Richtlinie 2011/61/EU über die Verwalter alternativer Investmentfonds

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Basisdaten der
Richtlinie 2011/61/EU
Titel: Richtlinie 2011/61/EU vom 8. Juni 2011 über die Verwalter alternativer Investmentfonds und zur Änderung der Richtlinien 2003/41/EG und 2009/65/EG und der Verordnungen (EG) Nr. 1060/2009 und (EU) Nr. 1095/2010
Kurztitel:
(nicht amtlich)
AIFM-Richtlinie
Rechtsnatur: Richtlinie
Geltungsbereich: Europäische Union
Rechtsmaterie: Wirtschaftsrecht
Veröffentlichung: 1. Juli 2011
Inkrafttreten: 21. Juli 2011
In nationales Recht
umzusetzen bis:
22. Juli 2013
Bitte beachte den Hinweis zur geltenden Gesetzesfassung!

Die Richtlinie 2011/61/EU über die Verwalter alternativer Investmentfonds, auch AIFM-Richtlinie (engl. AIFMD für Alternative Investment Fund Manager Directive) genannt, ist eine EU-Richtlinie, die am 11. November 2010 vom Europäischen Parlament angenommen wurde.[1]

In dieser Richtlinie werden die Verwalter alternativer Investmentfonds reguliert, die nicht von der OGAW-Richtlinie (UCITS) erfasst wurden. Betroffen sind sowohl Verwalter mit Sitz in der EU als auch Verwalter aus Drittländern, die ihre Fonds in der EU vertreiben möchten.[2] Der derzeitige Zeitplan sieht ein Inkrafttreten der nationalen Umsetzung Anfang des Jahres 2013 vor.[3] In Deutschland soll dies in Gestalt des Kapitalanlagegesetzbuches (KAGB) geschehen.[4]

Begriffe[Bearbeiten]

In der Richtlinie (Artikel 4) werden folgende wesentliche Begriffe definiert:

AIF[Bearbeiten]

Als alternative Investmentfonds (kurz AIF von englisch alternative Investment Fund) wird „jeder Organismus für gemeinsame Anlagen einschließlich seiner Anlagezweige, der von einer Gruppe von Anlegern Kapital einsammelt, um es gemäß einer festgelegten Anlagestrategie zum Nutzen der betreffenden Anleger zu investieren“[5] bezeichnet, sofern er nicht bereits nach der OGAW-Richtlinie genehmigungspflichtig ist.

AIFM[Bearbeiten]

Da alternative Investmentfonds in der Regel kein wirtschaftliches Eigenleben haben, wurden die Manager dieser Fonds als zu regulierende Einheit identifiziert. Diese werden als Verwalter alternativer Investmentfonds (kurz AIFM von englisch Alternative Investment Fund Manager) bezeichnet. Verwalter alternativer Investmentfonds sind juristische Personen, deren Aufgabe die Verwaltung von Alternativen Investmentfonds ist.[6]

Seit dem 1. August 2013 gelten mit dem AIFM-Umsetzungsgesetz verschiedene Neuregelungen: So unterliegen alle Fonds nun der Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Privatanleger können zudem keine Anteile mehr an Hedgefonds erwerben. Kleinanleger sollen auf diese Weise künftig besser vor risikoreichen Anlagen geschützt werden.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Standpunkt des Europäischen Parlaments
  2. Artikel 1 der Richtlinie
  3. http://www.deloitte.com/view/de_DE/de/branchen/financial_services/95816684c0c9c210VgnVCM3000001c56f00aRCRD.htm Notiz von Deloitte
  4. Entwurf eines Gesetzes zur Umsetzung der Richtlinie 2011/61/EU über die Verwalter alternativer Investmentfonds (AIFM-Umsetzungsgesetz – AIFM-UmsG). Bundesministerium der Finanzen, 12. Dezember 2012, abgerufen am 5. Januar 2013.
  5. Artikel 3 der Richtlinie
  6. Artikel 3 der Richtlinie
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