Rohrschelle

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Rohrschelle

Rohrschellen sind Halterungen für Rohrleitungen am Baukörper, tragenden Konstruktionen oder Maschinen.

Im Schweizer Sprachraum wird für größere Rohr- und Mastschellen auch der Begriff "Bride" verwendet.

Es gibt eine Vielzahl an Ausführungen. Man unterscheidet z. B. im Bereich TGA (Technische Gebäudeausrüstung) einteilige und zweiteilige Rohrschellen. Diese können aus Stahl (z. B. S235JR), Edelstahl oder Kunststoff gefertigt sein. Die Art des Materials richtet sich in der Regel nach dem Material der Rohrleitung. Rohrschellen aus Stahl gibt es in schallgedämmter und nicht gedämmter Ausführung. Die Schalldämmung, die zur Körperschallentkopplung dient, ist in den meisten Fällen aus Gummi (z. B. Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk/Styrol-Butadien-Kautschuk).

Rohrschellen aus gepresstem Stahlblech verfügen in der Regel am Unterteil über Anschlussgewinde (aufgeschweißte Muttern), über die sie mittels Gewindestift oder -stange befestigt werden. Gängige Größen sind M8, M10 und M12, oft weist eine solche Mutter abgestuft 2 Gewindegrössen auf. Durch ein einhakendes Scharnier auf einer Seite kommen sie mit einer Klemmschraube gegenüber aus. Zur Montageerleichterung kann diese unverlierbar ausgeführt sein, in einen Schlitz des Schellenoberteils gleiten und am Schlitzende in eine Vertiefung einrasten.

Hydraulikleitungen an Maschinen werden häufig in Blockschellenpaaren nach DIN 3015 aus Aluminium, Kunststoff (Polypropylen oder Polyamid) oder gekapseltem Elastomer verschraubt. 2 Schrauben ziehen ein oder gestapelt auch mehrere Blockpaare an eine Grundplatte, die vor dem Anziehen in einer Gleitschiene noch rutschen kann. Blocks mit einem bestimmten Schraubenabstand gibt es für unterschiedliche Rohrdurchmesser innerhalb eines bestimmten Bereichs.

Verschiedentlich dienen Doppel- (oder Mehrfach-)Rohrschellen zum Bündeln fliegender Leitungen.

Rohr-Schnappschellen (Klemmschellen) aus Kunststoff umfassen ein Rohr nur um etwas mehr als 180° des Umfangs und finden vorwiegend Anwendung bei der Montage von Elektroleitungen in Schutzohren, leichten Wasserleitungen aus Kunststoff oder Kunststoff-Aluminium-Verbund. Sie werden z. B. aus Polyamid gefertigt.

Abwasserrohre und auch Regenwasserfallrohre werden im Familienhausbereich häufig mit leichten Kunststoffschellen befestigt, die mit einer Schraube oder aber auch einem Schnappdeckel geschlossen werden können.

Traditionelle Rohrschellen für Regenwasserfallrohre bestehen aus zwei mit einem Scharnier verbundenen Hälften meist aus verzinktem Blech. In die Mitte der hinteren ist ein grober Vierkantnagel eingenietet, der in Mauerwerk oder Holz eingeschlagen wird. Eine werkzeuglos - am Dach vorteilhaft - gut handhabbare Ringschraube mit M8-Gewinde verschraubt die vordere mit der hinteren Lasche, die ein Innengewinde trägt.