Saling

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Saling (Begriffsklärung) aufgeführt.
Yacht-Salinge

Die Saling ist im traditionellen Schiffbau eine Holzkonstruktion, die zu beiden Seiten neben dem Mast Befestigungs- oder Umlenkpunkte für die Wanten bietet, um den Mast oder Mastabschnitt von seinem oberen Punkt zu den beiden Schiffsseiten hin zu verspannen.

Großsegler mit mehreren Stengen haben auch mehrere Salinge, die nach den Stengen benannt werden, die sie abstützen. So heißt die unterste, welche die Marsstenge abstützt, „Marssaling“, wobei sich der Name von dem ursprünglich für kriegerische Zwecke gedachten Mastkorb an der Mastspitze von Kriegsschiffen im 13. bis 16. Jahrhundert ableitet. Die nächste Saling, welche zur Abspannung der Bramstenge dient, ist die „Bramsaling“. Im Falle einer eigenen Royalstenge für die Royalsegel heißt sie „Royalsaling“.

Im praxisbezogenen Sprachgebrauch wurde die Bezeichnung Saling oft weggelassen, stattdessen nur der Name der zugehörigen Stenge für sich als Bezeichnung der Saling verwendet. Bei Bedarf einer genaueren Unterscheidung wurde der Name des jeweiligen Mastes dem Namen der Stenge vorangesetzt in der Form „Fockmars“, „Fockbram“, „Großmars“, „Großbram“ etc.

Auf großen Segelschiffen bot die ausgedehntere Saling eine begehbare Plattform für die Besatzungsmitglieder, auf Yachten ist die Saling zu einer Strebe reduziert, je nach Rigg aus Holz, Metall oder Faserverbundwerkstoff.

Weitere Spieren zum Vergrößern des Stützwinkels von Stagen und Pardunen sind Spreizen und Ausleger, stets nach dem Tau benannt, das sie spreizen, wie die Jumpstagspreize, die bei manchen Großseglern am Klüverbaum seitlich angebrachten Klüvergeien- bzw. Klüverpardunenausleger, die am Bug beidseitig nahe dem Ankerkranbalken angebrachten Klüverbackstagausleger oder der Stampfstock, der unterhalb des Bugspriets den Stampfstag spreizt.[1] Bei Seglern in der Übergangszeit des ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts wurden manchmal vorhandene Blindenrahen unter dem Klüverbaum festgelascht und als Seitenausleger der Klüverstage verwendet.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Tre Tryckare: Seefahrt : nautisches Lexikon in Bildern. Delius Klasing, Bielefeld 1997, S. 86-89; ISBN 3-86047-174-0

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Saling – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien