Rostra

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Rostra (Plural von lateinisch rostrum, „(Schiffs)schnabel“) war im alten Rom die Bezeichnung für eine Rednerplattform auf dem Forum Romanum.

Die Rostra auf dem Forum Romanum. An der Stirn/Längsseite befinden sich die die Löcher, welche für die Befestigung der Schiffsschnäbel vorgesehen waren.
Eine Frontansicht (Nahaufnahme) der Rostra mit deutlich erkennbaren baulichen Vorkehrungen zur Aufnahme der Schiffsschnäbel.

Im Jahr 338 v. Chr. besiegten die Römer im Latinerkrieg den Stamm der Volsker und besetzten den Hafen Antium (Anzio). Die Schiffsschnäbel der dabei erbeuteten Schiffe wurden als Siegestrophäe des Konsuls Gaius Maenius nach Rom gebracht und dort auf dem Forum Romanum, genauer dem Comitium unterhalb des Kapitols, aufgebaut. Diese Stelle wurde gerne von Rednern, die von dort aus zum Volk sprachen, als erhöhte Plattform genutzt, um besser gesehen und gehört zu werden. Am Fuße der Rostra war außerdem das Zwölftafelgesetz angebracht, eine Art Verfassung oder Grundrechtecharta der römischen Republik. Bei der Neugestaltung des Forum Romanum durch die Julier wurde die Rostra verlegt.

Später wurde der Begriff allgemein in der Bedeutung „Rednerpult“ verwendet, wird heute aber nur noch selten benutzt. Bei den Schlaraffen ist er noch gängig. Die dortige Rostra, von der aus Textbeiträge (die „Fechsungen“) vorgetragen werden, hat gelegentlich die Form des Wappentiers der Schlaraffen, eines Uhus. Außerhalb dieses Kreises finden sich an Rostren gelegentlich vertikale Verzierungen oder Streben, die auf die Schiffsschnäbel hinweisen, aus denen die ursprüngliche Rostra gefügt war. Auch in der Fastnacht wird noch der Begriff der Rostra für die Bühne oder für das Rednerpult (die „Bütt“) verwendet; auch hier hat das Rednerpult häufig die Form eines Uhus.

Weblinks[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

41.89264444444412.484708333333Koordinaten: 41° 53′ 34″ N, 12° 29′ 5″ O