SM U 3

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
SM U 3
(vorheriges/nächstesalle U-Boote)
Deutsches ReichDeutsches Reich (Reichskriegsflagge)
SM U 3 800px.jpg
Technische Daten
U-Boot-Typ: Zweihüllen-Hochsee-Boot
U-Boot-Klasse: U 3-U 4
Verdrängung: 420 Tonnen (über Wasser)
510 Tonnen (unter Wasser)
Länge: 51,28 m
Breite: 5,60 m
max. Tauchtiefe: 50 m
Antrieb: Petroleummotoren 2×173 kW
E-Maschinen 2×371 kW
Bewaffnung 2 Bugrohre/2 Heckrohre/6 Torpedos
1×5 cm (Artillerie)
Besatzung: 3 Offiziere
19 Mannschaften
Geschwindigkeit: 11,5 kn (21 km/h) über Wasser
9,5 kn (18 km/h) unter Wasser
Einsätze: 4 Feindfahrten
Erfolge: keine
Verbleib: Am 27. Januar 1919 in Kiel abgewrackt

SM U 3 (Seiner Majestät Unterseeboot 3) war ein deutsches U-Boot der Kaiserlichen Marine. Es wurde am 13. August 1907 in Auftrag gegeben und in der Kaiserlichen Werft Danzig auf Kiel gelegt. Der Stapellauf erfolgte am 27. März 1909, die Auslieferung am 29. Mai 1909.

Vor dem Ersten Weltkrieg[Bearbeiten]

Am 17. Januar 1911 ereignete sich der einzige deutsche U-Boot-Unfall vor dem Ersten Weltkrieg. U 3 sank im Kieler Hafen. Vermutlich wurde einer der Ballasttanks versehentlich geflutet. Taucher befestigten mehrere Stahlseile an der Hülle, und es wurde versucht, U 3 mittels des Schwimmkrans Langer Heinrich zu heben. Es gelang, das Schiff bis auf Torpedorohrhöhe zu heben und anschließend fast die komplette Mannschaft durch selbiges zu retten, bevor diese durch das Chlorgas der auslaufenden Akkumulatoren bleibende gesundheitliche Schäden erlitt. Der Versuch, das Boot weiter anzuheben, um die im Turm festsitzenden Männer zu retten, schlug jedoch fehl, und so musste gewartet werden, bis das U-Boot-Hebeschiff SMS Vulkan einsatzbereit war. Dies war jedoch zu spät für die drei Marinesoldaten, Kapitänleutnant Ludwig Fischer, Leutnant z.S. Kalbe und U-Obermatrose Rieper, die verstarben.[1]

Erster Weltkrieg[Bearbeiten]

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs wurde U 3 auf vier Feindfahrten in die Ostsee geschickt, wo es in Kooperation mit anderen deutschen Kriegsschiffen gegen die russische Marine vorgehen sollte. Es stellte sich jedoch bald die Untauglichkeit von U 3 für derlei Kriegseinsätze heraus. Daher wurde es noch im August 1914 zum Schulboot umfunktioniert und blieb bis Kriegsende Teil der Ausbildungsflottille in Kiel.

Kommandanten von U 3[Bearbeiten]

29. Mai 1909–17. Januar 1911 Kptlt. Ludwig Fischer
7. April−7. Juli 1911 Kptlt. Otto Weddigen
August−27. Oktober 1914 Kptlt. Max Valentiner
Oktober 1914−Mai 1915 Kptlt. Robert Bräutigam
(unbekannt) Kptlt. Hans Kratzsch
April–August 1915 Kptlt. Erich Sittenfeld
Mai 1915–(unbekannt) Kptlt. Ludwig Güntzel
September 1915–April 1916 Kptlt. Volhardt von Bothmer
Februar–Mai 1916 Oblt. z.S. Hellmuth von Ruckteschell
Juni–August 1916 Kptlt. Curt Willich
Oktober 1915–März 1917 Kptlt. Karl Edeling
September 1916–April 1917 Kptlt. Friedrich Strackerjan
Juli 1917–(unbekannt) Kptlt. Bruno Krumhaar
(unbekannt)–September 1917 Kptlt. Woldemar Adam
August–Oktober 1917 Kptlt. Clemens Wickel
September–Oktober 1917 Kptlt. Gernot Goetting
Oktober 1917–März 1918 Kptlt. Friedrich Ulrich
Februar 1918–(unbekannt) Kptlt. Erich Metzenthin
Januar–Juli 1918 Kptlt. Hermann Metzger
Dezember 1917–Juli 1918 Kptlt. Max Bräutigam
März 1918–Kriegsende (unbekannt)

Literatur[Bearbeiten]

  • Paul Kemp: Die deutschen und österreichischen U-Boot-Verluste in beiden Weltkriegen. Urbes-Verlag Hans Jürgen Hansen, Gräfelfing vor München 1998, ISBN 3-924896-43-7.
  • Werner von Langsdorff: U-Boote am Feind. 45 deutsche U-Boot-Fahrer erzählen. Bertelsmann, Gütersloh 1937.
  • Carl Ludwig Panknin: Unterseeboot „U. 3“. Verlagshaus für Volksliteratur und Kunst, Berlin 1911 (Unter deutscher Flagge 43, ZDB-ID 2233336-8).
  • Unterseeboot „U. 3“. (Schiffe Menschen Schicksale. 45, ZDB-ID 1325248-3).
  • Max Valentiner: U 38. Wikingerfahrten eines deutschen U-Bootes. Ullstein, Berlin 1934.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. von Langsdorff, U-Boote am Feind, S. 6

Weblinks[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]