Sa'da

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صعدة
Sa'da
Sa'da (Jemen)
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Koordinaten 16° 56′ N, 43° 46′ O16.93583333333343.764444444444Koordinaten: 16° 56′ N, 43° 46′ O
Basisdaten
Staat Jemen

Gouvernement

Sa'da
Einwohner 67.674 (Berechnung 2012[1])
Fassadenansicht auf einen typischen Lehmbau
Moschee in Sa'ada

Sa'da (auch: Şa'dah, Sadah, Saada, (arabisch ‏صعدة‎, DMG Ṣaʿda)) ist die Hauptstadt des Gouvernements Sa'da im Nordwesten des Jemen. Sa'da liegt in einer Höhe von rund 1870 Metern und bildet eine reine Wüstenstadt.

Zur Zeit der Herrschaft der Zaiditen war Saada seit 860 Hauptstadt, 1918 wurde die Residenz jedoch nach Sanaa verlegt, wo seit dem 17. Jahrhundert wiederholt osmanische Gouverneure residiert hatten.

Sa'da hat eine lange Tradition als Zentrum und Warenumschlagsplatz im nördlichen Jemen und für die Warenausfuhr nach Saudi-Arabien. Die Karawanenwege der Weihrauchstraße führten durch die Ortschaft. Um die mittelalterliche, aus Stampflehm aufgebaute Stadt herum, wächst eine betriebsame Neustadt mit für arabische Verhältnisse typischen Straßenzügen von garagenähnlichen Werkstätten und Verkaufsläden.[2]

Zwischen dem 17. Jahrhundert und der Auswanderung der meisten jemenitischen Juden im 20. Jahrhundert nach Israel lässt sich ein besonderer jüdischer Einfluss auf den Jemen und im gleichen Maß auf Sa'da verankern. Als Kaufleute und Handwerker verliehen die saadischen Juden der Wirtschaft (insbesondere im Silberschmiedehandwerk) der Stadt einen nachhaltigen Aufschwung. Heute bestimmen die Stämme der Umgebung die Geschicke der Stadt.

Sonntags findet Wochenmarkt statt. Von Teppichen, über Silberhandwerk bis hin zu elektronischen Gerätschaften finden sich viele Handelswaren.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sehr interessant ist die alte Stadtmauer aus dem 16. Jahrhundert. 5 km lang, bis zu 10 m hoch und 3 m breit, umschließt sie den historischen Altstadtkern. Stadttore (besonders hervorzuheben ist hier das Bab Najran) und gelegentliche Wachtürme, unterbrechen das Bollwerk.

Die Altstadthäuser warten mit bis zu vier Geschossen hohen – dicht nebeneinander stehenden – Gebäuden auf. Die Lehmbauweise erforderte aus statischen Gründen, dass sich die Häuser nach oben hin verjüngen. Steinbauweise ist in der Stadt unbekannt.

Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Hadi-Moschee und ein alt-zayiditischer Friedhof. Am höchsten Punkt der Stadt liegt der Quasr al Imam, wo das Eisenerz zur Herstellung der bekannten Krummdolche (Dschanbiya) gewonnen wird.

Sa'da ist eine von fünf Städten im Jemen auf der vorläufigen UNESCO-Welterbe-Tentativliste.[3]

Umgebung[Bearbeiten]

Unweit der Stadt, bequem zu Fuß erreichbar, finden sich bei Araqiya, Felsgravuren aus prähistorischer Zeit. Ähnliche Funde macht man etwa 15 km entfernt in Al Khazain. Dort gibt es auch Felsengräber.

Zirka 25 km nördlich finden sich die Sandstein-Erosionsschluchten von Umm Lailah (Mutter der Nacht). Landschaftliche Faszination wartet in diesem nahezu menschenleeren Flecken auf.

Luftaufnahmen der Stadt lassen bis heute dunkle Schlacken und Halden mittelalterlicher Eisenerzverhüttung in Saada erkennen.[4]

Politische Probleme[Bearbeiten]

Seit 2004 finden in Sa'da immer wieder Aufstände statt.[5]

Verkehr[Bearbeiten]

Sa'da hat einen Flughafen, den Sadah-Airport, IATA-Code SYE, ICAO-Code OYSH.[6]

Bekannte Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sa'da – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Seite nicht mehr abrufbar, Suche im Webarchiv:[1] [2] Vorlage:Toter Link/bevoelkerungsstatistik.deWorld Gezatteer Bevölkerungsdaten 2012
  2. Gerhard Heck, Manfred Wöbcke: Arabische Halbinsel.
  3. The Historic City of Saada
  4. Jürgen Schmidt: Altsüdarabische Kultbauten. In: Werner Daum: Jemen. Umschau-Verlag, Frankfurt am Main 1991, ISBN 3-7016-2251-5.
  5. Christopher Boucek, Marina Ottaway: Yemen on the Brink.
  6. Sadah Airport, Sadah, Yemen