Sant Martí

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Wappen von Sant Martí
Wappen von Barcelona
Sant Martí
Bezirk der Stadt von Barcelona
Lage des Bezirks Eixample innerhalb Barcelonas
Koordinaten 41° 25′ 4″ N, 2° 11′ 55″ O41.4178652.19868Koordinaten: 41° 25′ 4″ N, 2° 11′ 55″ O
Fläche 10,52 km²
Einwohner 228.701 (2009)
Bevölkerungsdichte 21.740 Einwohner/km²
Politik
Bezirksbürgermeister Francesc Narváez i Pazos (PSC)
Die Stadtviertel von Sant Martí

Sant Martí ist der zehnte Stadtbezirk der katalanischen Hauptstadt Barcelona. Er liegt im Osten der Metropole und grenzt an die Bezirke Ciutat Vella, Eixample, Horta-Guinardó und Sant Andreu, sowie an die Stadt Sant Adrià de Besòs. Innerhalb der 2.675 Meter Küstenlinie des Bezirks liegen die meisten Badestrände von Barcelona.

Mit 10,52 Quadratkilometern Fläche liegt Sant Martí an vierter und mit 231.855 Einwohnern (2009) an zweiter Stelle unter den Stadtbezirken in Barcelona.

Pfarrkirche Sant Martí de Provençals

Stadtviertel innerhalb des Bezirks[Bearbeiten]

Der Bezirk Sant Martí ist in zehn Stadtviertel unterteilt:

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name des Bezirks wurde von der Gemeinde Sant Martí de Provençals übernommen. Der Ort war von 1714 bis 1897 selbständig und die erste Pfarrkirche war dem Heiligen Martin von Tours geweiht. Der Namenszusatz de Provençals leitet sich vom lateinischen provincialis ab, mit dem die Römer Gebiete jenseits der Stadtmauern benannten. Das alte Dorf erstreckte sich im Osten der Stadt Barcelona von der Stadtmauer bis zum Fluss Besòs und vom Meer bis zum Berg Carmel.

Mit dem Bau des Bewässerungskanals Rec Comtal, das Wasser aus Montcada nach Barcelona führte, entwickelte sich der Ort ab dem 11. Jahrhundert zunächst nach Norden. Ab Mitte des 17. Jahrhunderts entstanden im Süden auf dem Marschland erste Gewerbebetriebe, die später zu den aktivsten Industriegebieten in ganz Spanien wurden.

Bis 1716 war Sant Martí de Provençals eine Pfarrei unter der Jurisdiktion von Santa Maria del Mar. Bis zur Eingemeindung in die Stadt Barcelona war die Gemeinde selbständig.

Im 18. Jahrhundert entstanden im unteren Bereich von Sant Martí, dem Poblenou, die ersten Industrien. Die Gründe lagen in den geringen Grundstückspreisen, der Verfügbarkeit von Wasser, die Nähe zum Hafen von Barcelona und den sehr niedrigen Steuern. Diese Faktoren führten im 19. Jahrhundert zu einer massiven Ansiedlung von Industriebetrieben: von 1885 bis 1888 erhöhte sich die Zahl der Fabriken von 60 auf 243. Zunächst waren es Mühlen, später auch Textilindustrie, Gerbereien, Ziegeleien, Chemische Industrie und vieles andere. Ende des 19. Jahrhunderts hatte sich das Viertel in einen reinen Industrie- und Arbeiterbezirk gewandelt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sant Martí – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien