Rostrum

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Als Rostrum (lat. „Rüssel“, „Schnauze“, „Schnabel“) werden in der Anatomie spitz zulaufende oder schnabelartige Verlängerungen oder Fortsätze bezeichnet:

  • bei Wirbeltieren der knöcherne Teil der Schnauze
  • bei Vögeln der Schnabel und die schnabelartige Verlängerung des Brustbeines, die dem Manubrium des menschlichem Brustbeines entspricht
  • die schnauzenartige Verlängerung des Mauls der Knochenfische (z. B. Stör) und der Knorpelfische (Haie)
  • das Rostrum parabasale an der Schädelbasis der niederen Wirbeltiere, bei den Reptilien zu einem schmalen, dolchartigen Knochen reduziert (Parasphenoid, Parabasale)
  • am Schneckenhaus die Verlängerung des Mundsaums (Ausguss) und die Siphonalrinne
  • bei den Belemniten ein fossiles kegelförmiges bis zylindrisches Gebilde (Orthorostrum, „Donnerkeil“) aus Calcit
  • bei den fossilen Schalen der Ammoniten die Verlängerung des äußeren Mundsaumes
  • der Hakenkranz (auch: „Rostellum“, Diminutiv von rostrum) am Scolex (Vorderende) der Bandwürmer
  • die Rostralplatte, die vorderste ventrale Platte des Kopfschildes der Trilobiten, einer fossilen Gruppe der Gliederfüßer
  • bei Zehnfußkrebsen ein Fortsatz am Carapax (Panzer)
  • bei Insekten uneinheitlich für eine Verlängerung des Kopfes, etwa die Verlängerung der Mundpartie z. B. bei Schnabelfliegen, Stechfliegen, Schnabelkerfen oder Rüsselkäfern

Außerhalb der Anatomie steht „Rostrum“ für:

  • den Rammsporn oder Schiffsschnabel am Vorderteil antiker und mittelalterlicher Kriegsschiffe
  • die Andeutung von Kopf oder Hals bei bestimmten Statuenmenhiren

Siehe auch:

  • Rostra (Plural von rostrum), Rednerplattform im antiken Rom aus den Rammspornen erbeuteter Schiffe
Diese Seite ist eine Begriffsklärung zur Unterscheidung mehrerer mit demselben Wort bezeichneter Begriffe.
Meine Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Mitmachen
Drucken/exportieren
Werkzeuge
In anderen Sprachen