Saalschutz

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zu der Zürcher Elektropop-Band siehe Saalschutz (Band).

Saalschutz war die Aufgabe, Parteiversammlungen und politische Veranstaltungen durch eigene Parteimitglieder zu bewachen und vor fremden Randalierern durch Einsatz physischer Gewalt zu beschützen.

Während der Weimarer Republik setzten die verschiedenen politischen Gruppierungen dafür häufig organisierte, milizähnliche Verbände ein, etwa den Rotfrontkämpferbund, das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, oder den Stahlhelm.[1] Die mit dem Saalschutz beauftragten Gruppen griffen außerdem Veranstaltungen der politischen Feinde gewaltsam an.[2] Für die NSDAP gründete Emil Maurice im Februar 1920[3] unter der Bezeichnung Saalschutz eine dedizierte Schlägertruppe von zunächst 300 Mann zum „Schutz“ der parteieigenen Veranstaltungen; dabei wurden anwesende Gegner systematisch provoziert und schließlich aus dem Saal geprügelt. Aus dem Saalschutz ging 1921 die SA[4] und nach deren Verbot 1925 die SS[5] hervor.

Moderne Sicherheitsdienste für Großveranstaltungen werden gelegentlich auch „Saalschutz“ genannt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lutz Raphael: Imperiale Gewalt und mobilisierte Nation: Europa 1914-1945. C.H.Beck, 8 March 2012, ISBN 978-3-406-62353-0, S. 103–4 (Zugriff am 20 January 2013).
  2. Volker Joachim Wallerang: Gewalt und Propaganda der SA in der Spätphase der Weimarer (1929–1933). GRIN Verlag, 10 January 2004, ISBN 978-3-638-24384-1 (Zugriff am 19 January 2013).
  3. Bruce Campbell: The Sa Generals And The Rise Of Nazism. University Press of Kentucky, 1 November 2004, ISBN 978-0-8131-9098-3 (Zugriff am 20 January 2013).
  4. Ulrich Kluge: Die Weimarer Republik. UTB, 2006, ISBN 978-3-8252-2805-7 (Zugriff am 19 January 2013).
  5. Brian L. Davis und Ian Westwell: Deutsche Uniformen und Abzeichen 1933-1945, S. 66.