Schnurtelefon

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Ein Schnurtelefon (auch Dosentelefon, Bindfadentelefon) ist ein Spielzeug, das mit leicht zugänglichen Mitteln gebaut werden kann.

Schnittzeichnung eines Schnurtelefons
Benutzung eines Schnurtelefons

Es besteht aus zwei einseitig geöffneten, leeren Konservendosen oder Papp- oder Kunststoffbecher, die mit einer mehrere Meter langen, frei gespannten Schnur verbunden sind. Die beiden Schnurenden werden jeweils durch ein zentrisches Loch im Boden der Dose geführt und mittels eines Knotens daran gehindert, wieder hinauszurutschen.

Der Schall, der in die Öffnung der einen Dose gelangt, wird bei gespannter Schnur als longitudinale Welle auf die andere Dose übertragen und dort wieder hörbar. Der Schall kann symmetrisch und gleichzeitig in beide Richtungen übertragen werden. In der Praxis spricht man aber eher abwechselnd, da man zum Hören die Dose oft direkt an das Ohr hält. Die Dosen fungieren sowohl beim Sprechen als auch beim Hören als Resonator und damit verstärkend.

Schnurtelefone gelten als der kindliche Vorläufer des CB-Funks, da sowohl bi- als auch unidirektionale Kommunikation möglich ist.

Das erste schriftlich dokumentierte Experiment dazu scheint von Robert Hooke aus dem Jahr 1664 zu stammen.[1] Er schrieb damals:

“I have, by the help of a distended wire, propagated the sound to a very considerable distance in an instant”

Robert Hooke

In der Sammlung des National Museum of the American Indian befindet es ein etwa 1200 bis 1400 Jahre altes Schnurtelefon aus den Anden.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Robert Hooke: Micrographia. Abgerufen am 16. Dezember 2013.
  2. Neil Baldwin: There’s a 1,200-year-old Phone in the Smithsonian Collections , Smithsonian magazine, Dezember 2013, abgerufen am 11. Dezember 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tin can telephones – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien