Schachtstuhl

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Als Schachtstuhl bezeichnet man eine Konstruktion, die dazu dient, den Schachtausbau im Bereich der einzelnen Anschläge des Schachtes auf besondere Art und Weise zu ersetzen.[1]

Grundlagen[Bearbeiten]

Beim Übergang von der Schachtröhre zur Strecke muss der Bereich um die Schachtröhre größer erstellt werden als der eigentliche Schachtdurchmesser.[2] Diesen Übergangsbereich von der Schachtröhre zur Strecke bezeichnet man als Schachtglocke. Die Schachtglocke muss mit einem besonderen Ausbau erstellt werden.[3] Der Schachtausbau kann aber im Bereich der Füllörter nicht verwandt werden, da es sonst nicht möglich wäre, die Fördergefäße zu beschicken.[1] Auch muss für die Schachtführung eine geeignete Befestigungsmöglichkeit vorhanden sein.[4]

Auf- und Einbau[Bearbeiten]

Der Schachtstuhl muss stabil ausgeführt werden und im Durchmesser genügend groß sein, damit die Fördergefäße genügend Platz haben und sämtliche Schachteinbauten eingebaut werden können.[2] Der Schachtstuhl hat mit dem Schachtausbau keine tragende Verbindung. Dadurch werden Stauchungen, die auf den Schachtausbau wirken, weitestgehend vom Schachtstuhl ferngehalten.[1] Kommt es dennoch durch Setzungen des Schachtausbaus zur Beschädigung des Schachtstuhles, so führt dies je nach Schwere des Schadens zu Einschränkungen des Förderbetriebes oder zur kompletten Unterbrechung der Schachtförderung.[4] Die Schachtstühle werden entweder aus Holzbalken oder aus Segmenten aus Stahl gefertigt. Schachtstühle aus Holz werden bevorzugt in Blindschächten mit rechteckiger Schachtscheibe eingesetzt. Der Schachtausbau wird dann mit einer Holzkonstruktion unterstützt. Diese Konstruktion wird auf ein Fundament aus Mauerwerk gestellt.[1] Schachtstühle aus Holz werden mit Spreizen, die am Ausbau der Schachtglocke befestigt sind, stabilisiert.[2] In Tagesschächten werden bevorzugt Schachtstühle aus Stahl eingebaut. Diese werden auf Fundamente aus Stahlträgern gesetzt.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e Carl Hellmut Fritzsche: Lehrbuch der Bergbaukunde. Zweiter Band, 10. Auflage, Springer Verlag, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1962
  2. a b c Franz Rziha: Lehrbuch der gesamten Tunnelbaukunst. Erster Band, Verlag von Ernst & Korn, Berlin 1867
  3. Walter Bischoff, Heinz Bramann, Westfälische Berggewerkschaftskasse Bochum: Das kleine Bergbaulexikon. 7. Auflage, Verlag Glückauf GmbH, Essen 1988, ISBN 3-7739-0501-7
  4. a b Patentschrift der Preussag Anthrazit GmbH: Nr.DE3942828C1 11.07.1991, Spannungsfreie Spurlattenverlagerung in sich setzenden Schächten des Untertagebetriebes (abgerufen am 2. September 2011)

Weblinks[Bearbeiten]