Ressortforschung
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Unter Ressortforschung versteht man die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der Bundesministerien und Landesministerien.
Diese geschieht über eigene nachgeordnete wissenschaftlichen Fachbehörden ebenso wie durch die Vergabe von Forschungsaufträgen, z. B. an Universitäten, Forschungsinstitute z. B. der Leibniz-Gemeinschaft oder der Fraunhofer-Gesellschaft.
Ressortforschung bildet eine Brücke zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und Politik. Ihre wesentliche Aufgabe ist die wissenschaftliche Politikberatung der Ministerien. Die meisten Fachbehörden erbringen auch wichtige forschungsbasierte Dienstleistungen, die zum Teil gesetzlich festgelegt sind, z. B. auf den Gebieten wie der Prüfung, Zulassung und Regelsetzung. Ressortforschung zielt auf die Gewinnung wissenschaftlicher Erkenntnisse ab, die direkten Bezug zu den Tätigkeitsfeldern eines Ministeriums haben. Diese Erkenntnisse dienen als Grundlage für Entscheidungen zur sachgerechten Erfüllung der Fachaufgaben. Soweit der allgemeine Wissensstand dafür nicht ausreichend ist, werden in erster Linie die Bundeseinrichtungen mit Forschungs- und Entwicklungsaufgaben tätig.
Ressortforschung als ein eigenständiger Typ angewandter Forschung ist durch folgende Besonderheiten gekennzeichnet: Sie greift Fragen von Politik und Gesellschaft auf und ist damit problemorientiert und praxisnah und ist aufgrund der Problemorientierung interdisziplinär ausgelegt.
Sie generiert Transferwissen und erbringt Übersetzungsleistungen vom wissenschaftlichen System in das Anwendersystem (z. B. Vollzug) und umgekehrt. Dabei verbindet sie kurzfristig abrufbare wissenschaftliche Kompetenz mit der Fähigkeit, langfristig angelegte Fragestellungen kontinuierlich bearbeiten zu können. Ressortforschung ist in der Regel in Behördenform institutionalisiert und unterliegt damit organisatorisch einer hierarchischen Organisationsstruktur.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Deutschland
Der Wissenschaftsrat hat die Ressortforschungseinrichtungen des Bundes evaluiert und im Januar 2007 einen Bericht über die ersten Evaluierungen veröffentlicht (siehe unter Weblinks). Als Antwort auf die Evaluation durch den Wissenschaftsrat hat die Bundesregierung 10 Leitlinien für eine moderne Ressortforschung verabschiedet. Die einzelnen Evaluierungen sollen 2009 abgeschlossen sein.
[Bearbeiten] Ressortforschungseinrichtungen: Bundesanstalten, -ämter und -institute
Themenschwerpunkte, die von den Ressorts dauernd bzw. über sehr lange Zeit bearbeitet werden müssen, führten zur Gründung sogenannter Ressortforschungseinrichtungen (Näheres siehe Liste der Bundesforschungsanstalten). Diese mehr als 50 Institutionen (Stand: Frühjahr 2005), den Ressorts unterstellt und in deren Geschäftsbereichen tätig, bearbeiten Fachgebiete von der Archäologie über Gesundheitswissenschaften, Arbeitsmedizin, Strahlenschutz, Verkehr, Verteidigung bis hin zur internationalen Politik und haben ein jährliches Finanzvolumen von rd. 1,7 Mrd. Euro.
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Weblinks
- Ressortforschung in Deutschland (AG-Ressortforschung)
- Ressortforschung in Deutschland (BMBF)
- Ressortforschung in der Schweiz
- Informationssystem ARAMIS über die Forschungs-, Entwicklungs- und Evaluationsprojekte der schweizerischen Bundesverwaltung
- Arbeitsprogramm zur Evaluation der Ressortforschungseinrichtungen des Wissenschaftsrates
- Empfehlungen zur Rolle und künftigen Entwicklung der Bundeseinrichtungen mit FuE-Aufgaben (PDF-Datei; 1008 kB)

