Ritzel

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Ritzel (Begriffsklärung) aufgeführt.
Ritzelwelle: Welle mit angearbeitetem Ritzel
Ritzel und Tellerrad in einem Differentialgetriebe
Zahnkranzpaket für ein Rennrad

Ritzel ist laut DIN die Bezeichnung für das kleinere[1] und in der Regel treibende Zahnrad einer Zahnradpaarung. Infolge seiner Kleinheit bildet es oft eine Einheit mit der Welle (Ritzelwelle, siehe Abbildung).

In fast allen Bereichen technischer Anwendungen − insbesondere bei den mechanischen Räderuhren und den Zweirädern – haben sich abweichende Gebräuche des Ausdrucks festgesetzt, die der vorzüglich für den Maschinenbau vorgesehenen DIN-Definition widersprechen.

Maschinenbau[Bearbeiten]

Als Antriebsritzel bezeichnet man im Maschinen- und Fahrzeugbau das motorseitige, treibende Zahnrad oder Kettenrad, das die Kraft des Motors auf ein größeres Rad an der Arbeitsmaschine oder dem Fahrzeug überträgt.

Das Ritzel kann auch ein kleines Kegelrad, wie es beispielsweise in einem Differentialgetriebe eingesetzt wird, sein. Das Ritzel treibt hierbei das größere Tellerrad an.

Räderuhr[Bearbeiten]

Bei den Räderuhren ist für das kleinere Rad einer Getriebestufe der Begriff das Trieb üblich. Ritzel ist hier ein veralteter Begriff. In einer Uhr ist es in der Regel das getriebene Rad und hat weniger als 20 Zähne.

Fahrrad[Bearbeiten]

Beim Fahrrad wird die Bezeichnung nach DIN niemals verwendet. Ein einzelnes Zahnrad am Hinterrad nennt man meist Zahnkranz, seltener Ritzel. Die Gesamtheit der Zahnkränze heißen Zahnkranzpaket, Kassette oder Ritzelpaket. Über das vorn am Tretlager befindliche Kettenblatt und einen hinteren Zahnkranz wird zur Kraftübertragung eine Kette geführt. Das treibende vordere Zahnrad am Fahrrad wird niemals Ritzel genannt, selbst wenn es kleiner als das getriebene Rad ist.

Motorrad[Bearbeiten]

Beim Motorrad mit Kettenantrieb ist der motorseitige Zahnkranz immer das Ritzel, auch wenn es größer als das getriebene Zahnrad ist.

Literatur[Bearbeiten]

  • Richard Hallet: Fahrrad-Wartung-Pflege-Reparatur. 1. Auflage, BVA Bielefelder Verlag GmbH & Co. KG, Bielefeld, 2003, ISBN 3-87073-308-x
  • Rob van der Plas: Die Fahrradwerkstatt - Reparatur und Wartung Schritt für Schritt. 1. Auflage, BVA Bielefelder Verlaganstalt, Bielefeld, 1995, ISBN 3-87073-147-8

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. "Ein beliebiges der beiden Räder eines Radpaares wird als Rad bezeichnet, das mit ihm gepaarte Rad als Gegenrad. Das kleinere der beiden Räder eines Radpaares wird als Ritzel oder Kleinrad ..., das größere als Rad oder Großrad bezeichnet (DIN 868 3.1.2)."

siehe auch[Bearbeiten]

Weblink[Bearbeiten]