Schelly

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Schelly
Systematik
Kohorte: Euteleosteomorpha
Unterkohorte: Protacanthopterygii
Ordnung: Lachsartige (Salmoniformes)
Familie: Coregonidae
Gattung: Coregonus
Art: Schelly
Wissenschaftlicher Name
Coregonus stigmaticus
Regan, 1908

Der Schelly (Coregonus stigmaticus), auch als Skelly bezeichnet, ist eine Fischart aus der Gattung Coregonus. Er ist auf wenige Seen im britischen Lake District beschränkt und aufgrund der Nachstellung durch Kormorane und durch Wasserentnahme selten geworden.

Merkmale[Bearbeiten]

Der Schelly erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 320 mm. Auf dem Rücken und an den Flanken sind kleine schwarze Flecken zu erkennen. Beim endständigen Maul ist der Unterkiefer vom Oberkiefer umschlossen. Die Schnauze ist senkrecht abgeschnitten. Rund um den Schwanzstiel sind 22 bis 24 Schuppenreihen angeordnet. Die Anzahl der Kiemenreusen beträgt 34 bis 41. Es gibt 10 bis 12 1/2 verzweigte Analstrahlen. Die Anzahl der Schuppenreihen zwischen dem Seitenlinienorgan und der Brustbasis beträgt gewöhnlich 7 1/2 bis 8 1/2,

Vorkommen[Bearbeiten]

Der Schelly ist auf den Lake District in der englischen Grafschaft Cumbria beschränkt. Er kommt in den Seen Haweswater, Ullswater, Brotherswater und Red Tarn vor. Sein Verbreitungsgebiet ist kleiner als 20 km².

Lebensraum und Lebensweise[Bearbeiten]

Der Schelly bewohnt offene Gewässer in Binnenseen. Die Laichzeit ist von Januar bis Februar in flachen Buchten auf Stein- oder Kiesgrund. Die Nahrung besteht aus Krustentieren und Insekten.

Gefährdung[Bearbeiten]

1992 bildete sich im Lake District eine Kormoran-Brutkolonie. Die Kormorane vermehrten sich so stark, dass sie eine ernsthafte Bedrohung für den Schelly darstellen. Eine weitere Gefährdung geht vom fallenden Wasserspiegel aus. Während einer Zählung im Haweswater Reservoir wurden im Zeitraum 1997 bis 2006 zwischen 138 und 472 adulte Schellys gezählt. Die IUCN stuft den Schelly als „stark gefährdet“ (endangered) ein.

Systematik[Bearbeiten]

Obwohl der Ichthyologe Charles Tate Regan den Schelly bereits 1908 als eigenständige Art beschrieb, wird er bis heute in der Literatur über britische Süßwasserfische als Population von Coregonus lavaretus betrachtet. In einer Revision der Coregonen im Jahre 1997 übernahm Maurice Kottelat die Systematik von Regan und verwendete das Binomen Coregonus lavaretus nur noch für den in Frankreich vorkommenden Lavaret.

Literatur[Bearbeiten]

  • Maurice Kottelat: European Freshwater fishes. An heuristic checklist of the freshwater fishes of Europe (exclusive of former USSR), with an introduction for non-systematists and comments on nomenclature and conservation. Biologia (Bratislava) Sect. Zool., 52 (Suppl.). 1997.
  • Maurice Kottelat & Jörg Freyhof: Handbook of European Freshwater Fishes. 2007, ISBN 978-2-8399-0298-4.
  • Charles Tate Regan: The Freshwater Fishes of the British Isles (Originalausgabe von 1908, Nachdruck 2008 im Verlag Read Books. ISBN 1409764117)
  • Conservation status assessment for: S2494: Coregonus lavaretus - Whitefish In: Second Report by the United Kingdom under Article 17 on the implementation of the Directive from January 2001 to December 2006. European Community Directive on the Conservation of Natural Habitats and of Wild Fauna and Flora (92/43/EEC) PDF Volltext

Weblinks[Bearbeiten]