hrsg.): Karl der Große. Lebenswerk und Nachleben, Bd. 4 Nachleben. L. Schwann, Düsseldorf 1967.
  • Franz-Reiner Erkens (Hrsg.): Karl der Große in Renaissance und Moderne. Zur Rezeptionsgeschichte und Instrumentalisierung eines Herrscherbildes (Das Mittelalter. Perspektiven mediävistischer Forschung. Zeitschrift des Mediävistenverbandes 4, 1999, Heft 2). Akademie Verlag, Berlin 1999.
  • Thomas Kraus, Klaus Pabst (Hrsg.): Karl der Große und sein Nachleben in Geschichte, Kunst und Literatur. In: Zeitschrift des Aachener Geschichtsverein 104/105, 2002/2003. (mit aktuellen und thematisch breit gefächerten Beiträgen zur Rezeptionsgeschichte)
  • Lieselotte-E. Saurma-Jeltsch: Karl der Große als vielberufener Vorfahr. Sein Bild in der Kunst der Fürsten, Kirchen und Städte (Schriften des Historischen Museums 19). Sigmaringen 1994.
  • Bernd Schneidmüller: Sehnsucht nach Karl dem Großen. Vom Nutzen eines toten Kaisers für die Nachgeborenen. Die politische Instrumentalisierung Karls des Großen im 19. und 20. Jahrhundert. In: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 51, 2000, S. 284–301.

Weblinks

 Commons: Karl der Große – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Karl der Große – Quellen und Volltexte

Anmerkungen

  1. In der älteren Forschung wurde als Geburtsjahr oft 742 angenommen, doch tendiert man in der neueren Forschung mehrheitlich zu 747/48, vgl. Rosamond McKitterick: Charlemagne. Cambridge 2008, S. 72. Siehe auch die Ausführungen im Lebensabschnitt.
  2. Zu den Merowingern siehe etwa Eugen Ewig: Die Merowinger und das Frankenreich. 5. Aufl., Stuttgart 2006; Ian N. Wood: The Merovingian Kingdoms. London 1994.
  3. Rudolf Schieffer: Die Karolinger. 4. Auflage, Stuttgart 2006, S. 11ff.
  4. Zu dieser Entwicklung vgl. Rudolf Schieffer: Die Karolinger. 4. Auflage, Stuttgart 2006, S. 26ff.; Rudolf Schieffer: Die Zeit des karolingischen Großreichs (714–887). Stuttgart 2005, S. 18ff.
  5. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 27.
  6. Einhard, Vita Karoli 30.
  7. Karl Ferdinand Werner: Das Geburtsdatum Karls des Großen. In: Francia 1, 1973, S. 115–157 (hier online).
  8. Matthias Becher: Neue Überlegungen zum Geburtsdatum Karls des Großen. In: Francia 19, 1992, S. 37–60 (hier online).
  9. Vgl. etwa Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 39–41; Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 34; Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 55.
  10. Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 56. Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 35, hält (in Anknüpfung an eine Annahme Karl Ferdinand Werners aufgrund der Reisewege Pippins) den Raum um die Pfalz Ver zwischen Paris und Compiegne für den möglichen Geburtsort. Vgl. zu den erwogenen Geburtsorten auch Sigurd Abel, Bernhard Simson: Jahrbücher des Fränkischen Reiches unter Karl dem Großen. Band 1. 2. Aufl. Berlin 1888, S. 14ff.
  11. Vgl. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 41f.
  12. Einhard, Vita Karoli 4.
  13. Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 33.
  14. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 42–45; Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 33ff.; Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 57ff.
  15. Verlust eines Milchzahns, vgl. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 42f.
  16. Zu Konstantins Westpolitik vgl. Ilse Rochow: Kaiser Konstantin V. (741–775). Frankfurt am Main u. a. 1994, S. 105ff.
  17. Zur Reise Stephans und den Hintergründen vgl. Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 63ff.; Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 70–73.
  18. Josef Semmler: Der Dynastiewechsel von 751 und die fränkische Königssalbung. Düsseldorf 2003, bestritt eine Königssalbung 751 und ging bei der Salbung im Jahr 754 von einer „postbaptismalen Taufsalbung“ aus, doch ist Semmlers These bis heute umstritten. Zur Forschungsdiskussion vgl. auch Jan Clauss: Die Salbung Pippins des Jüngeren in karolingischen Quellen vor dem Horizont biblischer Wahrnehmungsmuster. In: Frühmittelalterliche Studien 46, 2012, S. 391–417.
  19. Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 68f.
  20. Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 70f.
  21. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 44.
  22. Vgl. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 43 (eher zurückhaltend) bzw. Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 44 (bejahend).
  23. Vgl. dazu auch Ian N. Wood: Administration, law and culture in Merovingian Gaul. In: Rosamond McKitterick (Hrsg.): The Uses of Literacy in Early Mediaeval Europe. Cambridge u. a. 1990, S. 63–81, hier: S. 63ff.
  24. Einhard, Vita Karoli 25.
  25. Vgl. dazu (mit positiver Einschätzung) Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 42–55.
  26. Rudolf Schieffer: Die Zeit des karolingischen Großreichs (714–887). Stuttgart 2005, S. 26.
  27. Rudolf Schieffer: Die Karolinger. 4. Auflage, Stuttgart 2006, S. 66.
  28. Rudolf Schieffer: Die Karolinger. 4. Auflage, Stuttgart 2006, S. 67.
  29. Annales regni Francorum (im Folgenden: Reichsannalen) 768; Annales Petaviani 768.
  30. Einhard, Vita Karoli 3.
  31. Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 123; Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 75.
  32. Reichsannalen 768.
  33. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 46.
  34. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 47.
  35. Reichsannalen 769.
  36. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 47; Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 82.
  37. Vgl. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 47.
  38. Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 125–127.
  39. Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 85.
  40. Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 128f.; Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 85f.
  41. Vgl. Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 130; Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 86.
  42. Dieter Hägermann: Karl der Große. Berlin 2000, S. 82.
  43. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 48f.
  44. Einhard, Vita Karoli 3.
  45. Liber Pontificalis 97,5ff.
  46. Liber Pontificalis 97,22; vgl. die Reichsannalen zum Jahr 773. Zu Hadrian siehe auch die gut kommentierte und eingeleitete Übersetzung der Papstvita bei Raymond Davis: The Lives of Eighth-Century Popes (Liber Pontificalis). The Ancient Biographies of nine Popes from AD 715 to AD 817. 2. Aufl. Liverpool 2007, S. 106ff.
  47. Einhard, Vita Karoli 6. Vgl. dazu Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 87f.
  48. Ausführlich dazu siehe Bernard S. Bachrach: Charlemagne's Early Campaigns (768-777). A Diplomatic and Military Analysis. Leiden 2013, S. 246ff.
  49. Zum Italienfeldzug vgl. etwa Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 131ff. sowie Sigurd Abel, Bernhard Simson: Jahrbücher des Fränkischen Reiches unter Karl dem Großen. Band 1. 2. Aufl. Berlin 1888, S. 141ff. (mit allen einschlägigen Quellenbelegen).
  50. Vgl. dazu Bernard Bachrach: Charlemagne's Early Campaigns (768-777). A Diplomatic and Military Analysis. Leiden 2013, S. 310ff.
  51. Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 90.
  52. Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 177f.
  53. Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 132. Stefan Weinfurter (Karl der Große. München 2013, S. 88) hält nur ihr Verschwinden aus der Überlieferung fest. Wilfried Hartmann (Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 83f.) geht von einer Klosterhaft aus.
  54. Liber Pontificalis 97,35.
  55. Zum Einzug in Rom vgl. ausführlich Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 133ff.
  56. Liber Pontificalis 97,37f.
  57. Liber Pontificalis 97,39.
  58. Vgl. Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 135; Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 89f.
  59. Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 90.
  60. Überblick bei Matthias Springer: Die Sachsen. Stuttgart 2004.
  61. Matthias Springer: Die Sachsen. Stuttgart 2004, S. 135ff.
  62. Einhard, Vita Karoli 7.
  63. Matthias Becher: Gewaltmission. Karl der Große und die Sachsen. In: Christoph Stiegemann u.a. (Hrsg.): CREDO: Christianisierung Europas im Mittelalter. Bd. 1. Petersberg 2013, hier S. 321.
  64. Vgl. Matthias Becher: Gewaltmission. Karl der Große und die Sachsen. In: Christoph Stiegemann u.a. (Hrsg.): CREDO: Christianisierung Europas im Mittelalter. Bd. 1. Petersberg 2013, hier S. 321f.
  65. So bezeichnet von Johannes Fried (Karl der Große. München 2013, S. 153) und Stefan Weinfurter (Karl der Große. München 2013, S. 104).
  66. Timothy Reuter: Plunder and Tribute in the Carolingian Empire. In: Transactions of the Royal Historical Society 35 (1985), S. 75–94.
  67. Aktueller Überblick bei Matthias Becher: Gewaltmission. Karl der Große und die Sachsen. In: Christoph Stiegemann u.a. (Hrsg.): CREDO: Christianisierung Europas im Mittelalter. Bd. 1. Petersberg 2013, S. 321–329. Des Weiteren siehe Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 153ff.; Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 103ff.; Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 98–106. Vgl. außerdem Bernard Bachrach: Charlemagne's Early Campaigns (768-777). A Diplomatic and Military Analysis. Leiden 2013, S. 177ff. und S. 427ff.
  68. Reichsannalen 772. Die Einzelheiten sind allerdings unklar; so berichten etwa nur die Reichsannalen im Eintrag für das Jahr 772, dass Karl dort Gold und Silber vorfand.
  69. Vgl. Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 104f.
  70. Vgl. Matthias Becher: Gewaltmission. Karl der Große und die Sachsen. In: Christoph Stiegemann u.a. (Hrsg.): CREDO: Christianisierung Europas im Mittelalter. Bd. 1. Petersberg 2013, S. 322 sowie Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 99.
  71. Einhardsannalen 775.
  72. Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 108f.
  73. Vgl. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 100.
  74. Matthias Becher: Gewaltmission. Karl der Große und die Sachsen. In: Christoph Stiegemann u.a. (Hrsg.): CREDO: Christianisierung Europas im Mittelalter. Bd. 1. Petersberg 2013, S. 325.
  75. Reichsannalen bzw. Einhardsannalen 782.
  76. Reichsannalen 782.
  77. Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 160; Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 109f.
  78. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 104.
  79. Vgl. allgemein Caspar Ehlers: Die Integration Sachsens in das fränkische Reich (751–1024). Göttingen 2007, S. 271ff.
  80. Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 112f.
  81. Matthias Becher: Gewaltmission. Karl der Große und die Sachsen. In: Christoph Stiegemann u.a. (Hrsg.): CREDO: Christianisierung Europas im Mittelalter. Bd. 1. Petersberg 2013, hier S. 326 und S. 328.
  82. Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 114.
  83. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 105.
  84. Zum Umsturz im Kalifat siehe Hugh N. Kennedy: The Prophet and the Age of the Caliphates. The Islamic Near East from the sixth to the eleventh Century. 2. Auflage. Harlow u.a. 2004, S. 123ff.
  85. In zwei fränkischen Quellen wird er als Statthalter von Saragossa bezeichnet (so auch noch Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 86), was aber auf einem Irrtum beruht; vielmehr war er Statthalter von Barcelona. Siehe dazu Sigurd Abel, Bernhard Simson: Jahrbücher des Fränkischen Reiches unter Karl dem Großen. Band 1. 2. Aufl. Berlin 1888, S. 286, Anmerkung 4; vgl. auch Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 166.
  86. Einhardsannalen 777.
  87. Sigurd Abel, Bernhard Simson: Jahrbücher des Fränkischen Reiches unter Karl dem Großen. Band 1. 2. Aufl. Berlin 1888, S. 289.
  88. Sigurd Abel, Bernhard Simson: Jahrbücher des Fränkischen Reiches unter Karl dem Großen. Band 1. 2. Aufl. Berlin 1888, S. 285ff. (mit allen einschlägigen Quellenbelegen). Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 86f.; Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 166–168; Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 117f. Vgl. auch Achim Thomas Hack: Karl der Große, Hadrian I. und die Muslime in Spanien. In: Wilfried Hartmann, Klaus Herbers (Hrsg.): Die Faszination der Papstgeschichte. Neue Zugänge zum frühen und hohen Mittelalter. Köln/Weimar/Wien 2008, S. 29–54.
  89. Sigurd Abel, Bernhard Simson: Jahrbücher des Fränkischen Reiches unter Karl dem Großen. Band 1. 2. Aufl. Berlin 1888, S. 290f. Vgl. auch Achim Thomas Hack: Karl der Große, Hadrian I. und die Muslime in Spanien. In: Wilfried Hartmann, Klaus Herbers (Hrsg.): Die Faszination der Papstgeschichte. Neue Zugänge zum frühen und hohen Mittelalter. Köln/Weimar/Wien 2008, hier S. 35ff.; Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 86.
  90. Reichsannalen 778; vgl. auch Sigurd Abel, Bernhard Simson: Jahrbücher des Fränkischen Reiches unter Karl dem Großen. Band 1. 2. Aufl. Berlin 1888, S. 294f.
  91. Sigurd Abel, Bernhard Simson: Jahrbücher des Fränkischen Reiches unter Karl dem Großen. Band 1. 2. Aufl. Berlin 1888, S. 296–298.
  92. Sigurd Abel, Bernhard Simson: Jahrbücher des Fränkischen Reiches unter Karl dem Großen. Band 1. 2. Aufl. Berlin 1888, S. 299f. Vgl. auch Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 167.
  93. Sigurd Abel, Bernhard Simson: Jahrbücher des Fränkischen Reiches unter Karl dem Großen. Band 1. 2. Aufl. Berlin 1888, S. 302f. Vgl. auch Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 117f.
  94. Reichsannalen bzw. Einhardsannalen 778. Bernard S. Bachrach hingegen meint, entgegen der sonstigen Forschung, dass die Quellen übertreiben und die Mauern nicht zerstört wurden (Charlemagne's Early Campaigns (768-777). A Diplomatic and Military Analysis. Leiden 2013, S. 93–95).
  95. Einhard, Vita Karoli 9.
  96. Vgl. den Überblick bei Achim Thomas Hack: Karl der Große, Hadrian I. und die Muslime in Spanien. In: Wilfried Hartmann, Klaus Herbers (Hrsg.): Die Faszination der Papstgeschichte. Neue Zugänge zum frühen und hohen Mittelalter. Köln/Weimar/Wien 2008, S. 48ff.
  97. Datierungen nach Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 87f.
  98. Grundlegend zu den Awaren ist Walter Pohl: Die Awaren. Ein Steppenvolk in Mitteleuropa 567–822 n. Chr. 2. Auflage. München 2002.
  99. Zu denken ist an den Bayernherzog Tassilo III., vgl. Walter Pohl: Die Awaren. 2. Auflage. München 2002, S. 314.
  100. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 93.
  101. Einhard, Vita Karoli 13.
  102. Zum Folgenden siehe Walter Pohl: Die Awaren. 2. Auflage. München 2002, S. 312ff. Vgl. auch Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 94–97; Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 192–194; Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 119–125.
  103. Walter Pohl: Die Awaren. 2. Auflage. München 2002, S. 318.
  104. Walter Pohl: Die Awaren. 2. Auflage. München 2002, S. 319f.
  105. Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 124f.
  106. Walter Pohl: Die Awaren. 2. Auflage. München 2002, S. 320ff.
  107. Zum Folgenden siehe Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 182–192; Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 92ff.; Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 89–93; Rudolf Schieffer: Die Zeit des karolingischen Großreichs (714–887). Stuttgart 2005, S. 48–55.
  108. Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 92f.; Rudolf Schieffer: Die Zeit des karolingischen Großreichs (714–887). Stuttgart 2005, S. 49; Rudolf Schieffer: Christianisierung und Reichsbildung. Europa 700–1200. München 2013, S. 39.
  109. Rudolf Schieffer: Die Zeit des karolingischen Großreichs (714–887). Stuttgart 2005, S. 45–48.
  110. Herwig Wolfram: Intitulatio. Band 1. Wien 1967, S. 181f.
  111. Vgl. Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 92.
  112. Vgl. Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 93f.
  113. Gerd Althoff: Das Privileg der deditio. Formen gütlicher Konfliktbeendigung in der mittelalterlichen Adelsgesellschaft. In: Gerd Althoff: Spielregeln der Politik im Mittelalter. Kommunikation in Frieden und Fehde. Darmstadt 1997, S. 99–125 (Erstveröffentlichung in: Otto Gerhard Oexle (Hrsg.): Nobilitas. Festschrift für Karl Ferdinand Werner zum 70. Geburtstag. Göttingen 1997, S. 27–52.). Zum Kontext Matthias Becher: Zwischen Macht und Recht. Der Sturz Tassilos III. von Bayern 787/88. In: Lothar Kolmer, Christian Rohr (Hrsg.): Tassilo III. von Bayern. Großmacht und Ohnmacht im 8. Jahrhundert. Regensburg 2005, S. 39–55.
  114. Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 188f.; Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 94–97.
  115. Rudolf Schieffer: Die Zeit des karolingischen Großreichs (714–887). Stuttgart 2005, S. 53f.
  116. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 92; Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 189ff.; Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 97ff.
  117. Stuart Airlie: Narratives of Triumph and Rituals of Submission: Charlemagne's Mastering of Bavaria. In: Transactions of the Royal Historical Society. Sixth Series. 9 (1999), S. 93–119.
  118. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 92f.
  119. Zum Folgenden siehe Matthias Becher: Das Kaisertum Karls des Großen zwischen Rückbesinnung und Neuerung. In: Hartmut Leppin, Bernd Schneidmüller, Stefan Weinfurter (Hrsg.): Kaisertum im ersten Jahrtausend. Regensburg 2012, S. 251–270; Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 462ff.; Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 226ff.; Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 206ff.
  120. Hartmut Leppin, Bernd Schneidmüller, Stefan Weinfurter (Hrsg.): Kaisertum im ersten Jahrtausend. Regensburg 2012.
  121. Siehe dazu den sehr guten Überblick bei Janet L. Nelson: Um 801 - Warum es so viele Versionen von der Kaiserkrönung Karls des Großen gibt. In: Bernhard Jussen (Hrsg.): Die Macht des Königs. Herrschaft in Europa vom Frühmittelalter bis in die Neuzeit. München 2005, S. 38–54.
  122. Einhard, Vita Karoli 28.
  123. Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 484ff.
  124. Matthias Becher: Das Kaisertum Karls des Großen zwischen Rückbesinnung und Neuerung. In: Hartmut Leppin, Bernd Schneidmüller, Stefan Weinfurter (Hrsg.): Kaisertum im ersten Jahrtausend. Regensburg 2012, S. 251–270, hier S. 261f.; Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 472f.
  125. Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 237ff.; Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 211–213.
  126. Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 462ff.
  127. Zum Folgenden siehe Achim Thomas Hack: Welterfahrung durch Diplomatie zur Zeit Karls des Großen. In: Frank Pohle (Hrsg.): Karl der Große – Charlemagne. Orte der Macht. Essays. Dresden 2014, S. 66–77; Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, passim, speziell S. 97ff. und S. 508ff.; Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, speziell S. 237ff.; Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 219ff.
  128. Vgl. Achim Thomas Hack: Welterfahrung durch Diplomatie zur Zeit Karls des Großen. In: Frank Pohle (Hrsg.): Karl der Große – Charlemagne. Orte der Macht. Essays. Dresden 2014, S. 66–77, hier S. 74f.
  129. Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 111–113.
  130. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 222.
  131. Einhard, Vita Karoli 16.
  132. Zu Karls Slawenpolitik Rudolf Schieffer: Die Zeit des karolingischen Großreichs (714–887). Stuttgart 2005, S. 65–67 (mit weiterer Literatur).
  133. Gerard Labuda: Civitas Dragaviti. Zu den fränkisch-slavischen Beziehungen am Ende des 8. Jahrhunderts. In: Klaus-Detlev Grothusen, Klaus Zernack (Hrsg.): Europa Slavica-Europa Orientalis. Festschrift für Herbert Ludat zum 70. Geburtstag. Berlin 1980, S. 87–98.
  134. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 224f.; Rudolf Schieffer: Die Zeit des karolingischen Großreichs (714–887). Stuttgart 2005, S. 66.
  135. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 225.
  136. Rudolf Schieffer: Die Zeit des karolingischen Großreichs (714–887). Stuttgart 2005, S. 67.
  137. Michael Schmauder: Überlegungen zur östlichen Grenze des karolingischen Reiches. In: Walter Pohl, Helmut Reimitz (Hrsg.): Grenze und Differenz im Frühen Mittelalter. Wien 2000, S. 57–97.
  138. Rudolf Schieffer: Die Zeit des karolingischen Großreichs (714–887). Stuttgart 2005, S. 65.
  139. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 226.
  140. Timothy Reuter: Plunder and Tribute in the Carolingian Empire. In: Transactions of the Royal Historical Society 35 (1985), S. 75–94.
  141. Timothy Reuter: Plunder and Tribute in the Carolingian Empire. In: Transactions of the Royal Historical Society 35 (1985), S. 75–94, hier S. 78.
  142. Timothy Reuter: Plunder and Tribute in the Carolingian Empire. In: Transactions of the Royal Historical Society 35 (1985), S. 75–94, hier S. 76–78.
  143. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 106ff.
  144. Vgl. zusammenfassend Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 107f.
  145. Zur Auswirkung dieses Modells auf den militärischen Bereich vgl. Timothy Reuter: Plunder and Tribute in the Carolingian Empire. In: Transactions of the Royal Historical Society 35 (1985), S. 75–94, hier S. 87ff.
  146. Bernard S. Bachrach: Charlemagne's Early Campaigns (768-777). A Diplomatic and Military Analysis. Leiden 2013, S. 56–59.
  147. Vgl. zusammenfassend Rudolf Schieffer: Die Zeit des karolingischen Großreichs (714–887). Stuttgart 2005, S. 67f.
  148. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 223.
  149. Vgl. Rudolf Schieffer: Die Zeit des karolingischen Großreichs (714–887). Stuttgart 2005, S. 68.
  150. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 224.
  151. Vgl. allgemein Michael Borgolte: Der Gesandtenaustausch der Karolinger mit den Abbasiden und mit den Patriarchen von Jerusalem. München 1976. Umfassend zu den außenpolitischen Beziehungen Karls im Mittelmeerraum (besonders zum Kalifat und Byzanz) siehe nun den aktuellen Überblick in: Deutsches Historisches Museum (Hrsg.): Kaiser und Kalifen. Karl der Große und die Welt des Mittelmeers. Darmstadt 2014.
  152. Wolfram Drews: Karl, Byzanz und die Mächte des Islam. In: Deutsches Historisches Museum (Hrsg.): Kaiser und Kalifen. Karl der Große und die Welt des Mittelmeers. Darmstadt 2014, S. 87–98.
  153. Einhard, Vita Karoli 16.
  154. Notker, Gesta Karoli 2, 8f.
  155. Johannes Heil: Zwischen Nutzen und Erniedrigung. Die Juden in der Karolingerzeit. In: Deutsches Historisches Museum (Hrsg.): Kaiser und Kalifen. Karl der Große und die Welt des Mittelmeers. Darmstadt 2014, S. 39–49, hier S. 39–41.
  156. Vgl. auch Klaus Bieberstein: Der Gesandtenaustausch zwischen Karl dem Großen und Hārūn ar-Rašīd und seine Bedeutung für die Kirchen Jerusalems. In: Zeitschrift des Deutschen Palästina-Vereins 109 (1993), S. 152–173; Giosuè Musca: Carlo Magno ed Harun al Rashid. 2. Aufl. Bari 1996.
  157. Achim Thomas Hack: Welterfahrung durch Diplomatie zur Zeit Karls des Großen. In: Frank Pohle (Hrsg.): Karl der Große – Charlemagne. Orte der Macht. Essays. Dresden 2014, S. 66–77, hier S. 69–71.
  158. Achim Thomas Hack: Welterfahrung durch Diplomatie zur Zeit Karls des Großen. In: Frank Pohle (Hrsg.): Karl der Große – Charlemagne. Orte der Macht. Essays. Dresden 2014, S. 66–77, hier S. 71f.
  159. Zur politischen Lage von Byzanz in dieser Zeit siehe ausführlich Leslie Brubaker, John F. Haldon: Byzantium in the Iconoclast era. c. 680–850. A History. Cambridge u.a. 2011, speziell S. 248ff. Vgl. auch Michael Grünbart: Byzanz. Eine marginalisierte Weltmacht. In: Deutsches Historisches Museum (Hrsg.): Kaiser und Kalifen. Karl der Große und die Welt des Mittelmeers. Darmstadt 2014, S. 25–37.
  160. Vgl. zusammenfassend Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 227f.
  161. Achim Thomas Hack: Welterfahrung durch Diplomatie zur Zeit Karls des Großen. In: Frank Pohle (Hrsg.): Karl der Große – Charlemagne. Orte der Macht. Essays. Dresden 2014, S. 66–77, hier S. 68.
  162. Zum Folgenden siehe Rosamond McKitterick: Charlemagne. Cambridge 2008, S. 137ff.; die verschiedenen Beiträge in Frank Pohle (Hrsg.): Karl der Große – Charlemagne. Orte der Macht. Essays. Dresden 2014, S. 40ff.; Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 128ff.; Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 112ff.
  163. Die Urkunden der Karolinger. 1. Bd. Die Urkunden Pippins, Karlmanns und Karls des Großen. Unter Mitwirkung von Alfons Dopsch, Johannes Lechner, Michael Tangl bearbeitet von Engelbert Mühlbacher. Hannover 1906, S. IX.
  164. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 20.
  165. Ian Wood: Administration, law and culture in Merovingian Gaul. In: Rosamond McKitterick (Hrsg.): The Uses of Literacy in Early Mediaeval Europe. Cambridge u. a. 1990, S. 63ff.
  166. Zum Karlshof vgl. den Überblick bei Matthias Becher: Hof und Herrschaft Karls des Großen. In: Frank Pohle (Hrsg.): Karl der Große – Charlemagne. Orte der Macht. Essays. Dresden 2014, S. 256–265; Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 373ff.; Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 145ff.
  167. Rosamond McKitterick: Charlemagne. Cambridge 2008, S. 171ff., wendet sich jedoch gegen die Gleichung, dass eine ausgestellte Urkunde auch gleichbedeutend mit der Anwesenheit des Königs sei und geht eher von „reisenden Notaren“ aus. Vgl. dagegen aber Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 115.
  168. Vgl. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 114.
  169. Zur Wirtschaft siehe Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 152–158; Adriaan Verhulst: The Carolingian Economy. Cambridge 2002.
  170. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 112.
  171. Thomas Zotz: Pfalzen und Reichsgut. Zentren und Grundlagen der königlichen Herrschaftspraxis im frühen Mittelalter. In: Frank Pohle (Hrsg.): Karl der Große – Charlemagne. Orte der Macht. Essays. Dresden 2014, S. 80–85; Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 115–120. Karl Ferdinand Werner: Die Ursprünge Frankreichs bis zum Jahr 1000. Stuttgart 1989, S. 397f., geht von rund 1000 Königshöfen und etwa 200 Pfalzen im gesamten Reich aus.
  172. Vgl. die Überblickskarten bei Thomas Zotz: Pfalzen und Reichsgut. Zentren und Grundlagen der königlichen Herrschaftspraxis im frühen Mittelalter. In: Frank Pohle (Hrsg.): Karl der Große – Charlemagne. Orte der Macht. Essays. Dresden 2014, hier S. 81; Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 116f.
  173. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 118f.
  174. Vgl. zusammenfassend die diversen Beiträge in Frank Pohle (Hrsg.): Karl der Große – Charlemagne. Orte der Macht. Essays. Dresden 2014, hier ab S. 200ff.; Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 403ff.
  175. Vgl. zur Kanzlei auch Rosamond McKitterick: Charlemagne. Cambridge 2008, S. 204ff.
  176. Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 391–394.
  177. Vgl. zusammenfassend Matthias Becher: Hof und Herrschaft Karls des Großen. In: Frank Pohle (Hrsg.): Karl der Große – Charlemagne. Orte der Macht. Essays. Dresden 2014, S. 256–265, hier S. 260f.
  178. Vgl. zusammenfassend die diversen Beiträge in Frank Pohle (Hrsg.): Karl der Große – Charlemagne. Orte der Macht. Essays. Dresden 2014, hier ab S. 276ff.; Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 395ff.; Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 178ff.
  179. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 195–202.
  180. Rosamond McKitterick: Charlemagne. Cambridge 2008, S. 222ff.; Winfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 120f.
  181. Einführend siehe Arnold Bühler: Herrschaft im Mittelalter. Ditzingen 2013; Hans-Werner Goetz: Europa im frühen Mittelalter. 500–1050. Stuttgart 2003, S. 118ff.
  182. Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 129.
  183. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 129.
  184. Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 142f.
  185. Vgl. dazu Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 129ff.
  186. Rosamond McKitterick: Charlemagne. Cambridge 2008, S. 232ff.
  187. Vgl. ausführlich Hubert Mordek, Klaus Zechiel-Eckes und Michael Glatthaar (Hrsg.): Die Admonitio generalis Karls des Großen. Hannover 2012.
  188. Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 309ff.
  189. Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 131.
  190. Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 134f.
  191. Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 136.
  192. Vgl. dazu Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 122f.
  193. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 123–125
  194. Johannes Heil: Zwischen Nutzen und Erniedrigung. Die Juden in der Karolingerzeit. In: Deutsches Historisches Museum (Hrsg.): Kaiser und Kalifen. Karl der Große und die Welt des Mittelmeers. Darmstadt 2014, S. 39–49.
  195. Zum Verhältnis der karolingischen weltlichen Herrschaft und der Kirche siehe etwa Florence Close: Staat und Kirche im Reich Karls des Großen. In: Frank Pohle (Hrsg.): Karl der Große – Charlemagne. Orte der Macht. Essays. Dresden 2014, S. 328–337. Vgl. auch Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 159ff.
  196. Monika Suchan: Der gute Hirte. Religion, Macht und Herrschaft in der Politik der Karolinger- und Ottonenzeit. In: Frühmittelalterliche Studien 43, 2009, S. 95–112.
  197. Arnold Angenendt: Das Frühmittelalter. Stuttgart u.a. 1990, S. 317ff.
  198. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 171ff.
  199. Vgl. die diversen Ausführungen in den Biographien von Fried, Hartmann und Weinfurter, wo dies übereinstimmend betont wird.
  200. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 159.
  201. Arnold Angenendt: Das Frühmittelalter. Stuttgart u.a. 1990, S. 296–299; Matthias Becher: Gewaltmission. Karl der Große und die Sachsen. In: Christoph Stiegemann u.a. (Hrsg.): CREDO: Christianisierung Europas im Mittelalter. Bd. 1. Petersberg 2013, S. 321–329.
  202. Alkuin, Epistolae 110.
  203. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 162f.
  204. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 161.
  205. Wilfried Hartmann: Aachen als Zentrum karolingischer Kirchenpolitik. In: Frank Pohle (Hrsg.): Karl der Große – Charlemagne. Orte der Macht. Essays. Dresden 2014, S. 346–353.
  206. Wilfried Hartmann: Aachen als Zentrum karolingischer Kirchenpolitik. In: Frank Pohle (Hrsg.): Karl der Große – Charlemagne. Orte der Macht. Essays. Dresden 2014, S. 346–353, hier S. 348.
  207. Wilfried Hartmann: Aachen als Zentrum karolingischer Kirchenpolitik. In: Frank Pohle (Hrsg.): Karl der Große – Charlemagne. Orte der Macht. Essays. Dresden 2014, S. 346–353, hier S. 348–352.
  208. Arnold Angenendt: Das Frühmittelalter. Stuttgart u.a. 1990, S. 327ff.
  209. Wilfried Hartmann: Aachen als Zentrum karolingischer Kirchenpolitik. In: Frank Pohle (Hrsg.): Karl der Große – Charlemagne. Orte der Macht. Essays. Dresden 2014, S. 346–353, hier S. 353.
  210. Vgl. zusammenfassend Matthias Becher: Die Päpste und Karl der Große. In: Deutsches Historisches Museum (Hrsg.): Kaiser und Kalifen. Karl der Große und die Welt des Mittelmeers. Darmstadt 2014, S. 51–61; Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 167–171.
  211. Continuatio Fredegarii, c. 36.
  212. Liber Pontificalis 94, 25.
  213. Vgl. dazu Philippe Buc: Nach 754 - Warum weniger die Handelnden selbst als eher die Chronisten das politische Ritual erzeugten - und warum es niemanden auf die wahre Geschichte ankam. In: Bernhard Jussen (Hrsg.): Die Macht des Königs. Herrschaft in Europa vom Frühmittelalter bis in die Neuzeit. München 2005, S. 27–37.
  214. Heike Johanna Mierau: Kaiser und Papst im Mittelalter. Köln 2010, S. 41ff.
  215. Matthias Becher: Die Päpste und Karl der Große. In: Deutsches Historisches Museum (Hrsg.): Kaiser und Kalifen. Karl der Große und die Welt des Mittelmeers. Darmstadt 2014, S. 51–61, hier S. 60f.
  216. Johannes Fried: Die Formierung Europas 840–1046. 3. Aufl. München 2008, S. 98.
  217. Vgl. Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 321f.
  218. Einführend dazu siehe unter anderem Arnold Angenendt: Das Frühmittelalter. Stuttgart u.a. 1990, S. 304ff.; Franz Brunhölzl: Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Band 1. München 1975, S. 243ff.; Philippe Depreux: Ambitions et limites des réformes culturelles à l’époque carolingienne. In: Revue Historique 307 (2002), S. 721–753; Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 319ff.; Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 177ff.; Rosamond McKitterick: Charlemagne. The Formation of a European Identity. Cambridge 2008, S. 292ff.; Rosamond McKitterick (Hrsg.): Carolingian Culture. Emulation and Innovation. Cambridge u.a. 1994; Friedrich Prinz: Von Konstantin zu Karl dem Großen. Düsseldorf/Zürich 2000, S. 464ff.; Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 178ff.
  219. Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 319.
  220. Ulrich Nonn: Zur Vorgeschichte der Bildungsreform Karls des Großen. In: Karl der Große und sein Nachwirken. Band 1. Turnhout 1997, S. 63–77.
  221. Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 181f.
  222. Vgl. Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 182.
  223. Kompakter Überblick bei Arnold Angenendt: Das Frühmittelalter. Stuttgart u.a. 1990, S. 317ff.
  224. Reinhard Schneider: Das Frankenreich. 4. Aufl., München 2001, S. 90.
  225. Rosamond McKitterick: The Carolingians and the Written Word. Cambridge u.a. 1989, speziell S. 135ff.
  226. Rosamond McKitterick: The Carolingians and the Written Word. Cambridge u.a. 1989, speziell S. 165ff.; Leighton D. Reynolds, Nigel G. Wilson: Scribes and scholars. A guide to the transmission of Greek and Latin literature. 3. Aufl. Oxford 1991, S. 92ff.
  227. Einhard, Vita Karoli 29.
  228. Recht umfassender Überblick mit weiterer Literatur in: Peter van den Brink, Sarvenaz Ayooghi (Hrsg.): Karl der Große – Charlemagne. Karls Kunst. Dresden 2014.
  229. Götz Denzinger: Die Handschriften der Hofschule Karls des Großen. Bemerkungen zu ihrem Bildschmuck und ihrer Ornamentik. In: Peter van den Brink, Sarvenaz Ayooghi (Hrsg.): Karl der Große – Charlemagne. Karls Kunst. Dresden 2014, S. 109–129; Stefanie Westphal: Karls Erbe. Auf den Spuren der Hofschul-Handschriften in karolingischer Zeit. In: Peter van den Brink, Sarvenaz Ayooghi (Hrsg.): Karl der Große – Charlemagne. Karls Kunst. Dresden 2014, S. 131–153.
  230. Harald Wolter-von dem Knesebeck: Godescalc, Dagulf und Demetrius. Überlegungen zu den Buchkünstlern am Hof Karls des Großen und ihrem Selbstverständnis. In: Peter van den Brink, Sarvenaz Ayooghi (Hrsg.): Karl der Große – Charlemagne. Karls Kunst. Dresden 2014, S. 30–45.
  231. Fabrizio Crivello: Das Wiener Krönungsevangeliar und die Gruppe verwandter Handschriften. In: Peter van den Brink, Sarvenaz Ayooghi (Hrsg.): Karl der Große – Charlemagne. Karls Kunst. Dresden 2014, S. 155–169.
  232. Herta Lepie, Georg Minkenberg: Die Schatzkammer des Aachener Domes. Aachen 1995, S. 13f.
  233. Einhard, Vita Karoli 22.
  234. Einhard, Vita Karoli 30. Vgl. dazu auch Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 580–587; Lars Hageneier: Sterben und Tod Karls des Großen. In: Frank Pohle (Hrsg.): Karl der Große – Charlemagne. Orte der Macht. Essays. Dresden 2014, S. 30–37, hier S. 32–34; Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 77–81.
  235. Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 587.
  236. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 78f.; Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 258f.
  237. Der Aachener Dombaumeister Joseph Buchkremer vermutete 1907, dass die 1788 beseitigte Karlsmemorie im Südostjoch des Sechszehnecks das ursprüngliche Karlsgrab gewesen sei. Dieser Auffassung hat sich jüngst Clemens M. M. Bayer ausdrücklich angeschlossen. Clemens M. M. Bayer: Das Grab Karls des Großen. In: Frank Pohle (Hrsg.): Karl der Große. Orte der Macht. Essays. Dresden 2014, S. 382–391, hier S. 390.
  238. Einhard, Vita Karoli 31.
  239. Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 252.
  240. Einhard, Vita Karoli 33. Vgl. auch Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 567–569 und S. 586f.
  241. Vgl. Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 569ff.
  242. Matthias Becher: Karl der Große. 5. aktualisierte Auflage. München 2007, S. 116; Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 257.
  243. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 237.
  244. Lars Hageneier: Sterben und Tod Karls des Großen. In: Frank Pohle (Hrsg.): Karl der Große – Charlemagne. Orte der Macht. Essays. Dresden 2014, S. 30–37, hier S. 30f.
  245. Zusammenfassend zum Folgenden vgl. Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 153ff.; Martina Hartmann: Die Königin im frühen Mittelalter. Stuttgart 2009, S. 95ff.; Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 50ff.
  246. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 54f.
  247. Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 161f.; Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 55–57. Allgemein skeptischer hinsichtlich solcher Aussagen etwa Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 378f.
  248. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 57.
  249. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 60.
  250. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 60.
  251. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 62–64.
  252. Martina Hartmann: Die Königin im frühen Mittelalter. Stuttgart 2009, S. 104.
  253. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 65–69.
  254. MGH Epistolae 4 (Epistolae Karolini aevi II). Berlin 1895, S. 528.
  255. Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 382f.
  256. Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 153f.
  257. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 68f.
  258. Aus diesem Grund müssen sich die Ausführungen hier auf die Grundzüge beschränken. Zum Folgenden siehe grundsätzlich vor allem die diversen Beiträge in: Wolfgang Braunfels, Percy Ernst Schramm (Hrsg.): Karl der Große: Lebenswerk und Nachleben, Bd. 4 (Das Nachleben). Düsseldorf 1967; Thomas Kraus, Klaus Pabst (Hrsg.): Karl der Große und sein Nachleben in Geschichte, Kunst und Literatur. In: Zeitschrift des Aachener Geschichtsverein 104/105, 2002/2003; Frank Pohle (Hrsg.): Karl der Große – Charlemagne. Orte der Macht. Essays. Dresden 2014, S. 400ff.
  259. Überblick bei Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 247–250.
  260. Kompakter Überblick bei Max Kerner: Mythos Karl. Wie die Nachwelt Karl den Großen sieht. In: Frank Pohle (Hrsg.): Karl der Große – Charlemagne. Orte der Macht. Essays. Dresden 2014, S. 400–407.
  261. Matthias M. Tischler: Karl der Große in der Erinnerung des 8. bis 10. Jahrhunderts. In: Frank Pohle (Hrsg.): Karl der Große – Charlemagne. Orte der Macht. Essays. Dresden 2014, S. 408–417.
  262. Matthias M. Tischler: Karl der Große in der Erinnerung des 8. bis 10. Jahrhunderts. In: Frank Pohle (Hrsg.): Karl der Große – Charlemagne. Orte der Macht. Essays. Dresden 2014, S. 408–417, hier S. 408f. Vgl. auch Rosamond McKitterick: Constructing the Past in the Early Middle Ages: The Case of the Royal Frankish Annals. In: Transactions of the Royal Historical Society. Sixth Series 7, 1997, S. 101–129.
  263. Matthias M. Tischler: Karl der Große in der Erinnerung des 8. bis 10. Jahrhunderts. In: Frank Pohle (Hrsg.): Karl der Große – Charlemagne. Orte der Macht. Essays. Dresden 2014, S. 408–417, hier S. 410.
  264. Matthias M. Tischler: Karl der Große in der Erinnerung des 8. bis 10. Jahrhunderts. In: Frank Pohle (Hrsg.): Karl der Große – Charlemagne. Orte der Macht. Essays. Dresden 2014, S. 408–417, hier S. 410–415.
  265. Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 20.
  266. Karl Ferdinand Werner: Die Ursprünge Frankreichs bis zum Jahr 1000. Stuttgart 1989, S. 396.
  267. Hagen Keller: Die Ottonen und Karl der Große. In: Zeitschrift des Aachener Geschichtsvereins 104/105, 2002/2003, S. 69–94.
  268. Knut Görich: Otto III. öffnet das Karlsgrab in Aachen. Überlegungen zu Heiligenverehrung, Heiligsprechung und Traditionsbildung. In: Gerd Althoff, Ernst Schubert (Hrsg.): Herrschaftsrepräsentation im ottonischen Sachsen. Sigmaringen 1998, S. 381–430.
  269. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 248.
  270. Knut Görich: Die Heiligsprechung Karls des Großen. In: Frank Pohle (Hrsg.): Karl der Große – Charlemagne. Orte der Macht. Essays. Dresden 2014, S. 418–425; Knut Görich: Karl der Große – ein „politischer” Heiliger im 12. Jahrhundert? In: Ludger Körntgen, Dominik Waßenhoven (Hrsg.): Religion und Politik im Mittelalter. Deutschland und England im Vergleich – Religion and Politics in the Middle Ages. Germany and England by Comparison. Berlin u.a. 2013, S. 117–155.
  271. Stefan Weinfurter: Wie das Reich heilig wurde. In: Bernhard Jussen (Hrsg.): Die Macht des Königs. Herrschaft in Europa vom Frühmittelalter bis in die Neuzeit. München 2005, S. 190–204.
  272. Vgl. Knut Görich: Die Heiligsprechung Karls des Großen. In: Frank Pohle (Hrsg.): Karl der Große – Charlemagne. Orte der Macht. Essays. Dresden 2014, S. 418–425, hier S. 425.
  273. Franz Machilek: Karl IV. und Karl der Große. In: Zeitschrift des Aachener Geschichtsvereins 104/105, 2002/2003, S. 113–145; Lieselotte E. Saurma-Jeltsch: Karl der Große im Spätmittelalter: Zum Wandel einer politischen Ikone. In: Zeitschrift des Aachener Geschichtsvereins 104/105, 2002/2003, S. 421–461.
  274. Bernd Schneidmüller: Sehnsucht nach Karl dem Großen. Vom Nutzen eines toten Kaisers für die Nachgeborenen. Die politische Instrumentalisierung Karls des Großen im 19. und 20. Jahrhundert. In: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 51, 2000, S. 284–301, hier S. 299–301.
  275. Ludwig Vones: Zwischen Roncesvalles, Santiago und Saint-Denis. Karlsideologie in Spanien und Frankreich bis zum Ausgang des Mittelalters. In: Zeitschrift des Aachener Geschichtsvereins 104/105, 2002/2003, S. 577–635; Wolf Steinsieck: Karl der Große in der französischen Literatur des Mittelalters. In: Zeitschrift des Aachener Geschichtsvereins 104/105, 2002/2003, S. 463–477.
  276. Peter Walter: Das Bild Karls des Großen im italienischen Humanismus. In: Zeitschrift des Aachener Geschichtsvereins 104/105, 2002/2003, S. 173–196.
  277. Bernd Schneidmüller: Sehnsucht nach Karl dem Großen. Vom Nutzen eines toten Kaisers für die Nachgeborenen. Die politische Instrumentalisierung Karls des Großen im 19. und 20. Jahrhundert. In: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 51, 2000, S. 284–301, hier S. 299.
  278. Lieselotte E. Saurma-Jeltsch: Karl der Große im Spätmittelalter: Zum Wandel einer politischen Ikone. In: Zeitschrift des Aachener Geschichtsvereins 104/105, 2002/2003, S. 421–461, hier S. 425ff.
  279. Lieselotte E. Saurma-Jeltsch: Karl der Große im Spätmittelalter: Zum Wandel einer politischen Ikone. In: Zeitschrift des Aachener Geschichtsvereins 104/105, 2002/2003, S. 421–461, hier S. 429f.
  280. Siehe Lieselotte E. Saurma-Jeltsch: Karl der Große im Spätmittelalter: Zum Wandel einer politischen Ikone. In: Zeitschrift des Aachener Geschichtsvereins 104/105, 2002/2003, S. 421–461, hier S. 430ff.
  281. Sigurd Graf von Pfeil: Karl der Große in der deutschen Sage. In: Wolfgang Braunfels, Percy Ernst Schramm (Hrsg.): Karl der Große. Lebenswerk und Nachleben. Bd. 4 (Das Nachleben). Düsseldorf 1967, S. 326ff.
  282. Matthew Gabriele: An Empire of Memory. The Legend of Charlemagne, the Franks, and Jerusalem before the First Crusade. Oxford 2011.
  283. Rolf Große: Saint-Denis zwischen Adel und König. Stuttgart 2002, S. 42–54.
  284. Franz Bosbach: Die politische Bedeutung Karls des Großen für Karl V. In: Archiv für Kulturgeschichte 84, 2002, S. 113–132.
  285. Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 259f.
  286. Dieter Wynands: Die Neubelebung des Karlskultes im 19. Jahrhundert. In: Zeitschrift des Aachener Geschichtsvereins 104/105, 2002/2003, S. 213–229; Max Kerner: Die politische Instrumentalisierung Karls des Großen im 19. und 20. Jahrhundert. In: Zeitschrift des Aachener Geschichtsvereins 104/105, 2002/2003, S. 231–276.
  287. Walter Schmitz: Literatur im Historismus: Karls des Großen mythische Gegenwart im 19. und 20. Jahrhundert. In: Zeitschrift des Aachener Geschichtsvereins 104/105, 2002/2003, S. 503–560.
  288. Bernd Schneidmüller: Sehnsucht nach Karl dem Großen. Vom Nutzen eines toten Kaisers für die Nachgeborenen. Die politische Instrumentalisierung Karls des Großen im 19. und 20. Jahrhundert. In: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 51, 2000, S. 284–301.
  289. Vgl. Janet Nelson: Pater Europae? Karl der Große und Europa. In: Frank Pohle (Hrsg.): Karl der Große – Charlemagne. Orte der Macht. Essays. Dresden 2014, S. 432–439.
  290. Vgl. Janet Nelson: Pater Europae? Karl der Große und Europa. In: Frank Pohle (Hrsg.): Karl der Große – Charlemagne. Orte der Macht. Essays. Dresden 2014, S. 432–439, hier S. 437.
  291. Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 625ff.
  292. Janet Nelson: Pater Europae? Karl der Große und Europa. In: Frank Pohle (Hrsg.): Karl der Große – Charlemagne. Orte der Macht. Essays. Dresden 2014, S. 432–439, hier S. 438f.
  293. Sigurd Abel, Bernhard Simson: Jahrbücher des Fränkischen Reiches unter Karl dem Großen. Bd. 1. Leipzig 1888 (2. Aufl., bearbeitet von Simson), Bd. 2. Leipzig 1883; ND Berlin 1969.
  294. Engelbert Mühlbacher: Deutsche Geschichte unter den Karolingern. Stuttgart 1896.
  295. Vgl. die Bibliographien der im Literaturverzeichnis aufgeführten Werke; für eine knappe Zusammenfassung siehe etwa Jörg W. Busch: Die Herrschaften der Karolinger 714–911. München 2011.
  296. Vgl. allgemein Bernd Schneidmüller: Sehnsucht nach Karl dem Großen. Vom Nutzen eines toten Kaisers für die Nachgeborenen. Die politische Instrumentalisierung Karls des Großen im 19. und 20. Jahrhundert. In: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 51, 2000, S. 284–301.
  297. Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 617–624.
  298. Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 619f.
  299. Bernd Schneidmüller: Sehnsucht nach Karl dem Großen. Vom Nutzen eines toten Kaisers für die Nachgeborenen. Die politische Instrumentalisierung Karls des Großen im 19. und 20. Jahrhundert. In: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 51, 2000, S. 284–301, hier S. 285.
  300. Bernd Schneidmüller: Sehnsucht nach Karl dem Großen. Vom Nutzen eines toten Kaisers für die Nachgeborenen. Die politische Instrumentalisierung Karls des Großen im 19. und 20. Jahrhundert. In: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 51, 2000, S. 284–301, hier S. 286f.
  301. Bernd Schneidmüller: Sehnsucht nach Karl dem Großen. Vom Nutzen eines toten Kaisers für die Nachgeborenen. Die politische Instrumentalisierung Karls des Großen im 19. und 20. Jahrhundert. In: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 51, 2000, S. 284–301, hier S. 286.
  302. Karl Ferdinand Werner: Karl der Große oder Charlemagne - Von der Aktualität einer überholten Fragestellung. München 1995.
  303. Vgl. Janet Nelson: Pater Europae? Karl der Große und Europa. In: Frank Pohle (Hrsg.): Karl der Große – Charlemagne. Orte der Macht. Essays. Dresden 2014, S. 432–439, speziell S. 438f.
  304. Vgl. Johannes Fried: Karl der Große. München 2013, S. 626f.
  305. Carlo Magno. Un padre dell’Europa. 5. Auflage, Rom 2008 (orig. 2000; dt. Übersetzung 2007).
  306. Michael Borgolte: Christen, Juden, Muselmanen. Die Erben der Antike und der Aufstieg des Abendlandes 300 bis 1400 n. Chr. München 2006, S. 305.
  307. Rudolf Schieffer: Die Karolinger. 5. Aufl. Stuttgart 2014; Die Zeit des karolingischen Großreichs (714–887). Stuttgart 2005; Christianisierung und Reichsbildung. Europa 700–1200. München 2013.
  308. Die Karolinger. Eine Familie formt Europa. Stuttgart 1999.
  309. Karl Ferdinand Werner: Die Ursprünge Frankreichs bis zum Jahr 1000. Stuttgart 1989, S. 397 und S. 402.
  310. Matthias Becher u.a.: Das Reich Karls des Großen. Stuttgart 2011; Matthias Becher: Merowinger und Karolinger. Darmstadt 2009; Johannes Laudage, Lars Hageneier, Yvonne Leiverkus: Die Zeit der Karolinger. Darmstadt 2006; Karl Ubl: Die Karolinger. München 2014.
  311. Jörg W. Busch: Die Herrschaften der Karolinger 714–911. München 2011.
  312. Johannes Fried: Der Weg in die Geschichte. Die Ursprünge Deutschlands bis 1024. Berlin 1994, S. 332.
  313. Rosamond McKitterick (Hrsg.): The New Cambridge Medieval History. Volume 2, c. 700–c. 900. Cambridge 1995.
  314. Werner Braunfels (Hrsg.): Karl der Große. Lebenswerk und Nachleben. 4 Bände und Registerband. Düsseldorf 1965–1968.
  315. Frank Pohle u. a. (Hrsg.): Karl der Große – Charlemagne. 3 Bde. Dresden 2014.
  316. Rosamond McKitterick: Charlemagne. The Formation of a European Identity. Cambridge 2008 / Karl der Große. Darmstadt 2008 (Rezension bei H-Soz-u-Kult sowie kritische Rezension in Concilium medii aevi 11 (2008)). Die englische Ausgabe ist auch aufgrund der Positionierung der Anmerkungen zu bevorzugen.
  317. Vgl. etwa Roger Collins: Charlemagne. Toronto 1998; Matthias Becher: Karl der Große. München 1999 (mehrere auch aktualisierte Neuauflagen); Max Kerner: Karl der Große. Entschleierung eines Mythos. Köln 2000; Alessandro Barbero: Carlo Magno. Un padre dell’Europa. 5. Auflage, Rom 2008 (orig. 2000; dt. Übersetzung 2007).
  318. Charlemagne. Paris 1999.
  319. Karl der Große. Herrscher des Abendlandes. Berlin 2000.
  320. Karl der Große. Stuttgart 2010.
  321. Karl der Große. Der heilige Barbar. München 2013
  322. Karl der Große. Gewalt und Glaube. Eine Biographie. München 2013.
  323. Vgl. Janet Nelson: Pater Europae? Karl der Große und Europa. In: Frank Pohle (Hrsg.): Karl der Große – Charlemagne. Orte der Macht. Essays. Dresden 2014, S. 432–439, hier S. 438.
  324. Vgl. (mit der älteren Literatur) Matthias M. Tischler: Einharts Vita Karoli. Studien zur Entstehung, Überlieferung und Rezeption. Hannover 2001.
  325. Aktueller Überblick bei Steffen Patzold: Einhards erste Leser: Zu Kontext und Darstellungsabsicht der „Vita Karoli”. In: Viator Multilingual 42, 2011, S. 33–55, der jedoch für 828/29 plädiert.
  326. Klaus Scherberich: Zur Suetonimitatio in Einhards vita Karoli Magni. In: Eloquentia copiosus. Hrsg. von Lotte Kéry u.a. Aachen 2006, S. 17–28; vgl. auch Steffen Patzold: Einhards erste Leser: Zu Kontext und Darstellungsabsicht der „Vita Karoli”. In: Viator 42 Multilingual, 2011, hier S. 39ff.
  327. Klaus Scherberich: Zur Suetonimitatio in Einhards vita Karoli Magni. In: Eloquentia copiosus. Hrsg. von Lotte Kéry u.a. Aachen 2006, hier S. 17.
  328. Steffen Patzold: Einhards erste Leser: Zu Kontext und Darstellungsabsicht der „Vita Karoli”. In: Viator Multilingual 42, 2011, S. 33–55, hier: S. 33.
  329. Rosamond McKitterick: Constructing the Past in the Early Middle Ages: The Case of the Royal Frankish Annals. In: Transactions of the Royal Historical Society. Sixth Series 7, 1997, S. 101–129.
  330. Die Urkunden der Karolinger. 1. Bd. Die Urkunden Pippins, Karlmanns und Karls des Großen. Unter Mitwirkung von Alfons Dopsch, Johannes Lechner, Michael Tangl bearbeitet von Engelbert Mühlbacher. Hannover 1906, S. IX.
  331. Allgemeiner zusammenfassender Quellenüberblick etwa bei Wilfried Hartmann: Karl der Große. Stuttgart 2010, S. 13–22; Stefan Weinfurter: Karl der Große. München 2013, S. 20–34.
Vorgänger Amt Nachfolger
in Westeuropa vakant seit 476/80 Römischer Kaiser
800–814
Ludwig der Fromme
Pippin der Jüngere
(bzw. Karlmann I. im südl. Reichsteil)
König der Franken
768–814 (im südl. Reichsteil ab 771)
Ludwig der Fromme
Tassilo III. Herzog von Bayern
788–814
Lothar I.
Desiderius König der Langobarden
774–781
Pippin
Pippin König der Langobarden
810–812
Bernhard
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