Realitätsverlust

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Realitätsverlust beschreibt den geistigen Zustand einer Person, welche nicht (mehr) in der Lage ist die Situation in der sie sich befindet zu begreifen.

Ursachen und Definition[Bearbeiten]

Auslöser können traumatisierende Erlebnisse,[1] Schock, Drogenmissbrauch [2](siehe auch Alkoholmissbrauch),[3] aber auch der Beginn schwerer psychischer Erkrankungen wie Schizophrenie und organische Psychose sein.[4] Auch Gefangenschaft in gleichbleibender Dunkelheit, bestimmte Stoffwechselstörungen, Flüssigkeitsmangel oder allmähliches Verhungern bewirken unter anderem Realitätsverlust.

Als Zeitlicher Realtitätsverlust wird das Fehlen eines Bewusstseins „eines zeitlichen Kontinuums“, bei der das Leben nur „im Augenblick“ stattfindet, bezeichnet.[5]

In Auseinandersetzungen wird der Begriff als Vorwurf oft synonym für Uneinsichtigkeit verwendet.[6] [7]

Literatur[Bearbeiten]

  • Sigmund Freud: Der Realitätsverlust bei Neurose und Psychose (1924) [2] (PDF; 69 kB)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Michael Erdmann: Psychosomatische Medizin Und Psychotherapie: Ein Lehrbuch auf psychoanalytischer Grundlage, W. Kohlhammer, 2007, S. 148Online
  2. Praxishandbuch Drogen und Drogenprävention: Handlungsfelder, S. 137 Online
  3. Alkohol und Schuldfähigkeit: Entscheidungshilfen für Ärzte und Juristen, S. 26 Online
  4. Einführung in die Psychologie und Pädagogik, S. 137Online
  5. Allgemeine Psychopathologie: Eine Einführung, S. 123 [1]
  6. http://www.zeit.de/news/2013-04/20/syrien-syrische-opposition-wirft-russland-realitaetsverlust-vor-20151210
  7. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/interview-kohl-muss-unter-realitaetsverlust-leiden-a-60652.html

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Realitätsverlust – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen