Revolverkanone

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Mauser BK-27 Revolverkanone an einem Hubschrauber
MLG 27 - ferngesteuerte Revolverkanone auf dem Tender "Rhein" bei der Kieler Woche

Eine Revolverkanone ist eine besondere Bauart der Maschinenkanone. Das Prinzip beinhaltet eine Trommel, analog einem "klassischen" Revolver, mit einem Lauf und mehreren Patronenkammern. Maschinenkanonen mit mehreren Läufen werden hingegen als Gatling-Kanonen bezeichnet.

Der bei normalen automatischen Waffen nacheinander folgende Laden-Schießen-Auswerfen Zyklus wird bei einer Revolverkanone parallel ausgeführt. Mit einer solchen Konstruktion lässt sich die Kadenz wesentlich erhöhen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Technik

Bei einer normalen automatischen Gasdrucklader-Schusswaffe werden die Pulvergase der Treibladung der gezündeten Patronen zum translatorischen Antrieb des Verschlusses benutzt. Bei einer Revolverkanone existiert der Verschluss in dieser Form nicht. Mit den Pulvergasen wird die Revolvertrommel in Rotation versetzt. Die Rotationsbewegung erfolgt dabei inkremental, das heißt in keiner gleichförmigen, kontinuierlichen Rotation, sondern von Kammer zu Kammer. Nach Zündung des Schusses dreht sich die Trommel eine Kammer weiter und der nächste Schuss kann abgefeuert werden. Zur gleichen Zeit wird in der Kammer bzw. den Kammern zuvor eine Patrone in die Trommel eingeführt. In der Kammer bzw. den Kammern danach wird die leere Patronenhülse ausgeworfen. Durch diese räumliche Trennung der einzelnen Schritte des Selbstladevorgangs ergeben sich höhere Feuerraten als bei konventionellen Bauarten, bei denen der Prozess Laden-Schießen-Auswerfen nacheinander erfolgt.

Neben dem klassischen Gasantrieb können Revolverkanonen ebenso fremdangetrieben werden, entweder elektrisch, pneumatisch oder hydraulisch. Die GIAT 30 wird beispielsweise elektrisch fremdangetrieben. Der Vorteil ist eine höhere Zuverlässigkeit und Kadenz, der Nachteil ein höheres Gewicht.

[Bearbeiten] Vergleich zur Gatling-Kanone

Revolverkanonen haben prinzipbedingt eine geringere maximale Feuerrate als Gatlingkanonen, da alle Granaten durch ein Rohr verschossen werden, wodurch es schnell überhitzt. Gatlingkanonen können eine Feuerrate von bis zu 10.000 Schuss pro Minute (Grjasew-Schipunow GSch-6-23) erreichen, während Revolverkanonen typisch unter 2.000 Schuss pro Minute bleiben. Bei kurzen Feuerstößen (bis zu einer Sekunde), wie sie gerade im Luftkampf normalerweise vorkommen, ist die Anzahl der abgefeuerten Geschosse bei einer Revolverkanone größer als bei einer Gatlingkanone. Die Ursache dafür ist, dass die meist fremdangetriebenen, schweren Laufbündel der Gatlingkanonen ihre volle Drehzahl, und mit dem einhergehend die maximale Feuerrate, erst nach einer kurzen Anlaufzeit erreichen (siehe Trägheit). Bei der Revolverkanone steht im Unterschied dazu ab dem ersten Schuss die volle Feuerrate zur Verfügung, bedingt durch kleinere bewegte Massen. Auch haben die meisten Revolverkanonen mit 27–30 mm gegenüber den 20–25 mm der Gatlingkanone ein größeres Kaliber. Gatlingkanonen sind, bedingt durch den Fremdantrieb und die größere Anzahl an Geschützrohren, auch wesentlich schwerer als Revolverkanonen.

[Bearbeiten] Beispiele

Name Land Kaliber Kadenz Mündungs-
geschwindigkeit
Waffen-
gewicht
mm rpm m/s kg
Revolverkanonen
M39 USA 20 1.500 1.030 81
MK 213 Deutschland 20/
30
1.400/
1.200
1.050/
530
96
Mauser BK-27 Deutschland 27 1.700 1.025 102,5
ADEN England 30 1.700 741 87,1
DEFA Frankreich 30 1.300 815 85
GIAT 30 Frankreich 30 2.500 1.015 120
RMK 30 (rückstoßfreie MK) Deutschland 30 300 n.n. n.n.
35/1000 Deutschland 35 1.000 n.n. 405

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

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