Rosenseeschwalbe

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Rosenseeschwalbe
Rosenseeschwalbe

Rosenseeschwalbe

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Regenpfeiferartige (Charadriiformes)
Familie: Seeschwalben (Sternidae)
Gattung: Sterna
Art: Rosenseeschwalbe
Wissenschaftlicher Name
Sterna dougallii
Latham, 1787

Die Rosenseeschwalbe (Sterna dougallii) ist eine Vogelart aus der Familie der Seeschwalben (Sternidae).

Erscheinungsbild[Bearbeiten]

Die Rosenseeschwalbe gleicht der Flussseeschwalbe sowohl in ihrer Größe als auch der Form. Auch das Ruhe-, Brut- sowie das Gefieder der Jungvögel gleicht dieser verwandten Art. Bei der Rosenseeschwalbe ist jedoch der Schnabel etwas schlanker, er ist von schwarzer Farbe und lediglich an der Schnabelwurzel rot. Die äußersten Schwanzfedern sind auffallend lang und ragen im Sitzen weit über die Flügelspitzen hinaus. Im Brutkleid zeigen Rosenseeschwalben häufig einen rosa- bis rötlichen Schimmer auf der Körperunterseite.

Besser von der Flussseeschwalbe sowie der gleichfalls ähnlich aussehenden Küstenseeschwalbe die die Rosenseeschwalbe über ihre Stimme zu identifizieren. Sie ruft laut kreischend kriii und ein weiches tschu-ick.

Verbreitungsgebiet und Unterarten[Bearbeiten]

Die Rosenseeschwalbe ist in Europa ein seltener und nur gelegentliche Brutvögel der Küstengebiete. Bei der Unterart, die hier beobachtet werden kann, handelt es sich um S. d. dougallii. Diese brütet außerdem an der Atlantikküste Nordamerikas. Die Vögel überwintern in der Karibik sowie im westlichen Afrika. Die Populationszahlen sowohl in Europa als auch in Nordamerika nehmen seit langer Zeit ab. Aktive Schutzmaßnahmen haben allerdings die Abnahme in einigen Brutkolonien stoppen können.

Zwei weitere Unterarten S. d. korustes und S. d. bangsi sind Brutvögel im östlichen Afrika bis nach Japan. Diese Unterarten, die sich durch ein stärkeres Rot am Schnabel auszeichnen, sind Standvögel. Die Unterart S. d. gracilis, die sich durch einen besonders langen Schnabel sowie im Vergleich zu den anderen Unterarten kurze Flügel auszeichnet, gehört zu der Fauna Australiens und brütet auch in Neukaledonien.

Fortpflanzung[Bearbeiten]

Rosenseeschwalbe zwischen anderen Seeschwalben

Die Rosenseeschwalbe brütet in Europa in der Zeit von Juni bis Juli. Zum Balzritual der Vögel gehört ein Überreichen von Fischen durch das Männchen an das Weibchen.

Ein Nest wird in der Regel nicht gebaut. Die zwei rahmfarbenen und rotbraun gefleckten Eier werden lediglich auf Sand abgelegt, wobei sie Brutplätze präferiert, die unter Grasbüscheln versteckt liegen. Die Brutdauer beträgt 21 Tage. An der Brut sind beide Elternvögel beteiligt. Das Nest und die Jungvögel werden von der Rosenseeschwalbe deutlich weniger intensiv verteidigt als dies bei der Flussseeschwalbe und der Küstenseeschwalbe der Fall ist. Häufig brütet die Rosenseeschwalbe in Kolonien mit diesen Arten zusammen.

Nahrung und Nahrungserwerb[Bearbeiten]

Rosenseeschwalben leben überwiegend von kleinen Fischen. Diese erbeuten sie durch Stoßtauchgänge. Es werden fast ausschließlich Meeresfische gefressen. Nur sehr selten ist die Rosenseeschwalbe auch an Binnengewässern zu beobachten. Dort findet sie sich jedoch nicht zum Nahrungserwerb ein, sondern badet dort lediglich.

Ungewöhnlich für Seeschwalben zeigen Rosenseeschwalben dabei gelegentlich ein kleptoparasitisches Verhalten. In den Brutkolonien in Großbritannien jagen sie anderen Vögeln einen Teil der Beute ab. Betroffen von diesem Verhalten sind vor allem Papageitaucher. Dieses Verhalten erweitert ihre Möglichkeit des Nahrungserwerbes insbesondere während schlechten Wetters, wenn die Beutetiere der Rosenseeschwalbe in tieferen Gewässerschichten schwimmen und damit außer Reichweite der Seeschwalben sind, aber noch innerhalb des Tauchbereichs der Papageientaucher sind.

Sonstiges[Bearbeiten]

Im späten 19. Jahrhundert wurden die Rosenseeschwalben wegen ihres Gefieders gejagt. Es wurde vor allem von Modistinnen für den Schmuck von Hüten verarbeitet. In letzter Zeit hat die Anzahl der Vögel in einigen Regionen vor allem deswegen abgenommen, weil sie einem stärkeren Konkurrenzdruck durch Möwen ausgesetzt waren, deren Populationszahlen in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen haben. Es hat sich auch gezeigt, dass Rosenseeschwalben Nisthilfen bereitwillig annehmen und dass damit die Populationszahlen stabilisiert und sogar erhöht werden können. Rosenseeschwalben, die versteckt liegende Plätze unter Grasbüscheln bevorzugen, nehmen auch Nistboxen an. Diese schützen die Jungvögel vor Beutegreifern wie beispielsweise der Heringsmöwe. In einer auf der Coquet Insel, Northumberland gelegenen Brutkolonie konnten dadurch die Populationszahlen von 25 Brutpaaren im Jahre 1997 auf 92 Brutpaare im Jahre 2005 gesteigert werden.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rosenseeschwalbe – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien