Schachgebot

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Ein Schachgebot ist die Bedrohung des Königs im Schachspiel. Bedroht ist der König dann, wenn er im nächsten Zug durch eine gegnerische Figur geschlagen werden könnte. Das Schachgebot geht von der Figur aus, die den König angreift. Man sagt: "die Figur bietet dem König Schach" oder "der König steht im Schach".

Jedes Schachgebot muss abgewehrt werden, da der Verlust des Königs gleichbedeutend mit dem Verlust des Spiels ist. Die Abwehr erfolgt, indem sich der König auf ein nicht bedrohtes Feld bewegt, durch das Dazwischenziehen einer anderen Figur (nicht möglich beim Schachgebot durch den Springer oder einen Bauern) oder durch das Schlagen der schachbietenden Figur.

Kann der König nicht mehr durch eine dieser drei Möglichkeiten in Sicherheit gebracht werden, ist er schachmatt. Wäre die Partie dadurch nicht beendet, könnte er im nächsten Zug geschlagen werden.

Wenn ein Schachgebot nicht abgewehrt wird, ist dies ein ungültiger Zug, der zurückgenommen werden muss (eine Ausnahme gilt im Blitzschach, bei welchem ein ungültiger Zug bei Reklamation durch den Gegner den Partieverlust zur Folge hat).

Das Schachgebot wurde früher vernehmlich angesagt. Im Turnierschach ist dies heute nicht mehr üblich und kann bei exzessivem Gebrauch wegen Störung des Gegners zu Strafen führen.

Schachgebotsarten[Bearbeiten]

Sofern ein Schachgebot abgewehrt und gleichzeitig selbst ein Schachgebot gegeben wird, spricht man von einem Kreuzschach.

Eine besondere Art des Schachgebots ist das Abzugschach. Dabei wird eine Figur so gezogen, dass dadurch der Weg einer anderen eigenen Figur zum gegnerischen König frei wird, und dieser somit im Schach steht (analog zum oben dargestellten Dazwischenziehen kann ein Springer nicht durch Abzugschach zur Schach bietenden Figur werden). Eine Steigerung hiervon besteht beim Doppelschach. Dabei bedroht die Figur, die den Weg freiräumt, ebenfalls den gegnerischen König, so dass dieser von zwei Figuren gleichzeitig angegriffen wird. Ein Doppelschach kann nur durch Wegziehen des Königs abgewehrt werden, da sonst nur das Schach einer der Figuren abgewehrt werden könnte.

Eine Art des Zwischenzuges ist das Zwischenschach.

Siehe auch: Gardez (Schach)